Frage von roterteufel85, 194

Ausgeprägter Ordnungssinn bei 20-Monate-alten Kind. Autismus?

Mir macht mein Sohn, 20 Monate alt, Sorgen.

Hochbegabt autistisch ist er mit Sicherheit nicht. Er spricht bisher nur 4 wörter - mama, wau wau ( für alle vierbeiner, auch katzen), papa, ball.

Ich mache mir aber sorgen, dass er sonst irgendwie autistisch wird.

Er hat aber einen ausgeprägten ordnungssinn, den wir uns überhaupt nicht erklären können. Wir sind beide nicht so ordnungsfanatisch.

Beim essen muss ein finger sofort sauber gemacht werden, wenn er ihn irgendwie mit essen beschmiert, zb beim brot oder schokolade essen. Er isst dann auch nicht weiter, sondern schimpft solange bis der wieder sauber ist, auch wenn er großen hunger hat.

Krümel haben auf seinem teller auch nichts verloren. Letztens sesamknäckebrot. Hat er einzeln alle sesamkörner vom telller aufgelesen und mir in die hand gegeben bis sein teller wieder sauber war.

Papier von schokolade darf auch nicht auf seinem teller liegen, das drückt er uns immer ins die Hand.

Er mag es auch nicht, wenn zb auf fußwegen oder auf waldwegen irgendwelcher müll liegt. Papier hebt er auf und müssen wir dann in abfallkörben entsorgen. er erkennt aber dass es müll und kein spielzeug ist.

Bin ich in der küche dabei irgendwas aus der spülmaschine in schränke zu räumen, macht er die schränke immer wieder zu. Es stört ihn offenbar, wenn was anders ist als sonst.

Mit filzstiften malen will er gar nicht oder zumindest ist das immer eine katastrophe, wenn seine finger auch bemalt sind. Das stört ihn immer sehr und er reibt dann die ganze zeit am finger.

Ich finde dazu wenig im internet. Ich weiß jedenfalls nicht von wem er das hat.

Kennt das zufällig jemand ? Danke für eine antwort.

Antwort
von vollkornhund13, 100

Hallo roter Teufel,


bei Menschen mit Autismus kommen viele Auffälligkeiten vor: Autisten vermeiden häufig Blickkontakt, es fällt ihnen schwer, das Verhalten anderer zu imitieren und soziale Regeln zu verstehen; die Sprachentwicklung ist bei Kindern mit Autismus häufig stark verzögert (auch bei jenen mit normaler oder sogar hoher Intelligenz).


Spielzeug wird oft zweckentfremdet :D, Autisten spielen häufig monotone Spielaubläufe und neigen grundsätzlich zu Stereotypien.


Da ein autistisches Gehirn wichtige nicht so gut von unwichtigen Reizen unterscheiden kann, wie ein neurotypisches, sind Autisten Routinen und Ordnung sehr wichtig, um die Reizflut so gering wie möglich zu halten. (Man stelle sich einmal vor, man höre den ganzen Tag zwei verschiedene Lieder per Kopfhörer, alle Oberflächen blinkten leuchtend rot, man läuft auf Kiesboden und trägt ein Schleifpapier-Outfit.)


Autisten tragen ungern kratzige Kleidung und sind keine Fans von Berührungen, da sie diese überdurschnittlich stark wahrnehmen; gleichzeitig merken sie es kaum, wenn sie sich verletzen, weil sie den Schmerz nicht so herausstechend wahrnehmen.


Ich kenne deinen Sohn nicht. :D Vielleicht hat er es einfach gerne ordentlich. (Gut für euch, wenn er alt genug ist, um selbständig aufzuräumen. ;D) Vielleicht erkennst du mehrere autistische Verhaltensweisen bei ihm.


Wenn du dir Sorgen machst, kannst du aber einen Arzt um Rat bitten. Psychiater können die Diagnose stellen. Sinnvoll ist ein Arzt, der Erfahrungen mit dem Thema Autismus und Soziale Interaktionsstörungen hat. Dafür lohnt es sich häufig, weitere Fahrtstrecken und längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Es gibt diverse Autismusverbände, die Ärzte empfehlen können, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben. Soweit ich weiß, übernimmt die Kasse die Diagnostik.


Hoffe, ich habe dir weitergeholfen, Grüße Vollkornhund


Antwort
von Odenwald69, 93

Was meint den der Kinderarzt ? unser Sohn ist jetzt 18 Monate, er war mit allem etwas "spät" mit dem Krabbeln, mit dem Laufen, dann ging es schlagartig. Wir sprechen viel mit Ihm und hängen immer viele Fotos hin, er erkennt schon die meisten Personen und kann den Namen sagen und mag gerne Bücher mit Flugzeugen, Gegenständen und Tieren.

Er sieht auch was und kopiert das auch wie Krümel aufheben  und macht gerne Licht aus und macht gerne schränke zu.

Lt unserem KA alles normal , er sagt er ist halt ein "gemütlicher"  gut hat ihm immer getan wenn er ältere Kinder sieht das bringt ihn "auf Schwung"

auch mit dem Sprechen er redet viel aber einiges wie mama, papa, auto , ball, danke, bitte kann er schon "verständlich" sagen.

Antwort
von abeena, 88

 Wie kommst du zu so einer Annahme? 

 Dein Kind ist bestimmt ziemlich normal.. Du willst es in eine Ecke von Fehlern pressen? oder warum machst du diese Frage.  Dein Kind wird einfach vieles nicht gut finden , aber du solltest nicht alles interpretieren, denn möglicherweise liegst du falsch.. Mein Kind wollte damals kein Gras anfassen, als es Krabbeln lernte. Deshalb mag sie die Farbe grün nicht oder mag keine langwüchsigen Gewächse? Die Frage wollte ich mir nicht stellen. Dein Kind ist noch recht klein und höre auf dem Kind Probleme einzureden. Das wäre das Beste.

 Mit lieben Grüßen und nicht übertreiben mit der Psychologie

Antwort
von beangato, 81

Wenn Du Dir Sorgen machst, geh zum Kinderarzt. Nur der kann feststellen, ob alles in Ordung ist.

Sprecht Ihr viel mit Eurem Kind? Mit fast 2 Jahren sollte er schon viel mehr Wörter sprechen können (wenn ich von meinen Kindern ausgehe - die quasselten ganz schön).

Kommentar von roterteufel85 ,

Ich muss hinzufügen. Seit dem 10. Monat ist er 10-12 Stunden täglich in der Kita. Also die werden da ja viel mit ihm reden ... Und wir machen das Wochenende natürlich auch ...

Kommentar von beangato ,

Also die werden da ja viel mit ihm reden

Das ist nicht gesagt.

Ihr solltet auch an den KITA-Tagen mit ihm reden, nicht nur am Wochenende ;)

Schaut gemeinsam Bilderbücher an und benennt die Dinge mit dem richtigen Namen - aslo Hund (nicht wauwau) zum Beispiel.

Kommentar von abeena ,

kein Wunder, dass ihr euer eignes Kind sehr wenig kennt . MENNO!!!!! Vielleicht mal absprechen was das Kind in der Kita lernt? Vielleicht mal ein bisschen Einfühlung in das Kind?. Ich bin sprachlos. Ein WOCHENEND KIND???  Warum habt ihr überhaupt ein Kind?

Antwort
von kiniro, 39

Ein Baby mit 10 Monaten für bis zu 12 Stunden in eine Kita zu geben, ist in meinen Augen alles andere als gut für ein so kleines Kind.

Es bedeutet Stress pur, so lange von der Hauptbezugsperson getrennt zu sein.

Was den Autismusverdacht und Kinderärzte anbelangt: die haben keine Ahnung davon, weil sie dafür nicht ausgebildet wurden.
Autistisch kann keiner werden. Es ist angeboren und nicht erworben.

Manchmal lässt es sich erst in ein paar Jahren feststellen, ob der Verdacht berechtigt ist oder eben nicht.

Nur, überlege dir bitte, ob ein Kleinkind so lange mit anderen Kindern zusammen sein muss.
Zumal dein Kind in dem Alter noch lange nicht mit anderen Kindern spielt.

Antwort
von halbsowichtig, 47

Mit 10 Monaten kann man noch gar nichts diagnostizieren. Jedes Kind entwickelt sich auf eigene Art, jedes macht eigene Phasen und Macken durch.

Autismus kann man frühestens im Kindergarten feststellen. Alle früheren Diagnoseversuche sind Unfug.

Dass dein Kleiner auf Ordnung besteht, kann einfach nur heißen, dass er gelernt hat was Ordnung ist. Er begreift, wie Dinge zu sein haben, und "repariert" sie. Also ein Zeichen von Verstand. Vielleicht hat er das aus der Kita, wo er seinen Kram hinter sich aufräumen soll.

Antwort
von hertajess, 43

Ich bekam dann mit vier Jahren - endlich - Schaufel und Feger. Damit bin ich meiner Mutter aber ganz gehörig auf den Keks gegangen. 

Ordnung halten ist die Erkenntnis dass auf diese Weise für andere Dinge mehr Zeit verbleibt. Und es ist einfach eine Frage der Ästhetik. 

Krank ist daran absolut Nichts. Krank erscheint mir allerdings die starke Tendenz jeden Versuch eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln als Krankheit abstempeln zu wollen. 

Wenn er dann in der Pubertät unordentlich wird, welche Krankheit soll es dann sein? 

Und möchtest Du uns mit dieser Äußerung mitteilen dass Ihr Euer eigenes Kind nur am Wochenende zur Kenntnis nehmt, mit ihm sprecht? Dann möchte ich doch sehr dringend raten beim Jugendamt nach einem Elternkurs zu fragen. Die gibt es mittlerweile in vielen Gemeinden, Städten. 

 Seit dem 10. Monat ist er 10-12 Stunden täglich in der Kita. Also die werden da ja viel mit ihm reden ... Und wir machen das Wochenende natürlich auch ..

Antwort
von Pablo1949, 49

Bin jetzt kein experte sieht aber stark nach autismus aus! Schau mal auf youtube wie sich autisten (kinder) verhalten und es gab auch so einen test, irgendwie sollte man vor den augen einen stein in eine pralinenschachtel legen und ihn fragen was da vorher wohl drin war. Wenn er sagt pralinen ist er kein autist wenn er sagt ein stein dann schon aber ka das war schon lange her, ich habe mich damals dafür interessiert:)

Viel glück

Antwort
von AlterEgo1, 73

Normal ist das bei einem Kleinkind auf jeden Fall nicht. Ich denke, Sie sollten sich am Besten an einen Arzt wenden, dem Sie dann die Geschehnisse schildern....!

Antwort
von abeena, 52

Ich habe schon 2 Mal geantwortet und ich bin immer noch sehr sehr fassungslos.  Dein Kind ist 6 mal täglich seit es 10 Monate alt ist für 10-12 Stunden in der Kita. Kennst du dein Kind eigentlich irgendwie?  Das ist nicht böse gemeint, aber Kinder schlafen auch ca. 10 Stunden in dem Alter.

 Wie hast du es hinbekommen dein Kind irgendwie kennen zu lernen?

 Es bleibt ja eigentlich nur Zeit zum Füttern und Wickeln und Anziehen wo lebt ihr zusammen? Ich bin erschüttert. Und es macht mich traurig für euer Wochenendkind. 

Es ordnet vielleicht etwas, weil ihr es als Eltern nicht könnt.

 Es wehrt sich vielleicht, weil ihr es nicht seht.

Ich glaube dass das Kind nicht irgendwie verkehrt ist, sondern die Eltern.

 Das ist ein bitterer Kommentar, das weiß ich.

 Ändert etwas in eurer Erziehung, sonst wird es bitter für euch alle. Sorry ich kann nichts netteres schreiben.

Kommentar von roterteufel85 ,

Wir sind beide Vollzeit-berufstätig. Wir kümmern uns am Wochenende liebevoll/zeitintensiv um unseren Sohn. Mo-Fr geht es nicht anders. Er ist aber gern im Kindergarten. Wir sehen ihn da gut aufgeheben.

Kommentar von abeena ,

 Dann solltet ihr auch das Vertrauen haben und über eure Ängste und Sorgen mit den Pädagogen zu reden. Sehen die das auch so? Fällt das Kind irgendwie auf?  Falls ja, dann solltet ihr euch Fachkräfte suchen um für euer Kind die besten Möglichkeiten zu finden. 

Liebe Grüße und keine Panik, denn Kinder sind Personen, die wir liebevoll betreuen dürfen, damit sie eigenständig und glücklich werden. 

 

Kommentar von halbsowichtig ,

Dann frag zuerst die Kindergärtner, wie der Junge sich bei ihnen verhält. Finden sie sein Alltagsverhalten okay? Dann macht ihm bestimmt nur die Umstellung zu schaffen, wenn er am Wochenende "Urlaub" bei euch macht.

Kommentar von kiniro ,

Ja - klar und das Kleinkind macht sich auf seinen Kalender eine "Wochenende mit Mama und Papa spielen".
Was soll er anders machen? Er kooperiert, weil seine Bedürfnisse ja in der Richtung so früh wie möglich ignoriert wurden.

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