Frage von Kedder, 101

Aufhebungsvertrag und Arbeitslosengeld?

Hallo miteinander!

ich habe von meinem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag bekommen, da ich einen Unfall hatte und einen Bruch dabei entsandt, und somit auch länger als ca 3 Monate ausgefallen bin. <Wiedereingliederung von der Kasse läuft)

Jetzt läuft der Vertrag aus und haben mir 2 Tage vorher, bescheid gegeben das es nicht mehr geht. Entweder die Kündigung angeboten bekommen oder diesen Aufhebungsvertrag.

Und ich habe keine Ahnung was ich machen soll. Kündigung oder Aufhebungsvertrag.

so jetzt zum Aufhebungsvertrag

er ist bis zum (30/10/16) angesetzt: das heißt. ich kann bis dahin gesund werden, meine Reha machen und einen neuen Job suchen (komme aber früher nicht aus dem Vertrag raus) und ganz normal mit ganz normalem Gehalt Weiterarbeiten.

meine sorge ist....

schaffe ich das mit dem Bruch bis dahin einen Job zu finden? und wenn nicht, bekomme ich danach arbeitslosen Geld? nach diesem Datum wenn ich das jetzt am Dienstag nach den Feiertagen dem Amt melde?

trotzt das in diesem Vertrag steht.

Zur Aufrechterhaltung ungekürzter Ansprüche auf Arbeitslosengeld ist die Arbeitnehmerin verpflichtet, sich unverzüglich und Persönlich nach Abschluss dieses Vertrages beim Arbeitsamt Arbeitssuchen zu melden sowie Aktiv nach einer Beschäftigung zu suche.

wie kann ich das Verstehen???

ich hab halt danach keine lust mit nichts dazustehen, kein Job und kein Geld.

Danke im voraus...

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 43

Wie groß ist die Firma? Wie lange arbeitest Du schon dort?

Aufhebungsverträge nützen oft nur dem AG und nicht dem AN. Eine Sperre des ALG kann nur vermieden werden, wenn der AN auch ohne diesen den Job verloren hätte.

Aufhebungsverträge werden vom AG i.d.R. angeboten um einen AN den er sonst nur sehr schwer kündigen könnte "loszuwerden", um lange Kündigungsfristen abzukürzen und/oder Kündigungsschutzprozesse zu vermeiden.

Ich sehe momentan keine Notwendigkeit für Dich einem Aufhebungsvertrag zuzustimmen. Wenn es sich nicht gerade um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt, kann man Dir wegen der jetzigen Arbeitsunfähigkeit nicht personenbedingt kündigen.

Du solltest, wenn Du unterschreiben willst, den Aufhebungsvertrag auf alle Fälle zuerst prüfen lassen. Dazu gehst Du zum Anwalt oder auch, solltest Du Mitglied sein, zur Gewerkschaft. 

Was für ein Vertrag läuft denn aus? Das verstehe ich noch nicht ganz. Meine Antwort bezieht sich auf ein bestehendes Arbeitsverhältnis und nicht auf eine Befristung (vorsorglich mal erwähnt)

Kommentar von Kedder ,

Die Firma ist schon groß, mehr als 10 Vollzeit kräften. Die Firma will ich hier nicht nennen. Ist eine Mode Branche.

ich arbeite seit 1 Jahr dort und hatte nach 6 Monaten einen 1 Jahres Vertrag, Befristet.

also Mitglied in einer Gewerkschaft bin ich nicht. Werde das auf jedenfall vom Amt überprüfen lassen..

und dann meine Entscheidung fällen. 

denn Gerichtlich will ich eig nicht vor gehen. Denn das Arbeiten danach kann dann nicht mehr so schön sein weil die dann Fehler suchen bei dir.

aber danke für den Tipp 

Antwort
von wilees, 47

Bei Zustimmung zum Aufhebungsvertrag kommt der AG leicht aus den Verpflichtungen eines Arbeitsvertrages heraus. Vor allen Dingen für Ihn kostenlos.

Er will Dich so oder so loswerden. Nur das ist halt nicht immer einfach. Grundsätzlich kann man auch bei Krankheit gekündigt werden. Nur ein Bruch ist halt eine einmalige Erkrankung.

Bei einer Kündigung wird er wahrscheinlich ( entsprechende Vertragsdauer vorausgesetzt ) eine Abfindung zahlen müssen.

Als allererstes würde ich ein Zwischenzeugnis einfordern.

Desweiteren würde ich mich vom Anwalt beraten lassen, bevor ich einen Aufhebungsvertrrag unterzeichne.

Antwort
von skychecker, 36

Im Regelfall ist der Aufhebungsvertrag immer für den gut, der ihn haben möchte.

Hier also eher für den Arbeitgeber.

Im Zweifel kann der Arbeitnehmer durch einen Aufhebungsvertrag oft einen Nachteil, zumindest bei der Arbeitsagentur, haben.

Wenn dem Arbeitgeber danach ist, dann kann er eine Kündigung aussprechen. In einer Kündigungsschutzklage kann man dann genauso gut Dinge verhandeln, die man sonst im Aufhebungsvertrag regeln würde.

Hier wäre dann der Arbeitnehmer auf jeden Fall sicherer beim Umgang mit der Arbeitsagentur.

Vorausgesetzt natürlich, dass es dann nicht zu einer verhaltensbedingten Kündigung kommt, was aber ja nach deiner Schilderung eher unwahrscheinlich ist.

Du kannst aber durchaus mit dem dir vorliegenden Aufhebungsvertrag zur Arbeitsagentur gehen und dir eine Zusicherung abholen, dass du mit einem solchen Aufhebungsvertrag nicht in eine Sperre der Arbeitsagentur hinein kommst.

Kommentar von Kedder ,

Dankeschön... ja Verhaltens bedingt ist es auf keinen Fall. Es war nur wegen dem Bruch an der Schulter, da ich länger ausgefallen bin. War immer pünktlich und hab die Arbeit geschätzt. 

Es ist eben total sche**, es erst 2 Tage vorher das auszusprechen.

Werd es mit dem Amt abklären. Ich hoffe nur ich bekomme keine Sperre.

 

Antwort
von Jobwechsel2016, 31

Bitte keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben!!! Bei Aufhebungsverträgen wird eine Sperre vom ALG I verhängt über mind. 3 Monate. 

Ich würde mich ganz normal kündigen lassen. Bitte vergesse nicht das Du Anspruch auf Auszahlung  von Resturlaub hast bei Austritt aus der Firma im Krankheitsfall. Da du ja krankgeschrieben warst, muss man Dir trotzdem Urlaub gewähren. Den konntest Du aber nicht nehmen, weil Du krankgeschrieben warst. Das heißt der Arbeitgeber muss diesen als Einmalzahlung vergüten. 

Kommentar von Kedder ,

Unterschrieben habe ich Ihn ja noch nicht.

lediglich werde ich mich beim Amt beschweren. Da ich echt sowas unter Druck bekommen habe und das 2 Tage vorher, welcher Arbeitgeber macht das? und das auch noch Feitags wenn alles zu ist und man niemand Fragen kann.

ja sie müssen mir meine Urlaubs und Über-Stunden auszahlen so oder so. 

Antwort
von Jobwechsel2016, 21

Die wollten Dich unter Druck setzen. Evtl. auch die Hoffnung das Du vor Ort noch blauäugig den Aufhebungsvertrag unterschreibst und evtl. nicht weißt was das für Auswirkungen mit sich bringt. Was dieser Firma ja auch egal sein wird. Stelle zur Sicherheit bei Austritt aber auch schriftlich den Anspruch auf Auszahlung des Resturlaubes.. der ist sofort fällig. Somit können Ansprüche auch nicht verwirken. 

Kommentar von Kedder ,

Ja hab dann noch fragen gestellt um mich abzusichern und dann kommte sie mit ner echt sauren Stimme.. Ich mach ihnen so ein gutes Angebot und dann Fragen Sie solche Fragen?!? Ich will mich halt nur Absichern. Ich fragte sie auch: was ist wenn ich bis dahin nichts finde bekomm ich Arbeitslosengeld? Sie Ja. Sie hatte deswegen auch mit ihrem Mann telefoniert und es nochmals mir ja bestätigt. Echt verwirrend komisch, die ganze Sache 

Ok ich lass es mir dan schriftlich geben. 

Antwort
von kabatee, 15

Niemals diesen Vertrag unterschreiben! Werde gesund und rede mit der Krankenkasse.Dann schaust du dich um einen neuen Job um

Antwort
von matheistnich, 40

wenn du diesen aufhebens dingsda unterschreibst also annimmst musst du dich SOFORT beim arbeitsamt melden da sonst etwas von dem ALG1 was du kriegen würdest gestrichen werden könnte -> JA du kriegst auch ALG1 

Kommentar von Kedder ,

also ich habe IHN am Freitag bekommen um 14 Uhr somit waren die Ämter ja alle zu. wenn ich dann am Dienstag morgens sofort hin gehe und mich Arbeitssuchen melde besteht dann zu 100% das ich keine Sperre bekomme?

Kommentar von matheistnich ,

an deiner Stelle (du hast ja noch nichts unterschrieben) würde ich zum Arbeitsamt gehen und den Sachverhalt darlegen und gucken was die dazu sagen dann bist du auf der sicheren Seite :)

Kommentar von Maikiboy29 ,

Der Aufhebungsvertrag wird wie eine Eigenkündigung angesehen und du bekommst für die ersten 3 Monate eine Speere.

Darum mein Rat; einen Aufhebungsvertrag immer nur unterschreiben, wenn die Abfindungssumme so hoch ist, dass du die ersten 3 Monate gut davon leben kannst.

Kommentar von wilees ,

Ich gehe darüber hinaus - einen Aufhebungsvertrag nur unterschreiben, wenn die Nettosumme drei Monatsgehälter übersteigt und weitere 6 Monate die Differenz zwischen ALG 1 und Nettoeinkommen ausgleicht.

Bitte die hohen Steuerabzüge etc. beachten.

Kommentar von Kedder ,

ich werde mich am Dienstag beim Amt mal nachfragen muss so oder so hin.

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