Frage von dodokessler, 52

Außenstall beheizen?

Hallo, kann ich meinen Stall (nicht gedämmt) mit einer Fotovoltaik-Platte + Heizkörper frostfrei halten? Vor allem Nachts. Welcher Heizkörper käme in Frage? LG Doris K.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von emib5, 30

Nein, das klappt nicht. Zum einen scheint die Sonne nachts nicht. Du müsstest den Strom also zwischenspeichern. 

Ok, dazu gibt es Akkus und Wechselrichter.

Aber zrotzdem klappt es nicht, da der Stromverbrauch einer elektrischen Heizung viel zu groß ist.

Selbst wenn es nur ein sehr kleiner Stall wäre, und Du mit einer Heizung mit 1000 W auskommen würdest. Mit den Verlusten von Wechselrichter und Akku-Laden wären das ca. 1200 W. 

Bei einemr 12 V-System also 100 A. Das jetzt mal nur für 10 h Heizungslaufzeit gerechnet, ergibt 1000 Ah, die Du pro Tag benötigen würdest.

Das bedeuten, Du bräuchtest ca. 20 Batterien a 100 Ah (wie größere Autobatterien, nur zyklenfest). Stückpreis ab 150 €.

Und jetzt willst Du diese 1000 Ah mit Solar aufladen.

Im Winter kannst Du froh sein, wenn ein 100 Wp Solarmodul einen Tagesertrag von 50 W/d bringt. Du bräuchtest also schlappe 240 100 W-Module.

Kurz, es funktioniert nicht.

Wenn der Stall ganz klein und isoliert wäre, dann könnte es gehen.

Für einen gut isolierten, kleinen WC-Raum (6qm) brauche ich im Winter ca. 3-4 Ah pro Tag, um diesen frostfrei zu halten 

Antwort
von Spezialwidde, 23

Mit Solar, das kannst du im Winter vergessen. Wenn dann hilft höchstens ein Gasheizer. Normalerweise ist es aber auch nicht nötig einen ganzen Stall zu beheizen sondern nur Wasser/Tränken frostfrei zu halten.

Kommentar von PoisonArrow ,

Einzig brauchbare Antwort an dieser Stelle.

Antwort
von konzato1, 25

Mal paar kurze Zahlen:

Ein ungedämmter Außenstall braucht, um frostfrei zu bleiben, ein halbes Kilowatt. Also 500 Watt.

Derzeit scheint die Sonne maximal 6 Stunden am Tag. Du bräuchtest also ein Solarpaneel, welches die 500 Watt auch an einem kalten Tag bringt und dazu noch die dreifache Leistung, um die dunkle Zeit (Nacht) zu überbrücken. Wären also 2000 Watt = 2 kW.

Um diese Energie für die Nacht zu speichern, ist allerdings noch eine Batterie notwendig. Die muss für 18 Sunden jeweils 500 Watt speichern, also 9 kWh. Auf 12 Volt (übliche Batterien) umgerechnet, sind das mit etwas Reserve rund 1000 Ah. Da die Amperestunde bei Batterien (Akkus) in etwa 1 € kostet, mußt du also mit 1000 € für den Speicherakku rechnen. Dazu nochmal die gleiche Summe für das Solarpaneel und die Elektronik.

Das ganze System funktioniert natürlich nur, wenn die Sonne auch 6 Stunden am Tag scheint und ausreichend Strom erzeugt.

Und jetzt hast du auch gleich noch einen Beweis dafür, dass diese idiotische Energiewende nie und nimmer funktionieren kann.

Kommentar von emib5 ,

Da bin ich ja beim Strombedarf ziemlich genau auf die gleichen Werte gekommen.

Bei der Soalrkapazität hast Du Dich aber etwas vertan. Da die Nennleistung in Wp immer nur unter "Laborbedingungen" gilt, kann manreal nur mit deutlich geringeren Erträgen rechnen.

Für ein 100 Wp Modul kannst Du im Sommerhalbjahr mit einem Tagesschnitt von 200 W/d rechnen. Im Winter ist dieser deutlich geringer, allein dadurch, dass die Sonne flacher einfällt. Ich rechne da mit 50 W/d im Tagesdurchschnitt.

Kommentar von konzato1 ,

Danke dir. :)

Antwort
von berlina76, 30

Einen Stall kann man am einfachsten durch Dämmung frostfrei halten. Also doppelte Holzwände eventuell mit Dämmwolle etc.  und dafür Sorgen, das im Stall keine Zugluft ist. 

Es müssten schon mehrere Tage unter 10 Grad herrschen, damit in einem gedämmten Stall die Temperaturen unter 3 Grad fallen. in dem Fall und falls der Stall Strom hat einfach einen Ölradiator für diese Paar Tage hineinstellen (kommt natürlich auch auf die Größe des Stalles an).

Bei Temperaturen weit unter 0 hilft dir auch eine Solaranlage nichts, da die Lichtenergie nicht ausreichend Strom herstellt.

Kommentar von PoisonArrow ,

Leider nicht ganz richtig.

"Dämmung" oder "Isolierung" wie der Volksmund diese gerne nennt, heißt eigentlich und sinnigerweise WÄRMEdämmung.

Diese wird verwendet, um die Wärme möglichst lange dort zu halten, wo man sie haben möchte. Ganz gleich, ob es sich um Wände, Rohre, Dachstuhl oder ganze Gebäude handelt.

Natürlich - und da hast Du in sofern völlig recht - ist ein gedämmter Stall besser gegen Kälte geschützt, als ein ungedämmter.

Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad und Zeitpunkt.

Weil: man kann nun mal nicht gegen KÄLTE dämmen.

So lange Wärme vorhanden ist und "nachgeliefert" wird, reicht eine entsprechend dicke Dämmung aus, um etwas (s.o.) gegen Frostschäden zu sichern.

Wenn es sich um eine Kaltwasserleitung handelt und es ein paar Tage in Folge "gut" friert, dann wird diese trotz Dämmung einfrieren und evtl. sogar platzen.

Ist die Dämmung 100 %, so dauert es zwar länger, bis eine Leitung einfriert, aber sie friert ein.

Unzählige Notdiensteinsätze wo "isolierte" Leitungen auf Dachböden, in Ställen, Schuppen und sonst wo eingefroren sind, bestätigen diese Tatsache leider immer wieder.

Es gibt Heizbänder (Rohrbegleitheizungen), die diesen Schaden verhindern.

Auch der von Dir empfohlene Öl-Radiator (in Kombination mit Dämmung) könnte in Abhängigkeit der Raumgröße u.U. ein Einfrieren verhindern, würde jedoch viel mehr Strom verbrauchen.

Die Unsinngkeit der Solar-Anlage sehe sich genauso.

Grüße, ----->

Kommentar von berlina76 ,

Ich gehe davon aus das es hier nicht um das zufrieren von Wasserleitungen geht sondern um einen Privaten Kleintierstall. Diese haben meist keine eigenen Wasserleitungen. Vielmehr geht es darum die Tiere zu Schützen. Gewöhnliche Haustiere sind von Hause aus so geschützt, das sie auch niedrige Temperaturen überstehen  nur eben keine Tagelange Kälte unter 0. 

Und ja sie Produzieren auch eine Eigenwärme, die je nachdem wie Groß die Tiere sind und wieviele, auch den Stall leicht anwärmen.

Daher währe eine Umwandlung des ungedämmten Stalles in einen gedämmten die Beste Lösung.

Falls eine Wasserleitung zum Stall existiert währ die einfachste Lösung diese am Hauptwaserhahn der hoffentlich Kältegeschützt liegt, abzudrehen und an den Hähnen im Stall aufzudrehen, sodass das Wasser einen Ausdehnungspunkt hat. Dann muß man eben bei Frost das Trinkwasser in Eimern zum Stall bringen oder kurzfristig per Gartenschlauch den man anschließend wieder wegräumt, damit er nicht einfriert.

Ein einfacher Ölradiator verbraucht 500- 1000 Watt. Was auf den Tag etwa 12-24 kW ausmacht also etwa 4 € je Tag. Das sollten einem die Tiere Wert sein. zumal man ja nur an extrem kalten Tagen zuheizt.

Antwort
von dodokessler, 22

Hallo,

habe mich gerade eingelesen über Infrarotheizungen, die gehen von 400-800 Watt und brauchen nur eine Steckdose.

Ich könnte doch mit einer Zeitschaltuhr nachts heizen, der Stall ist so 3 x 6 qm groß, ist nur damit meine Vögel es nachts nicht so frostig haben, die haben dort ihren Schutzraum drinnen, abgetrennt nur mit Draht.

Für die Fachleute: was hätte ich dann  für Mehrkosten, wenn eine Heizung mit 400 Watt so 3 Monate von 17-6 Uhr laufen würde?

Ansonsten kommen sie wieder ins Haus, das Einfangen ist aber halt Stress für die Tiere.

Vielen Dank für die Hilfe :)



Kommentar von konzato1 ,

Darf ich etwas runden?

90 Tage x 13 Stunden (pro Tag) x 0,4 kwh ergeben ungefähr 500 kWh. Bei deren Kosten von 25 - 30 Cent kommst du auf 125 - 150 €.

Kommentar von berlina76 ,

Bitte keine Heizungen die Strahlen oder Verwirbeln. Also keine Heizstrahler keine Lüfter, keine Brennöfen wenn man vorhat diese mit den Tieren allein zu lassen. 
Im Stall befinden sich viele Brennbare Stoffe, die durch die Bewegung der Tiere auch aufgewirbelt werden können. 

Desweiteren würd ich nicht Durchgängig heizen sondern nur an den Extremen Tagen.

Kommentar von realistir ,

Eine Überlegung mit Infrarotstrahlern würde ich auch einbringen wollen. Hat gewisse Vorteile, aber nicht nur Vorteile.

Versuchen wir mal sinnvoll zu hinterfragen, ob Infrarotheizung für deine Zwecke in Frage käme.

Infrarotheizungen sind Wärmestrahler wie die Sonne.
Bekanntlich könnte man im Winter sich fast nackt in die eisige Bergwelt stellen, wenn die Sonne strahlt. Dann ist es auf der sonnenzugewandten Seite angenehm warm, aber nur dort. Gefühlsmäßig ist es auf der sonnenschattigen Seite schon merklich kühler. Wie Tiere das empfinden, können wir sie nicht fragen.

Ob du eine entsprechend große Fläche bestrahlen könntest und es eventuelle Strahlungsfreie Zonen geben könnte, wissen wir nicht.
Zu berücksichtigen wäre ja noch, wie empfinden die Tiere solche Warm- und Kaltzonen und gäbe es da ein zu häufiges hin und her fliegen um nicht erfrieren zu müssen bzw nicht ständig zu warm zu bekommen?

Fraglich wäre also auch ein menschlich produzierter Stressfaktor für deine Tiere, weil Du, Wir kein Feedback haben, bekommen ob eine menschliche Aktion, Planung Tier und Artgerecht ist, sein kann.

Heiz- und Anschaffungskosten für Infrarotstrahler relativieren sich unter Umständen. Deine 3 mal 6 Meter Raumfläche wird wohl kaum flächenmäßig bestrahlt werden müssen. Aber wieviel Fläche wird jeder Vogel für sich benötigen um nicht mit irgendwelchen Stressfaktoren konfrontiert zu werden? Schlafen Vögel, benötigen die Ruhezonen ohne rumfliegen?

Eventuell müssten Reflektionsflächen eingeplant werden, damit es wenig einseitige Zonen gibt und eventuell müsste aufwendig gesteuert werden damit es nicht zu warm für die Tiere wird.

Antwort
von FelixFoxx, 23

Halte nur die Tränken frostfrei, das geht z.B. mit Strom. Der Stall sollte nicht viel wärmer sein als die Umgebung.

Antwort
von Ufosein, 21

Ich habe mir von "Einfälle statt Abfälle" ein Heft über Sonnenenergie bestellt. Kostet nicht viel, sind aber tolle Ideen drin. Für mein Kompostklo im Garten habe ich dann die Variante mit alten Heizkörpern gewählt. Funktioniert wirklich.

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