Geh bitte zu einem Fachmann, mit Zeugnissen ist nicht zu spaßen, letztlich hängt dein weiterer Lebenslauf auch teilweise davon ab.
Ich persönlich würde das Zeugnis so nicht annehmen, denn es ist relativ negativ. Warum? Zum einen, weil Deine Aufgabenbereiche und Tätigkeiten nicht beschrieben sind. Das ist fatal. Zeugnisaufbau ist Eröffnungsformel, Tätigkeitsbeschreibung, Verhalten mit Bewertung und Schlussbewertung plus Abschlussformel. Es sind nicht alle Teile enthalten, das darf nicht sein. Außerdem lässt die Wortwahl auf Schlechtes schließen. Beispiele (nach gängigem Zeugniscode): "im Großen und Ganzen" wertet ab, geht in Richtung "mangelhaft", auf keinen Fall aber besser als "ausreichend". Wäre es ein "sehr gut", müssten da Superlative stehen, etwa "über die Maßen", "äußerst" oder zumindest "sehr" (wäre schon eher ein "gut"). Richtig autsch sind Adjektive wie "ehrlich, fleißig und pünktlich". Das ist so selbstverständlich, dass die Tatsache, dass sie aufgezählt werden, zum einen sagt, dass es über dich nichts Fundierteres zu berichten gibt, zum anderen, dass es an allem, was über die Grundlagen herausgeht, bei dir haperte. Selbstverständlichkeiten haben im Zeugnis nichts zu suchen. Die letzten Sätze sind ok, mehr aber auch nicht, kein einziges Superlativ, also kein "sehr gut". Plus: Wenn die klassische Abschlussformel (hier nur grob ins Unreine formuliert) "Die Leistungen von Frau Xy waren stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" (= "sehr gut", ohne stets = "gut", ohne stets und nur "vollen"= befriedigend usw.) fehlt, hast du keine "Gesamtnote".
Fazit: Geh zu einem Fachmann (Anwalt, Berufsberater, zur Not Arbeitsamt, die können i.d.R. auch weiterhelfen) und lass dich beraten. Ich bin kein Experte, aber das Zeugnis könnte künftig ein Hindernis für dich sein, wie es jetzt offenbar ist.
Das ist nicht mal auf dem ersten Blick gut!