Hallo,
ich kann mich Gartenfee wenig anschließen und was Sie (?) erzählt, stimmt so nicht. Ich bin ebenfalls in Berlin tätig.
Wichtig ist die Grundeinstellung! Wenn diese nicht stimmt, solltest du einen sozialen Beruf meiden. Du musst Dir im Klaren sein, dass du in dieser Branche nicht reich werden kannst.
Bevor du eine Ausbildung in diese Richtung machen willst, musst du Dir erstens klar sein, ob es überhaupt eine Ausbildung oder ein Studium sein soll - für letzteres musst du an enstprechenden Hochschulen studieren und dort gibt es meistens nur den Beruf des Sozialarbeiters. Wäre etwas für dich. Das kannst du aber ausnahmslos nur studieren!! Eine Ausbildung gibt es dafür nichtmehr. Deswegen wird das Jobcenter oder die Arge wenig bis garnicht weiterhelfen können. Du musst bei den einzelnen Universitäten oder Fachhochschulen googlen.
Zweitens, musst du wissen, in welchen Bereich der Sozialpflege du gehen willst: Mit Kindern? Mit Jugendlichen? Mit Erwachsenen? Oder mit Alten? Mit Menschen mit Behinderung? In die Suchthilfe? Bei letzterem ist der Sozialarbeiter gefragt. Bei alten Menschen der Beruf des Altenpflegers, bei Menschen mit Behinderung vorwiegend der Heilerziehungspfleger, bei Kindern der Erzieher.
Ich persönlich lerne gerade in letzten Zügen den Heilerziehungspfleger, aber an einer staatlichen Schule. Staatliche Schulen würde ich Dir immer empfehlen, da du ansonsten Schulgeld abdrücken darfst und das nicht wenig. Die Leistungen, das Niveau und die Ausbildung ist aber dieselbe wie an staatlichen Schulen, zumindest in Berlin. Dort kannst du entweder dann dich mit Bafög oder Alg2 (solltest du eine eigene Wohnung unter den gegebenen Regeln haben und deine Eltern zu viel verdienen) finanzieren lassen und denke daran, das entsprechende Schulgeld wird nicht verrechnet. Bei ca. 500€ Bafög inzkl. Wohngeld musst du dann auch noch Schulgeld abdrücken. Deswegen macht eine staatliche Schule Sinn. Da du bereits einen Beruf erlernt, ist das deutlich von Vorteil.
Was ich eben beschrieben, gilt auch für die anderen Berufe des Erziehers und Altenpflegers, wobei es beim Altenpfleger keine staatlichen Schulen mehr zu geben scheint und die Ausbildung immens teuer ist.
Mit dem Heilerziehungspflege bist du in der Behindertenhilfe am Besten aufgehoben. Es geht aber auch der Erzieher.
Es stimmt, das derzeit die Fachkräfte wenig verdienen und auch weniger eingestellt werden. Vorallem bei großen Trägern. Es lohnt sich eher bei kleineren Trägern anzufangen.
Das ist doch völlig am Thema vorbei. Polizist wird man nicht einfach so, man muss die richtige Größe haben und es gelten ganz andere Anforderungen und Ansprüche in diesem Beruf als im Beruf des Helfenden im sozialen Bereich.
Du hast Eines vergessen, die Berufung und das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso du so negativ auf den sozialen Bereich und Beruf zu sprechen bist. Die Bezeichnung "Branche" sagt ja schon alles. Hier geht es um Menschen und nicht um irgendwelche Produkte und das Karriere machen!
Das du helfen mit "ausnutzen" und "ausbeuten" gleichsetzt finde ich sehr arm, denn das ist eben nicht die Wahrheit. Richtig ist, aufzupassen, denn es ist schon richtig, das obige Begriffe gerade im sozialen Bereich stattfinden. Aber es kommt doch nunmal auf die persönliche Einstellung an. Wenn man weiß, was einen erwartet, dann kann man damit auch umgehen und entsprechendes Ausnutzen verhindern.
nun, ich achte deine meinung. ich hatte sie auch einmal. aber schau dich mal in der realität um. und besser noch. arbeite mal ca. 10 jahre und mehr mit halbjahresverträgen, um die sozialhilfe rum bezahlt und arbeitszeiten, die du dir nicht aussuchen kannst, du biist praktisch ständig im einsatz. das kannst du eine weile amchen. und dann schau mal, ob du dann noch auf deinem hohen roß der illusionen sitzt. als ich begann zu arbeiten, gab es noch tarifverträge und relativ normale arbeitsbedingungen. heute ist dort nichts mehr normal. und aussuchen kann man sich die arbeit dort leider auch nicht. man muß froh sein, wenn man überhaupt arbeiten darf, auch unterhalb des existenzminimums.
übrigens, heute erstelle ich gutachten über die verhältnisse in diesem bereich, also dieser branche. ich weiß also, wovon ich rede/ schreibe. schließlich habe ich viele mitarbeiter interviewt und manches mehr untersucht. nur darf ich in meinen berichten nicht so deutlich werden bzw. muß es sehr gemäßigt ausdrücken. aber die zustände sind schon richtig übel. zumindest hier in berlin. ich bin froh, daß ich diesen job hingeschmissen habe. man kann diese zustände auch den klienten nicht zumuten. denn unter solch miserablen bedingungen wird ihnen alles andere als geholfen. sie werden nur in d as system "hineingestopft", in welchem man selbst als sozialarbeiter auch drinnen steckt. das ist aber letztlich keine hilfe, nur eine scheinhilfe. versuchs mal. wenn du in echte not gerätst, dann wende dich mal an sozialstellen. du wirst dein blaues wunder erleben.