Frage von Meltbzoy, 76

Ausbildung-Kündigung, meine Urlaubstage wurden nicht mit berechnet?

Ich hab hab am 1.09 meine Ausbildung angefangen mit 4 Monate Probezeit.

Habe vor 2 1/2 Wochen gekündigt, und hatte noch 10 Urlaubstage zur Verfügung. Mein Chef musste mir noch ca140€ ticketskosten wegen ein paar Seminaren zahlen.

Und jetzt hab ich meine Lohnabrechnung bekommen. 1. wurde dem bruttolohn diese 140€ zugerechnet 2. mein Brutto Lohn ist weniger als die Hälfte von meinem eigentlichen Lohn 3. hat er mir mein Weihnachtsgeld vom November entzogen … Also hat er mir mein Urlaub nicht berechnet.

Hat er für all das ein Recht??

Antwort
von djtios, 27

Probezeit = Arbeit auf Probe, somit hast du da keinen Urlaubsanspruch. Auch krank sein ist meist nicht so toll in der Probezeit. Kündigung beidseitig ohne Gründe möglich. Weihnachtsgeld hätte er nicht geben müssen. Somit Glück gehabt und für alle Fälle mal das Geld warm halten, falls der Chef es sich doch überlegt.

Antwort
von Sluggir, 43

1. Ticketkosten: muss mit der Lohnabteilung abgeklärt werden, da scheint ein Fehler entstanden sein.

2. Zu welchem Datum hast du gekündigt?

3. Weihnachtsgeld darf er entziehen, sollte im Arbeitsvertrag stehen. (Wenn innerhalb.....gekündigt wird...)

Geh halt zu dem Lohnbüro und kläre das dort.

Kommentar von Meltbzoy ,

Also muss mein Chef mit die Ticketkosten "netto" auszahlen?

Zum 17.12 habe ich meine Kündigung abgegeben, und in meinem Vertrag stand nichts vom Weihnachtsgeld. 

Kommentar von Familiengerd ,

und in meinem Vertrag stand nichts vom Weihnachtsgeld

Dann darf das gezahlte Weihnachtsgeld auch nicht zurück gefordert werden, wenn keine entsprechende Vereinbarung vertraglich (arbeits- oder Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung) getroffen worden ist!

Antwort
von miezepussi, 58

Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld muss man zurück zahlen, wenn man nach erhalt vor Ablauf von 6 Monaten die Firma verlässt. Dir steht also beides nicht zu.

Während der Probezeit steht einem kein Urlaub zu. Der Chef kann einem allerdings Urlaub gewähren, muss er aber nicht.

Kommentar von Sluggir ,

Das ist so nicht richtig, der Urlaub besteht für die Zeit der Beschäftigung (x Tage pro monat), aber innerhalb der Probezeit wird kein Urlaub gewährt. Anspruch besteht trotzdem.

Kommentar von miezepussi ,

Da könntest Du recht haben, letztendlich ändert das am Gehalt aber nichts.

Kommentar von Meltbzoy ,

Ich hab in mein Kündigungsschreiben erwähnt dass er mir meine Urlaubstage gewähren soll. 

Kommentar von NSchuder ,

Ich hab in mein Kündigungsschreiben erwähnt dass er mir meine Urlaubstage gewähren soll. 

Na und? Da könntest Du auch erwähnen, dass Du noch ne Gehaltserhöhung forderst... Bekommen wirst Du sie trotzdem nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

@ NSchuder:

Na und? Da könntest Du auch erwähnen, dass Du noch ne Gehaltserhöhung forderst

Das ist völliger Unsinn!

Selbstverständlich muss Urlaub in der Kündigungsfrist gewährt werden, wenn es denn eine gab (ein Ausbildungsverhältnis kann in der Probezeit "regulär" fristlos gekündigt werden); ansonsten muss erworbener Urlaub abgegolten werden!

Kommentar von Familiengerd ,

@ Sluggir:

aber innerhalb der Probezeit wird kein Urlaub gewährt

Wer sagt oder bestimmt das denn wohl?!?! Denn auch das ist falsch!

Auch während der Probezeit muss erworbener Urlaub (wenn er beantragt wurde) gewährt werden, wenn nicht dringende (!!!) betriebliche Gründe oder Urlaubswünsche sozial bevorrechtigter Arbeitnehmer dem entgegen stehen.

Eine andere Frage ist selbstverständlich, wie "sinnvoll" es ist, während der Probezeit (regulär) Urlaub zu beantragen.

Kommentar von Familiengerd ,

@ miezepussi:

Beide Aussagen - zum Urlaubs-/Weihnachtsgeld und zum Urlaub während der Probezeit - sind schlicht und einfach falsch!

Oder womit glaubst Du dieses weit verbreitete "Märchen" begründen zu können (siehe meinen Kommentar zur Antwort von NSchuder)??

Antwort
von NSchuder, 40

Einen Urlaubsanspruch hast Du schlichtweg während der Probezeit nicht. Hier kannst Du also auch nichts einfordern. 

Weihnachtsgeld muss sogar zurück gezahlt werden wenn Du in der ersten Hälfte des kommenden Jahres gekündigt hättest. Es ist also in Ordnung dass der Betrieb das Weihnachtsgeld zurück verlangt.

mein Brutto Lohn ist weniger als die Hälfte von meinem eigentlichen Lohn

Was meinst Du mit "eigentlicher Lohn"? Da musst Du schon Zahlen nennen. Außerdem wird vermutlich auf der Lohnabrechnung drauf stehen was abgezogen wurde... 

Ansonsten frag in der Buchhaltung / Lohnabrechnung nach wieso der Bruttolohn niedriger ist als vereinbart. Da können wir auch nur Vermutungen anstellen...

Kommentar von Meltbzoy ,

Eigentlich ist vertraglich vereinbart 700€ brutto er hat mir 340€ brutto bezahlt. 

Kommentar von NSchuder ,

Und zu wann hat das Arbeitsverhältnis geendet? 

Am Besten kann Dir das die Buchhaltung des Arbeitgebers erklären. Die haben die Abrechnung ja auch gemacht.

Kommentar von miezepussi ,

Vermutlich ist die Lohnkürzung durch die Rückzahlung des Weihnachtsgeldes entstanden.

Kommentar von Meltbzoy ,

Nein, mein Weihnachtsgeld wurde vom netto Geld entzogen 

Kommentar von Meltbzoy ,

Zum 17.12 

Okey danke :)

Kommentar von NSchuder ,

Wenn Du nicht den ganzen Monat arbeitest, steht Dir auch das Gehalt nicht für den ganzen Monat zu.

Vermutlich lautet die Rechnung wie folgt:

700 / 2 = 350 + 140 Ticket - Weihnachtsgeld 150 = 340,--

Kommentar von Familiengerd ,

Einen Urlaubsanspruch hast Du schlichtweg während der Probezeit nicht. Hier kannst Du also auch nichts einfordern.

Das ist "schlichtweg" falsch!

Selbstverständlich erwerben Arbeitnehmer/Auszubildende auch während der Probezeit einen Urlaubsanspruch von 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonat.

Und ein Urlaub muss auch während der Probezeit gewährt werden, wenn nicht dringende (!!!) betriebliche Gründe oder Urlaubswünsche sozial bevorrechtigter Arbeitnehmer dem entgegen stehen (ob das "sinnvoll" ist, ist eine andere Frage).

Weihnachtsgeld muss sogar zurück gezahlt werden wenn Du in der ersten Hälfte des kommenden Jahres gekündigt hättest.

Auch das ist in dieser allgemeinen Formulierung falsch!

eine solche allgemeine Bestimmung gibt es nicht!

Weihnachtsgeld muss nur dann zurück gezahlt werden, wenn an die Leistung des Weihnachtsgeldes bestimmte Bedingungen (z.B. Bestehen des Ausbildungs-/Arbeitsverhältnisses am 01.12. des Jahres oder ungekündigtes Ausbildungs-/Arbeitsverhältnis am 31.03. des Folgejahres) vertraglich geknüpft worden sind.

Ohne die Vereinbarung solcher Bedingungen darf Weihnachtsgeld (oder eine sonstige Gratifikation) nicht zurück gefordert werden.

Kommentar von Meltbzoy ,

Also am besten ruf ich bei meiner alten Arbeitsstelle am 4. an und fordere das Geld ?

Kommentar von Familiengerd ,

Aus der Abrechnung muss sich ergeben, wie sich der gezahlte Betrag zusammensetzt; Gewerbeordnung GewO § 108 "Abrechnung des Arbeitsentgelts" Abs. 1 Satz 2 und 3:

Die Abrechnung muss mindestens Angaben über Abrechnungszeitraum und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts enthalten. Hinsichtlich der Zusammensetzung sind insbesondere Angaben über Art und Höhe der Zuschläge, Zulagen, sonstige Vergütungen, Art und Höhe der Abzüge, Abschlagszahlungen sowie Vorschüsse erforderlich.

Dein Anspruch auf Urlaubsabgeltung ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4:

Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

Für Deinen Anspruch auf das Weihnachtsgeld gibt es - weil ein solcher Anspruch gesetzlich nicht festgelegt oder geregelt ist - keine unmittelbaren gesetzlichen Bestimmungen.

Wenn aber der Arbeitgeber Weihnachtsgeld zahlt und es fehlt an vertraglichen Vereinbarungen, unter welchen Bedingungen er diese Leistung gewährt oder eine Rückforderung verlangen kann, dann darf er das einmal gezahlte Weihnachtsgeld wegen dieser fehlenden vertraglichen Vereinbarung auch nicht zurück fordern oder mit Deinen Ansprüchen aufrechnen; diese vertraglichen Vereinbarungen können sein: Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsordnung, Betriebsvereinbarung.

Wenn der Betrag keine Abgeltung des erworbenen anteiligen Urlaubsanspruchs von 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat der Beschäftigung enthält und das bereits gezahlte Weihnachtsgeld trotz fehlender Vereinbarung über die Bedingungen, unter denen es nur gewährt wird, wieder abgezogen wurde, dann solltest Du - unbeschadet eines Anrufs - Deinen Arbeitgeber schriftlich zur Nachzahlung der Urlaubsabgeltung und der Wiederrückerstattung des eingezogenen Weihnachtsgeldes auffordern und eine angemessene Zahlungsfrist setzen; für den Fall der Weigerung oder des Nichtreagierens drohst Du mit einer Klage beim Arbeitsgericht (meistens ist eine solche Drohung alleine schon hilfreich).

Du solltest im Ausbildungsvertrag (wenn es einen Tarifvertrag gibt, dann auch dort) nachschauen, ob Ausschlussfristen vereinbart sind, nach deren Verstreichen Forderungen aus dem Ausbildungs-/Arbeitsverhältnis verfallen (arbeitsvertraglich mindestens 3 Monate, tarifvertraglich mindestens 1 Monat); ohne solche Ausschlussfristen hast Du nach BGB § 196 "Regelmäßige Verjährungsfrist" 3 Jahre Zeit, Deine Forderung zu stellen, also bis zum 31.12.2018 (sofern Du Deinem Arbeitgeber nicht "signalisiert" hast, dass Du auf Deine Forderungen verzichtest).

Kommentar von NSchuder ,

Dann mal viel Spaß vor Gericht....

Kommentar von Familiengerd ,

Erstens ist zunächst einmal nur davon die Rede, dass mit einer Klage gedroht werden soll, weil alleine das oft schon hilft, besonders in Fällen, in denen sich - wie (zumindest nach der Schilderung) hier - der Arbeitgeber unrecht verhält!

Zweitens gibt es Situationen, da kommt man um eine Klage nicht herum, wenn man sein "gutes Recht" bekommen will - ob es nun "Spaß" macht oder nicht!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Drittens hätte der Fragesteller - zumindest dann, wenn sich die Situation tatsächlich so darstellt, wie von ihm beschreiben - beste Aussichten auf Erfolg bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung!

Denn anders, als von Dir behauptet, hat er die von Dir bestrittenen Ansprüche.

Und bei einer relativ oder offensichtlich "klaren" Angelegenheit - und wenn es sich der Fragesteller selbst zutraut - braucht er keinen Anwalt zu seiner Vertretung, weil der in der ersten Instanz des Arbeitsgerichtsverfahrens nicht vorgeschrieben ist. Und bei der Klageformulierung hilft ihm die Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts kostenlos, wenn er die Klage dort zur Niederschrift aufnehmen lässt.

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