Frage von Ikazee, 49

Ausgaben für Hobbys mithilfe von Nischenseiten vom Gewinn abziehen?

Hey,

ist es möglich als Selbstständiger Ausgaben für Hobbys vom Gewinn abzuziehen?

In diesem Fall habe ich ein Gewerbe für Nischenseiten. Ich besitze also mehrere Nischenseiten wie z. B. "werkzeug-test.de", "handy-test.de", "fernseher-test.de" und generiere damit Gewinn (diese seiten sind Beispiele und gehören nicht mir).

Könnte ich jetzt als leidenschaftlicher Gamer nicht einfach eine Seite wie z. B. "Videospiele-test.de" erstellen, zu jedem Spiel was ich mir kaufe ein Review schreiben und dann diese Games als Betriebsausgabe geltend machen? Die Seite sollte natürlich echt aussehen.

Ich denke nicht das ein Laie vom Finanzamt erkennen kann ob das jetzt eine Seite ist mit der ich Geld verdiene oder nicht. Delbst WENN jemand es merken würde, müsste man mir ja erstmal nachweisen das ich die Spiele nur für den privaten Gebrauch nutze, was dank meiner "echten" Seite so gut wie unmöglich wird.

Was denkt ihr darüber? Könnte das funktionieren oder habe ich irgendwas wichtiges ausgelassen?

Grüße

Antwort
von TomRichter, 23

> Die Seite sollte natürlich echt aussehen.

Und auch zu Einnahmen führen, dann hättest Du Chancen, damit durchzukommen. Dass diese Einnahmen die Kosten der Videospiele nicht decken, fällt möglicherweise auf. Wenn Du allerdings insgesamt Verlust machst, fällt es mit Sicherheit auf!

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 17

Der angebliche Laie hat aber ausreichende Erfahrungen Betriebe aller Branchen zu prüfen. Und bei Deiner Idee braucht er das gar nicht. Er guckt sich an, was unter dem Strich dabei raus kommt.

Also ganz einfach: Um Einnahmen zu haben willst Du vermutlich Werbung einblenden. Diese Einnahmen richten sich dann danach wie oft Deine Seite aufgerufen wurde oder wie oft auf die Werbung geklickt wurde.

Hast Du nur Deine Oma als Leserin, dann kommt da nicht viel bei raus.

Kaufst Du 25 Spiele und machst Deine Testbeschreibungen, dann sind die Einnahmen ganz schnell verbraucht und der Verlust ist da.

Das guckt sich das Finanzamt ganz kurz an und fragt sich: Wie ernst hat er das wohl gemeint? Kann der jemals damit ein Plus erreichen? Und zwar nicht nur mal für einen Monat oder ein Jahr. Da wird die Frage für den Zeitraum von Eröffnung bis Schließung gestellt.

Eigentlich hat das Finanzamt Anfangsverluste zu akzeptieren. Doch hier würde ich als Finanzbeamter gar nicht erst die Zeit abwarten. § 42 AO - Gestaltungsmissbrauch. Hier wurde etwas nur gemacht um Steuern zu sparen. Das Finanzamt braucht sich über Deine Gewinnermittlungen gar keine Gedanken machen.

Du müsstest also von Anfang an zeigen, dass Du es mit der Geschäftsidee ernst meinst.

Übrigens auch so eine schöne Vorschrift im Steuerrecht. Die gemischten Aufwendungen. Also betrieblich und privat genutzte Dinge oder Lizenzen. Hier ist keine Aufteilung möglich und damit greift das Abzugsverbot. *bätsch*

Das wäre mein vorgehen als Finanzbeamter, der ich zu Deinem Glück nicht bin. Weil ich würde definitiv so verfahren.

Als man im Finanzamt noch viele Akten führte, da bekamen Kandidaten wie Du ein Kreuz auf die Akte. In Rot. Ich denke mal, dass diese Tradition auch elektronisch weiter lebt.

Das bedeutet: Jedes Jahr wird sich bei der Veranlagung jemand fragen: Werde ich den Fall genauer prüfen? Ich glaube nicht, dass das erstrebenswert ist.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Aber Du kannst das auch ernsthaft machen. Also wirklich für Traffic sorgen. Spiele so auswählen, dass sie einen breiten Kreis von interessierten nach sich ziehen.

Entsprechend auf youtube, facebook u.s.w. kostenlos werben. Produktpräsentationen und was die Softwarehersteller so für Presse haben mögen nutzen. Meinungen im Netz zusammen tragen. Wie wird das Spiel im Allgemeinen und im Speziellen betrachtet.

Suchmaschinenoptimierung überlegen. Und was da alles für den Bereich Online-Marketing für Deine Seite so möglich ist.

Antwort
von Messkreisfehler, 30

Ich denke nicht das ein Laie vom Finanzamt erkennen kann ob das jetzt eine Seite ist mit der ich Geld verdiene oder nicht.

Das muss der "Laie" vom Finanzamt auch gar nicht erraten oder erkennen, das kommt spätestens bei einer Querprüfung raus.

Antwort
von wurzlsepp668, 30

muß Dich enttäuschen ...

beim Finanzamt arbeiten keine Laien ...

das sind Spezialisten. und wenn eine Betriebsprüfung kommt, dann erscheint ein Prüfer, der sich auf dem zu prüfendem Gebiet seeeeeehr gut auskennt ....

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