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Ausbildung zum Einsatzsanitäter (Malteser)

Frage von Martyn Martyn

Hallo community!

Mein Neffe (13, männlich, bald 14) will unbedingt Einsatzsanitäter bei den Maltesern machen. Ich habe nachgesehen und habe gelesen, dass man 16 sein sollte. Ich hätte das folgende Frage: Kann man diese Altersgrenze hintergehen? Ich meine, rein psychisch würde er es locker verkraften, und der ist medizinisch sehr interessiert. Dass er richtig mitarbeitet, traue ich ihm blind zu. Am Ende wird ja eine Prüfung geschrieben, und wenn er nicht alles wüsste, dann würde er ja nicht bestehen. Kennt sich da jemand näher aus (Maltesermitarbeiter, Lehrrettungsassistenten,  usw.)? Ich werde aus den verschiedenen Websiten nicht schlau. Könnt ihr mir da weiterhelfen!? Noch etwas: Er hat gute Kontakte zu den Maltesern (über seine Mutter) und hat einen Erste-Hilfe-Kurs über 16 Übungseinheiten (und wurde sehr gelobt) und hat eine Ausbildung zum Schulsanitäter.

 

Danke für eure guten Antworten!

 

Martyn

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Antworten (7)

  • 3
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von Rettungshelfer1 Rettungshelfer1

    Also für ihn besteht die möglichkeit SchulSan zu werden,dort sollte er ersteinmal austesten,ob er mit den Situationen klar kommt.Zum Beispiel verletzte menschen zu helfen ohne die nerven zu verlieren.Wenn dies alles für ihn kein Problem ist,dann kann er sich beim zuständigen OV informieren,wann die nächste Ausbilung zum Rettungshelfer stattfindet(min. 16 Jahre alt, Atest vom Amtsarzt,dass er keine ansteckende Krankheiten hat).

    Ich bin selbst Rettungshelfer beim Malteser Hilfsdienst in Hessen tätig,wenn es noch fragen gibt,können Sie sich gerne an mich wenden.

    Kommentar von Pinamaus Pinamaus

    sehr gute antwort,ehrlich.

    Kommentar von Kerberus1 Kerberus1Kerberus1

    bist du dir sicher das man den Rettungshelfer mit 16 machen kann, normal kenne ich es nur dass er ab 17 möglich ist...

    Kommentar von Rettungshelfer1 Rettungshelfer1

    Liebe/r Kollege/in,

    ich bin mir dort sehr sicher,weil ich den Rettungshelfer selbst mit 16 Jahren gemacht habe ;-)

    Kommentar von ju96747 ju96747

    was heißt OV?

    Kommentar von Rettungshelfer1 Rettungshelfer1

    Ortsverband

  • 2
    Antwort von Kerberus1 Kerberus1

    Hallo, also ich selber bin Beim dt. roten kreuz und so würde ich jedem emfehlen mit 16 einzusteigen, weil das eben das beste Alter ist, um ohne größere Wartezeiten alle ausbildungen bis zum Rettungsassistenten durchlaufen kann...

    Also den Begriff Einsatzsanitäter kenne ich jetzt so nicht, doch so wie ich es vom DRK kenne ist diese Altersbeschrenkung nicht umsonst und sie kommt von ganz oben, sodass da eigentlich nciht viel dran zu machen ist. manchmal gibt es die möglichkeit es vlt 2-3 vorzuschieben, bevor man das entsprechene Alter hat, doch bei ihm sind es ja mehr als 2 Jahre..

    Also ich kann dir nur emfehlen, dass er dort mal hingeht und nachfragt wie das aussieht und ob es diese Möglichkeit gibt.

    Ich wünsche ihm noch viel Erfolg, dass es vlt doch klappt

    Gruß kerberus

  • 2
    Antwort von Chris112 Chris112

    Die Ausbildung ist ab 16 und das ist nicht zu umgehen - das ist auch gut so.

    Auf Sanitätswachdiensten darf er unter 16 sowieso nicht eingesetzt werden und ich halte einen drizehn Jährigen nicht dazu in der Lage, in kritischen Notfallsituationen zu handeln.

     

    LG

    Chris (selbst Einsatzsanitäter)

    Kommentar von Martyn MartynMartyn

    Das er jetzt keinen Dienst macht, ist klar. Er würde dann erst mit 16 beginnen aktiv mitzumachen.

    Kommentar von Chris112 Chris112Chris112

    Die Ausbildung kostet 480 Euro. Wenn die Gliederung das bezahlt, hat sie nichts davon, da er kein Geld über San-Dienste einfahren kann. ;)

  • 2
    Antwort von dowas dowas

    Nachdem ich im Rettungsdienst so ziemlich alles erreicht habe, was möglich ist, habe ich mit 30 Jahren Rente wegen Berufsunfähigkeit (psychische Gründe) eingereicht und zeitlich unbegrenzt erhalten.

    Ab 1998 bin ich als Sozialmanager tätig und rette anders Menschen, die nicht weniger in Not sind, als Schwerkranke.

    Soviel zu   BlackCloud und Hinweis in Sachen "psychische Eignung".

    Aber zur Sache, falls diese Warnungen nicht abschrecken:

    Ich würde auch zunächst dort tätig werden, was geht, also Schulsanitätsdienst, Jugendgruppen. Beim DRK (meine "Heimat") gibt es beides recht gut organisiert mit Wettbewerben und Ausbildung zum Sanitäter, also weit mehr als Ersthelfer, und das geht auch schon ab 14, soweit ich weiß.
    Dann gäbe es noch die Realistische Unfalldarstellung, also die Schminker und Mimer, die bei Übungen auch mit dabei sind und einen ganz besonderen Einblick in die Thematik bieten.
    Schließlich kann er sich immer und überall als Praktikant bewerben. Ob der da mit U16 genommen wird? Vielleicht nur wegen guter Beziehungen und Tätigkeit bei Jugendgruppen.

    Ggf. kann er fragen, ob er bei einem "richtigen" Lehrgang als "Ausbildungshelfer-Praktikant" oder "außer Konkurrenz" mitmachen darf.

    Einen Einsatz als (mitverantworticher) Sanitäter auf einem Rettungsmittel wie KTW oder RTW hatte ich bei Personen unter 18 Jahren (!) nie erlaubt, alleine aus rechtlichen Gründen. Da gab es bei mir nie Nischen oder Ausreden. Aber Praktikanten hatte ich als 3. Mann/Frau auch mit 16 oder jünger. Da gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, außer allgemeine Regelwerke wie JugendSchutzG o. ä..  Die übrigen Vorschriften sind organisationsspezifisch. Da ich zuletzt als Leiter-RD für den Landkreis tätig war, ohne einer HO anzugehören, musste ich mich um deren intere Gesetze nicht kümmern. Meine Arbeitsgrundlage war das LandesRettungsdienstG und übliche ArbeitsG..

    Fazit: Wenn der MHD oder andere HOs eine Tätigkeit als 3. Mann verbieten, soll er bei "freien" Einheiten fragen.

    Ob das mit 14 Jahren sinnvoll ist, mag ich hier aber genauso wie Kollegen hier bezweifeln.

    Darüber hinaus spreche ich Dir - ohne Dich zu kennen - die Kompetenz ab, die psychische Eignung Deines Bekannten einzuschätzen. Aus diveren Gründen:

    1. Wesentilcher Aspekt ist nicht der Sani selber, sondern auch die Art und Weise, wie im Rettungsdienstunternehmen die EInsätze psychisch auf-/nachbereitet werden. Ob also z. B. ein "ausgebildeter" Supervisor Einsätze nachbespricht oder sogar ein Notarzt zum Team gehört. Und auch ob Dein Bekannter an diesen Vorkehrungen als Praktikant teilhaben, davon auch profitieren kann oder ob er "allein gelassen" wird.

    2. Die Art der Einsätze, die man erlebt, ist wichtig. Man kann viele Wochen lang völlig unbelastende EInsätze haben, und dann an einem Tag den Einsatz, der einen psychisch umhaut. Dabei sind es nicht nur die Kinder, die so oft als problematisch dargestellt werden. Bei den Einsätzen, an denen ich nach über 10 Jahren immer noch zu knabbern habe ging es nie um Kinder (eigene Kinder hatte ich damals noch nicht). Es ging u. a. um Leute in meinem Alter.

    3. Die menschliche Psyche ist wesentlich komplexer, als man meinen mag. Nicht der harte Typ, der kein gefühl an sich ran läßt, ist der beste Sani. Aber auch nicht der hochempathische Frauenversteher, der jedes Gefühl beschreiben und ausleben kann. Meiner Erfahrung nach gibt es keinen idealen Psychotyp für den Rettungsdienst, ich meine, dass das psychische Fundament viel wichtiger ist. Und da kommen Dinge wie Gott und Religion ins Spiel. Vielen ist das eine Hilfe.  Warum leiden Menschen, obwohl es einen gütigen liebevollen Gott gibt? Kann Dein Bekannter das beantworten? An so einer Antwort magst Du erkennen, wie der psychisch befestigt ist.
    Es geht nämlich nicht darum, Leid nicht an sich ran zu lassen, sondern trotz des Erlebens von Leid und Ungerechtigkeit nicht umzufallen, nicht den Glauben zu verlieren.

    Damals ist mir das nicht gelungen, weil ich - vermutich wie Dein Bekannter - meine Eignung aus der Tatsache bezog, dass ich z. B. schon parallel zur Schule nachmittags im Krankenhaus jobbte. Zuerst in der Ambulanz, dann im OP als Anästhesie-Helfer. Während meine Klassenkameraden nachmittags fürs ABI paukten, jobbte ich im OP, den Medizinstudienplatz schon sicher in der Tasche habend.
    Genützt hat es nichts, denn die Antwort auf die obige Fraeg nach Gott und dem Leid weiß ich erst heute. Nur jetzt bin ich schlau genug, nicht zurück in den RD zu gehen.

    Kommentar von dowas dowasdowas

    ...

    Deshalb mein (nicht ganz ernst gemeinter, aber trotzdem zum Nachdenken anregender) TIP:

    Medizinische Ausbildung hat er - ok.
    Fehlt jetzt noch die Praxis an Orten, die "unproblematisch" sind.
    Und die Theorie was das psychische Fundament betrifft. Warum Leiden Menschen trotz Gott? Wie kann man einen Menschen wirklich (langfristig) retten? Was trösted Dich, wenn Du Bilder von verhungernden Menschen, verwaisten Kindern, verstrahlten Landschaften siehst? --- Wenn diese Punkte Dich ins schwanken bringen, würde ich das Fundament überprüfen. ...

    Gute Antworten auf diese Fragen gibt es - aber das ist eine andere Sache.

    Liebe Grüße,

    Werner Pühringer

  • 2
    Antwort von BlackCloud BlackCloud

    Er sollte erstmal Schulsanitäter werden - es gibt auch Jugendgruppen für sowas. Dann kann er ja sehen, ob er wirklich dabei bleiben will.

    Übrigens:

    Ich meine, rein psychisch würde er es locker verkraften

    Mit so einer Aussage wäre ich mehr als vorsichtig, wenn du nicht weißt, was in diesem Beruf alles vorkommt, solltest du sowas nicht sagen. Ich habe genug Kollegen, die nach jahrelanger Diensterfahrung auf gut deutsch gesagt im A.... sind.

    Kommentar von Martyn MartynMartyn

    Also ist es gar nicht möglich, diesen Kurs jetzt schon zu machen?

    Kommentar von BlackCloud BlackCloudBlackCloud

    Nein, das hat seine guten Gründe, unter anderem auch wegen des Alters und der Reife. Schulsanitäter ist nicht weniger spannend und er lernt dazu.

    Kommentar von Martyn MartynMartyn

    Ok, aber würdest du es generell empfehlen, soetwas zu machen? was denkst du sind denn da so anreize dazu? Wenn doch einige danach am A... sind? (das ist vollkommen ernst gemeint, denn es sieht so aus, als ob es sakastisch wäre, ist es aber nicht!)

    Kommentar von Martyn MartynMartyn

    Und wenn er nur das jetzt lernt, und erst mit 18 Dienste macht? (Halt so mittendrin wieder auffrischungskurse und so?) Martyn

    Kommentar von BlackCloud BlackCloudBlackCloud

    Meine ehrliche Meinung? Rettungssanitäter und Rettungsassistent ist beides bescheiden. Du wirst schlecht bezahlt, hast bescheidene Dienstzeiten und nach 10-20 Jahren ist dein Körper kaputtgearbeitet und deine Seele schreit nach Hilfe. Mein Partner und ich arbeiten beide im Rettungsdienst und er leidet mittlerweile an Burn Out, mal ganz zu schweigen davon, dass es manchmal hart ist zu verarbeiten, wenn jemand stirbt. Mein Partner ist daher mittlerweile total abgestumpft und zeigt keine Emotionen mehr - nicht einmal mehr, als seine eigene Oma gestorben ist.

    Möchtest du unbedingt, dass dein Neffe genauso wird?

    Ich bin zwar Rettungssanitäterin, arbeite aber als Bürokauffrau - und das ist gut so, denn hauptberuflich bin und bleibe ich Bürokraft. Das sollte dein Neffe genauso machen - ehrenamtlich nebenbei Schulsanitätsdienst, hauptamtlich sollte er sich besser einen Job mit Zukunft aussuchen.

    Kommentar von Rettungshelfer1 Rettungshelfer1

    Also mein Bruder ist RettAss und BFler und er ist mit 26 jahren zwar noch nicht so lange dabei ,aber es macht ihm spaß und sooo schlecht werden die auch nicht bezahlt.

    Kommentar von BlackCloud BlackCloudBlackCloud

    Bei der Berufsfeuerwehr vllt nicht, bei den Hilfsorganisationen schon.

    Mir macht mein Beruf auch Spaß, aber ich will mich nicht kaputtarbeiten.

    Kommentar von Pinamaus Pinamaus

    man ist ja bei der BF auch verbeamtet und bekommt von Vater Staat sein geld..und dass Vater Staat gut zahlt wei hier glaube ich jeder.

    Ich arbeite auch für Vater Staat.

    Kommentar von BlackCloud BlackCloudBlackCloud

    Richtig, Malteser ist aber eben nicht Vater Staat, sondern finanziert sich durch Mitglieder. Ich finde aber, dass man selbst bei der BF nicht angemessen bezahlt wird für den Job, den man da macht. Aber es ist jedem selbst überlassen.

    Kommentar von ju96747 ju96747

    wir hatten vor der Schule auch schon mal einen (wirklich sehr blutigen ) Autounfall.. ich und 2 andere Schulsanis waren da..... von beiden dachte ich das sie das verkraften würden und hätte ihnen auch blind vertraut....  am ende standen beide kotzend hinter einer Ecke und ich musste zwei Verletzte allein behandeln      mit solchen Aussagen sollte man wirklich sehr vorsichtig sein wenn man es nicht genau weiß!

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    Antwort von Dea2010 Dea2010

    Er soll halt in der Jugendgruppe mitmachen! Umgehen kann er die Vorschriften nicht.

  • 0
    Antwort von Princessjanii Princessjanii

    Diese (do*ofe) Altersgrenze von 16 Jahren zu hintergehen ist leider nicht möglich. Wurde bei uns, bei den Johannitern, auch schon oft versucht, geht aber leider nicht. Man muss 16 sein. Das ist leider nicht zu ändern. Aber vielleicht kann dein Neffe ja in die Jugendgruppe gehen, falls es dort eine gibt, dort macht man auch viele Fallbeispiele und Übungen. Das ist eine sinnvolle Vorbereitung für den SanH.

    Diese Altersgrenze hat aber auch etwas sinnvolles: Auf Festivals etc. gibt es viele Besoffene die auch mal aggresiv werden, dazu sollte man älter sein. Wenn es Erwachsenen nicht gut geht, kommt es ehrlich gesagt nicht so gut, wenn da ein 14 jähriger kommt. Auch wenn er alles perfekt drauf hat. Man braucht einfach auch ein bisschen Selbstbewusstsein und Lebenserfahrung um den Menschen gut helfen zu können und da ist die Wahrscheinlichkeit ja doch höher, wenn man einen 16 jährigen ausbildet, als wenn man einen 14 jährigen ausbildet.

    Das ist jetzt aber nicht negativ gegen deinen Neffen gemeint, versteh das bitte nicht falsch!!

     

    Viele liebe Grüße, Princess

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