Frage von eccojohn, 62

Autokauf - Wie ist hier die Rechtslage zu bewerten?

Hallo Community !
Ich kaufe durch Inserat von Privat einen PKW für ca. 2000,- € als Übergangsauto, weil mein geliebter Oldtimer einen Motorschaden hat - und das organisieren dauert !!

Der gekaufte PKW war noch zugelassen, und die HU lief zum Monatsende ab. Das Auto wurde vom Verkäufer vorher noch zur HU vorgestellt und hatte überschaubare Mängel . ( Rep. Kosten ca. 100 - 150 € = 1x Radlager und etwas Peanuts wie Lichteinstellung ect. - eine Nachprüfung war aber wg. Radlager erforderlich.

Durch Inserat-Kauf, Abwicklung, Überführung mit über 600 km und Zulassung ist nun die Frist zur TÜV-Nachkontrolle abgelaufen = ungültig.

Das KFZ wird dann dem heimischen TÜV vorgestellt O H N E den 5 Wo. alten TÜV-Bericht = nur zufällig nicht dabei ! ) mit nun aber ganzen 680 km mehr auf dem Tacho. Erschreckendes heimisches TÜV-RESULTAT: ca. 2.000,- € als Mega-Reperaturkosten incl. des Radlagers - logo !

Fachwerkstatt wird ratsuchend konsultiert = Radlager muß neu - klar, sonst Kopfschütteln und.... Die Aussagen dort zur TÜV/DEKRA-Zwangspause wiederhole ich lieber nicht. Ratschlag: Direkt zur Dekra fahren, doof stellen und schauen, was da passiert.

Das Fahrzeug wird nun der Dekra vorgestellt. Radlager klar - der TÜV-KO-Punkt = alles bestens - dafür nun neue + gänzlich andere Probleme mit ca. 1000,- € Aufwand.

Fachwerkstatt und freie Werkstatt sind sich kpl. einig: Das ist "Untersuchung nach KO-Liste = 1000-fach diskutiert. Gibts diese Liste ?

Durch div. Knöllchen vom lieben OA war ich nun gezwungen, das HU-lose Fahrzeug abzumelden. Es darf nun abgemeldet aber nicht im öffentlichen Verkehrsraum der Großstadt stehen und MUSS WEG - egal wie.

Also "Not-Verkauf" für´n Taschengeld - hauptsache weg . Dazu, Kauf eines weiteren KFZ mit nun fast vollem TÜV .

F R A G E : Wieweit sind die halbstaatlichen Organisationen / Prüfer für den irrsinnigen Käse der verzapft wurde und jeder Logik widerspricht real haftbar ?

Denn: 3 Untersuchungen im Zeitraum von wenigen Wochen bei jeweils verschiedenen Organisationen und Ing. - bei nicht mal 1000 km Fahrleistung können ja nicht 3 so gänzlich verschiedene Ergebnisse bringen, die als einzigste Parallele nur das jedem Lehrling auffallende def. Radlager aufweisen und die KO-Punkte des jeweils Anderen gänzlich ausschließen.

Ich komme mir etwas mehr wie verarscht vor - Ermessens-Spielraum OK,  ABER die gravierende Mängel des heimischen TÜV können ja nicht plötzlich ohne Hand anlegen der Werkstatt zum perfekten Zustand beim Kollegen der Dekra führen, der dafür im Gegenzug das was sein TÜV Kollege als GUT und OK befunden hat, als MÜLL deklarieren - und das ganze dann vor dem Aspekt, das ich das Fahrzeug aufgrund der ERSTEN halbamtlichen Mängelfeststellung in einem anderen Bundeslandes überhaupt zum seinerzeitigen Preis gekauft habe - die Meinung und Aussagen der Schrauber mit schon vergilbtem Meistertitel lassen mich da gewaltig nachdenklich werden !!

Antwort
von SupraX, 11

Für eine Rechtsberatung musst du dich an einen Anwalt wenden. Hier bekommst du allenfalls Halbwissen und Laienmeinungen.

Ich sehe aber ehrlich gesagt keine Grundlage für eine Haftung durch die Prüfer. Das Auto wurde zur HU vorgestellt, hat wegen erheblicher Mängel nicht bestanden. Statt es dann innerhalb der Frist reparieren zu lassen wurde es nochmal knapp 700km bewegt. Es ist auch schwer nachvollziehbar, weshalb man ein Übergangsauto (das man dringend braucht, weil das eigene Fahrzeug einen Motorschaden hat) für 2000€ ohne Besichtigung und ohne gültigen TÜV in einem anderen Bundesland kauft und dann noch 5 Wochen damit herumtut. Derartige Fahrzeuge werden doch quasi alle paar 100m zum Kauf angeboten. Zeit genug war ja scheinbar vorhanden.

Es ist dir also in der Tat ein finanzieller Schaden entstanden, den hast du aber selbst zu verantworten, nicht die Prüfer. Da du die Frist zur Nachuntersuchung hast verstreichen lassen muss sich der Prüfer nicht an dem Ergebnis des ersten Prüfers orientieren. Es gibt einfach Prüfer die sehr kleinlich sind. Andere sehen es eben etwas weniger streng. Es ist aber auch bekannt, dass die Prüfer bei den TÜV-Prüfstellen besonders kritisch hinschauen, wenn man als Privatperson da selbst zur Untersuchung hinfährt. Lässt man den TÜV direkt in der Werkstatt seines Vertrauens machen kommt man meistens besser weg, weil der Prüfer dann öfter mal ein Auge zudrückt, man kennt sich halt,  oder die Werkstatt durch ein paar Tricks das Ergebnis schon so hinbiegt, dass es für den Kunden möglichst günstig wird. Den möchte man ja behalten. Möglicherweise war ja genau das bei der ersten Untersuchung der Fall.

Abgesehen davon, die Frage weshalb verschiedene Prüfer zu derart verschiedenen Ergebnissen kommen ist wirklich interessant. Trotz allem rechtfertigen die unterschiedlichen Meinungen nicht, dass du einfach überhaupt keine HU machen und das verkehrsuntaugliche und nicht angemeldete Fahrzeug dann einfach auf einer öffentlichen Straße stehen lässt. Das liegt alleine in deiner Verantwortung.

Kommentar von eccojohn ,

Erst mal Danke für die objektive Betrachtung und Beurteilung.

Es geht mir in erster Linie auch weniger darum, hier jemanden haftbar zu machen, sondern vielmehr darum, die heutige Zuverlässigkeit der HU-Ergebnisse auf den PRÜFSTAND zu stellen. Ich habe diese anfänglich zufällig entstandene Konsterlation nach Kauf des 2. KFZ bewußt weiter durchgespielt, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Dabei kann ich es mir - Gott sei es gedankt -  leisten ohne zu verhungern oder trockenes Brot essen zu müssen, sofort ein anderes Fahrzeug zu holen. Bedenke ich jedoch, das dieser Ablauf einen Autofahrer trifft, der auf zwei Stellen hinterm Komma rechnen muß, ist es eventuell sein Ruin, auf ein solches für mich neuerdings dubios anmutendes HALB-AMTLICHES Produkt reinzufallen.

Es sollte doch soviel Zuverlässlichkeit gegeben sein, das es als eine ehrliche,objektive und korrekte Beurteilung als Momentaufnahme dient ! 

Rein hypothetische Schlußfolgerung : 

1.HU : überschaubare Mängel = Radlager = Risiko + Kosten klein

2.HU : 5 Wochen + 6-700km später:  Ein "Elementar-Schaden" im         Vorderbereich = kann nicht NEU sein - Lebensgefahr, hohe fin.+        gesundheitliche Risiken für JEDERMANN !

3.HU :Wenige Tage + km später : Die Lebensgefahr aus HU 2              besteht nicht - dafür neuer "Elementar-Schaden" hinten !

Was bitte sagt nun die Ergebnis-Reihe der 3 Untersuchungen ?

Sollte nicht JEDE  HU, unabhängig wer und wo sie gemacht wird -  wenigstens einigermaßen den tatsächlichen >Fahrzeug-Zustand< wiederspiegeln, und eine verlässliche Aussage darstellen - wenn nicht ist sie ja gänzlich nichtssagend und somit ÜBERFLÜSSIG !

Ist es tatsächlich jedoch scheinbar so, das es eher nur ein recht  unzuverlässliches Zufalls-Produkt ist, das zum sicheren u. simplen  Kassieren horrender Jahres-Summen genutz wird, das man aber zum Fahren des Fahrzeugs als "halbamtliches Glücksspiel-Ergebniss" aufgrund von voll-amtlichen Bestimmungen zwangsläufig gebraucht? 

Das widerum würde ja bedeuten, das massenweise "Zeitbomben" in Form von verschrottungswürdigen KFZ über unsere Straßen rollen, nur um Beträge in Millionenhöhe in halbamtliche Kassen zu spülen.  

Alleine schon mal die unterschiedliche Handhabung von der sog. Werkstatt-HU zur Orga-HU vor Ort durch den Halter wäre doch bei normalem Rechtsempfinden schon mal ein Fall für den Staatsanwalt - oder gar ein Grund, diese "Buden" - wie zum Jahresbeginn - erneut zuzunageln und neu zu strukturieren - selbst dann, wenn´s für den Bürger kostenmäßig garantiert teurer wird.

Wurden nicht diese Prüf-Stellen vom kontrollierenden "Gesetzgeber" explizit so eingerichtet, das alle wirtschaftlichen Aspekte zwingend außen vor bleiben müssen, um erkennbare Gefährdungen durch technische Mängel wirkungsvoll und für jeden Halter nach gleichem Maßstab zu verhindern = höchstmögliche Sicherheit ??   

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