Frage von Derdenkerwis, 29

Ausbildung anregen Ja oder Nein?

Hallo,

ich habe seit einige Monaten mein Ausbilderschein (privat gemacht – auch selbst bezahlt) und habe mir überlegt, in meinen Betrieb, eine Ausbildung anzuregen. Da in meinen Betrieb( in der nähe von Saarbrücken) einen großen Fachbereich "Chemie" existiert, aber keine Mitarbeiter dort ausgebildet werden, finde ich es recht problematisch, hinsichtlich auf die Zukunft, denn dort gibt es recht viele ältere Menschen, die bald ihrer Rente anstreben und somit das Unternehmen verlassen werden. Außerdem ist der chemische Bereich sehr unbekannt und jede Person, der ich erzähle dass ich dort arbeite (auch alte Fachkollegen) fragt mich, die machen was mit Chemie. Das wäre ein weiterer Punkt der für mich als sehr wichtig erscheint - ein Präsens schafft.

Nun sehe ich aber dennoch ein Problem. Ich bin noch recht jung! Ich bin 21 Jahre alt und habe derzeit fast 2 Jahre Berufserfahrung. Mir macht aber die Abriet mit Jugendlichen sehr viel Spaß. Derzeit betreue ich des Öfteren Auszubildende andere Berufsgruppen, die aufgrund der rotierung bei uns landen. Ich kann mich wirklich gut durchsetzten und bisher gab es kaum Probleme. Ich hatte natürlich auch ein Azubi der kein Bock darauf hatte und der Meinung war, das er nicht auf mich hören muss, da ich noch jung sei. Diese Gedanken konnte ich solchen Azubis aber schnell aus ihren Gehirnen vertreiben. Der hat nach unserem Gespräch anfangs nur widerwillig aber nach dem zweiten Mahnenden Gespräch gut gearbeitet.

Zusätzlich vergebe ich in meiner Freizeit auch Nachhilfe für angehende Fachkräfte meiner Berufsgruppe. Sowie Oberstufen Schüler im Bereich Chemie, Mathematik und Biologie (Besuche selbst zusätzlich abends eine Abendschule, damit ich mein Abitur nachholen kann. Dies ist mir sehr wichtig). Ich kann dies aber leider nicht bescheinigen, da ich dies Privat mache.

Meint Ihr ich sollte einen Versuch starten oder sollte lieber noch warten (wobei ich es wirklich liebe mit Jugendlichen zu arbeiten. Es ist einfach toll zu sehen, wie diese immer mehr Lernen und auch dadurch selbst anwenden können)?

Also ich habe für diesen Schritt ein Konzept ausgearbeitet.

Inhalt

  • Warum ausbilden
  • Kosten der Ausbildung (Auflistung aller benötigten Ausbildungsmittel mit Kosten für Geräte etc.)
  • Ausbildungskonzept (Zeitlicher Ablauf –genaue Aufgabenstellungen)

Und noch einiges mehr. Dieses Konzept umfasst ca. 20 Seiten ( ich weiß, das ist natürlich noch recht wenig). Anhänger wie Ausbildungsordnung etc. sind noch zusätzlich vorhanden (also sind es noch ein paar Seiten mehr )

Was meint Ihr? Zu JUNG ?

Danke!!!

Antwort
von LordofDark, 5

Hi,

vielleicht etwas spät, aber trotzdem ein Beitrag von mir:

Ausbilden ist prinzipiell immer gut. 

Argumente dafür wären z.B. der Imagegewinn des Unternehmens in der Region durch Übernahme sozialer Verantwortung, Vorteile für das Unternehmen, indem man seinen Nachwuchs von Anfang an selbst ausbildet... 

Es macht sich auch für das Unternehmen innerhalb der Branche durchaus bezahlt, wenn man vernünftig ausbildet. 
Denk mal an den Imagegewinn, wenn ein Azubi dann nach der Ausbildung wo anders anfängt und dort einen guten Job macht. Dann fällt das doch durchaus auch auf den Betrieb zurück, in dem er gelernt hat. Marke "Ui, dort haben sie gelernt? okay... dann wissen Sie ja Bescheid"... 

Was man allerdings nicht vergessen darf:

Bildet man im Betrieb mangelhaft aus ist der Imageschaden auch recht schnell da. Marke "Wie, da haben sie gelernt? das kann ja nix taugen"... 

Ausbilden bedeutet, sich der Verantwortung zu stellen. Ein Azubi kostet erheblich mehr Geld und macht deutlich mehr Arbeit als viele im ersten Moment vermuten. Schließlich fällt neben seiner Vergütung auch Betreuungs- und Materialauffand an, den der Ausbildungsbetrieb finanzieren und organisieren muss. UND: Es muss vollständig ausgebildet werden können - sprich entweder muss der Betrieb alle berufsrelevanten Bereiche der Ausbildung auch vermitteln können oder er muss sich im Vorfeld Gedanken machen, wie man das was intern nicht geht extern vermitteln (Stichwort Verbundausbildung etc. um nur eine Option zu nennen). 

Klar ist auch, dass ein Azubi vorrangig eben Azubi und erst an zweiter Stelle produktive Arbeitskraft ist. Einen Azubi als billige Arbeitskraft zu missbrauchen kann nicht nur erheblichen Ärger geben sondern fällt auch ganz schnell auf den Betrieb zurück. 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ausbilden lohnt sich. Aber man muss es dann auch richtig und aus Überzeugung machen. 

Liebe Grüße,

Matze

Antwort
von UserDortmund, 18

Nehme doch mal Kontakt mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder er zuständigen Kammer auf. Die Können dir viele Fragen beantworten und vor allem auch richtige Auskünfte geben und beraten tätig werden. Hier wirst du 1000 Antworten erhalten

Kommentar von Derdenkerwis ,

Also generell gibt es keine Altersbeschränkung, aber da ich erst 21 Jahre alt bin weiß ich nicht wie mein Betrieb reagieren würde

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