Frage von Celinayldm, 88

Auszubildete und schwanger?

Ich mache gerade meine Ausbildung zur medizinischen fachangestellten in einer ambulanten Unfallchirurgie ( bin gerade im ersten Lehrjahr ) Am tag ist in der Praxis echt viel zu tun so um die 140 Patienten. Im Moment bin ich hinten im Bereich tätig das heißt spritzen geben Verbände wechseln oder bei einer OP assistieren. Jetzt habe ich erfahren das ich in der 5ten Woche schwanger bin. Was Düfte ich für Tätigkeiten noch ausüben ? Und wie läuft das ab weil ich ja in der Ausbildung bin ?

Expertenantwort
von isebise50, Community-Experte für Schwangerschaft, 20

Zuerst einmal ist dein Arbeitgeber nach Kenntnis deiner Schwangerschaft in die Pflicht genommen. Er muss auf Grundlage „seiner“ Gefährdungsbeurteilung und meist in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt oder der aufsichtführenden Behörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt) deinen Arbeitsplatz prüfen und gegebenenfalls ein arbeitsplatzbezogenes, generelles Beschäftigungsverbot (also ohne besonderes ärztliches Attest) aussprechen. Darunter fallen z.B. Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, erhöhte Unfallgefahr, schweres Heben, ständiges Stehen, Akkordarbeit usw. Dein Arbeitgeber kann dich dann auch in eine andere Abteilung (z.B. Büro) versetzen.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen. Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Auch in der Ausbildung unterliegst du dem Mutterschutzgesetz. Dir darf (auch in der Probezeit!) während der Schwangerschaft und vier Monate nach der Geburt des Kindes nicht gekündigt werden.

Ist abzusehen, dass du durch die Schwangerschaft häufiger fehlst, sodass du die Abschlussprüfungen nicht schaffst, kannst du bei der Aufsichtsstelle einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stellen. Wird dieser bewilligt, kannst du deinen Abschluss zu einem späteren Zeitpunkt machen.

In der Mutterschutzfrist bist du ganz von der Ausbildung befreit. Die Frist beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin und endet acht Wochen nach der Entbindung. In den sechs Wochen vor der Geburt darfst du weiterarbeiten, wenn du es möchtest. Das kann sinnvoll sein, um Fehlzeiten auszugleichen und die Zulassung zur Abschlussprüfung nicht zu gefährden.

Schau z.B. mal hier:

http://www.azuro-muenchen.de/hilfe-ich-bin/schwanger-in-der-ausbildung.html

https://www.ruv.de/ratgeber/ausbildung-studium/ausbildung/schwanger-waehrend-der...

Alles Gute für dich, viel Erfolg und eine gesunde Schwangerschaft und eine schöne Geburt!


Antwort
von alarm67, 24

Im Übrigen greift auch bei Dir als Auszubildene das Mutterschutzgesetz!!

Hier einige Infos/Tipps:

http://ausbildung.info/mutterschutz

Antwort
von alarm67, 36

Vermutlich wird Dir der Frauenarzt ab sofort ein Berufsverbot aussprechen!

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