Frage von Hardware02, 198

Aus 30 m sofort auftauchen - was passiert?

Liebe Taucher,

ich hoffe, ihr könnt mir einige Fragen beantworten. Keine Sorge, ich will das nicht ausprobieren, sondern schreibe an einer Kurzgeschichte, die natürlich keine offensichtlichen Fehler enthalten soll.

Und zwar tauchen die Leute in dieser Geschichte, und zwar in Venedig. Ich dachte an 30 bis 35 Meter Wassertiefe.

  1. Sie fliegen nach Venedig. Ich habe schon gelesen, dass man nach dem Tauchen nicht sofort zurückfliegen darf. Aber darf man umgekehrt direkt nach einem Flug tauchen?

  2. Einer der Taucher ist noch nicht besonders erfahren. Wie viele Kurse müsste jemand heute machen, bevor man ihn in eine solche Tiefe mitnimmt? Also wie lange müsste er schon tauchen?

  3. Unter Wasser passiert ein Mordversuch. Deshalb taucht einer ohne Pressluftflasche auf und kann auch die Dekompressionszeit nicht einhalten. Aber würde er es noch aus eigener Kraft nach oben schaffen, oder würde er das Bewusstsein verlieren?

  4. Wie sieht es mit der Taucherkrankheit aus? Würde er davon schon unter Wasser etwas merken? Oder erst, wenn er an Land kommt? Sofort oder erst nach einigen Minuten? Oder kann man das nicht sagen?

  5. Ich dachte mir, dass man ihn zwar sofort in eine Dekompressionskammer bringt, er aber trotzdem zuerst Lähmungen und Sehstörungen hat. Beides soll sich innerhalb mehrerer Tage bzw. Wochen dann wieder bessern. Ist das realistisch?

Ach so, ja: Ich habe mir schon einige Videos zum Tauchen angesehen. Bei diesen Fragen bin ich mir aber nach wie vor unsicher.

Antwort
von DanielDewald, 128

1. Das ist kein Problem. Man soll nur nach dem tauchgang nicht sofort fliegen, da der druckunterschied den angereicherten Stickstoff austreiben würde und es zu Deko Krankheit kommen kann. Vor dem tauchen gibt's aber kaum Stickstoff.

2. Das hängt stark von Verband ab. Gesetzliche regeln gibt es keine. Ist er leichtsinnig genug taucht er ohne jedes brevet oder mit einem simplen OWD.

3. Bei der tiefe wird es für ihn schwer die empfohlenen 10m/minute einzuhalten. In der Panik wäre vermutlich ein barotrauma die Folge. Je nachdem wie lange er unten war folgt die deko Krankheit auf dem Fuße. Da müsste er schon Glück haben und die rettungskette Super funktionieren das er das überlebt. Lungenriss, trommelfell hinüber und neurologische Schäden wären wahrscheinlich.

4. Die meisten verunfallten geben später an sich an den eigentlichen Unfall nicht zu erinnern. In der Regel überdeckt die Panik in einer solchen Situation alles andere. Selbst schmerzen spielen da keine große Rolle mehr.

5. In der Regel verschwinden die akuten sympotome einer DCS in der dekokammer direkt. Schäden die nicht verschwinden sind selten, können aber durch schwellungen im Gewebe auftreten (z.B. im Rückenmark oder Gehirn). Da reden wir aber eher von Stunden und HÖCHSTENS Tagen. Und wie schon gesagt, in einer solchen Situation sollte man dankbar wie Hölle sein wenn man keine bleibenden Schäden davon trägt.

Antwort
von MarLi22, 36

hey

1. Es ist besser nicht gleich zu tauchen

2. eigentlich ist es egal( glaube ich) manche machen es ja auch erst im urlaub aber ich denk das die person dann nur bis 18m tauchen darf

3.Wieso ein Mordversuch unter Wasser?????

Aus der tiefe ist es eigentlich ganz klar das er die TK bekommt

4. Die symptom können gleich an der Wasseroberfläche auftreten, jedoch auch bis zu 24h danach 

5. Ja das ist realistisch, wenn man sofort eingreift!!

Es könnte aber leider auch zu späteren Langezeitschäden kommen!!1

Hoffe ich konnte helfen

bei Nummer 4&5 bin ich mir sicher bei den restlichen nur so lala... sorry

hoffe du kannst trotzdem was damit anfangen!! :D

Antwort
von deem86, 109

1. Ja, direkt nach einem Flug ist das noch kein Problem.

2. Bei den üblichen Verbänden benötigt man dafür in der Regel den Open Water Diver (bis 18 m), dann den Advanced Open Water Diver (bis 30 m, kann auch anders heißen) und dann meistens noch einen Tieftauchen-Spezialkurs, mit dem man auf 40m kann. Manche Verbände haben für den AOWD eine Mindestanzahl an Tauchgängen, andere nicht. Man kann es also auch schon mit 10 Tauchgängen machen.

3. Kommt drauf an, wie lange er schon unten war. Wenn die Nullzeit überschritten wurde, dann kann es schon sein, dass er bewusstlos wird.

4. Die Taucherkrankheit manifestiert sich normalerweise erst nach dem Auftauchen (weil sie ja erst auftritt, nachdem der Umgebungsdruck niedriger wurde und der Stickstoff ausperlen kann). Kann aber sofort beim Auftauchen passieren, wenn es akut wird. Andererseits gibt es auch Fälle, bei denen es erst nach einigen Stunden aufgetreten ist.

5. Ja, das ist realistisch.

Kommentar von Honigtopf3003 ,

Dem kann ich zustimmen, außer 1.: ich habe gelernt, dass man sowohl vor als auch nach dem Flug nicht direkt Tauchen sollte (ergibt für mich auch Sinn, da es ja schnuppe ist, ob man zuerst taucht oder fliegt; der Druckunterschied ist ja der gleiche)

Kommentar von deem86 ,

Der Druckunterschied ist der gleiche, allerdings bist du vor dem Tauchen ja nicht mit Stickstoff aufgesättigt. Desweiteren bist du  nach dem Flug auch wieder gelandet und wieder auf Normaldruck, somit würde ein evtl. ausgelöster Stickstoff sich wieder im Gewebe lösen. Das Problem nach dem Tauchen ist ja nur, weil deine Gewebe voller Stickstoff sind und während dem Flug der Kabinendruck unter Normaldruck absinkt.

Kommentar von Hardware02 ,

Okay, danke. Wenn man also hier im 21. Jahrhundert schon mit 10 Tauchgängen auf eine Tiefe von 30 Metern darf,dann geht das im 28. Jahrhundert bestimmt auch ;-)

Er war schon eine Weile unten, denn die vier haben sich ja zuerst Venedig in aller Ruhe angesehen. Die Nullzeit ist also überschritten.

Der Roboter darf ihn also retten, und es dauert eine ganze Weile, bis er wieder auf die Beine kommt.

Antwort
von WFL65, 85

Hallo Hardware,

30 m Tauchtiefe in der Lagune von Venedig? Da bin ich mir nicht so ganz sicher, ob du deinem Taucher nicht am besten einen Spaten mitgeben solltest.

3.-5. Hängt stark von der Tauchdauer ab.
3. Eigene Kraft? Das luftgefüllte Jacket treibt ihn hoch.

Viel Erfolg
WFL

Kommentar von Hardware02 ,

Hm, vielleicht hätte ich es doch besser gleich dazuschreiben sollen: Das ist Science Fiction, spielt einige hundert Jahre in der Zukunft, und Venedig ist überflutet. Deshalb taucht man dort auch - so wie man sich heute Korallenriffe und so etwas ansieht.

Also schafft er das alleine? Kann er das Bewusstsein verlieren? Dann könnte einer der Roboter ihn retten. ... Oder ist das ein bisschen übertrieben bei 30 Metern?

Kommentar von WFL65 ,

Wenn dein Held auf 30 m das Bewusstsein verliert, kann er in dieser Tiefe bleiben. Aber da hat er noch kein Barotrauma. Zum Auftauchen lässt man etwas Luft in die Tarierweste. Diese Luft dehnt sich mit abnehmenden Umgebungsdruck aus, sodass man die Luft zu Teil wieder aus der Weste ablassen muss. Wenn ich jetzt in einer solchen Situation aus irgend einem Grund das Bewusstsein verlieren sollte, dann steige ich automatisch an die Wasseroberfläche. Dies dann in einer unkontrollierten Geschwindigkeit, die alles andere als gesund ist. Somit würde ich dir empfehlen, dass dein Held nicht nur die Pressluftflasche verliert (wie verliert man die eigentlich?), sondern auch noch sein Jacket löchrig, somit funktionslos ist. Wenn er aus 30 m hochflosseln muss (vorausgesetzt zu lässt ihm zumindest seine Flossen), kannst du ihn unterwegs (so ab ca. 2/3, ohne Flossen ab ca. der Hälfte der Strecke) schon bewusstlos werden lassen.

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