Frage von Frage76mal6, 61

Ausbildung zum Bürokaufmann (Absagen)?

Hallo,

ich habe mich mit dem Studium etwas überworfen und wollte zum 01.09. eine Ausbildung zum Bürokaufmann beginnen. Ich habe jetzt 25 Bewerbungen verschickt, wurde nur zu vier Gesprächen eingeladen und habe keine Zusage erhalten. Was ist denn los? Ich habe ein Abitur, bin freundlich und hilfsbereit und für extreme Fälle hätte ich sogar noch einen Führerschein. Was erwarten die denn? Mein bisheriger Chef, ich arbeite aushilfsweise im Hotel, hat mir angeboten, dass ich eine Ausbildung zum Hotelfachmann machen könnte, aber das möchte ich nicht. Macht ein abgebrochenes Studium so viel aus?

Antwort
von AriZona04, 30

Meine Antwort ist vielleicht nicht hilfreich, aber es ist eine Tatsache, dass die Zeit für Bewerbungsschreiben nicht Juni ist sondern Februar, März und April. Ab dann ist eigentlich so gut wie alles gelaufen - jedenfalls in beliebten Berufen wie Bürkokaufmenschen. Vielleicht überbrückst Du die nächsten Monate mit jobben oder schulisch und dann fängst Du im nächsten Frühjahr gleich im Februar mit Bewerbungen schreiben an. Ich glaube nicht, dass Du etwas anderes falsch gemacht hast. Vielleicht ist diese Antwort doch noch hilfreich?

Kommentar von Frage76mal6 ,

Ich habe mich ja im März zu Beginn des Sommersemesters beworben, weil ich schon geahnt hatte, dass das nichts wird. Die letzte Bewerbung habe ich vor einer Woche Geschrieben, heute kam die letzte Absage dazu... Wie soll ich die Monate "schulisch" überbrücken?

Antwort
von Gerneso, 25

Der Grund wird einfach sein, dass Du viele Mitbewerber hattest und der Ausbildungsbetrieb unter diesen diejenigen auswählt, die er am besten findet.

Und da warst Du halt einfach nicht dabei.

Das muss überhaupt nichts mit Deinem abgebrochenen Studium zu tun haben oder eine Entscheidung gegen Dich / Deine Person gewesen sein. Man hat sich halt nur für jemand anders entschieden.

Keiner hier kann sagen, wie überzeugend oder eben nur standardisiert Deine schriftliche Bewerbung war, wenn Du nur 4 mal in die engere Wahl gekommen bist. Und niemand hier weiß, wie Du Dich im Gespräch verkauft hast.

Antwort
von Schuhu, 25

Du musst in den Gesprächen sehr deutlich machen, dass dein Studienabbruch nicht auf dein Durchhaltevermögen schließen lässt. Ich nehme an, dass die potentiellen Arbeitgeber Angst haben, dass du auch die Ausbildung nicht durchhältst. Schließlich macht sich ein Azubi erst in den späteren Ausbildungsmonaten bezahlt, anfänglich kostet er nur.

Antwort
von FragendesWeb, 24

Nein, ein abgebrochenes Studium ist bei objektiver Sicht kein Grund, dich für eine Ausbildung als Nicht geeignet anzusehen.

Da Du ja schon 4 Gesprächseinladungen hattest, war das schon ein gutes Zeichen. Normalerweise lädt Dich niemand ein, wenn er nicht schon großes Interesse an Dir hätte.

Ich setze mal vorraus, daß Du die Gespräche auch geführt hattest, doer stehen die noch aus?

Wenn diese statt gefunden haben und DU Absagen bekommen hats, stellen sich folgende Fragen:
Kann es sein, daß Du dich im Gespräch schlecht verkaufst?
Oder, daß Du zu Forsch auftrittst?
Irgendwas führt ja anscheinend dazu, daß die Arbeitgeber nach dem Gespräch kein Interesse mehr an Dir haben.

Ich hoffe mal, die richtigen Denkanstöße ausgelöst zu haben.

Gruß,
F.W.

Kommentar von Frage76mal6 ,

Die Gespräche hatte ich bereits. Die Fragen habe ich mir auch schon gestellt, da ich aber keine Antwort finden konnte, habe ich diese Frage hier ins Netz gestellt.

Ich habe das Gespräch mit meinen Eltern trainiert, habe mir alles durchgelesen, was ich im Internet über die betreffenden Firmen gefunden habe und mich über Fangfragen bei Bewerbungsgesprächen informiert. 

Wie gesagt, bis jetzt nur Absagen und ich kann es mir wirklich nicht erklären.

Antwort
von Strolchi2014, 28

Das kann dir hier niemand so genau beantworten. Dir bleibt aber die Möglichkeit bei den Firmen die dir abgesagt haben nachzufragen woran es gelegen hat. Könnte daran liegen, das du mit Abitur zu "schlau" für sie bist, oder an deinem Auftreten beim Gespräch z.B.

Aber so viele Bewerbungen hast du ja noch gar nicht geschrieben. Andere schreiben viel mehr und bekommen viel mehr Absagen .

Antwort
von bastidunkel, 23

Ja, das macht etwas aus. Das zeigt, dass du Dinge nicht zu Ende bringen kannst oder dass du nicht den "Biss" hast, einmal angefangene Sachen auch durchzuziehen. 

Außerdem kann es sein, dass du nicht qualifiziert bist, weil es andere Bewerber gibt, die eine kaufmännische Fachoberschule besucht haben und mit einem Fachabitur besser qualifiziert sind.

Und by the way, 25 Bewerbungen sind ein Witz. Andere Leute schreiben 50 bis 100 Bewerbungen, um einen Platz zu bekommen.

Kommentar von Frage76mal6 ,

Das Studium der Informatik ist halt extrem schwer, dass das nicht jeder durchziehen kann, sollte bei Durchfallquoten von 60-80% verständlich sein, oder?

Antwort
von Marcel89GE, 23

Der Sprung von Studium zu Bürokaufmann ist viel zu hart. Bewirb dich auf eine Ausbildung zum Industrie- / Bank- oder Versicherungskaufmann.

Ich würde dich auch nicht einstellen. Ich wäre mir sicher, du würdest dich nach 2 Wochen total unterfordert fühlen und hinschmeißen.

Kommentar von Frage76mal6 ,

Ist das jetzt ironisch gemeint? 

Kommentar von Marcel89GE ,

Nein überhaupt nicht. Betriebe haben zwei Probleme bei Azubis:

1: Der Azubi ist zu schlecht.

2: Der Azubi ist zu gut.

Zweitens hört sich natürlich erstmal komisch an, ist aber mein ernst. Unterforderte Menschen werden unzufrieden und stören Arbeitsabläufe oder beeinflussen mit ihrer negativen Einstellungen andere zufriedene Mitarbeiter. Genauso wie überforderte Menschen unzufrieden werden, können das auch unterforderte.

Ein Betrieb kennt den Umfang seiner Ausbildung (theoretisch wie praktisch) genau und weiß welche Art Mitarbeiter sie dafür benötigen. Wer also daür geeignet ist.

Das Stichwort "überqualifiziert" trifft in deinem Fall natürlich nicht zu, trifft es aber eigentlich. Hochqualifizierte Menschen haben es nach einem Karrieknick schwer, eine Stufe tiefer einen Job zu finden. Nicht nur weil der nächste Arbeitgeber scheut ihm nach seiner Qualifikation zu bezahlen, sondern weil das Aufgabengebiet nicht passt. Mit allen Konsequenzen.

In deinem Fall ist das ähnlich. Die Ausbildung z.B. zum Industriekaufmann (zusammen mit Bank und Versicherung die höchste kaufmänissche Ausbildung) entspricht inhaltlich (Berufsschule) nicht einmal dem ersten Semester BWL an der Uni. Im Betrieb ist es dann oft so, dass Azubis weniger in die Verantwortung genommen werden als studentische Aushilfen in großen Konzernen (natürlich nicht überall so). Wenn du Pech hast, sitzt du 3-6 Monate in einer Abteilung und sortierst Post und bedienst den Kopierer. Und das 8 Stunden am Tag.

Da muss ich nicht Tiefenpsychologie studiert haben...

Kommentar von Frage76mal6 ,

Ich arbeite seit März aushilfsweise für 8,50€ brutto 8 Stunden am Tag 3-4 Tage pro Woche. Alles was ab 8,50€ kommt, ist für mich in Ordnung. Ich wechsle als Rezeptionist im Minutentakt vom Deutschen ins Englische und darf dafür sorgen, dass die Kasse am Ende des Tages stimmt und das ohne echte Pause, dass ich mit Excel und Outlook umgehen kann, versteht sich von selbst. Das sind doch im Grunde alles Tätigkeiten, die mich für diesen Beruf qualifizieren müssten. Wie gesagt, was erwartet man denn von einem zukünftigen Azubi?

Kommentar von Marcel89GE ,

Dein Ausbildungsalltag könnte weit weniger abwechselungsreich sein. Es kommt halt immer auf den Betrieb an. Die Betriebe stellen nicht immer Bedarfsgerecht ein. Da heißt es selten "Wir brauchen in 3 Jahren jemanden für den Einkauf, da stellen wir ein Azubi ein und bringen ihm alles bei". In der Realität heißt es: "Wir stellen jedes Jahr 3 Azubis ein, haben also 9 pro Jahr im Betrieb. Diese machen den Mist die die richtigen Mitarbeiter nicht machen sollen (teuer) und was für kurzweilige Praktikanten zu stressig ist zum ewigen anlernen.

Und 8,50/Std gibt es in der Ausbildung ganz sicher nicht. Eher 3-6€ Brutto. Zieht man die Berufsschulzeit ab steigt natürlich die effektive Entlohnung pro Stunde.  Aber wo liegen aktuell die Vergütungen beim Bürokaufman 1. Jahr ? 350-550€ Brutto? Ausschläge nach oben gibt es sicherlich. Auch wieder Betriebsabhängig.

Kommentar von Frage76mal6 ,

was würden Sie jetzt an meiner Stelle tun? Mein Studium kann ich nicht fortsetzen, ich bin zweimal durch Mathematik I gefallen, das war es. Es gibt quasi keine Angebote mehr zum 1.9.2016 und ein neues Studium zu beginnen, erscheint mir auch nicht die beste Lösung zu sein.

Kommentar von Marcel89GE ,

Ja das ist jetzt natürlich eine blöde Situation.

Wenn du auf das Geldverdienen angewiesen bist, kommste an Jobs nicht drumherum.

Bist du relativ unabhängig, würde ich die empfehlen Praktikas zu machen, bestenfalls in Betrieben wo du gerne eine Ausbildung machen würdest. Du könntest in der Bewerbung um das Praktikum sogar betonen, dass du mit dem Gedanken spielst dich im nächsten Jahr auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben und gerne bereits frühzeitig dir einen Eindruck vom Unternehmen und der Tätigkeit zu verschaffen.

Grundsätzlich würde man dir das hoch anrechnen. Zumal du dann auch argumentieren kannst, dass du mit dem Studium schon auf die Nase gefallen bist und nun für einen neuen, anderen Anlauf sicher gehen möchtest.

:)

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