Vielleicht sollte man erst mal klären, was unter "Mittelalter" verstanden wird. Siehe z.B. Wikipedia: "Der Begriff Mittelalter bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen Antike und Neuzeit (6. bis 15. Jahrhundert). Sowohl der Beginn als auch das Ende des Mittelalters sind Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und werden recht unterschiedlich angesetzt." Und unter "Mittelalterarchäologie" ist dort Literatur angeführt:
Günter P. Fehring: Die Archäologie des Mittelalters. Eine Einführung. 3. verbesserte und aktualisierte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14517-8, (Parallelausgabe: Theiss, Stuttgart 2000, ISBN 3-8062-1480-8).
James Graham-Campbell, Magdalena Valor (Hrsg.): The archaeology of medieval Europe. Volume 1: Eighth to twelfth centuries AD. Aarhus University Press u. a., Aarhus 2007, ISBN 978-87-7934-288-0, (Acta Jutlandica 83), (Acta Jutlandica - Humanities Series 79).
Volker Schimpff: Mittelalterarchäologie und Mentalitätsgeschichte: Der Griffel des sparsamen Kaufmanns. In: HISTORIA IN MUSEO. Festschrift für Frank-Dietrich Jacob. Langenweißbach 2004, ISBN 978-3-930036-94-3, S. 417-432.
Barbara Scholkmann: Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit heute. Eine Standortbestimmung im interdisziplinären Kontext. In: Zeitschrift für Archäologie des Mittelalters 25/26, 1997/98, ISSN 0340-0824, S. 7–18.
Barbara Scholkmann: Das Mittelalter im Fokus der Archäologie. Lizenzausgabe. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20998-9, (Archäologie in Deutschland - Sonderheft Plus 2009).
Rainer Schreg: Archäologie der frühen Neuzeit. Der Beitrag der Archäologie angesichts zunehmender Schriftquellen. In: Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit 18, 2007, ISSN 1619-1439, S. 9–20.
Lieber "aermelvollschnee", Du gibt's hier Tipps, die für ein Lebenswerk - ich schätze mal so für eine voluminöse mehrbändige wissenschaftliche Studie - reichen. Nur auf die Notwnedigkeit unmfangreicher Archivstudien hinzuweisen, hast Du vergessen. Allerdings überkommen mich gewisse Zweifel, ob Du wirklich so sachkundig bist, wie Du tust: "'Frankreich'" errichtete einen alternativen in Avignon-" - Avignon war Besitz des Papstes, als der 1309 dorthin ins Exil ging. "Lateranbasilika..., als Amtssitz und Grablege der Päbste (nicht der Petersdom)." - Grablege der Päpste haut so nicht hin. Die Basilika S.Giovanni in Laterano war und ist die Kirche des Bischofs von Rom, weil sich dort bis 1309 sein Palast befand, während es den Petersdom erst seit dem 16. jahrhundert gibt, der an Stelle der alten Konstantinbasilika über dem Grab des heiligen petrus errichtet wurde. Wichtig für den kampf um die macht in Rom, den Machtkampf von Kaiser und Papst war aber die Konstantinbasilika, denn sie war (seit 800) traditioneller Krönungsort für den Kaiser. "...tu einfach so, als ob du mit einer Zeitmaschine dort hinfährst..." - Hä? Du verwechselst wohl Wissenschaft mit einem Computerspiel. "So gibt es auch eine mittelalterliche Engelsburg (die ja noch in der Antike errichtet wurde, aber im Mittelalter durch Umbauten und andere Nutzung trotzdem eine andere Engelburg war)." Die Engelsburg ist auf dem Antiken (2. Jahrhundert) Grabmahl Kaiser Hadrins errichtet worden und war wichtige Fluchtburg der Päpste. Sie ist weitgehend noch im Zustand des 16. Jahrhunderts mitten in Rom vorhanden und zu besichtigen. "...wenn dir Kirchen nicht gefallen, such Dir andere Gebäude..." Wissenschaft - ob nun über Architektur oder was auch immer - ist keine Frage des Gefallens!