Frage von Williausphillie, 96

Ausgewogene Ernährung bei Hunden?

Hallo,
Ich lese im Moment viel zum Thema Füttern der Hunde.
Meine Lotte bekommt mittlerweile Nassfutter der Marke Rinti mit 70% fleischanteil.
Trockenfutter mag sie nicht außer es ist feucht und saftig.
Mehr steht auf den Dosen zum Anteil des Inhalts nicht drauf? Außer das es noch getreidefrei ist.
Jetzt hab ich mich zum Thema Barfen reingelesen. Aber das ist ja auch zum größten Teil nur Ernährung durch Fleisch. Warum spricht man dann immer von ausgewogener Ernährung?

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 49

Hi, es gibt mittlerweile unheimlich viele Wege zum Ziel, was nun das beste ist, entscheidet jeder für sich selbst. Schaue was dein Hund verträgt und gut ist, das beste Futter nutzt nix, wenn es nicht richtig umgesetzt wird.

Feuchtfutter finde ich nicht verkehrt, grad auch zum starten als Anfänger in der Hundehaltung, wo ohnehin alles noch neu ist, ist das eine gute Stütze. Allerdings hast ja selbst schon gemerkt bei Rinti, das du nicht immer das gleiche bekommst ;) denn steht da zB Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mind. 4% Huhn zB), so heißt das, das im Grunde immer das billigste verfügbare Fleisch genommen wird und mind. 4% vom Huhn - hast also eine Fleisch-Innerein-Mischung mit Rind,Pute, Schwein, Huhn, Pferd je nachdem was grad günstig war. Für Allergiker wäre das zB sehr sehr schlecht. Mit drin ist dann noch Wasser bzw Brühe und Mineralien bzw Kalzium. Vitamine und Co sind zugesetzt, da natürlich nach den kochen der Dose nix mehr über bleiben würde auf natürlicher Art. Wegen den Pülverchen da drin ist es ein Alleinfuttermittel, ein bisschen besser wäre zB Gran Carno oder Macs. Aber auch da gibt es mittlerweile natürliche Sachen zB Terra Canis, Herrmanns , Lunderland usw.

Beim Barf gibt es auch viele Möglichkeiten, das BARF gibt es so nicht, der eine schwört auf Fleisch, Obst, Gemüsemischungen, der andere baut ganze Beutetiere nach und der andere nimmt es noch lockerer und füttert einfach alles (auch was vom eigenen Essen).

Was nun für dich und dein Hund am Besten ist, könnt ihr nur selber entscheiden. Es kommt auch sehr drauf an, was man selber erwartet und leider auch an was man überhaupt vernünftig drankommt. Barfen kann ausgewogener sein, wenn man es richtig macht und zuverlässige Fleischquellen hat, meiner Meinung nach nutzt es zB nicht viel nun zu ein Xbeliebigen Barfladen zu gehen und dort billiges K3 Material zu holen, da wäre Rinti wahrscheinlich auf Dauer besser. Wenn du also vor hast zu Barfen, so such dir eine Methode aus und schau erstmal ob du auch an alles was du brauchst auch immer drankommst.

Antwort
von LinelleL, 48

Ausgewogen deshalb, weil Du die Ernährung genau auf Alter, Gesundheitszustand und den Aktivitätsgrad Deines Hundes anpassen kannst. Das bekommst Du mit keinem Fertigfutter richtig hin. Fertigfutter ist immer für die Masse produziert. Es deckt einen Querschnitt der Hundepopulation ab (auch die Futtersorten, die speziell für junge, erwachsene, alte Hunde sind oder für Hunde mit bestimmten Erkrankungen). Übrigens: BARF ist bei einer Vielzahl von Erkrankungen extrem hilfreich (z. B. bei Futterunverträglichkeiten, bestimmten Stoffwechselstörungen). Deshalb empfehlen inzwischen selbst viele Tierärzte auf BARF umzusteigen, wenn ein Hund eine bestimmte Krankheit.

Für mich persönlich ist Ausgewogenheit auch immer ein Qualitätsthema. Bei Futter geht es nicht allein um die quantitativ richtige Zusammensetzung (das ist reine Rechenarbeit), sondern auch um die Qualität der Bestandteile (die bei Fertigfutter sehr oft gering anzusetzen ist – auch bei einer Marke wie Rinti).

Leider wird der qualitative Aspekt immer noch zu wenig berücksichtigt. Dabei spielt er eine ganz entscheidende Rolle dabei, wie ein Futter verstoffwechselt wird. Jedenfalls ist die Vernachlässigung der Qualität der Grund dafür, warum Billig-Futtermittel bei Stiftung Warentest so toll abschneiden, während andere Futtersorten, die qualitativ vielleicht besser sind, hinten runterfallen.

Ich persönlich barfe meine Hunde. Ich bin jedoch kein BARF-Fanatiker. Es gibt Fälle, in denen ein Hund mit einem hochwertigen Fertigfutter besser bedient ist als mit BARF. Manche Hunde vertragen es z. B. nicht; andere sollten aufgrund vorliegender Erkrankungen kein rohes Futter erhalten (Kochen kann dann eine Alternative sein). Und natürlich muss BARF richtig gemacht werden, damit es nicht zu der bereits angesprochenen Mangelernährung kommt, die wiederum eine Vielzahl von Erkrankungen nach sich ziehen kann.

Barf-Einsteiger sind deshalb gut beraten, eine proffesionelle Rationsberechnung durch einen auf Ernährung spezialisierten Tierarzt (das kann der normale Tierarzt nicht) oder einen Hunde-Ernährungsberater vornehmen zu lassen. Dann weiß man genau, was in den Napf rein muss, und das komplexe Thema BARF verliert ein bisschen seinen Schrecken. Das nur mal so als Tipp. :-)

Denn die Wahrheit ist leider auch: Selbst unter den sehr belesenen Barfern, gibt es nur ganz wenige, die eine ausgewogene Ration wirklich korrekt berechnen können. Vieles ist in diesem Bereich Halb- und Falsch-Wissen. Da viele jedoch nicht die ernährungsphysiologischen Zusammenhänge kennen, merken sie das noch nicht einmal. Und letztlich passiert genau das, was durch den Umstieg auf BARF eigentlich verhindert werden sollte: der Hund wird mangelhaft ernährt. :-/

Kommentar von dieschaffis ,

Gut geschrieben!

Antwort
von dieschaffis, 57

Was heisst mehr steht nicht drauf... Schau mal auf die Rinti Internetseite oder auf der Zooplus Seite.


mit Kalb: Kalb (25%), Muskelfleisch, Leber, Schwarten, Lunge, Flachsöl, Rübenfaser (0,2%).
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe/kg: Vitamin D3 200 I.E., Vitamin E 20 mg, Zink (als Zinkoxid) 13 mg.
Analytische Bestandteile: Rohprotein 10%, Rohfett 8%, Rohfaser 0,6%,
Rohasche 2,5%, Feuchtigkeit 78%, Calcium 0,3%, Phosphor 0,25%.
Fleisch und Innereien: 70% gesamt.

Im Gegensatz zu Barfen weisst Du nicht immer was in einer Dose steckt. Bei o.g. Beispiel 25% Kalbfleisch, der Rest ist irgendwas von irgendeinem Tier !!! Wenn Du Barfst dann weisst Du zumindest was Du Deinem Hund fütterst.

Barfen muss allerdingst gut gelernt sein, ist teuer, nicht nur wg. dem Fleisch sondern auch wegen den restliches Mineralstoffen, Vitaminen die Du dem rohen Fleisch beigeben musst.
Im Optimalfall muss das Barfen auch Deiner Hunderasse, Bewegung usw... angepasst werden.


Kommentar von Williausphillie ,

Ich hab einen Mischling. strassenhund aus Kreta, da wird schwer das raus zu bekommen.

Kommentar von friesennarr ,

Bei Barf brauchst du nur das Gewicht.

Z.B. dein Hund wiegt 10 kg dann bekommt er 250 g Futter am Tag. Wenn er sehr sportlich ist oder bei 250 g abnimmt bekommt er mehr Futter und wenn er sehr faul ist oder dick wird, dann bekommt er bisschen weniger.

Ein Rasse muß man da nicht wissen.

Kommentar von friesennarr ,

Barfen ist nicht teurer.

Dem rohen Fleisch muß gar nichts zugegeben werden, und schon gar keine Vitamine - die sind nämlich im rohen Fleisch alle noch vorhanden. Bei gekochtem Fleich müsstest du Zeug zugeben, denn dann hast du das meiste gute daraus verkocht.

Wie passt man das Rohfleisch der Hunderasse und der Bewegung an?

Da die Industrie nichts verdient wenn der Mensch seinen Hund mit gewöhnlichem Fleisch und Innereien füttert, hat man sich die Zusatzmittelchen ausgedacht.

In unserer Barfgruppe füttert keiner solche Suplemente, weil man sie nicht braucht.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Hund, 31

Weil Fleisch und Innereien schon eine ausgewogene Ernährung darstellen.

Ein Hund braucht weder Getreide, noch braucht er Gemüse oder Obst zum Leben.

Aber das ist ja auch zum größten Teil nur Ernährung durch Fleisch.

"Nur" ?? Genau das ist es ja was der Hund braucht = Nur die Ernährung durch Fleisch.

In den meisten Fertigfuttern ist alles andere drin, eben nur kein Fleisch.

Antwort
von 1ManekiNeko1, 56

Zum Barfen gehört nicht nur Fleisch,sondern auch Innereien,Fett,Obst/Gemüse Knorpel,Knochen,Fisch Öle und Barfer-Kräutermix. Das alles gibt eine ausgewogene Ernährung.

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