Niklaus am 11.08.2007 um 12:52 Uhr
Nach den bisherigen Antworten könnte man das glauben.

Es ist doch völlig egal, ob und wozu wir ja oder nein sagen - die Möglichkeit, die Politik in einem konkreten Punkt zu beeinflussen, besteht doch allenfalls im näheren Umfeld (Bürgerinitiativen), nicht aber im Bund und schon gar nicht in der EU.

Leider ist das so, sonst würde das Volk sich viel intensiver gegen Manches wehren. aber so wird eben alles nur hingenommen.

Ja, würde ich sagen, ansonsten hätten wir mir Demos und mehr Streiks als wir sie jetzt in Deutschland haben.

Das ist leider so, da muss ich einigen Kommentaren hier zustimmen. Wir sind absolut ein Volk von Ja-Sagern. Das sieht man immer wieder. Wir lassen es zu daß unsere Politiker unbehelligt Staatseigentümer die uns gehören verscherbeln, lassen es zu daß Konzerne mit unseren Steuergeldern gefördert ins Ausland umziehen, vom richtigen Streiken wie in anderen Ländern haben wir keine Ahnung, und auf die Straße für mehr soziale Gerechtigkeit geht hier sowieso niemand. Und wenn das mal getan wird dann nur von ganz wenigen, die vom konservativen Rest des Landes dann noch als faule, unbegründet demonstrierende Individuen abgetan werden. Solange der Deutsche selber genug auf den Tisch bekommt ist ihm total egal was mit den eigenen Landsleuten geschieht. Das sieht man auch wie gleichgültig den ihn Lohn und Brot stehenden die Schicksale mancher Hartz-4 Empfänger sind. Da gibt es so viele menschliche Tragödien seit Einführung dessen, in ganz Deutschland sprießen die Tafeln aus dem Boden wie Algen im Hochsommer weil eine immer größer werdende Menge nicht mehr klar kommt. Da ist es doch für den normalen Deutschen viel angenehmer sich seine Meinung von der Bild oder geistig minder-bemittelten Sendern wie RTL, Sat1, Pro7, etc vorgeben zu lassen. Die zeigen dann den "Gustav" von sonstwoher der in die Kamera sagt "Boah ich kriech Hartz4 ey, und will gar nicht arbeiten, das sollen andere tun". Schon denkt das halbe verdummte Volk daß diejenigen oder die meisten ohne Arbeit (ich habe zum Glück eine) sowieso nicht arbeiten wollen und deren Verhältnisse ruhig noch weiter verschlechtert werden können. Ein gutes Beispiel in der Bekanntschaft. Ein Ingenieur eines großen Automobil-Herstellers sagte vor 2 Jahren zu einem anderen, Langzeit-Bekannten, daß wer Arbeit wirklich finden will der findet auch welche. Jetzt ist er selber seit einem Jahr ohne Arbeit, und findet nichts. Bald verliert er sein Haus. Vielleicht ist das Karma, oder auch einfach nur eine weitere Lehre für einen der vielen unter uns die meinen es könnte sie selber nicht treffen, und man muss daher nicht auch mal für den/die anderen kämpfen oder sprechen. Und nicht nur für sich. Die Deutschen sind ein Volk der Ja-Sager, und das wird auch immer so bleiben. Dafür gibt es ständig Beispiele, siehe auch Einwanderungs-Gesetz als Beispiel.
Deiner Antwort kann ich momentan nix hinzufügen, weil sie sehr treffend is. Besonders "gut" fand ich dein Beispiel mit dem großspecherischen Ing., der nun selbst am mat. Abgrund hängt. Von Hartz4 bin ich selbst betroffen, aber wenn ich hier erzähle was ich da z, T, Absurdes erlebte, dann sprengt das den Kommentar-Rahmen.
sunshinefire am 12. August 2007 19:31 Das verstehe ich, da gibt es einfach so viele Beispiele die eben nicht von der Massenpresse aufgegriffen werden. Als Hartz4-Empfänger (war ich auch ganz kurz nachdem ich aus den USA zurück kam) hat man nichts zu lachen, vor allem auch wegen der Behörden-Willkür die niemand zugibt. Und wenn man dann das System kritisiert ist man unten durch beim jeweiligen Beamten. Da könnte selbst ich in der kurzen Zeit einige Geschichten erzählen, auch aus der Bekanntschaft.
In meiner Antwort sollte übrigens statt "LANGZEIT-BEKANNTEN" eigentlich "LANGZEIT-ARBEITSLOSER" stehen.

Auch in unserem Land gab es Zeiten wo Solidarität gelebt wurde. Ich habe schon so viel gelebt, dass ich das beurteilen kann. Natürlich ging es da allen gleich gut oder schlecht. Heute meint jeder nicht genug zu bekommen, da immer nach denen gesehen wird, denen es scheinbar besser geht. Es werden illusorische Forderungen gestellt, natürlich nur an andere, merkwürdiger Weise nicht an sich selbst. Dass die "kleinen Leute" nicht zusammen halten, denn dann könnten sie was erreichen, ich weiß es nicht. Aber das fängt in der kleinsten Zelle des Staates an. Wenn es ums Geld geht, geht scheinbar auch das kaputt, was man mal Familienbande nannte. Häufig ist das heute im Zusammenhang mit Erben. LG Lotusblume

Natürlich sind wir ein Volk von ordentlichen, gewissenhaften und pflichtbewussten "JA"- Sagern. Das ist seit ´zig Generationen so. Schon zu den Kreuzzügen sagten die besten Leute ja, um Jerusalem zu "befreien". Später kurz vor´m 2. Weltkrieg sagten die Deutschen zu einem kleinen Österreicher mit Seitenscheitel ja, als er auf sie einredete. Viele Menschen schätzen diese Eigenschaft des deutschen Volkes, aber sehr viele lachen sich krank und nutzen dies aus. Schimpfen können wir dann, wenn wir zu zweit oder zu dritt sind, da wissen wir dann, wie man alles besser machen kann.
Glaubst Du wirklich, nur die Deutschen seien Ja-Sager? Mit Nuancen findest Du diese Eigenschaft auch bei Anderen.
Als Gruppe ganz bestimmt, wobei jeder einzelne eigentlich eine andere Meinung hat.

einerseits vielleicht ja, weil (wie schon gesagt) viele zb nicht zur wahl gehen aber schimpfen wie die rohrspatzen, andereseits vielleicht nein, weil sie sich machtlos fühlen und nicht wissen was genau sie tun können, wie sie sich wehren können

ob wir ja oder nein sagen, die Regierung sitzt am längeren Hebel. Ich finde, wir halten nur nicht zusammen. Wenn der Zusammenhalt vorhanden wäre, würden wir z.B. die Wahlen boykotieren. Die Milchprodukte, wie z.B. jetzt die Butter, würden wie im Regal liegenlassen. Benzinpreise usw. usw. Es gäbe viele Möglichkeiten zusammenzuhalten, nur wir machen es nicht

nur immer brav das maul halten. da freuen sich aber unsere sog. interessenvertreter aber ganz besonders! scheinbar gehört es uns nicht anders. das und die haben wir uns redlich verdient, weil wir alle zu blöd sind! in keinem anderen land der welt wird so mit ihrem volk umgesprungen, wie bei uns. aber was machen wir? bei der nächsten wahl wieder das kreuz genau an der gleichen stelle machen, wo wir es schon immer gemacht haben. siehe auch einen teil der antworten. kein aufbrausen, kein streik, keine reaktion, kein meckern, kein dagegenreden,nur am stammtisch meckern, meckern, mecken!
nein danke!
euer egitil

Oh ja!

Und wie!
jaguar4 am 14. August 2007 00:04 oh, dich gib es ja auch noch, wie schön :-)))))))

Leider ist das so, die Franzosen z.B. gehen öfters auf die Strasse zum Demonstrieren und blockieren alles. Damit habe sie schon einiges erreicht
