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Aus der Wohnung über mir höre ich sehr oft die Mutter brüllen und das Kind weinen und wimmern. Was tun?

gefragt von mouna am 10.06.2007 um 18:41 Uhr

Es ist ein anonymes Hochhaus in einem 'sozial schwachen Bezirk'. Ich kenne die Leute nicht und ein Gespräch zu suchen wäre meiner Ansicht nach vollkommen sinnlos (da bekäme man allenfalls eins auf die Klappe). Das Kind tut mir sehr leid, weil ich immer höre, wie sie es anbrüllt, die Tür zugeschlagen wird und es dann weint. Der Vater brüllt auch, aber eher mit der Mutter. Die lässt es dann wohl am Kind ab. Diese Szenen höre ich fast täglich und frage mich, welches Vorgehen am besten ist. Inwieweit geschlagen wird, kann ich nicht sagen. Schätze das Kind auf etwa fünf, sechs Jahre ein. Was würdet Ihr tun?


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kiramarie
beantwortet von kiramarie am 10. Juni 2007 20:53
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Erstmal ein dickes Lob an dich, dass du dir überhaupt Gedanken machst. Finde ich echt klasse. Würden das nur alle tun...!Auf jeden Fall würde ich mich da erstmal beim Kinderschutzbund informieren. Die können dir bestimmt genau sagen, wie du weiter vorgehen kannst. Ansonsten, wie meine Vorschreiber dir auch schon rieten, Kontakt zum Kind/Familie suchen u. das Jugendamt informieren. Vielleicht gibt es in deinem Stadtteil auch einen Sozialdienst (gibt´s bei uns in einem STadtteil-Brennpunkt), vielleicht können die dir auch einen Rat geben.


WildeFee
beantwortet von WildeFee am 10. Juni 2007 18:58
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Ich würde das Jugendamt und/oder den Kinderschutzbund anrufen, und schildern, was ich höre und wahrnehme. Auch würde ich meine Bedenken nachdrücklich äussern.

Man kann zwar daraus keine Schlüsse ziehen, dass das Kind misshandelt wird, aber seelisch wird es eine solche Situation nur schwer verkraften und sicherlich Schaden nehmen.

Mir tun die Kinder immer leid, die angebrüllt und alleingelassen werden, denn sie müssen ja das Gefühl bekommen, sie seien an allem Schuld, werden nicht geliebt, werden verlassen, und Brüllen und Gewalt seien die einzige Lösung.

Kommentar von mouna am 10. Juni 2007 19:05

Genau. Kann mich da auch sehr gut in das Kind hineinversetzen... Danke für die Antwort, wirkt bekräftigend :-)


soust
beantwortet von soust am 10. Juni 2007 18:58
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Ist denn das Kind ab und zu mal allein auf dem Spielplatz oder im Hof, so dass Du ein Gespräch mit ihm anknüpfen kannst? - Nein, nicht gleich fragen, ob es geschlagen wird, sondern eher rauskriegen, ob es normal reagiert, evtl. blaue Flecken, Kratzer usw. hat.

Wenn das nicht geht, würde ich mich gleich an das Jugendamt in Deiner Stadt wenden. Die müssen eigentlich solchen Hinweisen nachgehen (tun sie aber leider nicht immer, wie man durch die Presse öfters erfährt).

Vielleicht hängt ja die miese Stimmung mit der Größe der Wohnung zusammen (haben die vielleicht zu dritt nur soviel Wohnraum zur Verfügung wie Du alleine?) und mit etwas Hilfe von außen könnte daran etwas verändert werden.

Kommentar von mouna am 10. Juni 2007 19:03

Weiß nicht mal, wie das Kind aussieht, meine Altersschätzung beruht rein auf der Akustik. Die Eltern kenne ich auch nicht, es ist tatsächlich sehr anonym hier. Aber das mit dem Jugendamt, wie Ihr alle sagt, werde ich morgen machen. So geht's ja nicht, aus welchen Gründen auch immer.


anonym
beantwortet von Regenmacher am 10. Juni 2007 18:56
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Ich würde mindestens das Jugendamt informieren.


fourseasons
beantwortet von fourseasons am 10. Juni 2007 19:40
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Es gibt eben schwierige Eltern und auch schwierige Kinder. Es ist sicher sinnvoll, die Augen und Ohren offen zu halten. Das Jugendamt zu rufen ist vielleicht doch etwas verfrüht. Ansonsten, wie @soust: schreibt, den Kontakt zum Kind suchen!

Ich habe ein Enkelkind, das hatte eine Zeit lang regelrechte Brüllattacken, wenn es etwas nicht bekommen hat. Viele Eltern sind auch einfach überfordert und brüllen zurück, wenn sie sich nicht mehr zu helfen wissen. Leider muß man ja seine Befähigung als Erziehungsberechtigter nicht nachweisen. So kann jeder der ppn kann, Kinder in die Welt setzen. Is halt mal leider so, kann man auch kaum ändern.


Kommentar von mouna am 10. Juni 2007 21:04

Hallo fourseasons, die Lage ist definitiv so, wie ich sie beschrieben habe: die Mutter brüllt und das Kind weint im Zimmer. Würde das Kind vorher brüllen, würde ich das ebenso hören, war aber noch nie der Fall. Kontakt suchen ist, wie gesagt, unmöglich- ich kenne weder Kind noch Eltern und müsste quasi im 14.Stock vor der Wohnungstür lauern, um zu sehen, wer raus kommt (äußerst unauffällig! Hier ist, wie gesagt, eine hieb- und stichfeste Gegend!) Und wenn ich es kennen würde: allein würde ich das mit fünf, sechs Jahren garantiert nicht auf der Straße treffen. Das sind leider die praktischen Probleme...aber mit dem 'jeder kann Kinder in die Welt setzen' gebe ich Dir absolut Recht. Freundliche Grüße!

Kommentar von 49493dc9649cb5aedd846309477e17dbsmallfourseasons am 11. Juni 2007 13:20

Es ist beruhigend zu wissen, daß es Menschen gibt, die sich "kümmern". Letztendlich kannst du es noch besser beurteilen als wir, was zu tun ist. Nur ein paar Gedanken von mir:

Das Kind kommt vielleicht bald in die Schule, da würden dann Misshandlungen leicht auffallen.

In sozial schwachen Familien wird meist mehr gebrüllt und gestritten, auch ohne daß es gleich zu Gewalttätigkeiten kommt.

Der Vater scheint der "Boss" der Familie zu sein und wird vielleicht Schlimmeres verhindern.

Auch wenn ich Deine Bedenken gut nachvollziehen kann, würde ich mich erst mal z.B. beim Kinderschutzbund schlau machen, bevor ich die staatliche Kontrollinstanz bemühe. Denn "Die Geister die ich rief...."


anonym
beantwortet von Himbeereicq am 10. Juni 2007 20:05
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vieleicht eine mehr geraeuschdaempfende Decke dazwischen bauen

Kommentar von C44e62b40c01c004f0b5e471450598fesmallkiramarie am 10. Juni 2007 20:48

is klar! Frei nach dem Motto:nichts hören,nichts sehen,nichts sagen. Armes Deutschland, da braucht man sich nicht zu wundern, dass Kinder missbraucht,misshandelt u.vernachlässigt werden u.keiner hat angeblich was gesehen.

Kommentar von 7825c62e4cee9a23440868fb28764309smallETEAM am 11. Juni 2007 13:31

@ kiramarie: Recht hast du!!

Kommentar von 1d41d8a61d5dfffa20a6dc0aca7735e3smallkrueschahn am 18. Juli 2007 13:39

könnte ja ein Scherz v. Himbeere gewesen sein...?


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 11. Juni 2007 17:13
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So ein ähnliches Thema hatten wir auch gerade zu lösen:

  • Wildwasser sagte, dass sie ohne sichtbare Wunden oder andere gerichtsfeste Beweise gar nichts machen könnten.

  • Das Jugenamt reagierte auf unseren ausführlichen Bericht und das Angebot schriftlicher Unterlagen und der Benennung von Zeugen mit einer kurzen Mail, die wir nur interpretieren konnten als "Lasst uns unsere Ruhe!".

  • Der Kinderschutzbund war zwar sehr verständnisvoll, half aber nicht wirklich weiter.

  • Jetzt haben wir ausführlich mit dem Direktor des zuständigen Gerichts gesprochen und ihm die Situation geschildert und der wird jetzt mit dem Jugendamt und anderen zuständigen Institutionen sprechen - sieht so aus, als käme die Sache jetzt endlich ins Rollen.

Der kleine Kevin aus Bremen lässt auch schön grüssen!

Kommentar von 1d41d8a61d5dfffa20a6dc0aca7735e3smallkrueschahn am 18. Juli 2007 13:41

Klasse, daß Du an dieser Sache dran geblieben bist!


Knowledge
beantwortet von Knowledge am 15. September 2007 18:54
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Sprich doch einfach mal unverbindlich mit dem Jugendamt. Vielleicht ist die Familie da auch schon bekannt. Zumindest kann man die Aufmerksamkeit der Betreuer mal auf den Fall lenken und sie gehen "unverbindlich" mal hin, um sich über den tatsächlichen Sachverhalt zu informieren.


anonym
beantwortet von Michaela45 am 21. Juni 2007 15:52
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Vielleicht einfach mal klingeln und sich als Babysitter anbieten, vielleicht ist sie einfach überfordert und braucht ab und zu mal ein bischen Freizeit.


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