Frage von ZeframCochrane, 114

Ich habe aus Versehen zu gute Sprachkenntnisse in der Bewerbung angegeben und Job bekommen. Was soll ich nun tun?

Ich habe in einer Bewerbung meine Englischkenntnisse als verhandlungssicher angegeben, basierend auf der folgenden Beschreibung:

http://karriere.unicum.de/inhalt/sprachkenntnisse-in-der-bewerbung

Da wird ja nur verlangt, dass man Fachdiskussionen führen kann ohne zu stocken. Da ich sämtliche Vorlesungen und Prüfungen auf Englisch hatte und auch meine Abschlussarbeit auf Englisch geschrieben habe, dachte ich, dass das zutrifft. Allerdings habe ich erst später bemerkt, dass die meisten anderen Abstufungen dafür perfektes Englisch verlangen. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich kann mich verständlich machen, aber mache sicher grammatikalische Fehler und muss Vokabeln manchmal umschreiben.

Das Problem ist nun, dass ich zwar den Job bekommen habe und die Englischkenntnisse auch in der Ausschreibung eigentlich nicht verlangt wurden, aber ich will nicht, dass das irgendwann auffliegt und ich als Betrüger dastehe. Mein Plan ist, das anzusprechen bevor ich den Vertrag unterschreibe, allerdings habe ich Angst, dann doch noch eine Absage zu erhalten, weil ich mich so falsch eingeschätzt habe. Ich habe zwar eine zweite Alternative, die würde mir aber wesentlich schlechter gefallen.

Was würdet ihr tun?

Antwort
von AnonymerDE345, 51

Du wirst das schon schaffen ;) Wenn er fragt kannst du ihm sagen, nach welcher Definierung du es angegeben hast, und wenn nicht, dann sagst du einfach gar nichts drüber. Und wenn das Englisch keine Anforderung ist, dann brauchst du es wahrscheinlich auch gar nicht oft. Du brauchst auch kein schlechtes Gewissen haben, schließlich hast du es nicht absichtlich falsch geschrieben.

Kommentar von ZeframCochrane ,

Stimmt. Aber die kennen ja die Einschätzung die ich gemacht habe und es handelt sich um ein großes internationales Unternehmen. Es ist dann ja nicht ausgeschlossen, dass man mich mal aufgrund meiner Angaben für andere Aufgaben vorsieht, wobei das auffliegt...

Kommentar von AnonymerDE345 ,

Mach dir nicht zu viele Gedanken, das klappt schon und Kategorisierungen sind nie ganz präzise, du brauchst ihm also gar nichts drüber sagen, sonst glaubt er noch du hast auch noch bei anderen Sachen ein bisschen geflunkert.

Antwort
von derhandkuss, 44

Du kannst insofern einen Kompromiss wählen, als dass Du Deine tatsächlichen Englischkenntnisse noch vor Unterzeichnung des Vertrages ansprichst. Sage ganz klar, Du würdest Dir eine englische Kommunikation zwar zutrauen, Deine Englischkenntnisse könnten aber noch verbessert werden. Mache den Vorschlag, bei Bedarf Deine Englischkenntnisse zu verbessern, falls es hier in der Berufspraxis zu Problemen kommen sollte.

Antwort
von Taimanka, 41

wenn Du den 1. Job haben willst, Butter bei die Fische.

Ich würde um ein persönliches Gespräch bitten, da es aus Deiner Sicht noch einen Punkt gibt, der für Dich sehr wichtig ist. Und dann genau das sagen, was Du hier geschrieben hast: Du sehr an dem Job interssiert bist, Du trotz Deiner guten Englischkenntnisse jedoch klären möchtest, nicht unter dem geforderten Niveau zu liegen. Punkt.

Sie werden fragen, wie Du darauf kommst. Auch das solltest Du plausibel darlegen können. Vermeide bitte das Wort Betrüger, Du hast Dich vertan und Dir ist es wichtig, dass dieser Punkt vor Vertragsunterzeichnung geklärt ist. 

🙋

Kommentar von ZeframCochrane ,

Danke für die Antwort. Das war ungefähr mein Plan, ich denke so werde ich das machen.

Kommentar von Taimanka ,

gerne.

Du siehst ggf., dass Du etwas versäumt hast, Dich vertan hast, etc.

Ich als potentieller Arbeitgeber würde einen Menschen sehen, der Verantwortung übernimmt und ehrlich ist. 

Antwort
von susicute, 51

Hi,

Ich sehe hier keinen wirklichen Fehler. Du machst dir da glaube ich zu viele Sorgen.

Sämtliche Kategorisierungen von Sprachkenntnisse lassen immer Raum zu Interpretation. Verhandlungssicher würde ich ungefähr einem Testergebnis nach Europäischen Referenzrahmen von C1 zuordnen. Um diesen zu erreichen muss die Sprache aber nicht perfekt sein. Was auch immer "perfekt" für dich bedeutet. Selbst zwischen Muttersprachlern gibt es hierbei ja enorme Unterschiede.

Wenn für die Stelle nur eine Selbsteinschätzung und kein Toefl oder IELTS Test verlangt wurde, dann wirst du auch keine Probleme bekommen. Lass es auf sich beruhen.

Glückwunsch zum Job! Du machst dass schon!

lg Susan

Kommentar von ZeframCochrane ,

Danke für die aufbauenden Worte :). Ich habe den Job allerdings in einem verkürzten Bewerbungsverfahren bekommen, weil ich durch meine fachliche Qualifikation überzeugt habe und mich schnell entscheiden musste, gerade wegen des anderen Angebots. Ich habe ein Bisschen Angst, dass einfach nicht genug Zeit blieb um auf meine Sprachkenntnisse einzugehen.

Kommentar von susicute ,

Hi,

du machst dir da wirklich zu viele Gedanken. Selbst wenn man einen Sprachtest ablegt, kommt es stark auf die Themenkomplexe und damit einfach Glück an, wenn es um die Bewertung geht.

Ich nehme seit Jahren Sprachprüfungen ab und habe auch selber einige ablegen dürfen/ müssen.

Bei meinem letzten IELTS Test durfte ich mich mit dem Prüfer über Photovoltaik Anlagen unterhalten. Herausgekommen ist B2. Ich hätte mir auf Deutsch vermutlich genauso etwas zusammen gestottert. ;) Zwei Wochen später habe ich den Sprachtest am Spracheininstitut meiner Uni abgelegt und bin dank einer Diskussion über direkte vs parlamentarische Demokratie mit C2 aus der mündlichen Prüfung gegangen. Welch Wunder als Politikwissenschaftler.

Du siehst, die Einordnung von Sprachkenntnissen ist alles andere als in Stein gemeißelt. Wenn du auf Englisch studiert hast, wirst du vermutlich über B2 liegen. Denn das schafft schon ein guter Schüler mit soliden Schulkenntnissen. Vielleicht nicht in allen Bereichen. Aber sicherlich beim Sprachverständnis und vermutlich auch bei der Ausdrucksweise.

Worte umschreiben zu müssen ist übrigens nichts schlimmes und ist auch im Bereich C1 durchaus akzeptabel. Das machen wir auch in unserer Muttersprache dauernd, denn je nach Fachbereich haben wir auch in unserer eigenen Sprache einen sehr unterschiedlich großen Wortschatz. Nur fällt es uns in dieser weniger auf. Aber solange du umschreiben kannst, ohne dabei merklich ins Stocken zu geraten, scheinst du mit deiner Selbsteinschätzung nicht falsch zu liegen.

Antwort
von EgoistEgo, 11

Fachvokabular muss vorhanden sein. Man sollte in der Lage sein, eine fachliche Diskussion in seinem Arbeitsumfeld leiten zu können.

Na dann mach dich an die Arbeit, hol dir entsprechende Lektüre und dann pauken, pauken, pauken!

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