Frage von minetecnologo, 133

Auffahrunfall, wieso soll ich schuld haben?

Heute hatte ich eine blöde Situation, ich bin auf einer Landstraße wo 100 ist auch 100km/h gefahren. Vor fuhr ein Golf der aufeinmal ohne ersichtlichen Grund eine Vollbremse hinlegte. Mein Auto hat kein ABS also bin ich dem Golf draufgescheuert. Es ist kein Totalschaden zum Glück aber wer hat denn nun Schuld? Haben auch Polizei gerufen und der Polizist meinte es sieht schlecht für mich aus. Aber mein Vordermann hat Grundlos gebremst!!! Sicherheitsabstand habe ich auch eingehalten und bin die erlaubten 100kmh gefahren. Also habe ich nun Schuld? Und was kann ich tun falls ich zur Kasse gebeten werde?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von 19Michael69, 33

In diesem Fall würde ich dir einen Anwalt empfehlen.

Das solltest du nur machen, wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast.


aber sowas ist wirklich eine Sauerei, unterste Schublade

Das könnte der, dem du draufgefahren bist auch sagen und hätte wesentlich bessere Gründe dafür.


Nunja zwischen mir und dem Auto hätte locker noch ein (sogar zwei) 40-Tonner LKW gepasst, so viel Platz war da.

Dann hast du zusätzlich auch noch gepennt.


100 kmh sind 27,7 Meter pro Sekunde. Dann noch die Reaktionszeit. Wenn du einen Führerschein hast müsstest du wissen wie schnell das ist. Das geht ruckzuck

Und spätestens mit diesem Kommentar gibst du hier und in aller Öffentlichkeit zu, dass du nicht genug Abstand gehalten hast.


Noch Fragen zur Schuld an diesem Auffahrunfall? Ich denke nicht.

Viele Grüße

Michael

Antwort
von Apolon, 38

Vor fuhr ein Golf der aufeinmal ohne ersichtlichen Grund eine Vollbremse hinlegte.

Dies ist deine Meinung - es könnten viele Gründe vorliegen, die der nachfolgende Fahrer nicht erkennen kann.

z.B: dem vorausfahrenden ist etwas ins Auge geflogen; er wurde von der Sonne geblendet;

Mein Auto hat kein ABS also bin ich dem Golf draufgescheuert.

Bedeutet also, dass du nicht den erforderlichen Abstand gehabt hast.

Siehe dazu § 4 STVO: Abstand

(1) Der Abstand von einem vorausfahrenden Fahrzeug muß in der Regel so groß sein, daß auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird.

Antwort
von TheGrow, 60

Hallo minetecnologo,

Du hast eben nicht genügend Sicherheitsabstand gehalten. Der Sicherheitsabstand ist nicht nur der halbe Tachowert, sondern es ist auch folgendes zu beachten:

§ 4 StPO - Abstand

(1) Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird

Und ganz offensichtlich hast Du nicht einen so großen Abstand gehalten, dass Hinter dem vorausfahrenden Fahrzeug halten konntest, als dieses plötzlich gebremst hat, denn sonst wäre es nicht zu dem Unfall gekommen.

Dementsprechend hast Du auch die Schuld an dem Unfall. Wenn Du beweisen kannst, dass der andere nicht grundlos stark abgebremst hat, würde er aber eine Mitschuld an den Unfall bekommen.

Schöne Grüße  
TheGrow

Kommentar von minetecnologo ,

Ich muss eben dazusagen, das beide Autos noch fahrbereit waren (nur die Lampen waren angeknackst) ich habe ihm ja nicht den ganzen Kofferraum abgesäbelt.

Kommentar von TheGrow ,

Trotzdem konntest Du nicht hinter ihm Halten.

Übrigens, der bundeseinheitliche Tatbestandskatalog sieht für den Verstoß gegen den § 4 Absatz 1, Satz 1 der StVO folgenden Bescheid vor.

*************************************************************************

Tatbestandsnummer: 104106

Tatvorwurf: Sie fuhren infolge zu geringen Abstands auf das abbremsende Fahrzeug auf. Es kam zum Unfall.

Ordnungswidrigkeit gem. § 4 Abs. 1, § 1 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 12.3 BKat; § 19 OWiG

Verwarnungsgeld: 35,00 Euro

Punkte: Nein

Fahrverbot: Nein

Eintrag als A oder B - Verstoß: Nein

*************************************************************************

Mit Zahlung der 35,00 Euro hat sich die Angelegenheit aus polizeilicher Sicht / Sicht der Bußgeldstelle erledigt.

Zivilrechtlich übernimmt Deine Haftpflicht den Schaden am anderen Fahrzeug und insofern Du eine Vollkaskoversicherung hast, übernimmt diese den Schaden an Deinem Fahrzeug 

Kommentar von TheGrow ,

Habe gerade Deinen Kommentar gelesen:

Nunja zwischen mir und dem Auto hätte locker noch ein (sogar zwei) 40-Tonner LKW gepasst, so viel Platz war da

Ich hoffe für Dich, dass Du Dich gegenüber der Polizei / Bußgeldstelle nicht dahingehend geäußert hast, dass zwischen Dir und dem vorausfahrenden Fahrzeug eine LKW-Länge Abstand bestand.

Bei 100 km/h beträgt der vom Gesetzgeber verlangte Sicherheitsabstand 50 Meter. Ein 40 Tonner darf eine maximale Länge von 18,75 Meter haben. Somit hättest Du zugegeben, dass Dein Sicherheitsabstand weniger als 4/10 des Mindestabstandes betragen hat.

Somit müsstest Du laut bundeseinheitlichen Tatbestandkataloges mit folgendem Bußgeldbescheid rechnen:

********************************************************************

Tatbestandsnummer: 104601

Tatvorwurf: Sie hielten bei einer Geschwindigkeit von *).100. km/h (81 - 100 km/h) den erforderlichen Abstand von 50,0 m zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht ein. Ihr Abstand betrug **) 18,75 m und damit weniger als 4/10 des halben Tachowertes. Toleranzen sind zu Ihren Gunsten berücksichtigt.

Ordnungswidrigkeit: § 4 Abs. 1, § 49 StVO; § 24 StVG; 12.5.2 BKat Tab.: 704000

Bußgeld: 100,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungsgebühren

Punkte: 1

Fahrverbot: Nein

A - Verstoß

********************************************************************

Insofern Du noch in der Probezeit bist, hätte der A - Verstoß zudem die Folge,

  • dass ein kostenpflichtiges (bis 400 Euro) Aufbauseminar angeordnet wird
  • sich die Probezeit um 2 Jahre verlängert

Und das bei dem Abstand ein Unfall unvermeidbar war, lässt sich auch rechnerisch belegen.

Dein Abstand: 18,75 Meter:

Der Mensch hat eine Reaktionszeit von einer Sekunde. In einer Sekunde wird bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h eine Strecke von 27.777777778  zurückgelegt.

Zu dem Wert kommt noch der Bremsweg dazu der bei 100 km/h genau 100 Meter beträgt.

Bremsweg plus Reaktionsweg ergeben einen Anhalteweg von knapp 130 Meter.

Den Bremsweg legt aber logischerweise auch das Fahrzeug vor Dir zurück.

Das bedeutet rein rechnerisch, dass Du in der einen Sekunde der Reaktionszeit knappe 30 Meter zurückgelgt hast, in der Du noch nicht einmal angefangen hast zu Bremsen.

Bei knapp 19 Meter Abstand bedeutet das, das Du ungebremst auf das Fahrzeug aufgefahren bist. Selbst wenn Dein Abstand 30 Meter betragen hätte, wärst Du ungebremst auf das Fahrzeug aufgefahren.

Selbst wenn Du zwei LKW Längen, sprich 37,5 Meter Abstand gehalten hast, wärst Du die ersten 30 Meter völlig ungebremst gefahren und die verbleibenden 7,5 Meter reichen nicht aus um die Geschwindigkeit von 100 km/h auf null zu reduzieren. Das heißt Du wärst immer noch mit einer gewissen Restgeschwindigkeit auf das vorausfahrende Fahrzeug rein rechnerisch aufgefahren.

Und im Endeffekt ist das nicht nur rechnerisch, sondern auch faktisch passiert, denn die verbleibende Restgeschwindigkeit sorgte dafür, dass und ich zitiere Dich 

Ich muss eben dazusagen, das beide Autos noch fahrbereit waren (nur die Lampen waren angeknackst) ich habe ihm ja nicht den ganzen Kofferraum abgesäbelt

Aber immerhin, wenn der Schaden nur so gering war, spricht das dafür, dass Dein Sicherheitsabstand mindestens 2 LKW Längen betragen hat, denn wärst Du ungebremst mit 100 km/h aufgefahren, währe der Schaden ganz sicher ganz erheblich und würde sich nicht auf nur zwei angeknackste Lampen beschränken.

Es bleibt also dabei, die Schuld an dem Unfall trägst Du.

Ausnahme währe, wenn man dem anderen Fahrer nachweisen könnte, dass er in der vollen Absicht so stark gebremst hat, nur um Dich auffahren zu lassen. Danach hört es sich nämlich in Deinem Fall stark an.

Das Problem bei so einer Sache ist bloß, dass es faktisch unmöglich ist ihm zu beweisen, dass er den Unfall absichtlich provoziert hat. Dürfte schon schwierig werden, ihm überhaupt nachzuweisen, dass er grundlos so stark gebremst hat, denn er braucht ja nur angeben, er hätte wegen eines großen Tieres am Straßenrand so stark bremsen müssen um eine Kollision mit dem Tier zu vermeiden, was ihm gelungen ist, denn das Tier konnte unverletzt flüchten. Beweis ihm mal, dass diese Angabe nicht stimmt

Antwort
von konzato1, 67

In diesem Fall würde ich dir einen Anwalt empfehlen.

Dass der andere Fahrer völlig grundlos gebremst hat, glaube ich dir gern, aber das mußt du beweisen können. Und ein Anwalt hat da bessere Beziehungen, Möglichkeiten.... Vielleicht kennt er sogar jemanden bei der Versicherung, der nachprüfen kann, dass der Unfallgegner "solche Sachen sehr gern macht", um zu kassieren. (Nur mal ganz theoretisch)

Kommentar von minetecnologo ,

Ja das werde ich machen. Ich habe schon öfters von solchen Leuten gehört. Ohne meinem Vordermann nun etwas zu unterstellen aber sowas ist wirklich eine Sauerei, unterste Schublade. Aber mal sehen was da raus kommt.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 60

Auch wenn 100 km/h erlaubt sind, kannst du diese noch lange nicht IMMER fahren.

Alleine die Tatsache, dass du aufgefahren bist, zeigt ja, dass du keinen ausreichenden Sicherheitsabstand eingehalten hast. Sonst wäre es ja nicht zum Unfall gekommen.

Da erklärt sich die Ursache von selbst.

Antwort
von turnmami, 37

Normalerweise ist immer derjenige schuld, der hinten auffährt.

Man muss immer so viel Abstand halten, damit man gefahrlos anhalten kann. Auch wenn der Vordermann bremst. Und wie willst du beweisen, dass sie grundlos gebremst hat. Es reicht, wenn sie dachte, dass ein Grund vorliegt um zu bremsen!

Antwort
von MoechteAWissen, 28

Hast leider schlechte Karten ...

Antwort
von annokrat, 3

du hast schuld, weil du kaum nachweisen können wirst, dass der andere grundlos gebremst hat.

annokrat

Antwort
von Skema, 69

Also, vor mir fuhr ein nagelneuer Mercedes geradeaus. Die ältere Dame am Steuer dachte, dass sie an der Ampel rot hatte. Vollbremsung. Rot war für die Linksabbieger, wir hatten grün. Ich bin im letzten Moment zum Stehen gekommen, mein Hintermann fuhr voll auf mich drauf. Volle Schuld bekam der Hintermann, der auch noch Totalschaden hatte. Die Dame vor mir hatte keinerlei Schuld, ich hatte meinen Sicherheitsabstand wirklich eingehalten und kam zum Stehen. Nun was meinen Sie, wer wohl bei Ihnen zahlen wird?

Kommentar von konzato1 ,

Ein schönes Beispiel, nur nicht ganz zu der Frage passend.

Immerhin gibt es nicht allzuviele Gründe, auf einer Landstraße ohne jeglichen Grund eine Vollbremsung hinzulegen......

Antwort
von SaDoOx, 65

Der jedenige, der auffährt ist schuld.
Das liegt daran, das dieser dann nicht genug Sicherheitsabstand gehalten hat..

Kommentar von minetecnologo ,

Nunja zwischen mir und dem Auto hätte locker noch ein (sogar zwei) 40-Tonner LKW gepasst, so viel Platz war da.

Kommentar von DerHans ,

Und wieso bist du dann aufgefahren?

Dann musst du ja geschlafen haben

Kommentar von minetecnologo ,

100 kmh sind 27,7 Meter pro Sekunde. Dann noch die Reaktionszeit. Wenn du einen Führerschein hast müsstest du wissen wie schnell das ist. Das geht ruckzuck

Kommentar von turnmami ,

Dann war aber eben NICHT genügend Abstand. Man muss immer damit rechnen, dass das Auto vor dir bremst!

Kommentar von SaDoOx ,

da hat turnmami recht, das bedeutet eindeutig mangelnder Abstand zwischen beiden Verkehrsteilnehmer

Antwort
von TrudiMeier, 31

Bist du dir sicher, dass er grundlos gebremst hat? Was hat er denn bei der Polizei gesagt, warum er eine Vollbremsung hingelegt hat?

Einen ausreichenden Sicherheitsabstand hast du vermutlich nicht eingehalten.

Wer nun schuld hat, kann man anhand deiner Schilderung gar nicht sagen, dazu benötigt man mehr Infos. Wie groß ist denn der Schaden am gegnerischen Auto? War das noch fahrbereit?

Gesetzt den Fall, der Vordermann hat tatsächlich grundlos ´ne Vollbremsung gemacht:

Hat sein Auto nur ´ne Schramme oder/und Delle, kann man von Sicherheitsabstand ausgehen.

Hast du ihm aber den ganzen Kofferraum ramponiert, dass hast du keinen ausreichenden Sicherheitsabstand eingehalten.

Kommentar von minetecnologo ,

Ja beide Autos waren noch fahrtüchtig, nur die Lampen sind etwas angeknackst. Es war ja kein frontaler Aufprall sonder wie ein kleiner Anstupser.

Antwort
von Furino, 10

Wenn Sie den Sicherheitsabstand eingehalten haben ist ein Auffahren unter normalen Umständen nicht möglich. Sie haben Ihre Fahrgeschwindigkeit so anzupassen, dass Sie jederzeit vor einem Hindernis zum Stehen kommen.

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