Frage von DudelFlanders, 103

Aus welchem Grund darf man Tote eigentlich nicht fachgerecht in seinem eigenen Garten begraben - kann mir das bitte jemand einleuchtend begründen, danke?

Wieso darf man zum Beispiel Familienangehörige nicht in seinem eigenen Garten begraben? Man könnte ja den Tod und alles fachgerecht von einem Arzt feststellen lassen. Selbst eine Sargpflicht halte ich für zu viel verlangt. Das sollte man doch selbst entscheiden dürfen.

Wieso muss man Tote auf Friedhöfen beerdigen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Weisefrau, 103

Hallo, weil es in Deutschland ein Gesetz gibt und eine Friehofsordnung sowie einen Friedhoszwang.. Von einer Leiche geht die Gefahr einer Seuche aus, daher die strengen Gesetze. Auch das Grundwasser wäre in Gefahr.

Auch die Asche eines Toten darf in Deutschland nicht irgendwo verstreut werden und das liegt am Friedhofszwang. Damit die Gemeinde und Kirche auch noch etwas verdienen.

Kommentar von DudelFlanders ,

Von einer Leiche geht die Gefahr einer Seuche aus

Das kann ich natürlich nachvollziehen... aber ob die paar menschlichen Leichen so viel ausmachen? In der Natur sterben schließlich auch täglich tausende (größere) Tiere... 

Kommentar von Duamo ,

Diese werden meistens von Aasfressern gefressen..

Kommentar von DudelFlanders ,

Wie schützen Friedhöfe denn das Grundwasser, das unter dem Friedhof liegt?

Kommentar von Weisefrau ,

Aber in Deutschland sterben keine großen Tiere die dann Normal verwesen bzw gefressen werden. Auch da besteht Seuchengefahr. Die gr.Geier die sich früher um tote Tier gekümmert haben sind fast ausgestorben.

Antwort
von antnschnobe, 71

Weil in Deutschland noch (bis auf eine Ausnahme, Bremen) Friedhofspflicht/zwang besteht.

https://www.bestattungsplanung.de/bestattung/friedhoefe/friedhofspflicht.html



Gründe für die Friedhofspflicht


Die Friedhofspflicht ist in vielen Ländern Europas bereits aufgehoben. In Deutschland wird die Friedhofspflicht, die von Kritikern auch Friedhofszwang genannt wird, auch heute noch angewendet.
Besonders die Kirchen setzen sich für den Erhalt der Friedhofspflicht ein. Als Grund wird in der Regel der Schutz der Bestattungskultur genannt. Die Friedhofspflicht garantiert darüber hinaus einen öffentlich zugänglichen Trauerort, den alle Angehörigen besuchen können.
Bei einer Abschaffung der Friedhofspflicht ist der Zugang zu einem zentralen Ort der Trauer nicht mehr gewährleistet. Mit der Friedhofspflicht kann zudem zu einem  hohen Maße die fachgerechte Entsorgung der Überreste eines Verstorbenen beziehungsweise der Totenasche nach Ablauf der festgeschriebenen Ruhezeit garantiert werden.
Antwort
von nachdenklich30, 23

Der Hauptgrund liegt darin, dass Trauer nicht nur Privatsache ist, sondern dass jeder zu einem Grab gehen können soll.

Ein weitere Grund hat mit der Würde der Menschen zu tun: Niemand soll einfach nur verscharrt werden. Und manchmal muss man trotz der Friedhofsgesetze darauf achten, dass dies auch real nicht passiert.

Wobei man heute sagen muss: Wo ein Wille ist, ist zumindest für die Urnenbestattung auch ein Weg (mit dem Umweg über eine Kremation im Ausland). Das ist nicht legal. Wird aber angeblich immer wieder erfolgreich gemacht. Ob ich es gut finde, ist noch eine andere Sache. Das Ganze ist komplex, und es trauern oft viel mehr Leute als die engsten Angehörigen.

Antwort
von Schuhu, 87

Aus Gründen der Pietät. "Wieso ist euer komposthaufen nicht dahinten am Zaun, sondern mitten im Garten?" - "Am Zaun kompstieren wir schon Opa und Tante Fridoline."

Kommentar von DudelFlanders ,

"Am Zaun kompstieren wir schon Opa und Tante Fridoline."

Ahja... wenn man seine Leichen im Garten begräbt, ist es also ein Kompostieren, aber wenn sie auf einem Friedhof liegen, dann nicht.

Logik?

Kommentar von Schuhu ,

Liest du diese Interpretation aus meiner Antwort? Wo habe ich irgendetwas über Friedhöfe gesagt?

Kommentar von DudelFlanders ,

Ja, so liest sich das. Wie hast du es denn gemeint?

Kommentar von Schuhu ,

Als Scherz. Selbst wenn man seine Verwandtschaft im Garten begräbt "kompostiert" man sie doch nicht.

Antwort
von tanzegern, 94

Das ist ähnlich wie beim Anschlusszwang für Wasser. 

Klar KÖNNTEN die Leute alles richtig machen. Aber um sicherzustellen, dass auch wirklich alles richtig gemacht wird, muss man eben die offiziellen Wege gehen.

Antwort
von Strolchi2014, 79

In Bremen darf man seit dem 01.01.2015 die Asche seines Verblichenen im eigenen Garten verstreuen. Dazu muss man aber einige Voraussetzungen erfüllen.

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.neues-bestattungsgesetz-gartenbestatt...

Kommentar von Weisefrau ,

Und soweit ich weiss dürfte es dennoch niemand. Die Kirche hat nämlich noch mal ein Votum eingelegt.

Antwort
von geckobruno, 60

Hallo,

zum einen geht es wirklich um den Schutz des Trinkwassers, das nächste wäre die Situation wenn du deinen Garten verkaufst....was passiert dann? Einen Verstorbenen kann man nicht mal eben so einfach umbetten. Mit dem Körper passiert ja etwas, er verwest....und das willst du dann wie umbetten?

Was würdest du mit den Knochen machen?

Dann geht es auch um die freie und allgemeine Zugänglichkeit auf einem Friedhof. So das jeder der an das Grab möchte auch dort hin kann und dort um den Verstorbenen trauern kann.

Abgesehen davon sind die Einnahmen für die Städte nicht unerheblich...

Antwort
von Forte90, 83

Die Toten werden auf Friedhöfen beerdigt, weil diese dort zugeordnet werden und man natürlich auch tote Menschen auf einem Friedhof erwartet.

Wenn du in 200 Jahren verstorben bist und deine Nachmieter/-eigentümer plötzlich in ihrem eigenen Garten eine Leiche (Knochen/Überreste) finden würden oder deine Nachbarn sehen, wie du eine Leiche vergräbst, wirft das Fragen bzw. Probleme auf.

Dann steht ganz schnell z.B. die Kriminalpolizei bei dir vor der Tür und du kannst nichts beweisen/nachweisen da du keine Unterlagen etc. für den Toten bzw. das "Grab" hast. Im schlimmsten Fall wirst du dann wegen Totschlag bzw. Mord verhaftet.

Um solche Probleme zu vermeiden, gibt es einen transparent geführten Betrieb wo die Toten beerdigt werden.


Kommentar von DudelFlanders ,

Wenn du in 200 Jahren verstorben bist und deine Nachmieter/-eigentümer plötzlich in ihrem eigenen Garten eine Leiche (Knochen/Überreste) finden würden oder deine Nachbarn sehen, wie du eine Leiche vergräbst, wirft das Fragen bzw. Probleme auf.

In meinem Beispiel ging ich davon aus, dass es gesetzlich erlaubt ist. Das wüsste dann natürlich auch die Polizei. Und dass ich die Leiche dort legal begrabe und es sich um kein Mordopfer usw. handelt, könnte ich ja anhand des Totenscheins belegen.

Kommentar von Forte90 ,

Ja, du könntest aber in deinem Garten problemlos die Leiche umplatzieren und eine andere dort hineinlegen oder jemanden lebendig begraben, ohne das jemand etwas davon mitbekommt.

Was auf einem Friedhof nicht so ohne weiteres möglich ist.

Kommentar von DudelFlanders ,

Wenn ich jemanden lebendig begraben will oder eine andere Leiche verschwinden lassen will, dann wäre das natürlich genauso illegal wie es das auch heute ist.

Heute kann ich auch Leichen verschwinden lassen...

Mir geht es jetzt um legale Begräbnisse.

Kommentar von Forte90 ,

Ein genehmigtes Begräbnis auf dem eigenen Grundstück wäre aber eine "legale" Variante eine Leiche verschwinden zu lassen ...

Du hast die Dokumente etc. für den vorherigen Toten im Grab. Dort liegt jetzt aber ein anderer drin und keiner stellt weiter fragen da du Papiere für das Grab hast ...

Antwort
von 19BVB09, 86

Stell Dir mal vor du wohnst da nicht mehr, die reißen das Haus ab und wollen ein neues bauen, aber genau da wo der Beerdigte liegt.

Kommentar von DudelFlanders ,

Dann muss man den Toten eben entfernen. Entweder umbetten oder wegschmeißen, so wie es auf Friedhöfen ja auch nach durchschnittlich 20 Jahren getan wird.

Kommentar von Weisefrau ,

Da bist du im liegst du Falsch. Die Knochen die noch da sind werden unter den neuen Sarg gelegt bei einer Neubelegung,

Kommentar von DudelFlanders ,

Naja gut, dann ändere ich meine Antwort um. Dann muss man den Toten entfernen.

Kommentar von geckobruno ,

Aber wer soll denn das machen?

Antwort
von nowka20, 9

der staat hat angst vor leichengiften

Antwort
von Lillelolle, 96

Muss man doch gar nicht?!

Kommentar von DudelFlanders ,

Nicht? Aber wieso hat dann keiner ein Grab in seinem Garten?

Kommentar von Lillelolle ,

im Garten darf man nicht, das stimmt. Aber es gibt doch keine Sagpflicht, gibt doch Urnen, Verbrennungen...

Kommentar von DudelFlanders ,

Ich hab das jetzt nicht so dazugeschrieben, aber ich hatte in meinem Kopf jetzt das Szenario, dass ich einen Toten in meinem Garten begrabe, diesen aber nicht verbrennen, etc. will.

Wenn ich also eine Leiche in meinem Garten begraben möchte, dann sollte ich sie entweder so wie sie ist begraben dürfen oder eben in einem Sarg. Aber ich fände es falsch, vorzuschreiben, dass sie in einem Sarg liegen MUSS.

Kommentar von DrStrosmajer ,

Bist Du sicher, daß für zu kremierende Verstorbene keine Sargpflicht besteht? Ich weiß zumindest vom Friedhof Ohlsdorf (Hamburg), daß das Krematorium Einlieferung des Verstorbenen im Sarg vorschreibt. Dürfte anderswo genauso sein.

Kommentar von Weisefrau ,

Das ist Richtig, selbst bei der Verbrennung muss der Leichnam in einem Sarg liegen.

Kommentar von geckobruno ,

Sargpflicht besteht auch bei der Einäscherung.....

Kommentar von Lillelolle ,

hm, wusste ich jetzt nicht so genau. finde ich aber ehrlich gesagt auch fast besser

Kommentar von derbas ,

Eine Verbrennung würde auch ohne weiteres ohne Sarg nicht funktionieren, denn Sarg und Körperfett bilden zusammen das brennbare Material.

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