Frage von annakrr, 62

Aushilfe - was steht mir zu?

Hallo,

ich wollte mal euren Rat wissen, bzgl. meiner Arbeit.

Momentan bin ich 19, mache dieses Jahr mein Abitur und nebenher jobbe ich. Ursprünglich war nur Sonntags geplant, jetzt läuft im Moment alles aus dem Ruder.

Generell ist meine Arbeitsmoral sowieso auf dem Tiefpunkt. Da ich lange Zeit die "Neue" hier war, hab ich oft alles abbekommen. Man hat nur auf den Deckel gekriegt. Hat sich zwar gebessert, aber positives Feedback bekomme ich trotzdem nie, ich fühl mich einfach null wertgeschätzt.

An Feiertagen müssen wir Urlaub nehmen oder eben arbeiten. Ohne Zuschüsse. Musste letztes Jahr z.B. an Weihnachten 11 Stunden arbeiten, ohne irgendwas extra.

Dieses Jahr haben sie dann 3 neue Azubis eingestellt. Danach die Aussage meines Chefs: "Die Aushilfen sind generell nicht so zuverlässig und geben sich auch nicht so viel Mühe wie die Azubis." Ganz witzig, ich hab im letzten Jahr nicht einmal krank gemacht und meine Aufgaben immer erledigt. Mein Chef hat dann angefordert, dass uns Aushilfen, die Stunden so gestrichen werden, dass wir nicht mehr über die 200€ kommen. Mir wurden dann auch willkürlich Stunden gestrichen.

Jetzt wurde ein Azubi kurzfristig gekündigt, woraufhin ich jetzt plötzlich wieder "zuverlässig" genug bin, um all ihre Stunden zu übernehmen. Heißt unterm Strich: Bin jetzt 5 Wochen am Stück für das ganze Wochenende eingeteilt, hab also an einem Wochenende an die 22 Stunden Arbeit. (Das Geld sehe ich dann auch erst frühestens Februar, da ich ja nicht über die 450 kommen darf ;) ).

Hab meine Chefin daraufhin gebeten, mir doch bitte einen Samstag frei geben könne, da ich die Woche im Urlaub bin und erst Samstag morgen heimkommen würde. Anscheinend gibt es von den anderen aber NIEMANDEN der einspringen kann (haben ja auch schlauerweise alle gleichzeitig Urlaub) und wenigstens den einen Tag übernehmen, heißt ich darf trotzdem das ganze Wochenende schaffen, und am Montag dann wieder zur Schule.

Zudem drücken sie uns auch noch monatliche Meetings rein (an denen mal teilnehmen MUSS) ohne diese zu entlohnen.

Ich fühl mich einfach generell über den Tisch gezogen, also ich hab eben auch noch Schule nebenher und mach mein Abitur, kommt mir vor, als würde darauf gar keine Rücksicht genommen. Der Job macht mich so fertig ich hab schon Montags Angst vor dem Wochenende weil ich weiß, dass ich arbeiten muss und Zeit für mich, Hobbys und Schule ist halt im Moment garnicht drin.

Habt ihr irgendeinen Rat für mich ? Vielen Dank !

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von brromed, 47

Es ist schon erstaunlich, wie viele eklatante Gesetzesverstöße Arbeitgeber in ein einziges Arbeitsverhältnis packen ...

1. Arbeit an gesetzlichen Feiertagen regeln die §§ 10 &. 11 ArbZG (Arbeitszeitgesetz). Demnach muss für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen ein Ersatzruhetag gewährt werden, an welchem ansonsten Arbeitspflicht bestünde. "Ohnehin arbeitsfreie" Tage zählen hier definitiv nicht. Vergütung/Zuschläge würde ein Tarifvertrag regeln, aber den gibt es hier vermutlich nicht.

2. Urlaub muss tatsächlich für Tage der bestehenden Arbeitspflicht genommen werden und somit auch an Sonn- und Feiertagen. Allerdings muss definitiv kein Urlaub für "ohnehin freie" Arbeitstage genommen werden, was bei Dir den Wochentagen entspricht.

3. Die tägliche Höchstarbeitszeit beträgt 8 Std. (§ 3 ArbZG) und darf nur in Ausnahmefällen auf bis zu 10 Std. verlängert werden.

4. Für tatsächlich erbrachte Arbeitsleistung die Vergütung vorzuenthalten ("Stunden streichen") erfüllt den Tatbestand der Förderung von Schwarzarbeit. Dafür interessiert sich die Zollbehörde übrigens ganz brennend und ist dankbar für jeden Tipp - auch anonym ...

5. Die Überschreitung der Geringfügigkeitsgrenze (450,-€) ist durch den entstandenen Vergütungsanspruch im jeweiligen Monat bereits gegeben und kann nicht durch "Tricksereien" mit verspäteter Auszahlung "geheilt" werden. Das interessiert wiederum die Wirtschaftsprüfer ...

6. "Meetings" in betrieblichem Interesse (Anwesenheitspflicht) sind Arbeitszeit und auch als solche zu vergüten. (s. o.: Schwarzarbeit!)


Zusammenfassend bleibt mir dabei nur die Einschätzung, dass Du auf Grund deines geringfügigen - aber nicht geringwertigen! - Beschäftigungsverhältnisses kaum in der Lage sein wirst, auf direktem Wege die gesetzeswidrigen Praktiken des AG abzustellen. Einen Betriebsrat wird es vermutlich auch nicht geben und gewerkschaftliche Unterstützung gibt's halt nur für ihre Mitglieder ...

Da bliebe Dir nur der Weg, die Missstände beim Zoll (Schwarzarbeit) und/oder beim Gewerbeaufsichtsamt (Verstöße gegen das ArbZG) anzuzeigen, auf deren "Disziplinierungsmaßnahmen" und die entsprechende Verhaltensänderung des AG zu hoffen.

Viel Erfolg!

Antwort
von Nightlover70, 56

Ein Job (ob Nebenjob oder Hauptberuf) ist zwar in der Regel ein notwendige Sache, jedoch sollte einem die Arbeit auch Spass machen.

So wie Du es beschreibst ist der Job für Dich eine massive Belastung. Das ist nicht gut.

Kündige den Job und such Dir was anderes, wo es Dir auch Spass macht.

Antwort
von atzef, 43

Wir leben in keinem Sklavenhalterstaat. Du kannst da doch jederzeit kündigen. Oder auf die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten verweisen...

DU musst dir einfach mal ein "Nein" angewöhnen... :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community