Frage von dtevez, 69

Ausbildung - Arbeitszeit zu lange und mit dem Privatwagen einkaufen?

Hallo Ihr lieben ich fange im August eine Ausbildung an. Unser Betrieb hat die Öffnungszeiten von 9 Uhr bis 18.30 Uhr. Das sind 9 Stunden und 30 Minuten. Frühstückspause hat man doch 15 min und Mittags 30 min also müsste ich bis 17.45 da bleiben oder ? Aber mein Chef verlangt, das ich bis 18.30 da bleibe... Das ist doch so nicht in ordnung oder ? Zudem soll ich abundzu mit meinem Privatwagen Dinge einkaufen fahren und das können im Monat zwischen 150 und 500 km sein. Muss er mir dann Geld geben, wegen des Verschleiß und Spritkosten ? Grüße Pascal

Antwort
von ShinyShadow, 34

Hi :)

Auf wie viele Stunden kommst du so insgesamt in der Woche? Hast du vielleicht irgendwann halbtags Berufsschule und musst danach nicht mehr arbeiten kommen? Dann kann das natürlich sein, dass du das an den anderen Tagen "nachholen" musst.
Ansonsten ist das nicht ganz in Ordnung, und auch wenns schwer fällt, solltest du da schauen, dass du das von Anfang an regelst, denn wenn die einmal merken, dass sie mit dir machen können, was sie wollen, passiert das immer häufiger.

Wegen dem Auto:
Ja, er muss dir Geld geben. Falls sich da nichts geändert hat die letzte Zeit, sind das 30 ct. pro km.

Kommentar von ShinyShadow ,

Auch hier nochmal zur Ergänzung: Ich geh in meiner Antwort davon aus, dass du ne 40-Stunden-Woche hast.

Wenn du volljährig bist, darf die Arbeitszeit nämlich auch länger sein.

Kommentar von LordofDark ,

Auch hier nochmal zur Ergänzung: Ich geh in meiner Antwort davon aus, dass du ne 40-Stunden-Woche hast.

Wenn du volljährig bist, darf die Arbeitszeit nämlich auch länger sein.



Stimmt nicht. Im Durchschnitt dürfen nach dem Arbeitszeitgesetz 8 Arbeitsstunden pro Werktag (Mo-Sa) nicht überschritten werden. Ein Arbeitstag darf 8 Stunden nicht überschreiten und nur im Ausnahmefall auf 10 Stunden verlängert werden, wenn zeitnah ein Ausgleich erfolgt. 

Ein Blick ins Gesetz kann viele Fragen klären ;)

und: nach BBiG gilt eine Schulstunde als Zeitstunde. 

Kommentar von ShinyShadow ,

Und wo widerspricht das jetzt meiner Aussage?

Kommentar von LordofDark ,

Wegen dem Auto: 
Ja, er muss dir Geld geben. Falls sich da nichts geändert hat die letzte Zeit, sind das 30 ct. pro km.

0,30€ ist der Kilometersatz der steuerlich als Werbungskosten absetzbar ist. 

Steuerfrei erstattungsfähig sind max. 0,25€/km, das Bundes-Reisekostengesetz sieht  0,20€/km vor (was dann auch in der Regel der Satz ist, den man ohne Erklärungsbedarf einklagen kann). 

Antwort
von ellaluise, 38

Für mich hört es sich so an das du die genauen Pausenzeiten noch gar nicht weißt. Evtl. hast du auch 45min oder 60 Min. Mittagspause. Evtl. auch noch am Nachmittag 15min, so das du auf 1 Std. Pausenzeit kommen würdest.

Wird evtl. in der Woche etwas mehr gearbeitet und dann ist Freitag Nachmittag eher Schluß?

Was ist überhaupt deine Wochenarbeitszeit?

Fahrtkosten müssten tatsächlich abgerechnet werden.

Antwort
von dtevez, 23

Hallo ich kenne das so das ein Arbeitstag 8 Stunden dauert und man zusätzlich 1 Stunde Pause drauf rechnet. Er könnte ja z.B auch nicht verlangen von 9 Uhr bis 20 Uhr zu arbeiten ! Wie gesagt bin von Montags, Mittwochs und Freitags von 9 Uhr bis 18.30 Uhr dort. Dienstags und Donnerstags nach der Schule von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Also für betriebliche Fahrten kann ich 30 Cent pro Kilometer verlangen ? Aber Geld für den Weg zur Arbeit hin und zurück 30 KM dafür kann man nichts verlangen bzw. irgendwo erstattet bekommen ?

Antwort
von dtevez, 5

Super danke nochmals für eure zahlreichen Antworten. Ich bin aber nicht gezwungen meinen Privates Fahrzeug der Firma zu Verfügung zu stellen um Dinge einzukaufen... Ich habe jahrelang für mein Auto gespart  und möchte jetzt keine Arbeitswege für die Firma damit fahren oder Dinge damit transportieren auch wenn es nur Batterien oder sonstiges sind. Da soll sich mein Chef einen Firmenwagen für solche Zwecke zulegen und gut ist !! Grüsse

Antwort
von Lionrider66, 37

Du bist verpflichtet, nach einer gewissen Zeit eine Pause zu machen. Wenn du 6 Stunden arbeitest, mindestens 30 Minuten am Stück. Insofern musst du leider bis zum Ende bleiben und kannst nicht früher Feierabend machen.

Kommentar von ShinyShadow ,

Ich glaub, hier gehts auch eher drum, dass er nach Abzug der Pause trotzdem noch 8:45 pro Tag arbeitet... Und das ist eig. nicht ok.

Ergänzung: Wenn wir von einer 40-Stunden-Woche ausgehen.

Kommentar von Lionrider66 ,

Normal sind acht Stunden,  aber es können bis zehn Stunden vom Arbeitgeber angeordnet werden. In sofern alles legitim. 

Kommentar von ShinyShadow ,

Ich hatte gerade noch meine Antwort ergänzt :) Wie gesagt, ich gehe von einer 40-Stunden-Woche aus :)

Fragesteller: Wäre nett, wenn du uns aufklärst.

Antwort
von LordofDark, 10

Hi, 

Pausenzeiten sind keine Arbeitszeiten. Dementsprechend ist deine tägliche Arbeitszeit bei insgesamt 45 Minuten Pause zwischen 9:00 und 18:30 also insgesamt 8,75 Stunden. 

Für einen Azubi nicht grundsätzlich unzulässig, sofern du 18 oder älter bist, wovon ich aufgrund deiner Schilderung ausgehe (Auto etc...) Allerdings gilt generell das Arbeitszeitgesetz und damit die Regelung, dass pro Tag maximal 8 Stunden gearbeitet werden darf, 10 wenn zeitnah ein Ausgleich erfolgt. Ergo müssten die 0,75 Stunden mehr innerhalb eines kurzen Zeitraumes  (4 Wochen in der Regel) durch Freizeitausgleich - sprich früheren Feierabend, späteren Arbeitsbeginn oder eine Freischicht- ausgeglichen werden. 
Allerdings müsstest du nochmal genau schildern, wie die Pausenregelung bei Euch ist. Wenn Du entsprechend mehr Pause hättest ist deine Gesamtarbeitszeit eventuell geringer und damit auch meine kleine Rechnung hinfällig. 

Die andere Geschichte:

Wenn dein Arbeitgeber von dir verlangt, dass du dein privates Fahrzeug für dienstliche Zwecke einsetzt muss er die gefahrenen Kilometer auch vergüten und im Übrigen sogar im Fall eines Unfalls deine Versicherungsprämien in der Höhe übernehmen, wie sie durch den Unfall gestiegen sind und den Schaden am eigenen Fahrzeug ersetzen (bzw. die Prämienerhöhung für die Kasko-Versicherung bezahlen). Du solltest auch mal mit deiner KFZ-Versicherung klären, in wie weit die dienstliche Nutzung mit versichert ist. 

Allerdings ist es zusätzlich auch noch so, dass das BBiG klar sagt "Auszubildende dürfen nur mit Aufgaben betraut werden, die dem Ausbildungszweck dienen". In wie weit da "Einkaufen fahren" mit dazugehört hängt sicherlich ein bisschen vom Ausbildungsberuf und dem was du dann einkaufst (Büromaterial okay, Getränke für die Betriebsküche auch okay, private Einkäufe für den Chef klar verboten) ab, aber grundsätzlich ist das erstmal ein kleines Tabu, wenn's nicht definitiv dem Ausbildungszweck oder zumindest einem Ausbilduns-Nebenzweck dient. 

Liebe Grüße,

Matze

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