Frage von NoItsBecky, 140

Aus der Kirche während Firmvorbereitung austreten?

Hallo:) Ich (14 Jahre) habe mich letztes Jahr zur Firmung in diesem Jahr angemeldet und in zwei Monaten ist die Firmung, doch langsam habe ich das Gefühl, dass ich all das nicht mehr will. Ich beginne die katholische Kirche zu hassen und glaube nicht mal daran, dass es einen Gott gibt. Die katholische Kirche ist nichts für mich und ich weiß auch jetzt schon, dass ich nach meiner Firmung nicht mehr in die Kirche gehen werde. Die katholische Kirche langweilt mich und sie glaubt an all das, an was ich nie glauben werde. Doch kann ich mich während der Firmvorbereitung für die Firmung noch abmelden und wie? Und wie sage ich es am Besten meinen Eltern, dass ich nicht mehr gefirmt werden will und ich keine Lust mehr auf ein christliches Leben habe (obwohl ich überhaupt nicht christlich lebe)...? Ist es nicht besser aus der Kirche auszutreten, wenn man nicht das Gefühl hat katholisch sein zu wollen anstatt einfach katholisch zu sein und nie in die Kirche geht oder betet? Danke schon mal im Voraus!:)

Antwort
von Eselspur, 65

es ist dein gutes Recht. aus der Kirche zu jeder Zeit aus zutreten.

Dann aber bei der Firmung deinen Glauben an Gott in dieser Kirche zu bestätigen wäre absurd.

Deinen Eltern sagst du es am besten normal ohne viel Emotionen.

Antwort
von nachdenklich30, 16

Hallo!

Ich finde, die Sache hat mehrere Ebenen.

Eine ist z.B., dass mit der Firmung ein Familienfest verknüpft ist.
Wenn in 2 Monaten der Termin ist, dann sind normalerweise eine Menge Vorbereitungen getroffen, ein Raum zum Feiern reserviert, Gäste eingeladen.

Ich kenne im evangelischen Bereich Fälle (zur Konfirmation), in denen ein entsprechender Jugendlicher sogar noch mit zu seinen Freunden in die Kirche gegangen ist, mit ihnen vorne gesessen hat, allerdings nicht "eingesegnet" wurde. Die Ehrlichkeit wurde quasi damit belohnt, dass dieser Jugendliche nicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde, zu der er durch die Vorbereitungszeit gehörte. Und auch die Feier musste nicht abgesagt werden, auch wenn der Anlass (Konfirmation/Firmung) gewissermaßen entfallen ist.

Ich selbst bin evangelischer Pfarrer und bin froh, einige der katholischen Probleme nicht zu haben (jedenfalls nicht so). Der Zölibat hat Vor- und Nachteile. Das große Problem ist die Verpflichtung dazu. Mit gleichgeschlechtlichen Hochzeiten habe ich keine Probleme... Da finde ich es einfach schade, dass Dich die kath. Kirche wegen einiger ihrer  "Spezialitäten" dermaßen vom Glauben abschreckt.

Für die Zukunft sprechen einige hier mögliche Nachteile an, falls man bestimmte Jobs im Gesundheitswesen haben möchte. Das ist leider so, aber deswegen würde ich jetzt von einem Austritt nicht abraten.

Eine ganz andere Ebene ist: Könntest Du Dir vorstellen, mit Deinem Pfarrer darüber ein ehrliches Gespräch zu führen?
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Er gehört zu eher verbohrten Fraktion. Dann wird das Gespräch fast nicht möglich sein, und Du wirst in Deiner Entscheidung sicherer sein.

Oder er ist etwas offener. Dann könnt Ihr über Deine Auffassung ins Gespräch kommen und findet vielleicht (vielleicht auch gemeinsam mit Deinen Eltern) eine konkrete Lösung für Deine Firmung. Wie Du damit umgehen kannst, ohne dass eine von den Seiten ihr Gesicht verliert. Vielleicht lernst Du Deine Kirche auch noch mal von einer anderen Seite kennen.

Und die andere Sache ist: Kannst Du mit Deinen Eltern drüber sprechen? Sind die sehr kirchliche eingestellt? Oder eher weniger?

Ich finde es immer schwierig, wenn solche Fragen im Stillen entschieden und durchgezogen werden.
Es sind ja irgendwie auch Lebensfragen, bei denen es sich lohnt, drüber zu sprechen.

Das Gespräch darüber mit den Eltern und dem Pfarrer ist wahrscheinlich viel wichtiger als die konkrete Entscheidung, ob Du jetzt austrittst oder nicht.

Aber es beeinflusst Deine Beziehung zu Deinen Eltern, zur Familie, usw. Und diese Beziehungen sind wichtig. Gerade auch in Deinem Alter. Wenn Du noch ein wenig in der Kirche bleibst, entsteht Dir kein finanzieller Schaden. Du musst nichts überstürzen. Umgekehrt: Wenn Du jetzt austrittst, wird Dich in der Regel niemand blöde angucken, wenn Du mal irgendwann wieder eintreten möchtest. Du könntest ja auch evangelisch werden ... Oder alt-katholisch. Oder ...

Aber mach es nicht nur hier über das Forum aus. Spricht mit realen Menschen drüber, die Dir wichtig sind. Frag sie auch nach ihrem Glauben oder Nichtglauben.
Ich glaube, Du wirst von diesen Gesprächen positiv überrascht sein. (Egal, ob Du bei Deiner Entscheidung bleibst oder nicht.)

Antwort
von Nordseefan, 32

Ja das wäre in jedem Fall ehrlicher als die Frimung - immerhin ein wichtiges Sakrament - zu machen und so zu "lügen"

Auch während der Firmvorbereitung kannst du jederzeit aufhören und sagen du willst nicht mehr. Auch ohne aus der Kirche auszutreten.

Deinen Eltern könntest du sagen das du es versucht hast, aber eben einfach nicht glauben kannst.

Da du 14 bist hast du das Recht dazu, auch ohne ihre Zustimmung den Firmunterricht zu beenden und aus der Kirche auszutreten.

Antwort
von Remmelken, 44

Du bist 14 Jahre alt und damit religionsmündig. Du kannst in allem was mit Religion im Zusammenhang steht selbst entscheiden.

Unter anderem kannst du auch aus der Kirche Austreten. Das erledigt du je nach Bundesland entweder auf dem Standesamt oder beim Örtlichen Amtsgericht. Du trägst dort vor was du möchtest entrichtest die Gebühr und erhältst eine Austrittsbescheinigung. Die Gebühr liegt üblicherweise um die 30€, kann aber je nach Bundesland schwanken, maximal sind es 65€ in einigen Gemeinden Baden-Würtembergs. Es ist sehr wichtig das di die Austrittsbescheinigung sehr gut aufbewahrst denn nur damit kannst du deinen Kirchenaustritt beweisen. Näheres zum Kirchenaustritt findest du hier: http://www.kirchenaustritt.de/

Antwort
von Bodesurry, 43

Mir ist der Glaube heute  sehr wichtig. In deinem Alter war ich jedoch am gleichen Punkt wie Du. Genug von kirchlichen Unterricht  und Abstand von der Kirche (evangelisch-reformierten). 

Auf der einen Seite fände ich es  ehrlich und richtig von Dir,  wenn Du jetzt die Trennung vollziehen würdest. Auf der anderen Seite bist Du nicht allein und nicht volljährig. 

Wie meinst Du, werden deine Eltern deinen Entscheid aufnehmen? Falls Du ein gutes Familienverhältnis hast und deinen Eltern die Kirche wichtig ist, würde ich den Entscheid bis nach der Firmung verschieben. Dies auch aus Rücksicht auf die Verwandschaft. Wäre ich vor der Konfirmation (vergleichbar mit der Firmung) ausgetreten, hätte ich zahlreiche Menschen sehr verletzt und einen rechten Wirbel verursacht. 

Antwort
von Hardware02, 32

Selbstverständlich kannst du dich noch von der Firmung abmelden, und so wie du denkst, solltest du das auch unbedingt tun!

Wie du das deinen Eltern sagst, musst du schon selber wissen. 

Mit dem Kirchenaustritt kannst du dir ja noch Zeit lassen. Erst wenn du arbeitest, bekommen die Geld von dir. Vorher ist also kein Aktionismus nötig.

Antwort
von BlueStarlight, 66

Also 1. Seien wir mal ehrlich, wie viele Katholiken "leben" wirklich ihre Religion ? Heutzutage nehmen das nur sehr wenige so ernst. Und 2. kannst du dich natürlich noch abmelden ! Die Firmung ist dazu da, dass sich der Firmling anders als bei der Taufe selbst für die Kirche entscheiden kann. Oder halt eben nicht. Es ist nicht schlimm wenn du das nicht möchtest.

Antwort
von quopiam, 32

Brich die Firmvorbereitung ab und sprich darüber - außer mit Deinen Eltern - mit dem zuständigen Pfarrer resp. Priester. Er wird Dir bestätigen, daß das Sakrament ungültig ist, wenn Du es nicht unter den richtigen Voraussetzungen empfängst. Wenn er ein vernünftiger Mensch ist, wird er Dir auch sagen, daß Du die Firmung jederzeit nachholen kannst, wenn Du das später einmal möchtest. Jetzt bist Du nicht bereit dafür und eine Teilnahme wäre Heuchelei. Das muß nicht sein.

Sag es Deinen Eltern; wenn sie Dich zu überreden versuchen, hol Dir Hilfe beim Pfarrer. Zeige nicht Deinen Haß auf Deine Kirche, damit ist niemandem geholfen. Argumentiere vernünftig, daß Du den Glauben nicht mehr teilst. Das sollte jeder verstehen. Auch Deine Eltern können sich damit trösten, daß Du Dich später noch immer firmen lassen kannst. Gruß, q.

Antwort
von HirnvomHimmel, 38

Hallo,

Du kannst mit 14 selbstvertsändlich deine eigenen Entscheidungen treffen, das heißt jederzeit aus der Kirche austreten und dich auch jederzeit vom Firmunterricht abmelden.

Wie Du es deinen Eltern sagst, kommt darauf an, wie sehr sie bei deiner religiösen Erziehung hinterher sind. Wenn sie das nciht so streng sehen, kannst Du ihnen einfach sagen, daß du den Glaubensinhalt nicht annehmen kannst, nachdem du dich damit beschäftigt hast, wenn sie streng religiös sind, kanst du das mit dem Satz ergänzen, daß die Firmung sozusagen die Bestätigung dieses Glaubens wäre und daß Du nicht mit einem falschen Zeignis (8. Gebot) gegenüber Gott und Dir selbst leben möchtest.

Antwort
von Viktor1, 31
Ist es nicht besser aus der Kirche auszutreten, wenn 
man nicht das Gefühl hat katholisch sein zu wollen

Ja, dies rate ich dir dringend.
Übrigens - ich bin katholisch. Taufscheinkatholiken gibt es genug.
Redlichkeit ist besser.

 Ich beginne die katholische Kirche zu hassen


Dies macht mich etwas stutzig ob der Redlichkeit deiner Frage.
Warum "hasst" du die kath. Kirche ? Wolltest du nur genau dies mit deiner "Frage" hier einbringen ?
Oder meinst du, daß du den Zwang hasst, welcher indirekt auf dich bewirkt wird, auch durch die Vorbereitung auf die Firmung ? 

Kommentar von NoItsBecky ,

Mit hassen meinte ich, dass ich sehr viele Dinge über die katholische Kirche wirklich schrecklich finde, wie z.B. dass homosexuelle Paare nicht in der katholischen Kirche heiraten dürfen oder dass nur Männer Pfarrer werden dürfen und diese dann auch keine Kinder und keine Frau haben dürfen. Während der Firmvorbereitung habe ich sehr viel über den katholischen Glauben gelernt und mich monatelang über die Kirche informieren müssen und dabei ist mir dann aufgefallen, dass ich viel zu viele Dinge über den katholischen Glauben wirklich schrecklich finde und ich nicht länger diese Religion vertreten und angehören will...

Kommentar von Viktor1 ,

Das was du "schrecklich" findest gab teils es in unserer zivilen Gesellschaft vor ein paar Jahren auch nicht. Ehe wird wird auch von Nichtkatholiken als Bund nur zwischen Mann und Frau verstanden.
Die Priester brauchen ja nicht Priester werden, sie sind es freiwillig !
Du glaubst an keinen Gott - das ist deine "Befindlichkeit". Hat mit der kath. Kirche speziell nichts zu tun. Du willst gar keine Religion für dich.
Dann sei konsequent und trete aus.

Antwort
von Schaco, 56

Du bist 14 - das heißt, du kannst selbst entscheiden, welcher Religion du angehörst und kannst auch selbst austreten. Das bringt übrigens auch den Vorteil, dass du später keine Kirchensteuer zahlen musst. Du musst zum Rathaus und aus der Kirche austreten - das kostet ca. 30€ Bearbeitungsgebühr. Die paar Euro hast du aber spätestens mit deinem ersten Gehalt wieder eingespart durch die Kiechensteuer

Antwort
von peace1287, 23

Das ist deine eigene Entscheidung! Wenn du findest, dass du austreten willst, dann kannst du das natürlich jederzeit tun.  Die Entscheidung dazu, musst du aber selbst treffen. 

Deinen Eltern sagst du ganz offen und ehrlich warum du kein christliches Leben führen willst. Ob sie es gut finden oder nicht. Aber jeder Mensch kann seinen Glauben selbst wählen..

Antwort
von Dhalwim, 51

Das wäre meiner Meinung nach, keine Gute Idee.

Schließlich musst du bedenken, wenn der Großteil deiner Klasse bzw. Schule Katholisch bzw. Christlich ist, so hast du schlechte Karten.

Es spricht an sich nicht's gegen deinen freien Willen, allerdings muss dir auch im klaren sein, dass es mögliche Konsequenzen nach sich zieht. Bsp: du möchtest heiraten (Standesamtlich ist das noch möglich), aber nich mehr kirchlich, oder wenn du Kinder hast, werden die vom Religionslehrer schikaniert.

Die Kirche gerät leider in letzter Zeit immer mehr in's wanken, was Recht schade ist, aber damit müssen wir wohl leben, da sie nicht bereit ist neue Ideen zu akzeptieren bzw. Alternativen umzusetzen.

Letzten ende's ist es deine Entscheidung, Gott gab dir den freien Willen (auch wenn du nicht daran glaubst und die Beweislage gegen ihn spricht),

Entscheide dich,

LG Dhalwim

Kommentar von Zicke52 ,

Dass man nur noch standesamtlich heiraten kann, wenn man aus der Kirche ausgetreten ist, wird wohl jedem "Austreter" einleuchten und auch kein Problem sein, da ihm ja wohl am Sakrament der Ehe nichts liegt.

Dass aber die Kirche deiner Meinung nach die Mitgliedschaft erzwingen will, indem sie die Kinder der Nichtmitlieder schikaniert, findest du gut? Warum wäre es schade um SO eine Kirche?

Kommentar von Dhalwim ,

Nun Ich gehe davon aus, dass es Menschen gibt, die nicht's von einem Standesamt gehört haben (Ich z. b. vor 3 Jahren), aber da ist auch weiter kein Problem, wenn die Ehe (kirchlich) ihn nicht interessiert.

Dass die Kirche die Mitgliedschaft "erzwingt", habe Ich nie behauptet, sondern lediglich gesagt, dass es "mögliche Konsequenzen" nach sich ziehen könnte. Das Risiko, will Ich sagen, das besteht dann, sollte er in solch jungen Jahren austreten. Es kann natürlich auch sein, dass garnichts passiert, was Ideal wäre.

Dass Ich es gutheiße, dass Kinder der "Nichtmitglieder" schikaniert werden, habe Ich auch nicht gesagt, sondern ist eine der möglichen Konsequenzen (wenn z. b. der Lehrer ein Herzkatholischer Mann ist, und das Kind Atheist, Ich kenne einen dem es so erging, schlechte Noten, Direktor etc. , keine schöne Geschichte und zutiefst unfair),

und auch hier gilt, es kann sein, muss aber nicht. Im Idealfall wie gesagt, passiert garnicht's. Es ist halt so wie eine Art "Gruppenzwang", im größeren Ausmaß. Wie sagte Gandhi doch gleich "I like Christ, but I don't like your Christians", naja die Kirche kann nicht's dafür, dass man so mit Konfessionsfreien umgeht, sie hat es aber auch nie verlangt.

Bedacht werden muss aber auch, es ist schade um die Kirche, weil eine vom Jahr 0 aufrechterhaltene Tradition in "die Brüche", geht. Der Großteil unserer Gesellschaft ist auf Christlichen Werten aufgebaut, und vorweg möchte Ich auch dazu gesagt haben, welche Feiertage hätte denn ein Atheistischer Staat?

Was dann als letztes kommt, nun wenn nicht die Kirche, was dann?

Kommentar von Zicke52 ,

Also dass es Menschen gibt, die noch nichts von einem Standesamt gehört haben, verschlägt mir die Sprache. Dann haben sie auch von der Ehe noch nie gehört, ist doch die standesamtliche Ehe die einzig gültige. Religiöse "Ehen" sind private Zeremonien und haben keine legalen Konsequenzen.

Unsere Gesellschaft ist nicht auf christlichen, sondern auf humanistischen Werten aufgebaut.

Traditionen kann man auch pflegen, ohne an Gott zu glauben. Karneval zum Beispiel ist eine sehr alte und weltweit gefeierte Tradition, dazu braucht's keine Kirche. Aber auch Weihnachten ist längst über seine religiösen Wurzel hinausgewachsen und zu einem traditionellen Fest geworden, das weltweit gefeiert wird und sogar in einigen islamischen Ländern gesetzlicher Feiertag ist. Das beantwortet auch deine Frage nach den Feiertagen: die sogenannten religiösen Feiertage sind längst gesetzliche Feiertage und würden in einem laizistischen Staat  (was soll ein atheistischer Staat sein?) nicht abgeschafft.

Nun, selbst wenn es nicht systematisch ist: dass überhaupt die Möglichkeit besteht, dass ein Lehrer Kinder schikaniert, weil sie oder ihre Eltern nicht Kirchenmitglieder sind, ist ein Unding. So ein Lehrer sollte aus dem Verkehr gezogen werden.

Kommentar von Dhalwim ,

Nun wenn dem so ist, und ja ein Lehrer dieses Kalibers sollte wirklich aus dem Verkehr gezogen werden.

Allerdings gibt es immernoch welche die SO handeln,

Antwort
von Zicke52, 28

Die Entscheidung gegen die Firmung ist eine Sache, der Kirchenaustritt ist eine andere. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Die Firmung ist das selbstbestimmte, bewusste Bekenntnis zu seinem Glauben, und somit ein deinem Fall völlig inkonsequent und nach religiösen Massstäben sowieso ungültig. Da sie in der katholischen Kirche auch noch ein Sakrament ist, ist es aus ihrer Sicht Missbrauch eines Sakraments und daher eine grosse Sünde.

Unter diesem Gesichtspunkt ist es schon entlarvend, wenn einige "Gläubige" dir hier raten, dich trotz deines Unglaubens firmen zu lassen, wegen der lieben Verwandten, um Wirbel zu vermeiden, um dir etwaige Vorteile zu sichern....Da sieht man wieder, wie "ernst" sie ihren Glauben nehmen! Offenbar sind sie sich ihres Frevels gar nicht bewusst. 

Wenn du Rückgrat hast, handle aufrecht: sage deinen Eltern und den zuständigen kirchlichen/schulischen Stellen, dass du dich nicht firmen lassen willst. Erklärungen brauchst du dazu keine abgeben, da der selbsterklärte Zweck der Firmung eben die EIGENE Entscheidung zu einem Bekenntnis ist.

Was den Kirchenaustritt betrifft, kannst du dir noch Zeit lassen. Solange du keine Kirchensteuer bezahlst, ist es belanglos, ob du Mitglied bist oder nicht..

Kommentar von Chichiri ,

Unter diesem Gesichtspunkt ist es schon entlarvend, wenn einige "Gläubige" dir hier raten, dich trotz deines Unglaubens firmen zu lassen, [...] um dir etwaige Vorteile zu sichern.

Entlarvt es dich dann nicht genauso?

Wenn du sagst, das der Fragensteller sich mit dem Kirchenaustritt so lange Zeit lassen kann, bis er Kirchensteuer bezahlen muss - d.h. er soll alle Vorteile mit nutzen, die er als vollwertiges Mitglied der Kirche hat, aber wenn es negative Aspekte gibt, soll er dann austreten... Das ist doch genauso entlarvend wie du den anderen vorwirfst, oder?

Warum nicht auch hier die gleiche konsequente Empfehlung?

Kommentar von Zicke52 ,

Nein. Denn erstens bin ich ungläubig, also gibt es für mich nichts "heiliges" im religiösen Sinn. 

Zweitens "missbraucht" man als Mitglied einer Kirche nichts. Welche Vorteile hat man denn? Dass man der Messe beiwohnen darf? Das darf ein Nichtmitglied auch.

Und drittens habe sogar ich als Exgläubige noch genug Respekt für das, was den Gläubigen heilig ist - die Sakramente - um es nicht zu missbrauchen. So kommt es zwar vor, dass ich bei gewissen Familienangelegenheiten (Hochzeit, Taufe, Begräbnis) einer Messe beiwohne, ich bin aber, seit ich den Glauben verloren habe, nie mehr zur Kommunion gegangen, was mir in meinem sehr religiösen Umfeld einige missbilligende oder erstaunte Blicke eingebracht hat. Aber ich würde es - sogar als Ungläubiger! - als Frevel empfinden, zu kommunizieren ohne zu glauben.

Nein, ich kann es nicht nachvollziehen, dass ein Gläubiger, für den die Firmung ein heiliges Sakrament ist, mit dem man ausdrücklich seinen Glauben und somit die Taufe bestätigt, sagt: "Ach, nimm das nicht so ernst. Kannst dich auch als Ungläubiger firmen lassen". Der tritt doch seinen eigenen Glauben mit Füßen. 

Kommentar von Chichiri ,

Ich seh das ja genauso wie du, dass jemand, der die Sakramente gar nicht ehrlich empfangen will, dass er die dann auch nicht empfangen soll.

Analog dazu finde ich, dass jemand auch aus der Kirche austreten sollte, der die Kirche sogar hasst... und zwar nicht erst mit der Zahlung der Kirchensteuer, weil das ebenfalls inkonsequent wäre.

Kommentar von Zicke52 ,

Natürlich ist es konsequent, aus der Kirche aufzutreten, wenn man ungläubig ist. Ich habe ja auch nicht gesagt, sie soll es nicht tun, sondern nur, dass es keine Eile hat. Passive Mitgliedschaft ist ja nur ein Stück Papier, hat also keine Bedeutung. Etwas, was man nicht selbst entschieden hat, sondern was man einfach so weiterlaufen lässt, solange es keine Konsequenzen hat (ganz anders als bei der Firmung, die eine AKTIVE Entscheidung ist). - Sie hat ja gesagt, dass sie auch nicht vorhat, in Zukunft in die Kirche zu gehen, also nimmt sie nichts in Anspruch und nutzt auch nichts aus. Wann sie sich ihre innere Abwendung amtlich bestätigen lässt, ist also wirklich belanglos.

Mit der Kirchensteuer unterstützt man aber aktiv einen Verein, zu dem man nicht steht. Also hier macht es schon Sinn, offiziell auszutreten. 

Antwort
von TheKroeterich, 39

Rede einfach erstmal mit deinen Eltern darüber. Wenn das deine Ansicht ist, dürfen sie dir nicht böse sein. Dann fragst du sie, ob sie dich abmelden bzw. ob du aus der Kirche austreten kannst.

Antwort
von matheistnich, 46

naja bin auch nicht zur firmung gegangen weil ich mich nicht mit irgendeiner Religion identifizieren kann aber ich würde dir raten das jetzt auch durch zu ziehen einfach nur wegen dem geld, dass du von deiner Familie bekommst xD

Kommentar von Hardware02 ,

Entweder man glaubt daran, oder man lässt es bleiben. Firmung nur wegen Geld = Betrug an allen Angehörigen!

Antwort
von TheMentaIist, 36

Ja, du darfst aus der Kirche austreten. Musst zum Amt gehen. Ab 14 darfst du das alles selbst bestimmen.

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