Aus welchem Grund wird in den neuen Bundesländern stark links gewählt?

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10 Antworten

Der Westen und der Osten haben sich 40 Jahre lang in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Es gab in der DDR auch viele Leute, die sich eingerichtet hatten und die die Errungenschaften des Sozialismus zu schätzen wussten. 

Wenn wir heute über die DDR reden, fallen schnell Begriffe wie Stasi, die Mauer, Mangelwirtschaft und Repressionen. Diese sind alle negativ behaftet. Es war aber nicht alles schlecht. Es gab auch gute Dinge in der DDR, die den Menschen zugute kamen. 

Viele Dinge, auch gute Sachen wurden nach der Wende einfach platt gemacht. Viele Bürger der neuen Länder fühlten sich vom Westen überrollt und unterdrückt, was teilweise ja auch stimmt. Weite Teile der ostdeutschen Wirtschaft wurden vom Westen übernommen oder abgewickelt. Das trug nicht unbedingt zur Verständigung bei.

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Schleswig-Holstein ist kein neues Bundesland.

Die Wähler_innen der Linken in Ostdeutschland gehören halt nicht unbedingt zu den Gewinnern der Wende. Viele haben seit der Wende keine Arbeit mehr und wünschen sich deshalb die alten Zustände zurück.

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Kommentar von makavel
14.02.2016, 15:25

Stimmt, danke! Ich hatte es falsch in Erinnerung! Die Fragestellung habe ich daher geändert, danke!

Die Zustände innerhalb der DDR waren doch schlimm, nach Auffassung von BRD-Bürgern (Was genau war besser?)

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Kommentar von PeVau
14.02.2016, 18:21

Die Wähler_innen der Linken in Ostdeutschland gehören halt nicht unbedingt zu den Gewinnern der Wende.

Das ist nicht richtig!

Gerade in den Neuen Bundesländern gehören Wähler der Partei die Linke und vorher der PDS zum jetzigen gesellschaftlichen Establishment.

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Hallo,

in der DDR war nicht alles schlecht. Beispiele:

1. Während Homosexualität in der BRD noch strenger verfolgt wurde, als zur Zeit der Naz*s, war Homosexualität in der DDR erlaubt und stand in keiner Weise unter Strafe.

2. Kitas und Kinderkrippen waren staatliche Einrichtungen. Soweit ich weiß durften Frauen, um ihre Babys zu stillen, den Arbeitsplatz verlassen, um dies zu tun. Diese halbe Stunde wurde ihnen sogar als Arbeitszeit angerechnet.

3. Es gab keine Studiengebühren. Wer reiche Eltern hatte oder selbst reich war, durfte jedoch nicht studieren. Das durften nur die ArbeiterInnen und Bauern.

Die Gründe, warum die Mesnchen in den neuen Bundesländern Die Linken wählen: Viele wollen die früheren Zustände wieder haben (siehe Kinderbetreuung), dass die Studiengebühren abgeschafft werden und die Linkspartei setzt sich allgemein für mehr Sozialleistungen ein und ist nicht der beste Freund der Wirtschaft. Die Menschen dort sind ziemlich Enttäuscht von der Wirtschaft und vom damaligen Bundeskanzler Kohl, mit seinem Spruch "Blühende Landschaften,...".

MfG

Steven Armstrong

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Kommentar von Libertarian
14.02.2016, 19:57

Während Homosexualität in der BRD noch strenger verfolgt wurde, als zur Zeit der Naz*s, war Homosexualität in der DDR erlaubt und stand in keiner Weise unter Strafe.

Das stimmt allerdings nur bedingt. Homosexuelle waren zwar staatlich geduldet. Akzeptanz oder gar Gleichbehandlung erfuhren sie aber weder durch das sozialistische Regime noch durch die Gesellschaft. Bis 1957 wurden homosexuelle Handlungen auch strafrechtlich verfolgt. 

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Kommentar von lesterb42
17.02.2016, 16:58

und wenn sie nicht gestorben sind.......

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Kommentar von tanztrainer1
22.02.2016, 23:44

Wenn ich so Sätze höre wie: In YX  war nicht alles schlecht....

Da kommt mir das kalte Grausen.

Viele sagen das auch ganz genauso über die NS-Zeit!

Dann kommen irgendwelche Beispiele, die sich dann bei genauerer Betrachtung als besonders perfide herausstellen:

Genauso wie zu DDR-Zeiten gab es auch in der NS-Zeit viele Kindergärten, damit die Mütter arbeiten konnten. Klingt ja erst mal gut. Aber dort bekan die Kinder eben die Thesen eingetrichtert, die diese Regime für gut befanden, Gehirnwäsche eben

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Wir sind anders sozialisiert, mit mehr Gemeinsinn und mehr Gerechtig-keitsempfinden.Diese krassen sozialen Unterschiede wie heute gab es bei uns nicht. Schwächere oder Außenseiter versuchte man, mit ins Boot zu holen (was von diesen allerdings auch als Gängelei ausgelegt werden konnte), nicht niederzumachen. Zudem war die Existenz eines jeden durch ausreichend Arbeit und existenzsichernde Löhne gesichert. Obdachlosigkeit war nicht erwünscht, heute wird sie achselzuckend hingenommen.

Durch den (teilweise auch durch die Treuhand herbeigeführten) Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft fühlen sich viele Menschen in ihren Lebensläufen entwertet und durch Hartz IV um die Früchte ihrer Arbeit betrogen. Die Linkspartei verspricht mehr soziale Gerechtigkeit. Aus diesem Grund wird sie gewählt.

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Kommentar von tanztrainer1
22.02.2016, 22:55

Die Treuhand mag Fehler gemacht haben, aber die Wirtschaft wäre ohne Wiedervereinigung auch zusammengebrochen. Darum kam ja dann die Wiedervereinigung so schnell, und dann musste die Treuhand als Sündenbock herhalten.

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Kommentar von Interesierter
22.02.2016, 23:09

Deinem ersten Absatz stimme ich voll zu!!

Mit deinem zweiten Absatz habe ich dann aber doch so meine Probleme. Die Wirtschaft der ehemaligen DDR brach nicht zusammen, weil dies von der Treuhand herbeigeführt wurde, sondern weil viele Betriebe schlicht und einfach so unwirtschaftlich waren, dass sie nicht am Leben gehalten werden konnten. Viele Produkte waren einfach nicht mehr verkäuflich. Oder wer hatte 1990 noch Lust auf einen Trabbi oder einen Wartburg? Ein Betrieb muss auf lange Sicht schwarze Zahlen schreiben. Nur so können Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden.

Letztlich ging die SED in der PDS und diese in der Linkspartei auf. Hier wird die Partei weiter hofiert, die seinerzeit für den Niedergang der DDR, die Stasi-Verbrechen und die Toten an der Grenze verantwortlich war. Sorry, aber ich verbinde mit dieser Partei nicht "soziale Gerechtigkeit" sondern "Misswirtschaft, Rechtsbruch, Mord und private Bereicherung auf Kosten der Bürger". Ich bin direkt nach der Wende in die neuen Länder. Wie sich dort die ehemaligen SED-Bonzen gegenseitig Grundstücke in bester Lage zu Spottpreisen zugeschustert haben, trieb mir die Zornesröte ins Gesicht. Genau diese Leute sassen dann nachher in den Stadtverwaltungen, den Landtagen und im Bundestag als Abgeordnete der PDS. 

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Der Grund für die Wahlerfolge der Linken liegt einfach daran, dass die Wähler in den Neuen Bundesländern aufgrund persönlicher Erfahrungen keine Angstzustände angesichts linker Programmatik bekommen und den Kapitalismus bedeutend nüchterner und realistischer sehen. Kapitalismus ist dort keine Religion und gilt nicht als sakrosankt.

Dass das viele Westdeutsche nicht verstehen, liegt an jahrzehntelanger Gehirnwäsche die DDR betreffend und ein gezeichnetes DDR-Bild, das weit von der Realität abweicht. Das gängige Erklärungsmuster ist dann, dass es eben die "alten Bonzen" sein müssen, die die Linke wählen. So passt denn auch wieder das Weltbild hinter das Brett vor der Stirn.

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Kommentar von tanztrainer1
22.02.2016, 23:02

Und was ist mit der Gehirnschäsche, die BRD betreffend, die man im Osten über sich ergehen lassen musste.

Und wer dann in Osten die Klappe zu weit aufmachte, hatte doch das Nachsehen, wenn er eine Meinung vertrat, die dem Regime nicht genehm war!

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Kommentar von Interesierter
22.02.2016, 23:19

Wenn ich mir ansehe, wer für die Mauerschüsse, für die Stasi-Aktionen, für das Einmauern des eigenen Volkes und auch für die maßlose Bereicherung der SED-Bonzen auf Staatskosten direkt nach der Wende verantwortlich war, frage ich mich ernsthaft, aus welchem Grund die Bürger der neuen Ländern diese Leute anschliessend für die PDS in die Rathäuser, in die Landtage und auch in den Bundestag gewählt haben. 

Die SED, deren Nachfolgerin, die PDS und auch die Linke, in der diese letztlich aufging, stehen bei mir nicht für linke Programmatik sondern für ein menschenverachtendes Regime, das alles war, nur eben weder sozial, noch gerecht!

Sozialismus mag auf dem Papier eine schöne Sache sein. In der Realität hat er nie funktioniert, weil die, die ihn propagierten, immer die Macht an sich rissen und sich selbst bereicherten. Dies ist in jedem Staat geschehen, der es jemals mit einem sozialistischen System versucht hat. 

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Na ja, nicht alle in der DDR waren politische Gefangene. Es gab natürlich auch eine Funktionselite in Gestalt von Gefängnisaufsehern und -direktoren, Spitzeln, Richtern, Staatsanwälten, Abgeordneten...

Wenn die Linke bei einer Wahlbeteiligung von gut 50 % selber 20 % bekommt, entspricht das einer Verankerung in der Bevölkerung von ca. 10 %. Die stehen als ehemalig begünstigte Funktionselite des SED-Regimes der allgemeinen Würdigung der DDR als stalinistischem Unrechtsstaat ja nicht im Wege. :-)

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Höhere Armut / ärmeres Bundesland ( incl Schleswig-Holstein) und im Osten aus Tradition .... und gerade die Wende brachte für Viele einen tiefen Fall in den Brunnen .... es gibt nicht Wenige die die DDR zurück wollen -> in der DDR gab es keine wirkliche Armut & Obdachlosigkeit, Grundbedürfnisse (Miete, Wasser, Lebensmittel) usw. waren Spott billig, aber Fernseher usw. waren teuer & gab es selten (dafür hielten die 25+ Jahre)... und 20 Jahre Wartezeit auf einen Trabant

Vor allem in der DDR gab es wegen dem Kollektiv ein echtes Miteinander & Wir-Gefühl & weniger Egoismus ... allerdings gab es auch keine wirkliche Reisefreiheit (Mauer usw.)  & die STASI - und Viele mögen jetzt auch, dass kaum Einer rein gelassen wurde (Mauer usw.) 

aber auch die Braunen ( AfD / NPD / ... ) werden im Osten mehr gewählt, wegen der DDR-Vergangenheit (mangelnde Aufklärung, Auseinandersetzung mit dem Brauen Zeugs usw. )

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"Nach unserer Auffassung..."

Ja eben. Nach Eurer Auffassung. Und nach Auffassung Eurer Medien.

Ob jemand unter einer Regierung "gelitten" hat, wird er wohl noch selbst beurteilen können. Dazu wird er ganz sicher nicht Eure Medien benötigen.


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Kommentar von makavel
14.02.2016, 15:34

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Die Revolution in der Zone ist einfach zu unblutig verlaufen. Die alten Kader sind noch da und wählen weiter SED oder wie die sich gerade nennen.

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Kommentar von PeVau
23.02.2016, 01:18

Die Revolution in der Zone ist einfach zu unblutig verlaufen.

Ah, es ist für deinen Geschmack also zu wenig Blut geflossen? Zu wenige Kommunisten an den Laternen oder was meinst du?

Was meinst du wohl, wie sich Volkspolizei, NVA und MfS verhalten hätten, wenn ein Mob begonnen hätte, Blut fließen zu lassen?

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"Nach unserer Auffassung (BRD)...." ???

mit diesem WESSI-Getue treibst du unsere Landsleute in die Arme Gysis...

Als Schleswig-Holsteiner in HH mit Freunden in Mecklenburg und Sachsen war und BIN ich immer DEUTSCHER, nicht "Westdeutscher" oder nach Ubrichtscher Lesart "BEÄRRDEH-Bürger"...

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Kommentar von makavel
14.02.2016, 15:29

Tut mir leid, falls das so rüberkam. Das war nicht meine Absicht. Ich selbst bin zu einer Zeit geboren, in der es nur ein Gesamtdeutschland gab.

Deinen letzten Satz habe ich nicht verstanden (ab: ,, nach Ubritscher Lesart...").

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