Frage von freshdachs9, 192

Auto verkauft, anderer Händler will Herausgabe des Fahrzeuges?

Hallo Leute,

ich habe vor einigen Tagen mein Auto schätzen lassen (online natürlich). Kaum 2 Minuten später bekomme ich einen Anruf. Ein Händler bietet mir Geld um das Auto in ein paar Tagen abzuholen. Zusätzlich stelle ich das Auto bei einem anderen Anbieter rein und bekomme auch noch ein paar Anrufe. Später ruft man mich an, um mir zu sagen dass er die Nummer von einem Kollegen bekommen habe um einen neuen Termin zur Abholung zu vereinbaren. Gesagt - getan, es kam dann aber zum Abbruch und Vorwurf von Unterschlagung von Schäden etc. . Er meinte am Telefon von wegen "Entweder wir verhandeln nochmal über den Preis oder wir klären das gerichtlich." Dann habe ich natürlich aufgelegt, da mir bewusst war, dass dieser Typ nicht sehr seriös war.

Damit hatte sich die Sache erstmal für mich erledigt und ich hab das Auto am nächsten Tag an einen privaten Typen aus meiner Umgebung verkauft.

Nun kam am frühen Morgen der Schock. Ich bekomme eine SMS, dass jemand das Auto abholen will (von dem ersten Typen, der mich angerufen hatte). Der zweite hatte also gelogen was die Weitergabe meiner Telefonnummer eines Kollegen anging. Das Auto war jetzt natürlich schon verkauft und stand nicht mehr da. Das habe ich dann auch per SMS zurückgeschrieben.

Jetzt habe ich eine Mail bekommen, in der steht, dass ich das Fahrzeug nicht mehr herausgeben wolle und der Kaufvertrag nicht widerrufen werden kann. Zusätzlich wollen die, wenn ich das Fahrzeug nicht herausgebe, die Ansprüche auf Herausgabe gerichtlich geltend machen. Nun drohen die mir mit gesetzlichem Anspruch auf Schadensersatz wegen entgangenem Gewinn.

Was mache ich jetzt bzw. muss ich mir jetzt Sorgen machen, Schadensersatz zu bezahlen?

Beste Grüße und Danke schon mal!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 34

Dass die unseriös sind, würde ich auch so sehen.

Mein Tipp, die mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Die drohen ganz gerne mit Gericht und Anwalt, weils immer wieder Erfolg hat.

Wenn die sich nochmal melden, würde ich folgendes sagen:

Du hättest mit dem Anwalt deines Vaters gesprochen und der hat empfohlen, keinen Kontakt mehr per Telefon, SMS oder Email zu führen, weil das vor Gericht immer schwierig sei. Er möge seine Forderung doch bitte in einem Brief stellen und begründen. Der Anwalt würde das Schreiben dann prüfen und dann entscheiden, wie es weiter gehen soll.

Zu 99% hast du dann Ruhe, weil die selber wissen, dass ihre Drohungen nicht unbedingt gerichtsfest sind. Und wenn ein Brief kommt, kannst du immer noch reagieren. Bei rechtlichen Problemen sollte man immer auf den schriftlichen Verkehr ausweichen, mit telefonischen Zusagen und Absprachen bin ich selber schon gewaltig auf die Nase gefallen, weil die Gegenseite hemmungslos gelogen hat und ich konnte es nicht nachweisen.


Antwort
von apophis, 46

Der Text ist am Anfang etwas verwirrend, ich versuche ihn mal so zu wiederholen, wie ich ihn verstaden habe.

Du hast das Auto online schätzen lassen, woraufhin ein Händer anrief und das Auto gegen Geld abholen wolle.

Zusätzlich hast Du das Auto online zum Verkauf angeboten und ebenfalls Anrufe deswegen erhalten.
Soweit auch unbedeutend.
Sofern Du bei einem dieser Leute einen Kauf zugestimmt hast, ist ein Kaufvertrag zustande gekommen. Meist wird aber erst um eine Besichtigung gebeten.

Später hat Dich jemand fremdes angerufen, mit der Behauptung er hate die Nummer von einem Kollegen (Also einem anderen Autohändler?) bekommen und wolle einen neuen Termin für die Abholung.
Ich schätze er spricht von dem ersten Händler, mit dem Du bereits eine Abholung vereinbart hast.

Bei der vermeintlichen Abholung hat der neue Händler angeblich Mängel gefunden und will den Preis neu verhandeln oder damit vor Gericht gehen.
Hier stellt sich die Frage, ob Du und der Händler tatsächlich einen Kauf/Verkauf zugestimmt haben, es also geregelt war, dass der Händler das Auto bei seinem Besuch mitnimmt.
War das der Fall, ist ein Kaufvertrag zustande gekommen.
Ging es nur um eine Besichtigung, gibt es keinen Kaufvertrag.
(Natürlich nur in der Annahme, dass der neue Typ tatsächlich eine Vertretung des ersten Händlers ist.)

Nun hast Du eine Sms vom ersten Händler bekommen, dass er nun das Auto abholen wolle. Womit sich herausgestellt hat, dass der andere Typ von zuvor nicht dessen Vertretung ist.
Dadurch ist es egal, was von dem ausgeht. Höchstens kannst Du ihn wegen eines Betrugsversuches verklagen. 
Nun verlangt der erste Händler das Auto.
Hier stellt sich wieder die Frage wie zuvor.
Habt ihr tatsächlich einen Kauf ausgemacht, so ist ein Vertrag zustande gekommen und Du musst Dich daran halten.
Der Händler wäre also im Recht. 

Da wir nicht alle Details kennen, werden wir Dir hier nicht genauer helfen können. Ich empfehle da eine Rechtsberatung.

Antwort
von Kreativst, 87

Deiner Erzählung nach hast du weder einen Vertrag unterschrieben noch von irgendwem Geld dafür genommen oder bezahlt, ergo kannst du das getrost ignorieren.

Hatte auch schon mal so ne Firma die für mich ein Auto verkaufen wollte, die haben auch erst nach dem 3ten Anruf und sehr "freudlichem" Tonfall verstanden das ich das lieber selber mache. :)

Kommentar von apophis ,

Ein Kaufvertrag benötigt keine Unterschrift und ist auch nicht erst mit deren Erfüllung gültig.

Kommentar von Kreativst ,

Wenn du also dein Auto verkaufen willst, ich mache nen Kaufvertrag über 5 € fertig, unterschreib den, tacker das Geld dran und schmeiß es dir in den Briefkasten, darf ich dann dein Auto mitnehmen?

Kommentar von PatrickLassan ,

darf ich dann dein Auto mitnehmen?

Nein, dann ist nämlich kein Vertrag zustande gekommen. Der setzt zwei übereinstimmende Willenserklärungen voraus.

Kommentar von Kreativst ,

Dankeschön, hätte ich den Kommentar weiter unten eher gelesen hätte ich gewusst das unser Fragesteller das scheinbar doch getan hat, nach dem ersten lesen der Frage dachte ich nämlich er hätte sich nur Angebote eingeholt.

Antwort
von wilees, 87

Hast Du möglicherweise in irgendeiner Art in einen Verkauf eingewilligt?

Kommentar von freshdachs9 ,

Ich muss gestehen, dass ich ihm per Mail eine Bestätigung zukommen lassen hab in Form eines "okk". Mir war in diesem Moment natürlich nicht bewusst dass ich damit irgendwas auslösen könnte. Das war aber auch schon komisch, weil in der Mail keine AGB o.Ä. standen und bei Mängel etc. nichts drin stand, obwohl ich ihm das geschildert hatte. Seine Antwort war dann nur "Das sind Standard-Formulare".

Kommentar von wilees ,

Dann stellt sich die Frage - wann hast Du ein OK gegeben? Nach Nennung des ersten (Ver)kauf(s)angebots?

Kommentar von Kreativst ,

Hier wirds interessant, das hättest du ruhig mal in deine Frage schreiben können. Auf was genau hast du denn "okk" geschrieben? Hat er gesagt er guckt ihn an oder war die Frage kann ich den Wagen kaufen und an Tag x abholen?

Antwort
von tinalisatina, 78

Das hört sich schon so an, als wäre das geplant gewesen. Woher hätte der zweite wissen sollen, dass das Auto abgeholt werden soll.

Die Frage ist natürlich, was ist mit dem ersten Händler vereinbart worden. Hat er gesagt: Ich kaufe das Auto auf jeden Fall für den geforderten Preis? Oder hat er gesagt: Ich schau mir das Auto an?

Antwort
von kaytie1, 86

So lange mit dem ersten Händler kein gültiger Kaufvertrag gemacht worden ist hat er nicht das Recht das er das Auto bekommt.

Wenn du von ihm Geld bekommen hast hat er das Recht. Da dann ein mündlicher Vertrag zustande gekommen ist. Und du mit annahme des Geldes dem Vertrag zustimmst.

Das mit dem Schadensersatz muss er erstmal nachweisen. Ich würde erstmal nix tun und abwarten was passiert. Dann kannst du immer noch zu einem Anwalt.

Da er sagte wir verhandeln nochmal über den Preis bietet er dir ein neues Angebot also einen neuen Vertrag an. Zu dem du nicht zustimmen musst. Das mit den vermeintlichen Schäden kann er erst nach dem kauf geltend machen.

Antwort
von kevin1905, 38

Gab es eine verbindliche Zusage zum Verkauf an die Person, welche diese auch beweisen kann?

Antwort
von Kathyli88, 74

Solange du keinen kaufvertrag gemacht hast oder denen den verkauf nicht zugesagt hast kann es dir egal sein. Denen hätt ich überhaupt nicht mehr gesntwortet. Schreib ruhig zurück sie können sich gerne für alle weiteren belange an ein gericht wenden und untersage gleichzeitig kontaktaufnahme.

Antwort
von DanBam, 62

 Wenn Du bei einem der Händler einen Vorverkaufsvertrag gezeichnet hast o.ä. dann hast Du jetzt ein Problem. Am Ende zählt nur das was schriftlich vereinbart wurde, mehr nicht. Du bist keine juristische Person nach HGB, sondern Privatmann. Damit geniesst Du bis zur schriftl. Vertragszeichnung ziemliche Narrenfreiheit.

Kommentar von RobertLiebling ,

Du bist keine juristische Person nach HGB

Was soll das sein und was hat das an dieser Stelle für Auswirkungen?

Kommentar von DanBam ,

Wenn Du und der andere Kaufleute oder Unternehmer seit, dann seit ihr nach HGB juristische Personen, d.h. wenn der eine Unternehmer dem anderen Unternehmer etwas verbal bestätigt, gilt das als Vertrag. Ich setze voraus, dass Du nicht als Händler oder Unternehmer das Fahrzeug verkaufen wolltest. Selbst die Emailzusage ist im Grunde noch kein Vertrag, weil es nur eine einseitige Willenserklärung über einen möglichen Verkauf darstellt. Sofern Du keinen Vertrag unterschrieben hast, kann er nicht viel machen. Der wird sich wieder beruhigen - der probiert es um Geld zu zocken.

Kommentar von apophis ,

Ein mündlicher Vertrag muss nur nachgewiesen werden, eine Unterschrift ist nicht zwingend.

Und seine Zustimmung kann durch die Mails nachgewiesen werden.

Antwort
von jbinfo, 44

Lasse dich nicht kirre machen. Da wird kein Schadenersatzanspruch kommen und auch kein Brief eines Anwalts. Reagieren musst du erst wenn ein gelber Brief vom Gericht kommt. Das wird aber sicher nicht passieren. Da haben diese Käufer überhaupt kein Interesse dran. Die wollen Geld verdienen und ihre Zeit nicht beim Gericht verplempern.

Eine SMS oder Mail wird vor Gericht auch nicht als Vertrag gewertet.

Kommentar von RobertLiebling ,

Eine SMS oder Mail wird vor Gericht auch nicht als Vertrag gewertet.

Sicher? Welche Form ist denn Deiner Meinung nach für so einen Kaufvertrag vorgeschrieben?

Kommentar von apophis ,

Selbst mündliche Abmachungen sind vollwertige Verträge. Auch von Autos und auch vor Gericht.

Antwort
von gromio, 20

Gibt es denn überhaupt einen Kaufvertrag?

Antwort
von Lexa1, 58

Wie kommen die eigentlich an deine Telefonnummer ? Wenn ich so viele persönliche Daten bei einer Onlineplattform nur zum Schätzen eingeben muss, wäre ich sehr vorsichtig. Das ist bestimmt Abzocke.

Und mit wem hast du den Kaufvertrag gemacht ?

Sehr verworren.

Antwort
von Girschdien, 71

Geh zur Polizei und erstatte Anzeige. Klingt sehr nach Betrügerischer Absicht.

Antwort
von Lumpazi77, 67

Das ist eine üble Abzocke die Du ignorieren solltest.

Antwort
von Ghost59, 75

Du hast ja denen die es gerichtlich einholen wollen keine zusage gegeben oder?

Kommentar von freshdachs9 ,

Ich muss gestehen, dass ich ihm per Mail eine Bestätigung zukommen lassen hab in Form eines "okk". Mir war in diesem Moment natürlich nicht bewusst dass ich damit irgendwas auslösen könnte. Das war aber auch schon komisch, weil in der Mail keine AGB o.Ä. standen und bei Mängel etc. nichts drin stand, obwohl ich ihm das geschildert hatte. Seine Antwort war dann nur "Das sind Standard-Formulare".

Kommentar von Ghost59 ,

hmmm ok. Ich bin mir nicht sicher ob eine solche zusage als verbindlich gilt....ich würde mich an deiner Stelle mal beraten lassen oder informieren.

Tut mir leid wenn ich nicht weiter helfen kann. Wünsche dir trotzdem viel Glück :)

Antwort
von deBaal, 44

Du hast doch da nix unterschrieben. Dann ignoriere den Quatsch. Zumal Du ja weißt, das hier Typen am Werke sind, welche Dich reinlegen wollen....

 

Kommentar von apophis ,

Kaufverträge kommen auch mündlich bzw. ohne Unterschrift zustande und sind auch rechtsgültig.

Antwort
von erobine, 71

Erzähle diese "Storry" dem ADAC oder einem Anwalt!

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