Ausbildung/Musterung Jetpilot?

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2 Antworten

Jetpiloten werden auf "Wehrfliegerverwendungsfähigkeit" überprüft. Diese Untersuchung ist eine sehr aufwendige Einzeluntersuchung beim "Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe" (früher FMI). 

Dort wird alles anders, besser, intensiver gemacht. Belastungs-EKG, Gehirnscan (per MRT), Sehtest (räumliches, Farb- und Nachtsehen), Hörtest, Vermessung Deines Skeletts, speziell der Wirbelsäule und der Oberschenkel (wegen eines möglichen Schleudersitzausschusses), Körpergröße, BMI, HNO, Gleichgewichtssinn, Muskulatur usw. 

Kurzsichtigkeit – 3,00 dpt (Dioptrien) und - 1,50 dpt für Jet-Piloten, Weitsichtigkeit + 3,00 dpt und + 2,00 dpt für Jet-Piloten, Hornhautverkrümmung 2,00 dpt und 0,50 dpt für Jet-Piloten. Generell gilt: Jedes Auge muss 100 Prozent mit Brille sehen können. Farbschwäche ist ein K.O.-Kriterium. (Alle Zahlen von der Bw, 09.02.2015). 

Das alles wird Dir aber nach Deiner Bewerbung und vor der Untersuchung erklärt. Psychologische Tests und Untersuchung auf Koordinationsvermögen, Merkfähigkeit und Mehrfachbelastung gehören natürlich auch dazu. 

Die Zahl der hier vertretenen Flugmediziner geht gegen Null, aber bei der Bw wird man Dir sagen, ob Du geeignet bist oder nicht. 

Ja, und natürlich musst Du mit einem Auslandseinsatz rechnen; das sollte mittlerweile jedem Bewerber für den Soldatenberuf klar sein. Eine Wahrscheinlichkeit in Zahlen zu nennen, ist natürlich Unsinn, da keiner von uns die politische und militärische Entwicklung der Weltlage vorhersagen kann. 

Andersherum: 

"Die Bundeswehr stellt keine Piloten ein, sondern Offiziere, die auch fliegen. Wer heute Offizier wird, wird mit Sicherheit auch einmal in einen Einsatz gehen, dies ist sicherlich ein Teil des Berufsbildes. Wer dazu nicht bereit ist, der sollte diesen Beruf ... nicht ergreifen.“ 

(Brigadegeneral Günter Katz, Eurofighterpilot und Leiter des Stabes "Ausbildung des fliegenden Personals und Flugdienst" im "Kommando Einsatzverbände der Luftwaffe", in einem Interview im "Karriere-Guide Luftfahrtberufe 2014") 

Nur rund 1,2 % aller Bewerber für die Militärfliegerei schaffen es lt. Katz ins Cockpit eines Kampfjets. 

Steht aber doch alles in der Broschüre "Offizier im fliegerischen Dienst" der Bw. Außerdem gibt es auf dem Bw-YT-Kanal genügend Infos. Auch dass die Mindestverpflichtungszeit von 16 Jahren schrittweise festgelegt wird. Bewirbst Du Dich als Zivilist - also nicht aus dem aktiven Dienst heraus -, bist Du weg vom Fenster, wenn Du außerhalb der Norm liegst. 

Alle diese Infos zu eruieren, hat vielleicht insgesamt eine Stunde gedauert. 

Wer also noch hier fragen muss, ist für den Job sowieso nicht geeignet, denn man sollte schon in der Lage sein, die Antworten auf solche entscheidenden Fragen bei der Bw selbst zu recherchieren (lösungsorientiert, zielbewusst, eigenständig) und sich nicht auf die hier gemachten Aussagen von uns Hobby-Flugmedizinern und -Generalstäblern verlassen - oder willst Du darauf Deine Karriere aufbauen? 

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