Frage von 11viviane11, 103

Autohändler sagt dem Kauf zu und kauft doch nicht?

Hallo unzwar habe ich einen Unfallwagen zu verkaufen. Der Händler, der mit Unfallfahrzeugen handelt, hatte mir den Kauf zu einem ausgemachten Preis, sowie die Abholung zugesagt. Der Wagen sollte abgeholt werden, jedoch ist der Händler nicht erschienen und nicht erreichbar.

Ich habe eine Whatsapp Sprachnotiz in der er sagt, dass der Wagen abgeholt wird und er Bargeld sowie Kaufvertrag mitbringt.

Habe ich irgendeine rechtliche Handhabe? Meine Ausbildung zu Kauffrau im Eh ist schon etwas her, daher bin ich nicht auf dem aktuellen Stand.

Danke im vorraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TheGrow, Community-Experte für Recht, 64

Hallo 11viviane11,

der Händler hat durch seine Willenserklärung bestätigt, dass er den Wagen zu dem und dem Preis kauft und Du die entsprechende Willenserklärung abgegeben hast, Du ihn für den angegeben Preis an ihm verkaufst, somit ist ein bindender Kaufvertrag zustande geokommen. Unerheblich ist dabei, ob der Kaufvertrag mündlich zustande gekommen ist.

Du hast ein Anrecht auf Erfüllung des Kaufvertrages.

Nur was bringt Dir das in der Praxis? Du könntest ihn auf Erfüllung des Fahrzeuges verklagen. Aber willst Du den Wagen wirklich so lange behalten, bis in paar Monaten die Verhandlung stattfindet und das Urteil rechtskräftig ist, nur um Dein Recht durchzusetzen?

Schöne Grüße
TheGrow    

Kommentar von 11viviane11 ,

Danke.

Antwort
von Dunkel, 37

Im Prinzip hast du einen gültigen Kaufvertrag. Wie TheGrow schon sagt, könntest du den Kauf notfalls per Rechtsweg durchsetzen. Bis dahin sitzt du aber erstmal auf dem Fahrzeug und hast einiges an Aufwand. 

ABER ACHTUNG: Jetzt nicht einfach neu inserieren und das Fahrzeug verkaufen. 

Ich habe irgendwas im Hinterkopf, dass das eine Abzockmasche ist. Also Händler schliesst Kaufvertrag mit Verkäufer, erscheint nicht zur Abholung und stellt sich tot. Dann nach ein paar Wochen (wenn das Fahrzeug ggf. anderweitig verkauft wurde) pocht er auf Erfüllung des Kaufvertrags bzw. auf Schadensersatz für Aufwendungen und entgangenen Gewinn. Am besten mal kurz googlen ob und inwiefern diese Masche angewendet wird.

Der, aus meiner laienhaften Sicht, korrekte Weg wäre es den Verkäufer nachweisbar (am besten per Einschreiben) mit einer angemessenen Frist (i.d.R. 2 Wochen) in Verzug zu setzen. Danach solltest du vom Kaufvertrag zurücktreten können. Eventuell kannst du auch Schadensersatz fordern, falls du das Fahrzeug zu einem geringeren Wert los wirst als ihr vereinbart habt. Aber hier ist es ähnlich wie oben: Zeitaufwändig und lästig.

Antwort
von Rizi93, 52

Wenn du einen Schriftlichen Kaufvertrag oder ähnliches nachweisen kannst, dass es diesen Kaufvertrag gibt, kannst du rechtlich gegen ihn vorgehen.

Kommentar von 11viviane11 ,

Ich habe nur eine mündliche Zusage und früher galt auch eine münfliche Zusage als vorläufiger Kaufvertrag, bis zur schriftlichen Ausstellung. Gilt das noch oder nicht?

Kommentar von Rizi93 ,

Das gilt, jedoch hast du vor Gericht keine Change, da es Aussage gegen Aussage steht. So etwas sollte immer schriftlich hinterlegt werden.

Kommentar von TheGrow ,

Wieso steht Aussage gegen Aussage?

Die Fragestellerin hat eine befugt hergestellte Stimmaufnahme durch die Sprachnotiz und die kann in einem Prozess als Beweismittel verwendet werden.

Kommentar von Rizi93 ,

Die können nicht verwendet werden. Hinterrücks Sprachnachrichten aufzunehmen ist eine Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes § 201. 

Somit können sie vor Gericht nicht als Beweise geführt werden.

Kommentar von TheGrow ,

Ich glaube Du solltest Dir die Frage noch einmal durchlesen.

Der Händler hat der Fragestellerin die Kaufbestätigung per Whatsapp - Sprachnachricht übermittelt.

Frage mich wo Du darin eine unbefugt hergestellte Aufnahme siehst.

Kommentar von FrankieHH ,

@Rizi93

das wäre ja so, als wenn Du Jemanden auf den Anrufbeantworter sprichst und ihn dann anzeigst, weil er mit der Aufnahme gegen den 201 verstoßen hat. Genauso ist es mit der Sprachnachricht die der Händler versendet hat. Das ist doch keine unbefugte Aufnahme, die gegen den 201 verstößt.

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