Frage von ballerinazoe, 66

Ausziehen trotz Sozialhilfe. Geht das?

Ich bin 18, gehe noch zur Schule und würde gerne ausziehen (hat mehrere Gründe). Das Problem ist, dass meine Mutter Sozialhilfe bekommt. Ich weiß jetzt nicht genau wie viel, allerdings gibt es da ja so eine Regelung, dass Jugendliche zwischen 15 und 25 nicht ohne triftigen Grund ausziehen dürfen (den ich nicht habe). Meine Frage ist nun, wie das genau geregelt ist und ob es nicht irgendwie doch funktionieren würde, dass ich ausziehen könnte? Ich würde neben der Schule her natürlich noch auf 450€ Basis arbeiten.

Antwort
von EstherNele, 18

 allerdings gibt es da ja so eine Regelung, dass Jugendliche zwischen 15 und 25 nicht ohne triftigen Grund ausziehen dürfen 

Natürlich dürfen Jugendliche unter 25 Jahren ausziehen - nur eben finanziert das Jobcenter ihnen Auszug und Wohnung nicht. Zumindest nicht, wenn es keinen triftigen Grund gibt.

Wenn du in deiner Ausbildung genug verdienst, um dir ein WG-Zimmer zu leisten oder mit einer Freundin/ einem Freund eine kleine Wohnung - nur zu.

So lange du noch zur Schule gehst, also weder Kunde bei Arbeitsagentur oder Jobcenter bist, würde ich mir das Jugendamt mit ins Boot holen. 
Die sind nämlich für Jugendliche bis 18 und junge Erwachsene bis zum Ende ihrer regulären Schulzeit als Ansprechpartner zuständig.

Dein Problem wird sein - du musst schon einen triftigen Grund haben, warum du ausziehen willst.

Wenn deine Bedingungen im Haushalt deiner so unerträglich sind, wenn die Wohnbedingungen nicht mehr passen, wenn es Gewalt und Stress u.ä. gibt, dann würde das JA natürlich befürworten, dass du ausziehen kannst.

Das kann allerdings auch das Angebot einer durch das JA betriebenen Jugendwohngruppe sein.

Um eine komplett eigene Wohnung durchzusetzen, muss schon eine Menge passieren bei dir zu Hause. Und das musst du beweisen - sonst könnte jeder daherkommen, sich auf elterlichen Terror berufen und eine Wohnung haben wollen.

Wenn alles das nicht zutrifft, dann kannst du natürlich trotzdem ausziehen - das kann dir schließlich niemand verbieten, wenn du volljährig bist. Du musst es eben bloß selbst finanzieren.

Richtig ist - deine Eltern sind unterhaltspflichtig. Aber erstens denke ich, dass dein Vater sicher auch jetzt schon gezahlt hat (wenn er "leistungsfähig" ist, also genug verdient) und deine Mutter, mit Sozialhilfe, hat ein Einkommen, das unterhalb des Selbstbehaltes liegt - muss also nicht zahlen.

Sie müsste auch nicht zahlen, wenn sie dir statt dessen Wohnraum und Logis anbietet.

Also hast du jetzt (eventuell) Unterhalt vom Vater, dein Kindergeld, dessen "Abzweigung " und Überweisung an dich du bei der Familienkasse beantragen kannst und deinen Minijob von 450 €. 

Vielleicht kommt da zwar genug zusammen, um die monatliche Miete aufzubringen, aber von irgendwas muss man eine Wohnung auch einrichten.

Und wer weiß, wohin es dich zu Ausbildung / Studium verschlägt. Vielleicht wäre, wenn du unbedingt ausziehen willst, ein WG-Zimmer doch die bessere Möglichkeit?

Egal, was du machst - wenn es nicht gerade drunter und drüber geht bei dir zuhause, dann wirst du wohl keine eigene Wohnung finanziert bekommen.

Antwort
von schleudermaxe, 10

Natürlich, warum denn auch nicht? Die halten doch keinen fest, streichen ggf. nur den Bedarf.

Viel Glück.

Antwort
von momo150570, 24

Du kannst schon ausziehen, aber deine Eltern sind, bis zu deinem 25. Lebensjahr unterhaltspflichtig, d.h., wenn deine Mutter selbst Hartz4 bezieht, wird die finazielle Situation deines Vaters durchleuchtet.Falls er genügend Einkommen hat, muss er dich unterstützen, falls nicht, springt die ARGE ein. Du musst begründen, warum du ausziehen möchtest und dir eine entsprechende Wohnung suchen. Sie muss größenmäßig und mietmäßig den Vorgaben entdprechen. Du erhälst dann, wenn es genehmigt ist, deine Grundleistung, plus Warmmiete bezahlt. Desweiteren kannst du eine Erstausstattung beantragen ( Möbel, Elektrogeräte usw). Natürlich nur gebrauchte Gegenstände. Wenn du was dazuverdienst, wird alles, bis auf den Freibetrag von 100 Euro, an dem Hartz4 Betrag angerechnet. Und dein Kindergeld natürlich auch. Am besten ist, du stellst einen Antrag und unterhälst dich mit dem Sachbearbeiter.Er wird dir alles nochmal genau erklären. Viel Glück

Kommentar von EstherNele ,

 SORRY ... aber: Ziemlich viel Halbwissen.

deine Eltern sind, bis zu deinem 25. Lebensjahr unterhaltspflichtig, 

Nein, bis max. zum 25. Geburtstag, ansonsten: bis zum Ende der Schulzeit und  während der Ausbildung bis zum Ende der ersten abgeschlossenen Ausbildung. Wer zwischen Schule und Ausbildungsbeginn ohne Beschäftigung ist, hat für diesen Zeitraum auch keinen Anspruch auf Unterhalt.

 wenn deine Mutter selbst Hartz4 bezieht, wird die finazielle Situation deines Vaters durchleuchtet

Nach dem 18. Geburtstag bzw. Schulabschluss sind beide Eltern zum Barunterhalt verpflichtet, allerdings kann ein Elternteil auch optional Kost und Logis anbieten. Dass beide Eltern ihre Finanzen offenlegen müssen, ist nicht nur so, wenn ein erwachsen gewordenes Kind auszieht.

.Falls er genügend Einkommen hat, muss er dich unterstützen, falls nicht, springt die ARGE ein.

Falsch. Während bis zum 18. Lebensjahr oder dem Ende der Schulzeit zahlt der Vater nach der Düsseldorfer Tabelle. Kann der Vater nicht zahlen, muss u.U. durch die Mutter (ergänzend) ALG II beantragt werden. 

Während einer beschäftigungslosen Zeit oder einem Job zur Überbrückung muss der Vater überhaupt nicht zahlen. Und wieviel er zahlen muss während der Ausbildung, hängt ab vom Einkommen des Nachwuchses. 
Für Auszubildende, die schon eine eigene Wohnung haben, gibt es vom Jobcenter maximal eine "Übernahme der ungedeckten Kosten für Unterkunft und Heizung", aber kein ALG II. Davon ist man nämlich als Azubi ausgeschlossen. (Heißt ab August 2016 aber anders).

Du musst begründen, warum du ausziehen möchtest und dir eine entsprechende Wohnung suchen

DAS ist das große Problem. Wenn nicht gerade Mord und Totschlag herrscht zu Hause, wird das Amt kaum einem Auszug auf Steuerzahlerkosten zustimmen. Und es reicht auch nicht, zum Jobcenter zu traben und darzustellen, dass man plötzlich nicht mehr miteinander auskommt.

(Ist irgendwie auch verständlich - dann würde jede/r Teenie die Option ziehen, um schnell zu Hause rauszukommen und sich auf Kosten der Steuerzahler die erste Wohnung bezahlen zu lassen.)

Du erhälst dann, wenn es genehmigt ist, deine Grundleistung, plus Warmmiete bezahlt. 

Falsch. Sie bekäme den Differenzbetrag zwischen der Summe aus Regelsatz + Warmmiete und der Summe ihrer Einkommen, nämlich Verdienst (anrechenbarer Verdienst), Unterhalt (voll angerechnet) und Kindergeld (ebenfalls voll angerechnet).

Wenn du was dazuverdienst, wird alles, bis auf den Freibetrag von 100 Euro, an dem Hartz4 Betrag angerechnet. 

Falsch. Diese Art der Anrechnung war schon im Jahre 3 oder 4 des neuen Sozialgesetzbuches überholt, also vor 2010. (Deine Kenntnisse sind schon etwas unaktuell.)

Sondern:  Vom Bruttoeinkommen wird ein Freibetrag berechnet, der dann vom Netto abgezogen wird. Was dann als Differenz herauskommt, ist das bereinigte oder anrechenbare Einkommen.

Im Fall der Fragestellerin haben wir Brutto = Netto.

Die Berechnung geht so: die ersten 100 € sind anrechnungsfrei, alles darüber bis zur Grenze von 1000 € wird zu 80% angerechnet (also 20% frei), von da bis zu einem Brutto von 1200 € gibt es 10% anrechnungsfrei.

Bei einem Verdienst von 450 € heißt das: 100 € sind anrechnungsfrei, von den anderen 350 € ( 450€ -100€) sind es 20%, also noch einmal 70€, die nicht angerechnet werden.

Also bleiben ihr 170 € sogenannter Freibetrag, sie bekommt 450 € vom Arbeitgeber und das Jobcenter würde 280 € anrechnen auf den Bedarf, also 280 € weniger zahlen.

Kommentar von momo150570 ,

Der Antrag, durch den ich die Erfahrung gemacht habe, ist von 2009.  Schön für dich, dass du alles so genau weißt. Warum arbeitest du denn nicht bei der ARGE? Die könnten sicher Leute gebrauchen, die die Gesetzestexte so genau kennen

Antwort
von tuedelbuex, 33

Vielleicht mal beim Jugendamt (Doch, die sind noch zuständig) nachfragen, welche Möglichkeiten Du hättest.

Antwort
von Znorp, 27

Diese Fragen sind immer die besten, wollen unabhängig sein, in eine eigene Wohnung aber kosten, kosten solls natürlich nichts. Du wirst ohne wirklich schwerwiegende Gründe nicht einfach ausziehen können, oder besser gesagt du wirst zwar ausziehen können, aber der Staat wird dir das nicht finanzieren.

Antwort
von Marshall7, 33

Ja in Härtefällen ist das möglich ,erkundige doch einfach vor Ort bei der Arge,ob es möglich ist das du von zuhause ausziehen kannst.

Antwort
von Levin14032001, 35

Wenn man sich dazu entscheidet auszuziehen, solltest du im Idealfall finanziell unabhängig von deinen Eltern und erst Recht vom Staat sein. Da deine Familie wohl nicht so viel Geld hat ( Nicht böse gemeint ) solltest du eher nicht alleine ausziehen. Versuchs mal mit einer WG das ist meistens witzig und finanziell viel besser für dich ! Viel Glück noch ;D

Kommentar von ballerinazoe ,

Allein ausziehen sowieso nicht, das könnte ich mir gar nicht leisten. Es geht mir darum, ob der Staat ja sagt oder nicht

Kommentar von Levin14032001 ,

Nein, du kannst wohnen wo du willst.

Antwort
von MancheAntwort, 31

du kannst natürlich ausziehen......

aber deine Eltern sind NICHT verpflichtet, dir finanzielle Hilfe zu leisten,

wenn sie dir "Kost und Logis" bieten...

Antwort
von MAB82, 11
Kommentar von
ballerinazoe

vor 33 Min

Ja, es geht mir nicht darum wie ich das finanziere. Mit 18 darf man nicht leider das machen was man will

Dann hast du das klar Mißverstanden, wenn du nichts vom Staat willst, kannst du problemlos ausziehen.

Antwort
von miranya, 38

Du bist 18 du kannst ausziehen wann du willst, das kann dir keiner verbieten

Kommentar von tuedelbuex ,

Darum geht es doch gar nicht! Es geht darum, wer das finanziert!

Kommentar von miranya ,

Wo steht das??, oben steht es gibt eine Regelung das man zwischen 15 und 25 nicht ohne Grund ausziehen darf und die das die Mutter Sozialhilfe bekommt. ich kann da nichts lesen das gefragt wurde wer die Wohnung oder den Umzug bezahlt. Die

Kommentar von ballerinazoe ,

Ja, es geht mir nicht darum wie ich das finanziere. Mit 18 darf man nicht leider das machen was man will, dadurch, dass meine Mutter Wohngeld bekommt, darf der Staat entscheiden, ob ich aisziehen darf oder nicht. Und meine Frage war, ob mir jemand sagen kann, ob ich das bei meinen Gegebenheiten dürfte

Kommentar von miranya ,

genauso gut hätte es sein können das er oder sie zum freund/in ziehen will

Kommentar von miranya ,

der Staat kann es nicht verbieten, die können deiner Mutter höchstens das Geld kürzen oder streichen da sie dann alleine wohnt,. Aber die können keinen volljährigen dazu zwingen bei der Mutter zu wohnen bis man 26 ist, das geht nicht

Antwort
von newcomer, 31

zapf als erstes deinen Vater an bevor du den Staat um Hilfe bittest

Kommentar von ballerinazoe ,

Mein Vater hat leider auch kein Geld.

Kommentar von newcomer ,

wenn beide Eltern weniger als Selbstbehalt also Sozialhilfe haben wird dir Staat entweder mit BAFÖG oder Harz4 oder eben Sozialhilfe aushelfen. Näheres bei Jugendamt Arge ect nachfragen

Kommentar von MAB82 ,

...wird dir Staat entweder mit BAFÖG oder Harz4 oder eben Sozialhilfe aushelfen.

Nein wird er nicht. weil...

gibt es da ja so eine Regelung, dass Jugendliche zwischen 15 und 25 nicht ohne triftigen Grund ausziehen dürfen (den ich nicht habe)

Richtig erkannt vom fragesteller.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community