Frage von QuotaLitis360, 63

Ausbildungskosten rückwirkend von der Steuer absetzen?

Hallo!

Ich befinde mich gerade gegen Ende meines Studiums und würde gerne anschließend ein postgraduate-Studium in den USA oder England in Angriff nehmen. Leider belaufen sich die Kosten für einen solchen Studiengang auf hohe fünfstellige Beträge.

Jedoch habe ich erfahren, dass man ebendiese Beträge auch rückwirkend als Ausbildungskosten bei einer späteren Berufstätigkeit geltend machen kann.

Nun ist meine Frage: Wie lange und in welcher Höhe könnte man diese Beträge (in Österreich) steuerlich berücksichtigen lassen? Besteht auch die Möglichkeit, Zinsen eines für diese Kosten aufgenommenen Kredits steuerlich geltend zu machen?

Vielen Dank im Voraus :-)

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 33

Nein, kann man nicht rückwirkend.

Man kann sie in dem Jahr ansetzen in dem sie entstehen. Wenn man dagegen keine Einnahmen hat, entsteht ein Verlust.

Diese(r) Verlust(e) können dann auf die Folgejahre vorgetragen werden.

Man könnte nie mit der Einkommensteuererklärung von z. B. 2020, die Belege für das Studium aus 2016-2019 einreichen. Das wäre dann verfallen (bzw. man müsste dann die Erklärung der letzten Jahre nachmachen. es geht immer für 4 Jahre rückwirkend.

Kommentar von QuotaLitis360 ,

Angenommen man zahlt die Hälfte der Studiengebühren (rund 20.000 Euro zu Beginn, die andere Hälfte zum Ende des Studiums - also normalerweise in zwei verschiedenen Kalenderjahren). Man könnte somit beide geltend machen und den Verlustvortrag in den darauffolgenden Jahren, in denen man einer beruflichen Tätigkeit nachgeht, von der Steuer absetzen?
Falls ja, zu welcher Höhe?
Vielen Dank!

Kommentar von wfwbinder ,

Der Verlustvortrag wird dann, wenn er einmal festgestellt ist, vom Finanzamt automatisch abgezogen. § 10 d EStG.

Im geschilderten Jahr im Jahr 1 ein Verlust, im Jahr 2 ein Verlust udn dann in 3 und ggf. noch in 4 die Abzüge.

Kommentar von QuotaLitis360 ,

Das heißt, sobald die Verlustbeträge iHv zweimal rund € 20.000 festgestellt wurden, können sie zur Gänze über die Jahre hinweg von der jeweiligen Jahres-Bemessungsgrundlage abgezogen werden oder verstehe ich das falsch?

Kommentar von wfwbinder ,

die dann 40.000,- werden bei jeder folgenden Veranlagung, von der Summe der Einkünfte "wie Sonderausgaben" (daher  § 10 d, § 10 sind Sonderausgaben) abgezogen, bis zu 0,- euro. 

DEr verbleibende Rest wird weiter vorgetragen.

Also Annahme Jahresgehalt 31.000,- - 1.000,- Arbeitnehmerfreibetrag = 30.000,- Einkünfte aus nichtsselbständiger Arbeit. = Summe der Einkünfte.

- Vorsorgepauschlae 1.900,-= 28.100,- - Verlustvortrag 28.100,-.

Rest für Folgejahr 11.900,- Euro.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community