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Ausbildung abgeschlossen - neue Ausbildung im sozialen Bereich beginnen?

Frage von Neidobjekt Neidobjekt

Hallo Leute,

habe vor Kurzem meine Ausbildung abgeschlossen. Wurde auch befristet übernommen. Jedoch ist dieser Beruf nicht wirklich mein Traumberuf, ich kann mir einfach nicht vorstellen, noch mein ganzes Leben lang diesen Beruf (vielleicht sogar in dieser Firma) auszuüben... Jetzt bin ich knapp über 20 und möchte eine weitere Ausbildung beginnen - doch was? Mich interessieren mehrere Bereiche, und ich weiss einfach nicht, mit welchem Beruf ich mich identifizieren kann. Es soll was soziales sein, ich möchte mit Menschen zu tun haben und denen helfen und ich plane und organisiere sehr gern. Nun suche ich seit kurzem Institutionen, die SozialArbeiter auf BA ausbilden. Finde aber leider nix im Netz...Wisst ihr was? Könnt ihr mir helfen? Hab schon bei der Arbeitsagentur angerufen und bekomm auch demnächst einen Termin, aber das dauert immer so lang -.-

Freu mich auf eure Ratschläge, vielen Dank schon mal im Voraus!

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Antworten (7)

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    Antwort von gartenfee gartenfee

    ich rate dir dringlichst ab von einer ausbildung im sozialbereich. ich bin selbst in diese richtung gegangen - als noch nicht absehbar war, wie sich die branche entwickeln wird. jedenfalls habe ich das damals noch nicht egsehen. dann kam um ca. die jahre 2001-2004 ein totaler einbruch, zumindest hier in berlin. ich habe das eine weile mitgemacht, als sozialarbeiter gearbeitet, auch unter bedingungen von abm oder ein-euro-job (die gleiche arbeit und teils noch mehr verantwortung als vorher, aber sehr restriktiv behandelt, einfach "schizophren" das ganze: als arbeitslose arbeitslose zu betreuen und dabei selbst den gleichen bedingungen ausgesetzt zu sein wie die klienten, mit der einzigen ausnahme, daß man sich nicht gehen läßt, also weder trinkt, noch extreme schulden macht oder so etwas). dann habe ich die arbeit hingeschmissen, weil ich es nicht mehr verantworten konnte, weder vor mir selbst noch vor den klienten. in keiner anderen branche würde man so extrem miese arbeitsbedingungen akzeptieren, bei gleichzeitig so schlechter bezahlung. und dann der druck dazu und die verantwortung den klienten gegenüber...

    laß die finger davon! ich rate dir dringend davon ab. es sei denn, du hast einen extrem ausgeprägten hlerferkomplex und läßt dich gerne ausbeuten und ausnutzen. (aber dann würde ich dir erst recht abraten. denn dann könntest du auch niemandem helfen)

    du hättest auf lehrer studieren sollen, da wärst du jetzt richtig. momentan gehen viele in rente. und lehrer werden (noch) gut bezahlt. aber jetzt anzufangen, das wäre dann auch zu spät. du würdest dann erst fertig werden, wenn die plätze im schnitt schon vergeben sind.

    werde polizist! das ist auch ein krisenfester und gut bezahlter job (auch wenn die polizisten oft genug über ihre schlechte bezahlung jammern, sie sollten sich mal mit anderen vergleichen!). wenn du starke nerven hast, dann nehmen sie dich da.

    Kommentar von Akula AkulaAkula

    Das ist doch völlig am Thema vorbei. Polizist wird man nicht einfach so, man muss die richtige Größe haben und es gelten ganz andere Anforderungen und Ansprüche in diesem Beruf als im Beruf des Helfenden im sozialen Bereich.

    Du hast Eines vergessen, die Berufung und das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso du so negativ auf den sozialen Bereich und Beruf zu sprechen bist. Die Bezeichnung "Branche" sagt ja schon alles. Hier geht es um Menschen und nicht um irgendwelche Produkte und das Karriere machen!

    Das du helfen mit "ausnutzen" und "ausbeuten" gleichsetzt finde ich sehr arm, denn das ist eben nicht die Wahrheit. Richtig ist, aufzupassen, denn es ist schon richtig, das obige Begriffe gerade im sozialen Bereich stattfinden. Aber es kommt doch nunmal auf die persönliche Einstellung an. Wenn man weiß, was einen erwartet, dann kann man damit auch umgehen und entsprechendes Ausnutzen verhindern.

    Kommentar von gartenfee gartenfeegartenfee

    nun, ich achte deine meinung. ich hatte sie auch einmal. aber schau dich mal in der realität um. und besser noch. arbeite mal ca. 10 jahre und mehr mit halbjahresverträgen, um die sozialhilfe rum bezahlt und arbeitszeiten, die du dir nicht aussuchen kannst, du biist praktisch ständig im einsatz. das kannst du eine weile amchen. und dann schau mal, ob du dann noch auf deinem hohen roß der illusionen sitzt. als ich begann zu arbeiten, gab es noch tarifverträge und relativ normale arbeitsbedingungen. heute ist dort nichts mehr normal. und aussuchen kann man sich die arbeit dort leider auch nicht. man muß froh sein, wenn man überhaupt arbeiten darf, auch unterhalb des existenzminimums.

    übrigens, heute erstelle ich gutachten über die verhältnisse in diesem bereich, also dieser branche. ich weiß also, wovon ich rede/ schreibe. schließlich habe ich viele mitarbeiter interviewt und manches mehr untersucht. nur darf ich in meinen berichten nicht so deutlich werden bzw. muß es sehr gemäßigt ausdrücken. aber die zustände sind schon richtig übel. zumindest hier in berlin. ich bin froh, daß ich diesen job hingeschmissen habe. man kann diese zustände auch den klienten nicht zumuten. denn unter solch miserablen bedingungen wird ihnen alles andere als geholfen. sie werden nur in d as system "hineingestopft", in welchem man selbst als sozialarbeiter auch drinnen steckt. das ist aber letztlich keine hilfe, nur eine scheinhilfe. versuchs mal. wenn du in echte not gerätst, dann wende dich mal an sozialstellen. du wirst dein blaues wunder erleben.

  • 1
    Antwort von berlus berlus

    ja und mies bezahlt sind sie auch.. und da man immer weniger geld hat und es jedes jahr unsozialer wird wohl auch nicht sehr zukunfsträchtig.. nachfrage wird sicher da sein - aber zahlen wird keiner was:) und man arbeitet ja schließlich nicht weil einem sonst nix besseres einfällt das man mit seiner begrenzten zeit anfangen kann.

    heute verdient man ohnehin überall viel zu wenig und macht viel zu viel "ausbildungen". oder anders gesagt - vollzeit jobs die nicht oder lächerlich vergütet werden.

    schau lieber mal wie und wo man geld verdienen kann! jetzt hast wahrscheinlich bald 20 jahre schule und ausbildung hinter dir. viel arbeit und 0 geld. willst da echt nochmal einige jahre dranhängen? überleg dir gut was du machst!!!

    bei deiner letzten lehre hätte man ectl auch schon vorher irgendwie abklären können ob das was für dich ist.

    Kommentar von gartenfee gartenfeegartenfee

    hallo berlus, ich gebe dir vollkommen recht. du hast die dinge ziemlich real erfaßt.

  • 1
    Antwort von Indy72 Indy72

    Die Arbeitsagentur fördert kein Studium und schon gar nicht auf einer privaten Akademie. Bachlorstudiengänge im sozialen oder charitativen Bereich gibt es öfter an privaten Unis oder Akademien. Der Spass istaber alles andere als billig.

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    Antwort von Neidobjekt Neidobjekt

    Vielen Dank für eure Glückwunsche und die vielen, ausschweifenden und hilfreichen Antworten :-)

    Also ich weiss, dass man im sozialen Bereich nicht die Hölle verdient, und trotzdem reizt mich dieser Beruf. Ich habe eine Wohnung zu bezahlen, dementsprechend fände ich ein Duales Studium, dh Studieren und in den Semesterferien arbeiten gehen, ganz gut...aber nicht nur aus finanzieller Sicht !! Desweiteren fände ich Jugendhilfe für Jugendliche aus sozial schwachen Familien toll - dh Hilfe bei Ärger i.d. Schule, mit den Eltern, Hilfe, einen Ausbildungsplatz zu finden oder eigenständiger zu werden. Außerdem liebe ich es, zu organisieren - die Sozialarbeiter in unserer Stadt organisieren in den Ferien für Jugendliche Freizeitmöglichkeiten - toll!

    Berlus: Natürlich habe ich vorher auch schon abgeklärt, ob der Beruf was für mich ist. Aber zu dieser Zeit hatte ich andere Interessen und Vorstellungen - hast du dich noch nie im Leben für etwas falsch entschieden??

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    Antwort von tabusia tabusia

    was hast du denn gelernt? was heißt BA??? bin selber Sozialarbeiterin

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    Antwort von Akula Akula

    Hallo,

    ich kann mich Gartenfee wenig anschließen und was Sie (?) erzählt, stimmt so nicht. Ich bin ebenfalls in Berlin tätig.

    Wichtig ist die Grundeinstellung! Wenn diese nicht stimmt, solltest du einen sozialen Beruf meiden. Du musst Dir im Klaren sein, dass du in dieser Branche nicht reich werden kannst.

    Bevor du eine Ausbildung in diese Richtung machen willst, musst du Dir erstens klar sein, ob es überhaupt eine Ausbildung oder ein Studium sein soll - für letzteres musst du an enstprechenden Hochschulen studieren und dort gibt es meistens nur den Beruf des Sozialarbeiters. Wäre etwas für dich. Das kannst du aber ausnahmslos nur studieren!! Eine Ausbildung gibt es dafür nichtmehr. Deswegen wird das Jobcenter oder die Arge wenig bis garnicht weiterhelfen können. Du musst bei den einzelnen Universitäten oder Fachhochschulen googlen.

    Zweitens, musst du wissen, in welchen Bereich der Sozialpflege du gehen willst: Mit Kindern? Mit Jugendlichen? Mit Erwachsenen? Oder mit Alten? Mit Menschen mit Behinderung? In die Suchthilfe? Bei letzterem ist der Sozialarbeiter gefragt. Bei alten Menschen der Beruf des Altenpflegers, bei Menschen mit Behinderung vorwiegend der Heilerziehungspfleger, bei Kindern der Erzieher.

    Ich persönlich lerne gerade in letzten Zügen den Heilerziehungspfleger, aber an einer staatlichen Schule. Staatliche Schulen würde ich Dir immer empfehlen, da du ansonsten Schulgeld abdrücken darfst und das nicht wenig. Die Leistungen, das Niveau und die Ausbildung ist aber dieselbe wie an staatlichen Schulen, zumindest in Berlin. Dort kannst du entweder dann dich mit Bafög oder Alg2 (solltest du eine eigene Wohnung unter den gegebenen Regeln haben und deine Eltern zu viel verdienen) finanzieren lassen und denke daran, das entsprechende Schulgeld wird nicht verrechnet. Bei ca. 500€ Bafög inzkl. Wohngeld musst du dann auch noch Schulgeld abdrücken. Deswegen macht eine staatliche Schule Sinn. Da du bereits einen Beruf erlernt, ist das deutlich von Vorteil.

    Was ich eben beschrieben, gilt auch für die anderen Berufe des Erziehers und Altenpflegers, wobei es beim Altenpfleger keine staatlichen Schulen mehr zu geben scheint und die Ausbildung immens teuer ist.

    Mit dem Heilerziehungspflege bist du in der Behindertenhilfe am Besten aufgehoben. Es geht aber auch der Erzieher.

    Es stimmt, das derzeit die Fachkräfte wenig verdienen und auch weniger eingestellt werden. Vorallem bei großen Trägern. Es lohnt sich eher bei kleineren Trägern anzufangen.

    Kommentar von Akula AkulaAkula

    Hab ich ganz vergessen: Mach doch einfach mal ein paar Praktikas im Vorfeld, um Erfahrung zu sammeln. Die Praktikas sollen natürlich keine zehn Wochen gehen, eine Woche reicht ja aus.

    Kommentar von berlus berlus

    wenn ich das im überfliegen richtig verstanden habe gibst tu hier tips ohne je richtig und voll bezahlt gearbeitet zu haben? ja in der jugend ist man gerne optimistisch:)

    das man dort nicht reich wird ist wohl JEDEM klar. sag mir mal bitte einen ausbildungsberuf bei dem man reich wird?

    ich kenne GARKEINEN beruf mehr wo man eine sehr wahrscheinliche chance zum viel geld verdienen hatgeschweige denn zum reich werden.

    sorry wenn ich da einige illusionen nehme. aber ich halte nichts von diesem selbstlosen nachgeplappere von "hauptsache arbeit".

    sozial oder nicht. man muß auch selbst leben.

    und da es sich beim fragesteller wohl nicht um eine gelangweitle ehefrau eines reichen bankdirektors handelt geht es in erster linie halt auch ums geld.

    arbeit ist broterwerb. und wenn man den ganzen tag arbeitet ist es das MINDESTE das man sich recht problemlos ein einfaches leben finanzieren kann.

    das sich da so viele mit schönen versprechungen auf die zukunft abspeisen lassen ist wohl eines von vielen problemen warum wir diese ganzen ausbildungen, praktikas und billlig jobs haben.

    noch zum fragesteller direkt. schau dich doch mal sonst nach jobs um. es gibt eine ganze reihe jobs wo man als quereinsteiger gleich richtig und voll bezahlt anfangen kann. da zählt oft nicht welche aufbildung du hast sondern das du überhaupt eine hast und zu überzeugen weißt. so würde ich das versuchen. da gibt es sogar einige sehr anständige jobs darunter.

    viel glück

    Kommentar von Akula AkulaAkula

    Du hast mich nicht richtig verstanden. Nur weil ich eine Ausbildung als HEP gerade mache, heißt das nicht, ich habe noch nie richtig gearbeitet, woanders und im sozialen Bereich und wüsste nicht bescheid. Zumal ich gerade sehr wohl arbeite, als bezahlter Jahrespraktikant durch den Berliner Senat. Und von 860€ Netto im Monat in diesem Bereich kann ich derzeit ganz gut leben. Später werden es mehr, denn so schlecht wird man in dem Bereich auch nicht unbedingt bezahlt, wie hier gerne behauptet. Und wenn ich mir meine vielen Kollegen anschaue, weiß ich wovon ich spreche. Ebenfalls weiß ich wovon ich spreche, weil ich Vorsitzender eines freien Trägers bin und höchstpersönlich die Leute in unseren Kitas einstelle und auch bezahle. Und wir bezahlen im Durschnitt mehr als die anderen.

    Es gibt viele Berufe in denen man gut verdienen kann, z.b der als Banker. Reich ist eine Definitionsfrage und da ging es nicht um Millionen, sondern um einen guten Lebenstil bei gutem Gehalt ab 4000€ Netto. Entschuldige für meine falsche Wortwahl.

    Im Grunde stimme ich dir ja zu, aber was hat das mit einem sozialen Job zutun? Im Grunde wenig, da die genannte Ausbeutung in vielen beruflichen Bereichen des Lebens stattfindet. Das was du lieber Berlus ansprichst ist etwas Grundlegendes, das man ansprechen soll, aber daraus nun kein Strick zu drehen ist, schon garnicht für die soziale Branche. Ich kann dir nämlich erzählen, das man derzeit in der Familienhilfe richtig gutes Geld verdienen kann. Woher ich das weiß? Weil wir das selbst anbieten wollten und ich etliche kenne, die das neben ihren eigentlichen Job tun. Im Sozialbvereich arbeiten heißt nämlich auch, mehrere Jobs nebenbei zu haben. Das ist dann kein Maloche, wie in Amerika, sondern selbstgewählt.

    Viele Berufstätige im sozialen Bereich wechseln oftmals die Bereiche, was auch gute Seiten hat. Dabei verringern sie auch ihre Stunden, um in anderen Bereichen Stunden freizubekommen oder weil sie selbst einen Verein aufgebaut haben. Meine derzeitigen Kollegen arbeiten z.b oft nur mit 25h. Wo man immer noch gutes Geld verdient, ist im psychosozialen Bereich, besonders bei den Härtefallen. Als Betreuer und nur 30h verdient man hier knapp 1400€ Netto! Das ist viel und gutes Geld. Natürlich, genug ist es nie, aber man muss auch mal ein wenig die Relationen beachten. Für mehr Geld kann man immer sein, das bin ich auch. ;)

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    Antwort von krizekrazi krizekrazi

    gratuliere! eine Prima Idee, Solzialberufe sind sehr gefragt

    Kommentar von gartenfee gartenfeegartenfee

    ja sind sie - wenn der sozialarbeiter ehrenamtlich arbeitet und auch noch jederzeit abrufbar ist, am besten rund um die uhr, einschließlich wochenende. arbeiten soll er, sich kümmern, aber geld kosten soll er nix.

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