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Aufgrund welcher Gesetzesgrundlage durften 1990 in der DDR Firmen aus der BRD tätig werden?

Frage von nokiland nokiland

Bereits vor der Wiedervereinigung wurde in der DDR das Geld der BRD eingeführt. Und noch davor verkauften bereits Firmen aus der BRD in der DDR Waren und Produkte. Aber dafür gab es doch keine gesetzlichen Grundlagen? Ein halbes Jahr zuvor durften BRD Bürger, die nach Westberlin wollten, ja noch nicht einmal die Transitstrecke verlassen. Wenn BRD Bürger in privaten Haushalten schlafen wollten, mußte sie das von der Polizei genehmigen lassen. Gesetzlich war auch ein Zwangsumtausch von West-Mark in DDR-Mark festgehalten. Als die Mauer sich öffnete, gab es ein riesiges Durcheinander. Schwarzhändler kauften im Westen West-Produkte und verscherbelten sie am Straßenrand in Leipzig für teures Geld. Heute wäre sowas illegal, ohne Gewerbeschein und an der Steuer vorbei. Damals war es auch verboten, aber keiner verfolgte diese Ordnungswidrigkeiten ernsthaft. Handelten die großen Firmen aus der BRD genau so, ohne Genehmigung? Denn laut Gesetz gab es kein Gesetz, die es einer Firma aus dem kapitalistischem Ausland erlaubt hätte, auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik ihrem kapitalistischem Treiben nachzugehen? .. Schließlich gallten in der DDR noch die eigenen Gesetze .....

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Antworten (4)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von fraggle16 fraggle16

    setz dich mal mit dem 2+4-Vertrag auseinander.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-plus-Vier-Vertrag

    offiziell: Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland

    Kommentar von nokiland nokilandnokiland

    Danke, aber neee... trifft nicht auf meine Frage. Ich zitiere Wiki: "...Der Vertrag regelt in zehn Artikeln einvernehmlich die außenpolitischen Aspekte wie auch sicherheitspolitischen Bedingungen der deutschen Vereinigung und kam damit faktisch einem Friedensvertrag zwischen Deutschland und den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges gleich,..."

    Ich drücke mich mal so aus. In der DDr war vieles reglementiert, vieles verboten oder garnicht erst möglich. Es gab damals in der DDR für Ausländische, und vor allem Firmen aus dem kapitalistischem Lager, kein Gesetz, daß ein grundlegendes Recht auf freies Unternehmertum sicherte. Kann das einer der älteren Semester nach vollzoiehen, worüber ich mich wundere? Dem sog. "Unrechtsstaat", das Regime der SED, dichtet man ja allerlei Unrecht und anderes an. Wieso war es plötzlich Firmen aus der BRD erlaubt, problemlos in der noch-DDR ihre Fillialen einzurichten? Es war jan icht wie heute, wo ein Maler aus Frankreich die Wand in Spanien streichen darf. Die Produktionsmittel lagen in den Volkseigenen Betrieben, die es damals noch gab. Nur kleinere DDR Firmen überlebten die Enteignungen.Meine Frage zielt auf die Vermutung ab, daß die Firmen aus der BRD einfach "Schwarz" hier ihre Zelte aufschlugen. Ich wüßte es für einen Artikel aber gern zu 100%.

    Kommentar von fraggle16 fraggle16fraggle16

    richtig, der eigentliche Vertrag, der hier zutrifft, ist natürlich der hier:

    Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion

    ansonsten, frag mal lieber nicht Menschen, wie sie sich erinnern, sondern lieber etwas objektivere Geschichtswissenschaftler.

    Meine Erinnerung hier in Rostock ist zumindest so, dass die Geschäfte tatsächlich am Tag der währungsunion auch erst Westprodukte verkauft haben. Davor waren sämtliche Geschäfte bereits wie leer gefegt.

    Dieses tolle Papier, was ich eben erwähnte, machte allerdings auch eine pure Chaosveranstaltung aus der Zeit zwischen der Wiedervereinigung und dem Frühjahr, niemand hatte in den Ämtern tatsächlich eine Ahnung, was geht und was nicht. Alle ausführenden waren einfach gelinde gesagt überfordert und wurden überrumpelt, nicht nur Polizei, auch Bauämter, etc.

    http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/DieDeutscheEinheit_vertragWaehrungsWirtschaftsSozialunion/index.html

    Kommentar von nokiland nokilandnokiland

    Buh ... das ist ja ein Schinken .. g. Er erklärt aber einiges. Danke!

    Kommentar von fraggle16 fraggle16fraggle16

    sorry, dass ich dir zuerst den falschen Vertrag geschickt hab.

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    Antwort von Reisswolf53 Reisswolf53

    Dein letzter Satz ist Dein größter Irrtum! Vielleicht besorgst Du Dir mal folgendes Buch: Klaus Huhn, "Einmarsch der Verbrecher", edition ost, ISBN 978-3-360-01811-3. Da muss man nicht jede Schlussfolgerung akzeptieren, aber so eine Masse an Quellen und Fakten findest Du dort wie nirgendwo. Noch besser ist: Ralph Hartmann "Die Liquidatóren".

    Kommentar von Reisswolf53 Reisswolf53Reisswolf53

    Vergessen zu letzterem Buch: edition ost, ISBN 978-3-360-01091-9 - da geht es um die Arbeit der Treuhand. Wenn nur die Hälfte davon stimmt, dann war das die größte Verbrecherorganisation auf deutschem Boden. Noch eins geht gut für diese Fragen: Klaus Huhn, "Raubzug Ost", ISBN 987-3-360-01808-3

    Kommentar von riara riarariara

    Nicht alle waren schlecht, ich hatte auch ein Gewerbe im Osten...:-)

    Eines der schlechten Beispiele war die Uebernahme der Photohersteller (Name ist mir entfallen), die hatten excellente Produkte und einen fast exklusiven Markt im Nahen Osten und Asien, da wurde die Firma fuer ein paar Mark verkauft und der Konkurrent klaute die Kunden und machte den Laden dicht...

    Kommentar von Reisswolf53 Reisswolf53Reisswolf53

    Riara, da gibt es Listen, da wird einem im Nachhinein noch übel! Aber, was vorbei ist, ist vorbei! Ich empfehle auch Dir als lesewütigem Mitbürger diese Titel, die zwar etwas reisserisch klingen, aber sehr informativ sind.

    Kommentar von riara riarariara

    Ich habe mich allerdings schadlos an die tollen Ost-Frauen gehalten, das waren ganz andere Dimensionen, dagegen war unsere Damen eher unschuldig...:-)

    Kommentar von Reisswolf53 Reisswolf53Reisswolf53

    Das kann man schlecht unter "Verbrechen" zählen, mehr unter die Kategorie "guter Geschmack". Ich hoffe nur für Dich, dass Du für diese "Dimensionen" nicht unbedingt Deine gute Westmark hinblättern musstest! (Und dass jetzt Deine Gattin nicht mitliest!)

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    Antwort von abibremer abibremer

    in zeiten so gewaltiger umbrüche stellt sich die frage nach legalität zuletzt: wenn sich aktuell niemand traut, vielleicht vorhandene gesetze umzusetzen, dann greift eben die normative kraft des faktischen: was geht, wird gemacht und über die folgen wird später (meist ohne folgen) gesprochen. es waren schon immer die skrupellosen "zugreifer" die gewinner aus kriegen und krisen. insofern bietet die neuere gesamtdeutsche geschichte überhaupt nichts neues.

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    Antwort von pluggy pluggy

    Du wirfst vieles durcheinander. Auch schon zu den reinen DDR-Zeiten, also vor 1989 durften westdeutsche Firmen ihre Produkte in der DDR verkaufen. In den Intershop-Laeden gabs alles was das Herz begehrte, gegen entsprechende Zahlung natuerlich.

    Aber wo sind deine Probleme? Was bewegt dich zu deiner Frage?

    Kommentar von nokiland nokilandnokiland

    Die Intershops waren DDR Einrichtungen. In so einem Intershop verkaufte die DDR mit dem Zweck einer "Devisenabschöpfung" West-Produkte, die sie im Ausland kauften. Nicht quelle und Otto waren die Verkäufer, sie waren nur die Lieferanten.... wobei das meißte bei uns Produziert wurde g

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