Frage von NickyParis,

Auslandsreisen in der DDR?

Bekanntlich durften einfache DDR-Bürger ja nach Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, nach Kuba und in die Tschechoslowakei, sowie in die Sowjetunion reisen. Wie sah das mit anderen sozialistischen Ländern aus? Durften DDR-Bürger z.B. auch nach China, Nordkorea, Vietnam und in die Mongolei reisen?

Hilfreichste Antwort von Huckebein,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

China. Nordkorea, Vietnam, waren zu DDR-Zeiten keine Touristenländer, aber konnten von Vertretern von Betrieben bereist werden, die mit diesen Ländern Export/Import-Abkommen unterhielten.

Die Mongolai war Touristenland, aber verhältnismäßig teuer.

Kommentar von Huckebein,

edit: Mongolei

Kommentar von Huckebein,

Ergänzung: Aus www.ddr-wissen.de:

Ich korrigiere mich etwas:

Staatliches Reisebüro der DDR

Verteilung der sehr knappen Auslands-Urlaubsreisen vor allem in die sozialistischen Bruderstaaten in Europa,nach Kuba, Vietnam, China und Jugoslavien (Anfangs auch nach Ägypten). Für Kuba, China und Vietnam z.B. gab es pro Jahr und Land etwa 500 Plätze. Etwa zwei Drittel der Plätze mussten den Ministerien zur Verfügung gestellt werden und wurden von diesen in die zugehörigen Betriebe verteilt. Das restliche Drittel der Plätze ging in den "Freien Verkauf" und wurden in Berlin in der zweiten Etage des "Haus des Reisens" im öffentlichen Verkauf vertrieben.

Kommentar von elektrofuzzi49,

Hatte Kollegen, der in der Mongolei war zu DDR - Zeiten. War allein - stehend und wir waren eine Produktionsgenossenschaft. Also nichts Besonderes. Zwei Bekannte waren mit dem PKW in der SU. 4.500 km bis Jerewan über Kiew. Jeden Tag konkrete Rute . Nicht von der Stecke abweichen. Zelt mitgenommen, auf Anweisung, falls mal was dazwischen kommt. Der eine hat mit Russen zusammen 3 Tage Picknick gemacht weil die Rote Armee Übung gemacht hat und die Strasse gesperrt war. Die Russen haben einen Wasserwagen und ein Schachlik - Grill gebracht u. die Russen haben ihre Hühner und Kälber aus den Wolga geladen. Zusammengebunden u. weiden lassen. Da gibts noch mehr zu erzählen.

Kommentar von Huckebein,

@elektrofuzzi49; Ja, da gibt es viel zu erzählen. Ich hätte auch einiges auf Lager, aber das würde hier den Rahmen sprengen...:)

Kommentar von Huckebein,

An Nicky: Danke für den Stern:)

Kommentar von NickyParis,

Gerne, gerne :)

Antwort von Capera,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

ja durften sie, aber meistens nur ohne den ehepartner. ich bin in der DDR groß geworden und kann mich erinnern, das meine mom in vietnam war (alleine) mein dad blieb bei uns kindern.

ein anderes mal fuhr mein dad nach köln (auch alleine) und meine mom blieb bei uns kids.

Kommentar von Huckebein,

Da hatte deine Mom aber Glück, von 500 zu vergebenden Reisen eine bekommen zu haben.:)

Kommentar von Capera,

500 pro jahr? oder insgesamt? und woher weißt du dass? meine eltern waren nie privilegiert, beiden arbeiteten in der landwirtschaft, wären so wenig reisen nicht an "hohe tiere" vergeben worden? sorry, für die vielen fragen, aber interessiert mich voll ;)

Kommentar von Huckebein,

Schau nach unter www..ddr-wissen.de

Dann gehst du auf Gesundheit - Sozialwesen - Erholung - Tourismus,

und unter Tourismus findest du es: 500 Plätze pro Jahr, davon 2/3 an die Ministerien, das restliche Drittel für den freien Verkauf, wozu dann sicher deine Mama gehörte, also etwa 165 Plätze für den freien Verkauf, pro Jahr!.

Kommentar von Capera,

ah, danke, sehr interessant

Antwort von toberg,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ergänzung: zeitweise durften DDR-bürgerinnen auch nicht nach polen reisen. und visa für entlegene teile der SU waren auch schwierig. letzteres konnte man mit transitvisa umgehen. kuba? ich kenne niemanden der nach kuba konnte/durfte!

Antwort von Claud18,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

China war lange Zeit "No-go-Area", die Beziehungen waren nicht die besten (vor allem unter Mao - da gab es auch keine chinesischen Studenten mehr bei uns), so dass man so ohne weiteres nicht hinreisen konnte.

Reisen in die Mongolei wurden dagegen ganz normal im "Reisebüro"- Katalog angeboten, sie waren allerdings sehr teuer. In meinem Betrieb (Geologie) schickten sie außerdem Leute beruflich für 2 Jahre in die Mongolei, allerdings nahmen sie dafür nur Männer.

Vietnam-Reisen kamen irgendwannwohl auch ins Angebot, so weit ich weiß, aber relativ spät. Du musst bedenken, dass dort bis 1973 noch Krieg war und es unmittelbar danach erst einmal andere Probleme als der Aufbau einer Tourismus-Industrie gab.

Nordkorea ließ von sich aus niemanden hinein oder nur in Ausnahmefällen.

Ich weiß auch, dass Albanien als sozialistisches Land galt, aber auch dieses Land hatte sich abgeschottet - Reisen waren dorthin nicht möglich.

Nach Jugoslawien durfte man nicht ohne weiteres reisen, da das Land eine offene Grenze zum Westen hatte. Meine Großeltern hatten jedoch einmal das Glück, eine Reise dorthin zu ergattern (Reisebüro - muss Ende der 60er Jahre gewesen sein), in den 80ern gab es dann Kontingente über die Betriebe.

All das galt natürlich nicht, wenn man von seinem Betrieb zum Arbeiten in ein fremdes Land geschickt wurde. Hier gab es Einsätze im Irak, in Mocambique, in der Mongolei, wie oben schon erwähnt, sogar im westlichen Ausland. Aber die "Auslandskader" unterlagen strenger Kontrolle, vor allem waren ihnen Kontakte zu Westlern untersagt.

Antwort von abibremer,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

so "ganz einfach" waren solche reisen selbst zum "großen bruder" sowjetunion nicht: zwei ddr-bürger machten eine sehr lange reise durch rußland, wegen der bürokratischen hindernisse völlig illegal, indem sie ihre transitvisa zur einreise nutzten und dann vom vorgeschriebenen reiseweg GEWALTIG abwichen. die geschichte erzählen sie in einem recht spannenden buch "unerkannt durch freundesland" leider habe ich bisher nur davon gehört, es aber noch nicht gelesen.

Kommentar von Claud18,

Das haben mehrere gemacht, ich habe sogar mal noch zu DDR-Zeiten einen Vortrag zweier Studenten miterlebt, die illegal durch Mittelasien gereist waren. Es konnte jedoch zu Hause Ärger wegen dieser Eigenmächtigkeit geben.

Ansonsten musste man entweder eine organisierte Reise buchen oder eine Einladung vorweisen. Dann durfte man auch das Gebiet, in dem man gemeldet war, nicht verlassen. Als Ausländer bekam man auch kein Ticket für Bahn oder Flugzeug.

Ich habe aber auch mal jemanden erlebt, der so gut Russisch sprach, dass er nicht als Ausländer auffiel und, einmal im Land (per Einladung) doch herumreisen konnte.

Antwort von Becks99,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ja das ging schon.

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