Frage von BVBDortmund, 92

Aus welcher Verpflichtung heraus soll ein Arbeitsloser -ohne Leistungsbezug - die Termine bei dem Jobcenter wahrnehmen?

Ein mir bekannter Arbeitsloser ist bisher bei der BA betreut und wurde ausschlielich dort beraten. Nun soll er sich bei einer Gruppenveranstaltung Personaldienstleister einfinden.

https://www.youtube.com/watch?v=IxgTqwJhzS4

Antwort
von sozialtusi, 45

Auch ohne direkten Leistungsbezug möchte man sich seine AL- Zeiten ja vielleicht doch irgendwie bei der Rente anrechnen lassen, oder?

Dafür muss man halt den Vereinbarungen der Eingliederungsvereinbarung (die frei verhandelbar ist und auch seitens des Kunden verhandelt werden SOLLTE) nachkommen und dazu gehört, an allen Maßnahmen teilzunehmen, die angeboten werden.

Anosnten kann man halt auch eine Vermittlungssperre bekommen. Und genau diese Zeiten fehlen nachher bei der Rente.

Antwort
von haufenzeugs, 28

wenn er nicht im leistungsbezug steht, wird er dort geführt als arbeitssuchend. weiterhin werden diese zeiten gezählt für die rentenversicherung und dort hinterlegt und berücksichtigt. so ganz  ohne ist es also garnicht. entweder möchte er arbeit finden und stellt sich dort vor, legt seine bemühungen vor oder er verzichtet auf die rentenzeiten und meldet sich völlig ab. dann soll er zusehen wie er später die zeiten erklärt.

Antwort
von GerdausBerlin, 41

Die Bundesagentur für Arbeit und ihre Regionalbüros sind zu unterscheiden von den Jobcentern: Die Agentur ist für das ALG I zuständig, das Jobcenter für das ALG II. Beide bieten aber noch weitere Leistungen an, nämlich die Vermittlung in Arbeit sowie Zuschüsse zur Arbeitsaufnahme.

Das ALG I entfällt bei einer Sperrzeit, das ALG II kann bei SGB II § 31 Pflichtverletzungen entfallen. Dennoch gibt es Leistungen zur Vermittlung. Und man muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dazu gehören auch Bemühungen, seine Arbeitslosigkeit zu beenden - etwa die Teilnahme an einer Info-Veranstaltung, etwa "einer Gruppenveranstaltung Personaldienstleister".

Tut man dies nicht, ist das wieder ein Grund für eine Sperrzeit bzw. für eine der SGB II § 31a Rechtsfolgen bei Pflichtverletzungen. Diese summieren sich: Sie fallen dann an, wenn die bisherige Sperrzeit bzw. Sanktionszeit abgelaufen ist!

Gruß aus Berlin, Gerd

Kommentar von BVBDortmund ,

Ein Arbeitsloser -ohne Leistungsbezug - kann die ALGI gar nicht gekürzt werden. Was soll da die Sperrzeit bringen, wenn viele sagen, er kann sich ja ganz abmelden.

Es ist aber fraglich, weshalb so einer eine Verpflichtung hat, die ganz unpassenden Veranstaltungen zu besuchen, wo doch offensichtlich die Verdienstmöglichkeiten um 8,50 liegen und er, falls er diesen Job annehmen würde, den Arbeitgeber sponsort, weil so nicht sein  Lebensunterhalt verdient werden kann.

Da dieser Arbeitsloser -ohne Leistungsbezug - aber kein Millionär ist,
 möchte er ein monatliches Einkommen erzielen, benötigt dazu aber nicht die Hilfe eines "Reichsarbeitsdienstes".

Was soll da der Zwang bringen. Beschäftigen sich Mitarbeiter bei der BA und dem JC nur mit sich selbst...

Kommentar von GerdausBerlin ,

Man kann sich auch ohne Leistungsbezug arbeitssuchend oder ausbildungsplatzsuchend melden, entweder um eine Arbeit oder eien Ausbildung vermittelt zu bekommen, obwohl man keinen Anspruch auf ALG I hat, oder um Kindergeld zu bekommen.

Zumindest die zweite Leistungen entfällt aber, wenn man de facto gar nicht arbeitssuchend oder ausbildungssuchend ist. Meines Wissens muss das die Arbeitsagentur dann der Kindergeldkasse melden. Die muss dann die Zahlung von Kindergeld einstellen.

Ob die Einstellung "Arbeitgeber X = Sklaventreiber" daran etwas Wesentliches ändert, wage ich zu bezweifeln.

Gruß aus Berlin, Gerd

Kommentar von BVBDortmund ,

Ich habe nichts von Kindern geschrieben, es sind aber Pflegekinder dort im Haus  untergebracht.

In jedem Fall finde ich es ungeheuerlich die Kindergeldzahlungen einzustellen.

Kommentar von GerdausBerlin ,

Hier werden offenkundig Äpfel mit Birnen verwechselt.

Gruß aus Berlin, Gerd

Kommentar von BVBDortmund ,

Sicher, dass Du die eigenen Kinder und die Pflegekinder unterschiedlich sanktioniert sehen willst....

eigendlich geht es aber um die Sozialstaatverpflichtung die vom JC auf scheinbar beliebige Art hintertrieben werden darf.

Antwort
von DerHans, 50

Wenn ihm das nicht passt, kann er sich ja abmelden.

Kommentar von BVBDortmund ,

Oder er  könnte etwas dem Jobcenter erklären, was sie aber schon wissen sollten. Nicht reagieren ist genauso gut. 

Ich verstehe es so, ihm ist das JC egal.Und das Anschreiben, ist für seinen speziellen Fall gar nicht passend.

So betrachtet ist das JC unfähig und  überflüssig.

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