Frage von mietzixoxo,

Aufklärung und Empfindsamkeit Literatur

Ich muss mich kurz über die Epochen der Aufklärunf und Empfindsamkeit informieren.

Kann mir jemand sagen von wann bis wann diese Epochen sind und mir kurz ein paar Merkmale nennen? :)

Und weiß jemand wo ich eine gute, informative Kurzbiografie zu Lessing finde? :)

Antwort von 2702alex1900,
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"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." -Immanuel Kant

Die Aufklärung war eine literarische Epoche im 18. Jahrhundert (~1760-1780). Die Autoren wollten die Bürger dazu anregen, ihren eigenen Verstand zu benutzen und nicht alles zu glauben, was ihnen die Kirche erzählte. Leitmotive sind Vernunft, Toleranz und Humanität. Zu den wichtigsten Werken der Aufklärung zählt Lessings "Nathan der Weise".

Antwort von Haldor,

Noch eine Ergänzung: Die Empfindsamkeit ist eine der drei „Gefühlsströmungen“ im 18. bzw. zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die sich gegen den Rationalismus der Aufklärung richteten: daneben sind noch Sturm und Drang und Romantik zu nennen. Die Empfindsamkeit unterscheidet sich vom Sturm und Drang durch ihren eher verhaltenen Gefühlsausdruck. Sie favorisiert die „guten“ Gefühle, z.B. die Nächstenliebe (auch die Moral ist ein wichtiges Anliegen der Empfindsamkeit), Geschwisterliebe (natürlich die moralisch integere!), dann Freundschaft, Naturliebe und Trauer, während Raserei, Zorn, Begehren und Temperament nicht zu ihren Idealen gehören. Kernthemen sind außerdem Mitleid, sittliches Verhalten, das Bewusstsein der eigenen Innerlichkeit, das Privatleben und die Schwärmerei für Mensch und Natur. Im „Werther“ gibt es zahlreiche „empfindsame“ Passagen: so die gefühlvollen Betrachtungen der Natur, Werthers „Herzensergüsse“, als er den Schmerz verarbeiten muss, dass die von ihm geliebten Nussbäume gefällt worden sind, seine „sentimentalen“ Überlegungen über den Sinn des Lebens, angesichts des ihm absurd erscheinenden Bemühens der „braven Bürger“, ihr Rosengärtchen zu pflegen, nur um die Sonne noch ein paar Minuten länger zu genießen. Auch der gefühlvolle Abschied Werthers von Lotte und Albert am Ende des 1. Teils, wo sie äußerst gefühlvolle Betrachtungen über ihr Wiedersehen im Jenseits anstellen, ist typisch empfindsam. Desgleichen seine Ausführungen über den todgeweihten Gesellen, der einen Nebenbuhler umgebracht hat. Sie sind voll Gefühl und Verständnis; Werther ergreift Partei für einen, der nach seinem leidenschaftlichen Gefühl gehandelt hat, und äußert Unverständnis für den Richter, der nach Paragraphen urteilt. Wo die Gefühle intensiver werden und sich zur Leidenschaft steigern (Selbstmord Werthers, kaum noch gezügelte Leidenschaft Werthers gegenüber Lotte) oder wenn die Anklage gegen den Bürokratismus des rationalen Staates oder die Kritik am Hochmut des Adels vernehmbar werden, geht die Empfindsamkeit in den Sturm und Drang über. Über weite Strecken ist der Werther-Roman (m.E.) ein typischer Roman der Empfindsamkeit. Sogar Klopstock wird einmal von Werther erwähnt, (also der typische Repräsentant der Empfindsamkeit), als Werther und Lotte während des Balles sich in sentimentalen Schwärmereien ergehen (die Begriffe „Sentimentalität“, „Herzensergüsse“ und „Schwärmereien“ sind hier nicht negativ gemeint; „empfindsam“ war damals das deutsche Wort für „sentimental – aus dem Englischen).

Antwort von Skoph,

Servus, die europäische Aufklärung war etwa von Ende des 17. Jahrhunderts bis ca. 1800 - allerdings haben wir durch für uns mittelalterliche ethische Modelle der Religionsfanatiker wieder Literatur in Europa im aufklärerischen, kantianischen Geiste (vgl. Lessings Ringparabel im "Nathan der Weise")... eine Neoaufklärung seit ca. 1970 (z. B. neue Demokratie, 68-Revolution, Mondflüge, biologische Evolutionsthoerie und Sexualkunde an allen allgemeinbildenden Schulen): Literatur z. B. über Vernunft, Toleranz und Freiheit ohne Krieg. Die "Empfindsamkeit" ist keine Epoche, sondern nur ein Höhepunkt im Ausdruck in der Epoche des "Sturm und Drang" von ca. 1770 bis zur frz. Revolution 1789: Literatur über Leidenschaft und urmenschliche Gefühlskräfte - wutschnaubend zerstörend (vgl. Schillers Räuber) bis depressiv empfindsam (vgl. Goethes Werther)! - Lessings Kurzbiografie steht doch wohl in deinem Deutschbuch mit Literatur!? Grüße.

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