Auffahrunfall (Verkehr, Schuld)?

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8 Antworten

Schuld ist im Prinzip derjenige, der die Spur gewechselt hat. 

Weiter wird sich die Geschichte des Vorausfahrenden sicherlich nicht mit deiner decken. Dieser wird wohl aussagen, er habe geblinkt und als er rüberzog wärst du noch sehr weit weg gewesen. Er wird wohl auch behaupten, du wärst sicher mit deutlich mehr als 150 unterwegs gewesen. Die Beweisführung wird in solchen Fällen erfahrungsgemäß schwierig. 

Du warst mit 150 km/h jenseits der Richtgeschwindigkeit von 130 km/h unterwegs. Du darfst davon ausgehen, dass die gegnerische Versicherung einen Gutachter aufbietet, der nachweist, dass der Unfall für dich vermeidbar gewesen wäre, wärst du nur 130 gefahren. 

Durch die höhere Geschwindigkeit wird die Gefährdungshaftung ausgeweitet. Du wirst mit einem Anteil von 30-50% rechnen müssen. 

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Wenn der Unfall bei Richtgeschwindigkeit vermeidbar gewesen wäre von dir, dann kannst Du eine Mithaftung bekommen.

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Um die Schuldfrage bewerten zu können, müsste man zumindest noch die Geschwindigkeit des Transporters bei dessen Spurwechsel kennen.

Wenn der Transporter mit 148 km/h unterwegs war, ergibt sich ein völlig anderes Bild, als wenn seine Geschwindigkeit bei 88 km/h lag.

So gilt nur die Binsenweisheit: Schuld ist der, den das Gericht als Schuldigen erkennt.

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Kommentar von EduPoji
13.09.2016, 12:18

er nicht schneller als 100km/h

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Eigentlich er, kann dir aber passieren, dass im Gerichtsverfahren für jeden eine Teilschuld errechnet wird.

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wenn du das beweisen kannst , er .. aber 50 bis 60m ist extrem viel um nicht mehr ausweichen oder bremsen zu können ?? bist du über 250km gefahren ...schließlich muss man auch noch  berücksichtigen das der andere noch mit fährt.. Also eine Meisterleistung deinerseits.. dafür hat man u.a. Abs erfunden.

Im Zweifel ist ein Auto immer so zu führen , dass man jederzeit zum stehen kommen kann..

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Der Fahrer des Transporters hat beim Wechsel des Fahrstreifens einen Fehler gemacht - somit ist der Unfall seine Schuld. [StVO §7 Abs.5]

Eine Teilschuld für Dich sehe ich allenfalls wegen der leichten Überschreitung der Richtgeschwindigkeit - danach wird hier aber wohl niemand fragen weil die Schuldfrage eindeutig ist.

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Kommentar von Interesierter
13.09.2016, 12:32

Das würde ich hier etwas anders beurteilen.

Regelmäßig kommt ein Ausschluss der Gefährdungshaftung nur dann in Betracht, wenn der Betroffene die Unabwendbarkeit des Unfalls beweisen kann. Genau diesen Beweis sehe ich hier nicht.

Mach dir mal die Mühe, die Daten des Fragestellers genau nachzurechnen. du wirst du dem Ergebnis kommen, dass da was nicht stimmen kann. Aus Tempo 150 hätte bei einer Reaktionszeit von 1 Sekunde eine kräftige Bremsung vollkommen ausgereicht, den Unfall zu vermeiden. Der Fragesteller ist dem Vordermann aber trotz Vollbremsung mit Überschuss draufgerauscht.

Wenn ich das nachrechnen kann, kann das auch die gegnerische Versicherung.

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Über 130 km/h bekommst du immer eine Mitschuld, da dies die Richtgeschwindigkeit ist.

Hier ein interessanter Bericht darüber 

http://m.focus.de/finanzen/recht/gerichtsurteile/autobahn-unfall-bei-mehr-als-130-km-h-ist-man-mit-schuld-wenn-es-kracht_id_3488552.html

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Kommentar von Havenari
13.09.2016, 09:32

*röchel*

"Immer" ist eine ziemlich starke Formulierung, wenn man zum Beleg einen einzigen Fall anführt, in dem die Geschwindigkeit mit 200 km/h beziffert wurde.

Eine Antwort auf Focus-online-Niveau.

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Ich denke mal, dass hier beiden Fahrern eine Mitschuld gegeben wird.

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Kommentar von AntwortMarkus
12.09.2016, 21:48

Genau so. Zum einen wurde die Richtgeschwindigkeit überschritten, zum Anderen war die Geschwindigkeit dem Verkehrsaufkommen nicht entsprechend angepasst. 

§ 1 Stvo 

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

 

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