skyseeker am 19.05.2008 um 21:37 Uhr
Ich habe immer noch meinen Verdi-Ausweis und zahle immer noch brav meine Beiträge, obwohl ich das gar nicht müsste. Wenn ich aber sehe, welche mitunter schwachsinnigen Entscheidungen von Gewerkschaften getroffen werden und Forderungen, die mit gesundem Menschenverstand rein gar nichts mehr zu tun haben, auf Biegen und Brechen durchgeboxt werden, tut mir mein Geld Leid.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind die Forderungen der Gewerkschaften utopisch und treiben nur die Preise der Waren/Dienstleistungen in die Höhe - das ist eine Schraube ohne Ende - leider!
Es wäre an der Zeit, dass Gewerkschaften neue Ziele suchen - und vor allem auch finden könnten: Velleicht einmal den Staat bestreiken/erpresssen anstatt die Arbeitgeber....

Gewerkschaften machen Sinn für den Arbeitnehmer, denn die Preise werden weiter steigen und die Gehälter nicht.
justii am 21. Mai 2008 00:33 Die Preise steigen, weil die Gehälter steigen
Die Gehälter und Abgaben sind der größte Kostenfaktor und machen sich in der Preisgestaltung deshalb überdurchschnittlich bemerkbar. Wenn die Gewerkschaften also steigende Einkommen proklamieren, pushen sie die Inflation => Der Arbeitnehmer hat real danach weniger im Geldbeutel!

Hallo ? Meine Gewerkschaft hätte vor einieger Zeit fast gestreikt (IG-Metall) ! Wenn´s zum Streik kommt irgendwann...will ich nicht ohne Lohn da stehen...da bezahl ich doch meine 8€ im Monat für. Außerdem hat meine Gewerkschaft mit Herz gekämpft...und darauf kommts an, liebe Kollegen und Kolleginnen ! :-)
Gerade im Zeitalter der immer größer werdenden Schere zwischen Reich und Arm sind die Gewerkschaften als Helfer für die Arbeitnehmer noch sehr wichtig!
justii am 21. Mai 2008 00:32 Als Inflationstreiber?
Was soll denn das den Arbeitnehmern helfen - tztztz

Ich bin da genauso zwiegespalten wie du. Gerade in der heutigen Zeit sollten sie den Großkopferten Einhalt gebieten. Aber so wie sie aufgebaut sind, passiert da nicht mehr viel.
Andererseits sind sie das letzte Druckmittel des Kleinen Mannes und ich befürchte, wenn das nun auch noch wegfällt, dann wird erst recht Raubbau bei den Arbeitnehmerrechten betrieben.
Bedenken wir auch immer, wo wir ohne Gewerkschaften heute wären. Arbeitszeitgesetze, Arbeitsschutzgesetze sowie einen flächendeckenden Tarif gäbe es bis heute nicht.
Das sind die Gründe, warum ich immer noch brav meinen Beitrag zahle. Quasi mehr als Spende als als Beitrag.
skyseeker am 19. Mai 2008 22:04 Stimmt, sie hatten Großes geleistet und erreicht. Mittlerweile sind sie aber ein teurer und selbstgefälliger Selbstläufer geworden, den sich eine kränkelnde Wirtschaft eigentlich nicht mehr leisten kann.
Das sehe ich anders. Vielen meiner Kollegen hat die Gewerkschaft bei einer Firmeninsolvenz geholfen, zu ihrem Recht zu kommen. Vielen meiner Freundinnen haben sie auch in anderen Arbeitsrechtfragen zur Seite gestanden. Und alleine die Präsenz der Gewerkschaften trägt noch zur Zurückhaltung vieler Firmen bei, wieder das Feudalrecht einzuführen.
justii am 21. Mai 2008 00:35 BRAVO!

ohne gehen wir ganz unter!



Gewerkschaften haben sicherlich ihren Sinn in der Geschichte der Wirtschaft gehabt (Arbeitsbedingungen im Untertagebau etc.)
Seit langer Zeit zeichnen sich die Gewerkschaften allerdings dadurch aus, daß Sie ihren Mitgliedern Sand in die Augen streuen in Form von "Arbeitszeitkürzungen bei vollem Lohnausgleich" oder "Lohnerhöhungen". Wer sich diesen Bären von den großen Arbeitgebern "Gewerkschaften" aufbinden lässt, hat es wirklich nicht besser verdient.
Seien wir uns mal ehrlich: Die Gewerkschaft fordert 5% mehr Lohn/Gehalt. Gleichzeitig sagt der Arbeitgeber Z aber: "Wenn die Arbeitnehmer 5% mehr verdienen wollen, und ich deshalb im Handel für einzukaufende Produkte mehr bezahlen soll, dann muß ich auch mehr verdienen. Am besten gleich 10% mehr. Am Besten, ich schlage deutlich mehr als 5% auch auf meinen Preis auf..."
Gratuliere Arbeitnehmer: Du hast real weniger im Geldbeutel als vorher...
Alle zeitbezogenen und einkommensbezogenen Erfolge der Gewerkschaften lassen sich kurz- bis mittelfristig an der gefühlten Inflation nachmessen. Man lügt den Arbeitnehmern also in die eigene Tasche und diese bezahlen mit ihren Beiträgen auch noch dafür. Wow - da gehört schon allerlei D......t dazu.
Sorry, ich will niemandem zu nahe treten, aber das mußte mal gesagt werden. Schöne Grüße
justii
ich war selbst mal bei verdi mitglied. ausser falschen versprechungen bei einem anstehenden streit mit dem arbeitgeber, samt gerichtlicher auseinandersetzung und 3-monatiger sperre vom arbeitsamt hat es mir nichts gebracht. was die gewerkschaften heute in deutschland leisten ist imo kasperletheater. da werden in einem arbeitskampf millionen versiebt, um am ende 1,8% lohnsteigerung erreicht zu haben, die von der inflation/steueranhebungen etc. eh aufgefressen werden. wie man richtig streikt zeigen die franzosen immer wieder. was dagegen in deutschland passiert ist eher lächerlich.



Ich bin letztes Jahr aus der IG-Metall ausgetreten, hauptsächlich wegen dem schwachsinnigen ERA-Tarifvertrag, der von der Gewerkschaft immer noch als supertoll, modern und flexibel gepriesen wird. Also wenn du nicht damit einverstanden bist, was die Gewerkschaft macht, dann trete ruhig aus.
skyseeker am 19. Mai 2008 22:57 Ja, ERA schmerzt. Hab davon gehört. Werde meinen Ausweis übrigens zurück geben.

Ohne Gewerkschaften und einheitliche Tarifverträge müßten die Arbeitgeber einen Leistungslohn für jeden Einzelnen aushandeln. Das würde der Wirtschaft enorm schaden. Das Lohngefälle wäre noch viel stärker; nur wer fit und stark ist hätte auf Dauer einen gut bezahlten Job. Ohne Gewerkschaften könnten viele große Unternehmen gar nicht mehr funktionieren. Über die Gewerkschaften wird das Lohngefüge gesteuert und Unternehmen können konkurrenzfähig bleiben.
skyseeker am 19. Mai 2008 22:14 Das ist ja mal interessant. Kannst du mir das bitte erklären: "Ohne Gewerkschaften könnten viele große Unternehmen gar nicht mehr funktionieren." Übrigens sind viele Unternehmen gerade durch die Lohnforderung eben nicht mehr konkurrenzfähig!
FranzKofler am 20. Mai 2008 18:55 Die Gehaltsstruktur großer Unternehmen basiert auf ausgehandelten Tarifverträgen mit Laufzeitbindung. Ohne diese Tarifverträge wäre eine vernünftige Personalkostenplanung fast unmöglich. Ob mit oder ohne Gewerkschaften sind manche Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig.

Was glaubst du, was für Tarife wir hätten, gäbe es die Gewerkschaften nicht mehr!!! Dann könnten wir endgültig einpacken!



also ich bin dankbar über die angebote die mir meine gewerkschaft anbietet

Nicht mehr und nicht weniger.
Da ich gerade meinen Job verloren habe und bemerkt habe, dass weder der Betriebsrat der Firma, noch die Gewerkschaft einen Finger gekrümmt hat, mir zur Seite zu stehen und etwas dagegen zu tun, kann ich leider nicht mehr für Gewerkschaften sprechen und trete jetzt aus. ich muss dazu noch sagen, dass ich schön brav 5 Jahre lang meinen Beitrag bezahlt habe. Die anderen 90 % in meiner Abteilung die alle nich in der Gewerkschaft sind, bleiben schön weiter angestellt.
Einmal hätte ich die Unterstützung der IG Metall gebraucht. Aber sofort haben die den Schwanz eingezogen. Die IG Metall ist nicht die Gewerkschaft der Angestellten, meine jahrelang gezahlten hohen Beitäge betrachte ich als Lehrgeld. Ich kann nur jedem Angestellten raten auszutreten und sein Geld besser anzulegen.
Einmal hätte ich die Unterstützung der IG Metall gebraucht. Aber sofort haben die den Schwanz eingezogen. Die IG Metall ist nicht die Gewerkschaft der Angestellten, meine jahrelang gezahlten hohen Beitäge betrachte ich als Lehrgeld. Ich kann nur jedem Angestellten raten auszutreten und sein Geld besser anzulegen.

Neben den Medien sind die Gewerkschaften eine wichtige Säule unseres Staates.
Übrigens: In der ersten Instanz vorm Arbeitsgericht zahlt jede Partei ihre Anwaltskosten selbst - unabhängig vom Ausgang!
skyseeker am 19. Mai 2008 22:47 Arbeitsgericht. Aha... Und was willst du mir damit sagen?
tradaix am 19. Mai 2008 22:53 Wenn es zu einer Klage kommt - egal ob Arbeitgeber oder -nehmer - und Du Recht bekommst, bezahlst Du Deinen Anwalt selbst.
Als Gewerkschaftsmitglied trägt deren Rechtsschutz die Kosten; auch bei eventuell notwendigen Gutachten und weiteren Instanzen.
Eigentlich hegte ich eine leise Hoffnung, es könnte mich jemand überzeugen nicht auszutreten. Aber deine Argumente sind einfach die besseren!
Dankeschön...
Staat = Volk = Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Erst sekundär.... und heutzutage nicht mehr richtig zu glauben, da der Staat nie das macht, was der Grossteil des Volkes möchte ;-)