Ich bin ein Freund von Aufgabenlisten, in denen ich meine aktuellen beruflichen Aufgaben (typisch sind da so 20-40 Stück offen) detailliert strukturiere:
- Wichtigkeit (hoch, mittel, niedrig)
- Dringlichkeit (wie weit in der Zukunft muss es fertig sein?)
- Arbeitsumfang (erforderlicher Gesamtaufwand in Stunden/Tagen)
- Bereits geleisteter Umfang (Aufwand bis jetzt in Stunden/Tagen)
- Fertigstellungsgrad (tatsächlich, prozentual)
- Art der Tätigkeit (nur verstehen, bearbeiten, kommunizieren, abwarten...)
- Was ist der nächste Schritt? (Abhängigkeiten zwischen Aufgaben)
Das ganze ist elektronisch erfasst, so dass ich das ganze über Makros auch auswerten kann. Trotzdem sitze ich manchmal vor der Liste und weiß nicht, was ich als nächstes anpacken soll, was also ganz objektiv am schlauesten wäre: Das wichtigste? Das dringendste? Das, was schon fast fertig ist? Das, was noch gar nicht begonnen wurde?
Trotz perfektem Überblick neige ich dazu, mich vor unangenehmen Aufgaben zu drücken und sie zu verschleppen. Was ich gerne hätte, ist ein "virtueller Chef", der mir anhand der offenen Aufgabenliste eine Anweisungsliste erstellt "mache erst das, dann das und dann das". Kennt dazu jemand einen Algorithmus oder hat eine Idee, wie man das Problem am besten anpackt?
Vom Gedanken, alles perfekt machen zu wollen oder können, habe ich mich schon gelöst - es geht mir "nur" noch darum, aus den gegebenen Ressourcen (stets knapp) das Beste zu machen.
Die Webseiten, die sich damit beschäftigen, empfehlen auch genau das was ich bereits mache: die Aufgaben allesamt aufschreiben, konkretisieren (was ist der nächste Schritt?) und dann abarbeiten. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer geeigneten Struktur zum abarbeiten...
Neben meinem Rat das 'unangenehme' zuerst wirklich zu erledigen, habe ich noch einen Rat : das unwichtige , verschiebbare zu identifizieren und nicht zu machen. (Am Anfang meines Lebens im Beruf habe ich Jahre so Versuche gemacht wie Du, erst auf Papier, dann am PC). Irgendwann habe ich meinen Chef erwischt, wie er meine Vorschläge einfach auf einen Stapel legte -neben viel anderem Papier. Als ich ihn besuchte, nahm er das Memo vom Stapel, wir besprachen es , und fertig. "Nicht machen" ist ein wichtiger Rat. Prioritäten setzen. A-B- C (und nicht D-E-F noch dazu). Viel Erfolg.