Ist die folgende Auffassung vom 1. Weltkrieg richtig?

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5 Antworten

Nicht ganz: Österreich-Ungarn war ein Kaisertum, kein Königreich. Serbien war ein unabhängiger Staat, ein Nachbarland Österreich-Ungarns. Es war nicht von Ö-U abhängig; die Ursache für die anti-habsburgische Stimmung war eine andere: Es lebten viele Slawen im südlichen Ö-U. In Serbien gab es eine starke panslawistische Strömung, die auch vom Staat durch Propaganda unterstützt wurde (Serben sind übrigens Slawen). Das Ziel der Panslawisten war die Schaffung eines gemeinsamen südslawischen Staates namens "Jugoslawien" unter serbischer Hegemonie, der dann nach dem Ersten Weltkrieg auch tatsächlich kreiert wurde. Zu diesem zu schaffenden Staatsgebiet gehörten auch die slawischen Siedlungsgebiete in Österreich-Ungarn. Die Attentäter sind von Serbien über die Grenze nach Österreich-Ungarn gereist und haben dort ihr Unheil vollbracht. Einer der Attentäter, der der die Tat erfolgreich beging, hieß Gavrilo Princip. Sarajevo ist der Name der Stadt, wo das Attentat stattfand - sie lag in Ö-U. Es fand kein Staatsbesuch des Habsburger Thronfolgers statt, sondern es war ein Besuch in den mehrheitlich slawisch besiedelten Gebieten Österreich-Ungarns, um die anti-kaiserliche Stimmung zu beruhigen; der Thronfolger Franz Ferdinand war äußerst beliebt, da er im Gegensatz zu Franz Joseph eine Emanzipation dieser Slawen, allgemein eine liberalere Politik anstrebte. Der Panslawismus war auch Grund für die engen Beziehungen mit Russland, richtig, der konkrete Grund für die diplomatische Verbindung war die Unabhängigkeitsgarantie von Russland.

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Kommentar von VriiZy
03.11.2015, 22:09

sehr nice herzlichen dank :) 

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Beim Versailler Vertrag könntest du noch erwähnen, das vor allem Frankreich ein militärisches schwächeres Deutschland haben wollte, da Frankreich angst vor Deutschland hatte weil Deutschland den Krieg gegen Frankreich 1870/71 gewonnen hat, aber es stimmt alles

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Ganz spontan fällt mir erstmal auf, dass Sarajevo die Hauptstadt war/ist, und KEINE natürliche Person.

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Kommentar von VriiZy
03.11.2015, 22:11

ja, hab das durcheinander gebracht .... aber danke dass du mich darauf hingewiesen hast :)

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Da fehlt hier eigentlich nur eins: Deine Frage! Was willst du wissen? Welchen Rat brauchst du?

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Du hast einen Haufen Fehler und am Schluss eine sehr problematische Wertung - es gilt erst mal zu unterscheiden zwischen sachlichen Fehlern und Wertungen, über man diskutieren kann.

Jonnymur hat Dir über die Fehler zu ÖU schon gesagt.

Zu Belgien: es war souoverän und neutral, das hast Du richtig geschrieben - aber es war nicht GB unterstellt, aber GB garantierte die Neutralität. Die Verletzung der Neutralität war für GB der Kriegsgrund.

Die Seeblockade gelang es nie zu unterbrechen, aber man versenkte viele Schiffe, die GB belieferten. Letztlich führte das zum Kriegseintritt der USA, deren Schiffen man auch versank (Lusitania). Die USA waren neutral, aber es ist richtig, die USA belieferten und finanzierten GB und F, aber das war nicht heimlich.

Der Versailler Vertrag war sicher nicht auf "wirtschaftliche Ausbeutung" ausgelegt - das ist übler rechtspoopulistischer Revisionismus - dafür dürfte Dir der Lehrer rot drüber fahren, wenn er selbst nicht sehr weit rechts ist.

Deutschland war zu Reparationen verpflichtet, diese waren aber nicht festgelegt. Reparationen waren nach Krieg was normales. Die grössten Kriegsschäden entstanden in Frankreich und Belgien - die Forderung legitim.

Deutschland sollte in der Tat militärische geschwächt werden. Dabei wird erstaunlicherweise nie darauf hingewiesen, dass die Reduktion auf das 100 000 Mann Heer, eigentlich das Rüstungsbudget massiv senkte, also eigentlich eine gute Voraussetzung für wirtschaftliche Erholung war.

Die Reparationen hatten jährlich im Endeffekt nicht mehr als einen Monat Kriegskosten betragen. Se wären also leicht zu stemmen gewesen.

Der Zweite Weltkrieg wurde in Europa von Adolf Hitler angezettelt - dass er hochkam, war mitunter auch dem zu verdanken, dass der Vertrag in Versaille von den Deutschen als ungerecht empfunden wurde, aber es war lange nicht der einzige Grund. Hitler hätte man in vielen Situationen stoppen können, man hat es erst versucht, als es so spät war, dass es nur durch entsetzliche Opfer möglich war.

Es muss aber gesagt sein, dass die dt. Politik die Niederlage von 1918 nicht akzeptiert hat und das war hausgemacht. Verliert man einen Krieg, hat man zu zahlen. Stattdessen kamen Dolchstosslegenden auf.

Deshalb darf man mE nie den Zweiten Weltkrieg Versailles anlasten, zumindest nicht allein.

Richtiger wäre es zu sagen, dass der Versailler Vertrag zu wenig kosequent war, Deutschland dauerhaft zu schwächen, aber nicht milde genug, um in D akzeptiert zu werden.

Hier eine Diskussion zu Versailles: http://geschichte-forum.forums.ag/t347-der-vertrag-von-versailles-st-germain-und-trianon-war-die-friedensordnung-von-1919-zum-scheitern-verurteilt-oder-besser-als-ihr-ruf

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