Frage von afstory, 39

Auskunft über einen arbeitsunfall?

Am freitag hatte meine Kollegin einen epileptischen Anfall auf der arbeit und ich war die einzige die ihr helfen konnte erst nachdem ich um hilfe rief kamen die anderen Kollegen dazu. Nach kurzer Zeit kam der Krankenwagen und kümmerten sich um sie, ich leide seitdem unter Schlafstörung, angstattacken und bin ständig am weinen weil ich sie ständig vor den Augen habe ich muss kurz dazu erwähnen das mein Mann vor 20 Jahren auf meinen Armen gestorben ist und mir kam die Erinnerung wieder hoch. War heute morgen beim Arzt er hat mich diese Woche krank geschrieben und er hat mir für morgen gleich ein Termin beim Neurologen gemacht. Wie geht es nun weiter mit mir falls ich weiter krank bleibe denn ich habe nun angst wieder arbeiten zu gehen weil ich sie ständig sehe, zählt meine Krankheit auch als arbeitsunfall und wenn ich auf weiteres krank bleibe wie sieht es um meine Abfindung aus.?(bin seit 20jahren bei kita). Hoffe das mir hier jemand helfen kann

Antwort
von Akka2323, 22

Ein epileptischer Anfall wirkt zwar für andere schlimm, ist es aber nicht. Die Kollegin wird wieder voll o. k. sein und sich an nichts erinnern. Ich habe schon viele Anfälle miterlebt und keinen seelischen Schaden. Es ist eine Krankheit, die sich oft gut medikamentös einstellen lässt.

Expertenantwort
von Buddhishi, Community-Experte für Psyche, 23

Hallo afstory,

nein, das zählt nicht als Arbeitsunfall. Im übrigen kann Dir eine Traumatherapie sehr gut helfen - das wäre der richtige Weg, auch mit dem Tod Deines Mannes fertigzuwerden, denn dieses Ereignis war ja der Auslöser für Deine aktuellen Beschwerden.

Gute Besserung

Kommentar von Lokicorax ,

Vorsicht - nicht nur körperliche Schäden sind versichert! Bedenke den Schock bei einem Banküberfall oder bei Selbstmördern im Bahnverkehr. 

Ich denke jedoch auch, dass hier wohl keine dauerhaften Leistungen der Berufsgenossenschaft folgen werden.  

Kommentar von Buddhishi ,

Danke, es macht eher ein wenig den Eindruck, dass sich FS sehr früh sehr weitreichende Gedanken macht ;-)

Es ist mir schon klar, dass auch psych. Schäden eine BU verursachen können, aber das sehe ich hier echt nicht.

LG

Antwort
von Lokicorax, 14

Hoi.

Ja, dass war ein Arbeitsunfall. Genauso wie es einem Lokführer oder Straßenbahnführer "an die Nieren" geht, wenn er jemanden überfahren hat. Das kann sich bis zu einer "posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)" ausweiten.

Aber ob du insgesamt Leistungen aus der Unfallversicherung bekommst, wird man genau abklären müssen. Dein Trauma liegt ja eher im privatem Bereich(Tod deines Mannes) und dieses Ereignis geschah nur zufällig auf der Arbeit - Menschen erleiden solche Anfälle aber überall.

Warum solltest du eine Abfindung erhalten(wäre ja auch ein arbeitsrechtliches Thema, müsste man in den Arbeitsvertrag schauen)? Erhoffst du dir eine Berufsunfähigkeit, willst du evtl. noch Schadensersatz von der Kita oder der Kollegin?   

Warte doch erst einmal die weiteren Behandlungen ab.

Ciao Loki

Antwort
von Lumbago666, 7

1. Arbeitsunfall?

siehe Antwort von Lokicorax (da möchte ich nur ergänzen).

Hier ist zumindest der Vorschaden unstrittig. Deshalb ist eigentlich nur zu klären, ob das neuerliche Ereignis eine Verschlimmerung der bestehenden Erkrankung bewirkt hat oder ob dem Unfall "nur" die Qualität einer Gelegenheitsursache zukommt. Eines von Beiden kommt in Betracht.

Ich gehe nach meiner Erfahrung ncht davon aus, dass das Ereignis alleine (ohne den Vorschaden) in der Lage war, eine psychische Erkrankung über wenige Tage hinaus zu verursachen.

Wir werden das an dieser Stelle nicht klären können, weil das ohne genaue Fallkenntnis überhaupt nicht zu überblicken ist. Hier wird eine nervenärztliche Zusammenhangsbegutachtung notwendig sein. Diese wird von der BG im Rahmen der Arbeitsunfallprüfung veranlasst, falls die BG dies für notwendig hält.

2. Weitere Behandlung?

Unstrittig ist, dass hier eine Behandlung dringend notwendig wird. Hierbei sollte erstmal egal sein, wer der Kostenträger sein wird. Auch wenn ein Arbeitsunfall
abgelehnt werden sollte, besteht ein Leistungsanspruch gegen die
Krankenkasse. In der Luft hängen wirst Du also nicht.

3. Arbeitsrechtliche Erwägung (Abfindung)?

Dazu nur eine Frage: Hast Du eine Kündigung bekommen? Falls nein, dann mach Dir erstmal keinen Kopf. Du hast nach Ende der Entgeltfortzahung Anspruch auf Verletzten- oder Krankengeld (je nach Leistungsträger). Beides hat grundsätzlich eine Bezugsdauer von 72 Wochen, also ist genug Zeit wieder gesund zu werden.

Von einer Eigenkündigung würde ich aber dringend abraten. 

Viele Grüße

Lumbago

Antwort
von TechnologKing68, 22

Als Arbeitsunfall zählt dies natürlich nicht. Es ist eine Krankschreibung.

Eine Abfindung würdest du auch kaum kriegen, wieso auch, letztlich kann er dich ja während der Krankheit üblicherweise nicht kündigen.

Irgendwann wirst du wieder zur Arbeit müssen, wenn der Neurologe keine körperlichen Ursachen findet. Du kannst natürlich auch kündigen und dir eine andere Stelle suchen, aber dann eben ohne irgendwas.

Kommentar von Lokicorax ,

Vorsicht - nicht nur körperliche Schäden sind versichert! Bedenke den Schock bei einem Banküberfall oder bei Selbstmördern im Bahnverkehr. 

Kommentar von TechnologKing68 ,

Klar, aber hier haftet nicht der Chef für die Epilepsie einer Mitarbeiterin. Beim Banküberfall ist das schon etwas anders, da wird als Berufsrisiko gewertet, für das der Arbeitgeber haftet. Doch im hiesigen Fall fehlt meines Erachtens der adäquate Kausalzusammenhang, der für Juristen wichtig ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten