Frage von niicii123, 25

Ausbildung, Gehalt, tarflich. Ist das so rechtens?

Hallo Leute,

also ich bin Auszubildende im 3. Lehrjahr. Am Anfang meiner Ausbildung (1. Lehrjahr) haben wir mit meinem Chef abgemacht gehabt, dass in meinem Ausbildungsvertrag mein Gehalt zu dem jetztigen stand Tariflich verankert wird und mündlich haben wir abgemacht gehabt, dass er jedes Jahr ein schreiben einschickt, damit sich mein Vertrag weiterhin Tariflich für das aktuelle Jahr erhalten bleibt. Mitten in meinem 2. Lehrjahr hat sich bedauerlicherweise mein Chef geändert wir wurden aufgekauft. Nun bin ich in meinem 3. Lehrjahr und im Juli müsste sich ja mein Gehalt sich wieder Tariflich anpassen. Nur Anfangs im August konnte ich dies nicht feststelle, da ich Urlaubsgeld erhalten habe. Ende September ist mir dies aber aufgefallen und ich habe meine Ausbilderin darauf angesprochen, sie aber war der Meinung, dass ich darauf warten solle bis mein Chef aus seiner Geschäftsreise zurück kommt. Dies habe ich natürlich auch gemacht Mitte Oktober war es nun so weit er war da und ich konnte ihn drauf ansprechen. Nachdem ich ihm dies genau so geschildert hatte, meinte er daraufhin meinte er zu mir er wird sich drum kümmern. Die tarfliche Änderung zum jetzigen Stand 2015 geschah leider nicht bis zu meiner Abrechnung, also schrieb ich Ihn an, da er unterwegs ist und ich Ihn nicht persönlich drauf ansprechen kann. Er beauftragte (per Mail) meine Ausbilderin sich drum zu kümmern, die sah dies aber nicht ein, da sie nicht dazu Verpflichtet ist mir Gehaltserhöhungen zu geben. Sie ist weder Prokurist noch Leiterin unserer Firma. Also bekam ich keine Antworten sondern wurde völlig ignoriert und dies über dritte erledigt! Und er mir über meine Ausbilderin mitteilt, dass er sich nicht meinem alten Chef anpasst.

Gibt es keine Paragraphen, womit ich Ihn festnageln könnte. Ich meine es hat all die Jahre geklappt, ein Handschlag mit meinem alten Chef ist doch weiterhin Rechtsfähig!

Antwort
von sponti68, 25

schau mal in deinen Ausbildungsvertrag.

Da steht irgendwo vermutlich was von "mündliche Nebenabreden sind unzulässig" oder "weitere Vereinbarungen sind stets schriftlich zu fixieren", so etwas in der Art.

Tatsächlich gilt, was schriftlich vereinbart wurde. Selbst wenn die mündliche Zusage noch rechtlichen Bestand haben sollte, musst du das beweisen können.

Recht haben und Recht bekommen, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Eine weitere Lebenserfahrung für dich.

Wen man dich da jetzt schon so behandelt, würde ich mir gut überlegen, ob ich dort nach der Ausbildung weiter arbeiten möchte.

Jetzt hast du noch ein paar Monate. Ich würde die erhöhte Ausbildungsvergütung abhaken.

Dein Chef kann Aufgaben delegieren.
Wenn er seine Arbeit auf einen anderen abwälzt muss er dich nicht fragen, ob du damit einverstanden bist.

Ebenso wenig braucht die beauftragte Person Prokura, o.ä.

Oder musst du als Gesellschafter, oder mit Prokura eingetragen sein, wenn du fürs Geschäft losgeschickt wirst, ein dutzend Handtücher zu kaufen? Nein, selbstverständlich nicht.

So ist es auch hier. Dein Chef hat diese Aufgabe an deine Ausbilderin weiter gereicht. Es ist letztlich jetzt alleine ihre Entscheidung wie sie diese erledigt.

So wie sie es macht, weisst du jetzt zumindest, was sie von dir persönlich und was sie von deiner Arbeit hält.

Kommentar von niicii123 ,

Ich lese mir mal mein Ausbildungsvertrag nochmal explizit durch.
Es wurde im Beisein meiner Ausbilderin vereinbart, dass dies so gestaltet wird, also habe ich noch eine "Zeugin".

Leider eine schmerzhafte Lebenerfahrung, da ich schon so wenig verdiene. So eine frechheit und dreistigkeit habe ich noch nie erlebt!

Ich werde nie im Leben in dieser Firma weiter arbeiten! Bei denen wird man sehr schlecht behandelt und wird für Sachen angemacht, wofür man oft nichts kann!

Ich hasse meine Ausbilderin! Die Beschützt ihre Lerhlinge nicht, sondern hackt auf denen rum!

Wie oft ich die Firma wechseln wollte, aber es gibt leider überall Leute mit denen man sich versteht und andere die man nicht leiden kann. Deshalb habe ich davon immer abgesehen.

Danke dir. :)

Kommentar von sponti68 ,

Ich kann dich gut verstehen. Leider ist das Leben voller solcher Erfahrungen.

Antwort
von ellaluise, 14

Evtl. könntest du dich mit der zuständigen Kammer in Verbindung setzen ob der Betrieb es anpassen muß.

So wie ich es kenne und in unserem Betrieb wird es auch so gehandhabt, die Ausbildungsvergütung wird jeweils dem aktuellem Stand angepasst. (zum Ausbildungsjahrwechsel).

Denn ich unterschreibe evtl. 1/2 Jahr vor Ausbildungsbeginn den Vertrag, die Werte für die 3 Jahre werden lt. dem aktuellem Stand eingetragen.

So, nun gibt es irgendwann Verhandlungen und es gibt tarifliche Erhöhungen, die konnten dann ja nicht berücksichtigt werden.

Auch Arbeitnehmer profitieren ohne individuelle Gehaltsverhandlungen von Tariferhöhungen.

Es könnte sein, das es davon abhängig ist ob der Betrieb an den/einen Tarif gebunden ist.

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