Frage von tenuous, 120

Aufsitzen nur mit Hilfe von Leckerlies?

Ich bin seit bald einem Jahr Reitbeteiligung bei Privatleuten. Seit ca. zwei Monaten nehme ich mit einer anderen Reitbeteiligung Reitunterricht; ich auf einer Haflingerstute und sie auf einer Fellponystute.

Das Problem bei meiner Haflingerstute ist, dass sie, wenn ich Aufsteigen möchte immer anfängt zu zicken und einfach mehrere Schritte nach vorne macht. Ich weiß, dass sie sonst immer Leckerlies bekommen hat, damit sie abgelenkt ist. Ich möchte das aber ohne Leckerlies machen/schaffen, da ich finde, dass es einfach normal sein sollte für ein Pferd stehen zu bleiben.

Ich habe immer mit ihr geübt und sie macht immer mehr Fortschritte. Klar ist das alles nicht innerhalb von einer Woche getan, dass weiß ich selber.

Letztens aber hat mir eine der Privatleute erzählt das als sie auf der Haflingerstute aufsteigen wollte wieder das Theater kam. Anstatt dann die Übungen zu machen, die ich immer mache, haben sie ihr einfach wieder Leckerlies gegeben. Und das End vom Lied war "Ich habe wieder von vorne angefangen".

Daraufhin habe ich ihnen gesagt das sie das auch ohne Leckerlies oder Ablenkung kann und das sie darauf auch Rücksicht nehmen sollen.

Ich finde das sie dadurch die Arbeit die ich immer investiere nicht respektieren und darauf "rumtreten".

Wie kann ich das ändern? Mehr als ihnen das sagen kann ich nicht ... Habt ihr vielleicht noch andere Tipps für mich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Isildur, 22

Hallo,

das ist ja kein massives Pproblem das dem Pferd oder dir schadet. Die "Privatleute" sind die Besitzer der Stute? Warum sollten sie denn die Übungen der RB machen, wenn es sie selbst persönlich nicht stört und sie mit ihrer Leckerliemethode zufrieden sind. Ist halt unhöflich vom Pferd, aber wenn es von den Eigentümern toleriert wird -so what.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn man Zeit ud Mühe investiert hat und das dann durch einmal "unbedacht" riesen Rückschläge gibt. Das ist die Kehrseite der Reitbeteiligung.

Pferde können doch recht gut differnzieren, vllt. wird es länger dauern, aber irgendwann wird der Haflinger verstehen, dass er bei dir stehen zu bleiben hat.

Mein Kinderpony bleibt nich stehen, wenn er nicht angebunden ist. Stört mich bei ihm nicht. Den binde ich an und gut ist. Wenn jetzt seine Pflegebeteiligung ankommen würde und sagen würde das ich, anstatt ihn anzubinden, ihre Übungen machen soll - würde ich sie anschauen wie eingebremsten Auto und fragen was sie denn bitte schön heute im Kaffee hatte...

Kommentar von tenuous ,

Ich habe nie behauptet das ich denen Vorschriften mache wie sie mit dem Pferd umzugehen haben.

Ich habe bereits in einem Kommentar erwähnt das sie die Übungen nicht gemacht haben weil es ihnen zu lästig war. Ich kann auch verstehen warum sie ihr Leckerlies geben. Sie wurde von der einen in die nächste Hand gegeben und hatte kein Vertrauen. Ist beim Aufsteigen gestiegen und und und. Jetzt aber hat sie Vertrauen und kann das auch ohne.

Sie sind sehr froh das ich mit ihr gut klar komme und die Übungen mit ihr mache. Sie meinen das sie davon auch nur profitieren wenn ich das weiter mache.

Ich habe zu den Besitzern ein sehr gutes Verhältnis und gehöre auch schon quasi "zur Familie", so sagen die das immer.

Aber das Thema hat sich eh erledigt. :)

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 49

wenn du dich nicht respektiert fühlst, dann solltest du konsequent sein und deinen vertrag kündigen.

ansonsten bleibt dazu zu sagen: es könnte länger dauern, bis die haflingerin wirklich beim aufsitzen stehenbleibt.

allerdings kann ein pferd durchaus differenzieren, bei wem es mit seinem "sprökes" durchkommt und bei wem nicht. wenn sie gelernt hat, dass sie bei dir mit ihrer masche nicht durchkommt, wird sie hin und wieder noch mal testen, mehr aber auch nicht.

du kannst ebenfalls mit futterbelohnung arbeiten - aber die belohnung gibts halt erst, wenn du oben bist und dich zurechtgesetzt hast. du kannst auch mit wortbelohnung oder streicheleinheiten belohnen, wenn sie das mag. aber nur, wenn sie wirklich stehengeblieben ist und sich nicht gemuckst hat.

um dem pferdchen die übung zu vereinfachen kannst du dein aufsitztraining zunächst so beginnen, dass rechts vom pferd die bande (oder ein zaun oder eine mauer oder hecke) ist und vor dem pferd die ecke (oder eben sonst ein hindernis, das sie am nach vorn gehen hindert. beim aufsitzen nimmst du dann den rechten zügel etwas kürzer und stellst dich nicht mit dem rücken zum pferdekopf, sondern parallel zum pferd mit blickrichtung nach vorn. damit hast du in dem moment, wo das rechte bein dann den boden verlässt sofort das linke bein in verwahrender position, die das pferd linksseitigen ausweichen mit der hinterhand hindert. (ein haflinger ist ja nicht so gross, dass man nicht in blickrichtung aufsitzen könnte - und wenn doch, musst du enorm an deiner beweglichkeit arbeiten).

das anreiten erfolgt mittels einer halben wendung um die vorderhand und dem wegreiten nach rechts. dabei wird das pferd deutlich nach rechts gestellt und dann die hilfe zum antreten gegeben.

anschliessend arbeitet man das pferd im schritt am langen zügel ausschliesslich über das bein auf grossen gebogenen linien ein paar minuten und geht danach zum vorwärts abwärts im trab über.

nachgurten erfolgt dann in der bahnmitte von oben. anschliessend absitzen, das pferd ein paar schritte führen und in der ecke wie gehabt wieder aufsitzen.

sobald das pferd beim ersten aufsitzen in der ecke seine sache verstanden hat und ruhig steht, kannst du das aufsitzen nach dem nachgurten auch in der bahnmitte testen. wenns dann noch nicht klappt, gehst du wieder in die ecke dazu und testest alle paar tage mal wieder die bahnmitte.

wenn die besitzer weiter mit ihrer "alten" methode arbeiten, brauchst du halt geduld.

und solange die besitzer nichts dagegen haben, dass du es auf deine weise machst, ist doch eigentlich alles soweit in ordnung.

Kommentar von Urlewas ,

Das Belohnen " von oben" kann man auch gut mit einer Dehnungsübung verbinde.

Ich reite zur Zeit oft ein Pferd, das durfte sich offensichtlich beim Vorbesitzer ein Leckerlie von seinem  Knie abholen , bevor es losmarschiert.

Ist richtig drollig, wenn man dem Pferd von oben mit der rechten Hand etwas gibt,  geht es anschließend mit der Nase zu meinem linken Knie.

Kommentar von ponyfliege ,

;-))

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 61

Es tut mir leid, die das so sagen zu müssen, aber nicht die Eigentümer haben die Wünsche einer Reitbeteiligung zu respektieren, so deren umgekehrt. Du kannst in aller Bescheidenheit(!)  versuchen, deine Sicht der Dinge anzubringen, aber einen Besserwisser braucht niemand an seinem Pferd.

Die bleibt nichts übrig, die ein anderes Pferd zu suchen ( wobei es überall Meinungsverschiedenheiten geben wird, wo Du zurück stecken mußt), oder es eben zu nehme, wir es ist.

Wenn Du viel Geduld hast und das Pferd genügend intelligent ist, kann es lernen, dass bei verschiedenen Personen unterschiedliche Regeln herrschen.

Jedenfalls würdest Du dich nicht nur bei diesn Besitzern , sondern in der ganze Umgebung. Unbeliebt machen, wenn Du die  Leute belehren willst oder gar blamierst, weil du eine Schau draus machst, dass du es besser kannst. 

Kommentar von tenuous ,

Nein, sie haben nichts dagegen wenn ich das mache. Sie haben, so wie ich es verstanden habe, nur gemacht, weil sie keine große Lust hatten mit ihr zu diskutieren bis sie stehen bleibt.

Ansonsten sind sie zufrieden damit wie ich mit dem Pferd arbeite und wie gut ich mit ihr klar komme.

Kommentar von Dahika ,

Das ist ja schön, aber dennoch bist du nicht die Besitzerin und hast den Eigentümern keine Vorschriften zu machen.

Antwort
von sukueh, 56

Ich stimme dir zwar zu, dass man auf ein Pferd auch ohne Leckerli aufsteigen können sollte, aber wie Urlewas bereits festgestellt hat, bist du nicht der Besitzer des Pferdes, sondern "nur" die RB.

Insofern kannst du nicht erwarten, dass der Besitzer auf dich "Rücksicht" nimmt oder deine "Arbeit respektiert". Es wäre natürlich wünschenswert, dass man gemeinsam an einem Ziel arbeitet, aber wenn dem Besitzer quasi egal ist, wie er aufs Pferd aufsteigt - mit Leckerli, ohne Leckerli, mit dreifachem Salto, Aufsteighilfe oder ohne, dann hast im Gegenteil DU diesen Wunsch/das Handeln des Besitzers zu respektieren und zu akzeptieren.

Eine Form zu finden, dem Besitzer die Vorteile deiner "Arbeit" nahezubringen, ohne dass er sich als Besitzer "blöd" vorkommt, wäre natürlich auch eine Möglichkeit - ist aber vermutlich eine sehr heikle "Mission", die unheimlich viel Fingerspitzen- und Taktgefühl benötigt.

Stell dir die umgekehrte Situation vor: Es ist dein Pferd und deine RB will dir vorschreiben, was du mit deinem Pferd zu tun hast. Würdest du das wollen oder gar akzeptieren?

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 30

Daraufhin habe ich ihnen gesagt das sie das auch ohne Leckerlies oder
Ablenkung kann und das sie darauf auch Rücksicht nehmen sollen.

Ich kann dich zwar verstehen, aber du weißt schon noch, dass du nicht die Besitzerin bist, oder? Ich würde mir das von einer Reitbeteiligung nicht bieten lassen.
Wenn ich MEIN Pferd mit Leckerlis füttere, dann hat eine RB das nicht zu kritisieren.

Kommentar von tenuous ,

Ich habe niemals behauptet das ich den Eigentümern Vorschriften mache. Wie bereits in einem Kommentar erwähnt, was du auch gelesen hast war es ihnen zu anstrengend.

Das Thema hat sich in Zwischenzeit eh beendet und es ist alles in Ordnung.

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