Frage von Dickerchen123, 109

Aussteuerung durch Krankenkasse, Arbeitslosengeld entfällt, auch Hartz IV. Wer zahlt Sozialversicherungen?

Hallo

meine Nachbarin ist durch die Krankenkasse ausgesteuert worden, da sie die volle Zeit ausgeschöpft hat. Sie hat sich dann wieder als Arbeit suchend gemeldet und ALG bezogen. Sie wurde in dieser Zeit wieder krank und hat somit nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestanden, hat dann nach 6 Wochen keine Fortzahlung bekommen, aber auch kein Krankengeld von der KK, weil eben, wie schon ausgeführt, bereits die volle Zeit in Anspruch genommen hatte. (sie ist an Krebs erkrankt). Sie hat sich deshalb wieder Arbeits suchend gemeldet, obwohl klr ist, dass sie nicht mehr arbeiten kann. Jetzt bezieht sie wieder Arbeitslosengeld.

Es gibt jedoch eine Zeit - genau eine Woche, in der sie krank geschrieben war, aber weder vom Job-Center noch von der KK Geld bekommen hat. Sie ist in dieser Zeit auch nicht sozialversichert - Krankenversichert - gewesen.

Sie lebt in einer eheähnlichen Gemeinschaft, so dass Hartz IV auch nicht infrage kommt.

Jetzt meine Frage, es kann doch nicht sein, dass sie in dieser einen Woche nicht versichert ist. Gott sei Dank ist nichts passiert, aber was wäre wenn? Wer wäre denn von den öffentlichen Stellen für die Versicherung zuständig gewesen, wenn schon kein Entgeld geleistet wird?

Danke schon mal für alle hilfreichen Antworten

Grüssle

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tamtamy, 77

Sie war auch in dieser Woche krankenversichert, da ein nachgehender Versicherungsanspruch besteht.
Wenn aber niemand ihr Geld zahlen musste, dann hat sie für diese Woche den KK-Beitrag selbst zu bezahlen.

Kommentar von Dickerchen123 ,

Danke für deine Antwort. :) Ich verstehe nur nicht ganz. War sie jetzt versichert, weil nachgehender Versicherungsschutz bestand oder hätte sie selber zahlen müssen bzw. u. U. in Zukunft selber zahlen muss

Kommentar von Tamtamy ,

So wie ich es sagte:
Sie war versichert. (Also muss sie für in Anspruch genommene Leistungen, z.B. Arztbesuch nicht privat bezahlen)
Wenn für eine bestimmte Zeit  kein Amt oder Arbeitgeber etc. verpflichtet war (das wäre zu überprüfen), ihre Krankenkassenbeiträge zu zahlen, dann ist die Versicherte selbst der Schuldner gegenüber der Krankenkasse.
Sie müsste dann für diese Zeit selbst den KK-Beitrag zahlen (für eine Woche geschätzt: 50 €).
Sobald sie wieder berechtigt ist, Leistungen zu beziehen von der Agentur für Arbeit, werden die Beiträge von der Agentur bezahlt.
So weit klar?

Kommentar von Dickerchen123 ,

vielen Dank :)

Kommentar von Tamtamy ,

Gerne!

Antwort
von DerHans, 51

Sie hätte SPÄTESTENS 3 Monate vor Auslaufen der Krankengeldes Erwerbsminderungsrente beantragen müssen/sollen.

Dafür ist es wichtig innerhalb der letzten 60 Monate 36 Pflichtbeiträge nachzuweisen. Der Bezug von Krankengeld ist ebenfalls pflichtversicherte Zeit.

In der Zwischenzeit kann sie nur AlG 2 oder originäre Sozialhilfe beantragen, wenn sie "bedürftig" ist.

Evtl. Rentennachzahlung wird dann mit dieser Vorschuss-Leistung verrechnet.

So lange sie keinerlei Leistung bezieht, ist sie auch nicht krankenversichert. Sie muss also DRINGEND, den freiwilligen Mindestbeitrag selbst leisten, vor allem, weil sie ja krank ist.

Kommentar von Dickerchen123 ,

Danke für die Antwort :)

Kommentar von berndtt ,

noch mal Die A A zahlt weiter Alg1 oder Alg 2 ob man krank ist oder nicht !!! 2) . Die A A schickt dich zum MDK der entscheidet was zutun ist bzw wie weiter verfahren wird !! Möglichkeit 1 Nahtlosigkeit ( besondere Form der Teilhabe ) überall nachzulesen

Möglichkeit 2 Der MDK verlangt das du EU Rente beantragst in der Zeit der Bearbeitung bist du immer noch beim der A A gemeldet und damit versichert !! Aber Grundvoraussetzung ist das du dich bei deiner A A meldest !!

Antwort
von Mausbaer555, 71

In Deutschland gibt es so eine Art "Pflicht" Krankenversichert zu sein.

Jedoch gibt es hier eine "Dunkelziffer" von Menschen, die nicht versichert sind. Das sind nicht nur Erkrankte oder Menschen die komplett durch das Harz4-System fallen, sondern auch oft Studenten,  - erst recht natürlich Obdachlose.

Für uns ist es selbstverständlich geworden, dass Vater Staat für uns sorgt und auch im Krankheitsfall zumindest die Grundversorgung übernimmt. Aber die Realität sieht trotzdem machmal anders aus. Aber beklagen sollte man sich dennoch nicht, denn so ein System gibt es in dieser Form nur in Deutschland. In anderen Ländern wäre sie mit der Krebserkrankung schon vor langer Zeit im finanziellen Ruin gelandet.

Bei solchen Fragen kann man bestimmt kostenlose soziale Beratungsstellen aufsuchen, die sich damit auskennen.

Kommentar von Dickerchen123 ,

Danke für deine Antwort. :)

Antwort
von newcomer, 61

wenn man Krebs hat stellt man einen Antrag auf 100% Erwerbsminderungsrente und bekommt dann Geld von Rentenversicherung

Kommentar von Tronje2 ,

Das musste schon die GKV spätestens das Arbeitsamt veranlassen! MfG

Kommentar von Dickerchen123 ,

Danke für deine Antwort. :) Der Antrag ist jetzt gestellt, nützt aber für die vergangene Zeit, in der sie nicht versichert war, nichts. Mal ganz abgesehen davon, dass   100 GdB bei einer Krebserkrankung nur sehr selten gewährt wird und die BU-Rente noch seltener. (weiß ich aus eigener Erfahrung).

Kommentar von DerHans ,

Der Grad der Behinderung hat nichts mit der Erwerbsminderungsrente zu tun. 

Das sind zwei verschiedene Baustellen

Kommentar von berndtt ,

Newcomer ; deine Antwort ist so nicht richtig! ich selber habe Krebs und habe 80% gdb nur bedeutet dies nicht gleich Rente !! und wenn man Rente beantragt läuft dies über die Nahtlosigkeit beim Agentur für Arbeit . Die schickt dich zum MDK und der entscheidet wo die Reise hingeht

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