Frage von Gaming12345, 46

Ausbildung-Zukunft (Verkäufer)?

Ich möchte wissen ob eine Ausbildung als Verkäufer überhaupt etwas bringt (Zukunft...)

Bin nämlich momentan im 1 Jahr demnächst im 2 aber mir macht es einfach keinen Spaß

-kann nie meine Pause machen (höchstens 10/15min)

-sind unterbesetzt

-schlechte Arbeitszeiten ...

Ich habe in meinem Unternehmen seit fast einem Jahr (solang bin ich momentan dabei) noch nichts aber auch gar nichts gelernt

Ich denke mal die wollen nur Azubis damit sie die Kosten gering halten können.

Was sagt ihr dazu?

->bin jeden Tag sobald ich arbeiten gehe/ nach Hause komme so demotiviert,Lustlos

Antwort
von Kuro48, 17

Pausen stehen dir zu und du musst du sogar einhalten, das ist gesetzlich geregelt und keine freiwillige Sache.

Darüber nichaus hat sich dein Betrieb auch per Vertrag dazu verpflichtet dich auszubilden. Da du allerdings im Verkauf bist, gestaltet sich das je nach Branche anders. In einem Telefonshop wirst du einen hiohen Beratungsanteil haben und das Produktpräsentieren, im Supermarkt heißt es Regale einräumen, das Kassensystem beherrschen und mal die MHD Kontrolle etc. machen.

An deiner Stelle würde ich das aber nicht abbrechen, dein Lebenslauf wird es dir danken und du hast eh nicht mehr lang vor dir. Die Verkäuferausbildung geht zwei Jahre, bei dem Kaufmann ein Einzelhandel drei Jahre.

Du kannst nach der Ausbildung noch immer überlegen ob du:

1. Dich im bereich Einzelhandel weiter bildest und so dein Wissen und deinen Aufgabenbereich vergrößerst und veränderst oder

2. Ob du dir noch mal eine andere Richtung suchst.

Was allerdings auch sein wird, du hast mit einer abgeschlossenen Ausbildung immer ein Dokument, dass ausweist, dass du bereits einen Beruf erlernt hast und was dir absichert in Zeiten des "Sinnsuchens" dein Brot selbst verdienen zu können.

Sollte es allerdings wirklich Probleme mit dem Laden geben, sodass du im Vergleich zu deinen Mitschüler nichts kannst, würde ich mich mal an deine Berufsschullehrer und/oder gleich die IHK wenden. Du bist dort keine billige Arbeitskraft (auch wenn du natürlich auch arbeiten sollst) sondern noch immer jemand der lernend ist und der natürlich auch den Lehrbereich erlernen sollte um auf spätere Berufswege vorbereitet zu sein.

Antwort
von Ninni381, 23

Hi! Deine Situation kann ich gut nachvollziehen, denn bei mir war es auch so, dass Lerneffekt und Gesamtsituation nicht berauschend waren. Prinzipiell ist irgendeine abgeschlossene Ausbildung für dein späteres Arbeitsleben deutlich besser, als sich als ungelernte Person durchzuschlagen. Dennoch solltest du für dich ernsthaft überlegen, ob dich "nur" dein Ausbildungsbetrieb und die dort herrschenden Umstände herunterziehen, oder der Job an sich.

Im ersten Fall würde ich dir zum Durchziehen raten; ggf. mit einer Verkürzung der Ausbildungszeit (dafür gibt es mehrere Optionen, z. B. die vorzeitige Abschlussprüfung wegen guter Leistungen) oder damit, den Betrieb zu wechseln. Bei beiden Möglichkeiten können dir Berufsschule und Kammer helfen. Im zweiten Fall, wenn dir der Beruf an sich nicht gefällt, wäre ein "Ende mit Schrecken" wohl besser, als ein "Schrecken ohne Ende"... Das ist dann auch kein Scheitern, sondern die auf umfangreichen Erfahrungswerten fundierte, logische Konsequenz eines intelligenten Menschen in Hinblick auf seine berufliche Zukunft.


Kommentar von Kuro48 ,

Allerdings hat der Fragesteller schon ein Jahr geschafft und eh nur noch ein Jahr vor sich. Wir reden hier nicht von einer gerade begonnenen Ausbildung oder einer die noch über 2 Jahre geht. Hier ist also das Ende absehbar.

Natürlich hat der Fragesteller die freie Wahl was er tut, aber wenn eine Zukunft mit einem Beruf stattfinden soll, die ihm gefällt, sollte er durchbeißen.

Was nützt ein verkürzter Schrecken, wenn danach jeder Wunscharbeitgeber die Unterlagen mit "Nein, danke" wieder zurück schickt. Dann wird es ein Ende ohne schrecken wenn es schlecht läuft. Ewige erfolglose Bewerbungen, Flucht in unbeliebte Berufe um noch etwas Chancen zu haben, ein Notlösungsberuf der nicht besser gefällt als das Jetzige oder mit Pech ungelernt bleiben.

So lange man es kann, wäre hier bei einem Jahr Arschbacken zusammenkneifen sinniger. Natürlich kann man im Bewerbungsgespräch viel begründen, aber erst einmal da hin kommen und warum hat man dann ein Jahr erst durchgezogen? usw. Das werden die Arbeitgeber bewerten wollen. Ein Abbrecher ist immer verschwendete Zeit und Geld. Selbst wenn man noch so triftige Gründe hat, wenn ein Arbeitgeber sich nicht darauf einlässt kommt man nicht weiter und auch wenn Fachkräftemangel vorgejammert wird, ist das nur ein Teil der Sache. Beliebte Ausbildungsberufe haben mehr als genug Auswahl. Da kann sich der Arbeitgeber das Beste rauspflücken. Wer Metzger werden will, der dürfte gute Chancen haben, wer ins Büro will liegt z.B. schon je nach Betrieb auf einem Stapel mit 50, 100 und mehr Bewerbern.

Kommentar von Ninni381 ,

Hi! Zunächst möchte ich mich für deine ausführliche Antwort bedanken. Da ein erfolgreicher Abschluss ganz klar die sicherste Lösung wäre, würde ich eine Pro-Argumentation bezüglich eines optionalen Abbruchs eigentlich nur sehr ungern weiter vertiefen.

Faktisch ist es allerdings so, dass ich dir hier lang und breit berichten könnte, welchen Preis ich selbst für genau dieses verbissene Durchhalten einer katastrophalen Ausbildungssituation bezahlt habe, und wie sich die damaligen Erfahrungen noch bis heute auf mein Arbeitsleben auswirken.

Als Personaler (?) hast du sicherlich sehr viel mit Lebensläufen und einstudierten Selbstpräsentationen von Bewerbern zu tun, aber die Menschen und Schicksale dahinter interessieren nicht. In den Wartezimmern von Psychologen hingegen sitzt die steigende Anzahl von Menschen, die unter unsozialen Arbeitsbedingungen und viel zu großem Druck der Reihe nach zusammenbrechen...

Kommentar von Kuro48 ,

Dann möchte ich dir allerdings auch zutragen, was du mit Macken im Lebenslauf erlebst, denn diese Geschichten sind keinen Deut schöner.

Menschen die von bestimmten Stellen fertig gemacht werden, über 200 Absagen, Ausbildungssuche über Jahre hinweg, Flucht in unbeliebte Berufe ohne mit der Arbeit glücklich sein zu können, irgendwann eine Vermittlung als Hilfsarbeiter, sodass du mit einem guten Abitur mitmal bis zur Rente für 8,50 Euro am Fließband stehst, Angst um die Zukunft, da du dir nichts leisten kannst und keinerlei Vorsorge treffen kannst, ewiges ungelernt sein, Scham um seine Lebenslage etc.

Ich verstehe durchaus was du meinst, aber wenn ich ein Jahr gegen eine über Jahre dauernde Suche, Verzweiflung und mit Pech einem langfristigen Leben bis zum Tode am Existenzminimum aufwiege, würde ich ein Jahr Horror dem vorziehen.

Das mit den Pausen sollte der Fragesteller einfordern, unterbesetzt ist es leider an vielen stellen und schlechte Arbeitszeiten sind im Einzelhandel nun wirklich normal.

6 Tage Wochen ohne Ausgleichstag, Schichten bis spät abends oder später sogar in die Nacht hinein, ständiger Schichttausch usw. haben viele Supermärkte. Etwas besser ist es nur bei speziellen Geschäften (Fachgeschäfte etc.) die weniger auf stumpfes einräumen und mehr auf Kundenberatung und Fachwissen setzen und Geschäfte, die aus irgendwelchen Gründen einen Ruhetag haben oder zeitig schließen, z.B. in kleineren Innenstädten wo dann um 18 Uhr der Großteil der Läden die Türen schließt.

Antwort
von DoktorH, 14

Wenn Du die Gelegenheit jetzt nutzt, um zu verstehen wie die Mechanismen und Deine Möglichkeiten sind ein guter Verkäufer zu sein, kannst Du das künftig immer gebrauchen. Schon in Deiner nächsten Bewerbung willst Du ja Deine Arbeitskraft möglichst gut "verkaufen". Halte durch und viel Erfolg!

Antwort
von Heelyfan, 19

Mach die Ausbildung zu Ende und orientiere dich danach beruflich oder schulisch neu.
Die Ausbildung zur Verkäuferin hat keine guten Zukunftschancen, weil man wirklich sehr viel Glück haben muss um ausgelernt überhaupt eine Teilzeitstelle zu bekommen, da mittlerweile alle nur noch Aushilfen einstellen.

Antwort
von HotXL, 19

lieber noch mal schule machen & besseren abschluss.

danach hast du einfach mehr chancen.

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