Frage von Cinuli123, 62

Aushilfsjob und trotzdem Unterhalt bekommen?

Hallo, ich habe ein kleines Problem und hoffe, dass ihr mir helfen könnt.

Kurz zu mir, ich bin 17 Jahre alt und wollte eigentlich dieses Jahr mein Abitur machen. Hat aber leider aus diversen persönlichen Gründen nicht ganz funktioniert, da ich nur 1 Jahre für die Vorbereitung Zeit hatte, anstatt den üblichen 2. Nun möchte ich freiwillig ein Jahr wiederholen und wollte in der Zwischenzeit, also von jetzt bis Ende Juli vermutlich, mir bisschen was dazuverdienen. Ich habe auch schon ein Angebot bekommen, wo ich arbeiten könnte. Ich würde vermutlich so zwischen 600-700€ verdienen. Was für mich wirklich sehr sehr gut wäre, da ich im September meine Schule selbst bezahlen möchte, um meiner Mutter nicht weiter auf der Tasche zu hängen (Ich gehe auf eine Privatschule).

Jedoch ist meine Mutter eben dagegen, dass ich arbeite, da sie angeblich sonst keinen Unterhalt für mich bekommen würde und sich die 600€ dann nicht lohnen würden, die ich verdiene. So weit ich weiß, bekommt sie aktuell 356€ Unterhalt.

Nur brauche ich eben das Geld, um wie gesagt meine Schule zu finanzieren und ein Auto wollte ich mir auch kaufen, da ich in einem halben Jahr 18 werde. Meine Mutter hat immer gesagt, dass ich dieses Jahr mein Abitur machen soll, egal mit welchem Schnitt. Aber ich möchte Architektin werden und brauche dafür einen bestimmten NC. Deswegen möchte ich freiwillig wiederholen. Jedoch geht es eben ums Geld, weil meine Mutter (auch irgendwo verständlich) nicht noch ein Jahr bezahlen möchte (Monatlich 400€) .

Aber da ich jetzt von der Schule komme und im September wieder in die Schule gehen möchte, ist dieser Job ja nur eine Übergangsmöglichkeit.

Kennt sich jemand damit aus? Wird der Unterhalt dann ganz wegfallen? Und für immer oder kann dieser wieder aufgegriffen werden, wenn ich wieder zur Schule gehe? Ich kenne meinen Vater übrigens nicht, also persönlich kann man da nichts aushandeln. Das wurde, so weit ich weis, alles über das Jugendamt geregelt.

Danke schon mal für eure Hilfe! Lg, Cinuli

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Familienrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 15

Solange du noch minderjährig bist, hast du noch Anspruch auf Unterhalt von deinen Eltern - unabhängig davon, was du tust....

  • Dieser Unterhalt teilt sich auf in den "Naturalunterhalt" von deiner Mutter (Betreuung, Einkaufen, Kochen, Wäschewaschen....) und den "Barunterhalt" von deinem Vater (Geld für deine Verpflegung, Unterkunft, Kleidung...).
  • Solltest du allerdings schon als Minderjährige(r) ein eigenes regelmäßiges Einkommen erzielen, so wird es (bis auf einen Freibetrag...) auf deinen Unterhaltsbedarf angerechnet - je zur Hälfte auf die Leistungen von Mutter und Vater.
  • Das bedeutet also, dass dein Vater um die Hälfte deines Einkommens weniger Unterhalt an deine Mutter zahlen müsste.

Sobald du volljährig bist, also ab deinem 18. Geburtstag, bist du in erster Linie selbst verantwortlich für deinen gesamten Unterhalt. 

  • Da dann keine Betreuungs- bzw. Sorgepflicht mehr für dich besteht, entfällt der "Naturalunterhalt".
  • Solltest du dann überhaupt noch einen Anspruch auf Unterhalt von den Eltern haben, so nur noch auf Barunterhalt - der sich dann auf beide Eltern aufteilt.
  • Dein gesamtes eigenes Einkommen (und auch das Kindergeld in voller Höhe) werden dann also auf den möglichen Barunterhalt angerechnet.

Um aber als Volljährige(r) überhaupt noch einen Anspruch auf Unterhalt zu haben, müsstest du dich entweder noch in der regulären Schulausbildung befinden oder bereits in einer Ausbildung/ Studium.

  • Da du die "reguläre" Schulzeit aber dann bereits beendet hast, könnte dein Unterhaltsanspruch dann erstmal "verwirkt" sein.
  • Dann hättest du erst wieder einen Anspruch auf Unterhalt von den Eltern mit Beginn einer Ausbildung/ Studium... und müsstest dich bis dahin ggf. selbst finanzieren.
  • Die Eltern sind auch nicht verpflichtet, dir eine kostenpflichtige Ausbildung zu finanzieren, wenn auch eine andere Ausbildung für dich infrage käme...

Du solltest es dir somit gut überlegen, die Schule abzubrechen und dadurch deinen Anspruch ggf. zumindest vorübergehend zu "verwirken"...

Antwort
von rasperling1, 25

Zunächst mal ist bereits zweifelhaft, ob Du derzeit überhaupt einen Unterhaltsanspruch hast, denn du gehst weder zur Schule noch machst Du eine Ausbildung. Aber selbst wenn man grundsätzlich einen Unterhaltsanspruch annehmen würde, wäre darauf Dein eigenes Einkommen anzurechnen, und zwar wie folgt: 650,- Euro abzüglich 50,- Euro berufsbedingte Aufwendungen = 600,- Euro, die auf beide Elternteile zu je 50% verteilt werden. Also muss Dein Vater 300,- Euro weniger Unterhalt zahlen, also fast nichts mehr.

Rein finanziell könnte das Deiner Mutter übrigens egal sein, denn sie kann von Dir "Kostgeld" verlangen, also mindestens 350,- Euro monatlich.

Wenn Du wieder zur Schule gehst, besteht wieder ein Unterhaltsanspruch. Da Du dann aber schon volljährig bist, wird dieser Unterhalt völlig neu berechnet.  Kurz gesagt: ab dem 18. Geburtstag sind beide Eltern unterhaltspflichtig! Mehr dazu kannst Du z.B. auf http://www.scheidung-online.de/unterhalt/kindesunterhalt/volljaehrige-unterhalt-... nachlesen.

Kommentar von Cinuli123 ,

Das heißt, wenn ich nur auf 400€ Basis arbeiten würde, würde ich trotzdem noch 181€ Unterhalt bekommen? Eine Ausbildung könnte ich auch ab sofort anfangen , jedoch müsste ich diese im September eben wieder abbrechen, weil ich dann wieder Vollzeit in die Schule möchte. 

Kommentar von rasperling1 ,

Wie gesagt ist es zweifelhaft, ob Du überhaupt derzeit einen Unterhaltsanspruch hast. Das wäre allenfalls dann der Fall, wenn Du Dich in der Zeit bis September auch nachweislich auf die Schule vorbereiten würdest und nur nebenbei jobben gehst. Wenn Du aber einfach nur die Zeit bis September überbrückst, dann hast Du gar keinen Unterhaltsanspruch, sondern müsstest einen Vollzeitjob annehmen.

Antwort
von alarm67, 33

Deine Mutter hat recht! Einkünfte von Dir werden angerechnet/berücksichtigt, WENN der Unterhaltszahler eine entsprechende Auskunft haben möchte und dann beantragt, dass der Unterhaltstitel, den es wohl geben wird, angepasst wird. Vermutlich wird es dazu führen, dass die Unterhaltszahlung auf 0,00 Euro angepasst wird, da Du genug Geld verdienst! Wenn Du dir Anschaffungen leistest, die Dein Geld verschlingen, ist das Dein persönliches Problem!

Kommentar von Cinuli123 ,

Um mir Dinge leisten zu können, die mein Geld verschlingen, brauche ich ja erst einmal Geld. Spielt es keine Rolle, dass es für meine Bildung ist? Oder könnte der Vater vielleicht dafür aufkommen, damit er meine Schule ab September bezahlt? 

Kommentar von alarm67 ,

Die Schule ist das eine, da könnte es sein, dass Dein Vater anteilig Schulgebühren zahlen muss! Das hat aber nichts direkt mit Deinem Unterhalt zu tun, das sind dann halt die Schulgebühren!

Das Auto, was ich meinte, ist was anderes.

Das Thema selbst ist aber auch zu komplex, es ist auch viel davon abhängig, wie die finanziellen Verhältnisse bei Deinem Vater insgesamt aussehen.

Antwort
von pondarosa, 27

Ist ja eigentlich ein einfaches Rechenexempel...

Eigene Einkünfte können auf den Unterhalt angerechnet werden und ab 18 Jahren bist eh Du weil volljährig selber für deinen Unterhalt verantwortlich bzw. Ansprüche geltend zu machen

Kommentar von Cinuli123 ,

Können sie nur angerechnet werden oder MÜSSEN sie angerechnet werden? Ja aber bis ich 18 bin würde ich den Unterhalt natürlich gerne noch in Anspruch nehmen..

Kommentar von claudialeitert ,

wenn du selber Einkünfte hast werden diese angerechnet. Und dem Vater muss das auch dargelegt werden bei verschweigen kann er den zu viel gezahlten Unterhalt zurück fordern.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten