Frage von Siegfried00, 104

Aufhebungsvertrag für Wohnung ist das Rechtens?

In der Wohnung, wo meine Tochter wohnt soll nun das Haus verkauft werden. Der Käufer möchte mit ihr einen Aufhebungsvertrag zum 31.12.2016 abschließen, bis dahin soll sie Ausziehen damit er die Wohnung umbauen kann. Der Käufer zieht selber ins Haus ein. Tochter alleinerziehend mit 1 Kind. Frage dazu: Was passiert wenn sie bis dahin keine neue Wohnung gefunden hat, kann er sie auf der Strasse setzen bzw. wenn sie trotz Vertrag weiterhin in der Wohnung bleibt. Soll sie lieber den Vertrag nicht unterschreiben

Antwort
von anitari, 56

Soll sie lieber den Vertrag nicht unterschreiben

Genau das.

Zumal der Käufer noch gar kein Recht hat mit irgend welche Vereinbarungen zu treffen. Das darf er erst wenn er als Eigentümer im Grundbuch steht.

Dann kann er Ihr einen Aufhebungsvertrag anbieten. Annehmen (unterschreiben) muß ihn Deine Tochter  jedoch nicht.

Will der neue Eigentümer die Wohnung für sich selbst oder einen Familienangehörigen nutzen, müßte er ihr schon ordentlich wegen Eigenbedarf kündigen.

Sie soll sich bloß nicht belatschern lassen!

Antwort
von Allexandra0809, 67

Der neue Besitzer kann Deiner Tochter ganz normal kündigen. Bei einem Aufhebungsvertrag stimmt sie dieser Kündigungsfrist zu und muss demnach auch aus der Wohnung raus. Innerhalb der nächsten Tage eine neue Wohnung zu finden, die ab Januar frei ist, dürfte fast unmöglich sein.

Ein neuer Vermieter übernimmt den Mietvertrag und kann auch bei Eigenbedarf nicht vorzeitig kündigen, wenn der Mieter nicht einverstanden ist.

Antwort
von DarthMario72, 55

Moment, das Haus soll verkauft werden? Dann kann der Käufer mit ihr jetzt überhaupt keinen Aufhebungsvertrag abschließen. Das könnte er erst, wenn er tatsächlich Eigentümer ist.

Alternativ wäre eine Eigenbedarfskündigung durch den Käufer, aber auch das geht erst, wenn er im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist.

Antwort
von ErsterSchnee, 46

In einem Jahr sollte es doch durchaus möglich sein, eine neue Wohnung zu finden. Will sie sich sonst wirklich auf einen teuren Rechtsstreit einlassen?

Antwort
von Cosmicchaos, 53

Was wäre denn die Alternative?

Im Zweifelsfall erhält sie eine Kündigung wegen Eigenbedarf. So hat sie evtl. noch die Möglichkeit ein paar Details reinzuverhandeln, die sie besser stellt als bei einer Kündigung. So würde ich es versuchen.

Der andere Weg wäre dann die Kündigung abzuwarten und dagegen vorzugehen, aber ob das mehr bringt wage ich zu bezweifeln, gerade wenn der Eigenbedarf berechtigt / vorhanden  ist.

Kommentar von Siegfried00 ,

Denn auch bei einer berechtigten Vermieterkündigung kann der Mieter wohnen bleiben, solange er sich auf Härtegründe berufen kann, die schwerer wiegen als das Kündigungsinteresse des Vermieters.

Härtegründe

Auf die folgende Härtegründe kann sich ein Mieter berufen, die gerichtlich anerkannt sind:hohes AlterIndividualitätGebrechlichkeitkörperlicher oder seelischer Schwächezustandlange Mietdauer und Verwurzelung in der WohngegendSchwangerschaftKinderSchwierigkeiten bei Schul- oder Kindergartenwechselgeringes Einkommenbevorstehendes Examen

Antwort
von Hexe121967, 44

wenn sie diesen vertrag nicht unterschreibt, kündigt man ihr wegen eigenbedarf. durch den aufhebungsvertrag hat sie ein jahr zeit sich was neues zu suchen. ist bei euch der wohnraum so knapp das ihr angst habt, sie würde obdachlos?

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