Frage von Jenass, 61

Aufenthalt der 3 jährigen Tochter nach Trennung?

Guten Tag, mein Ex Mann und ich haben uns vor etwas über einem Jahr getrennt und habe eine jetzt 3 Jahre alte Tochter. Sie ist in der regel von 9:30-15 Uhr in der Kita, allerdings sind wir uns über ihren restlichen aufenthalt sehr uneins und daher suche ich mal noch andere Meinungen. Um das ganze möglichst Sachlich zu halten, lasse ich bewusst meine Meinung und die Lösung die aktuell läuft raus. Ich stelle einfach nur die Optionen vor die da sind und hoffe auf ihre Hilfe zu entscheiden, was für unsere Tochter am sinnigsten Währe. Zur Situation: Mein Ex ist Nachhilfelehrer und arbeitet daher immer Nachmittags bis (je nach Wochentag) 18-19 Uhr. Ich habe bisher als Barkeeperin gejobbt, aber nur auf Minijobbasis und meißtens nur am Kinderfreien Wochenende und bin gerade im Begriff mich als Tagesmutter selbstständig zu machen. Mein Ex und ich möchten die Kleine beide bei uns haben und beide viel zeit mit ihr verbingen. Und wir haben beide neue Partner, mit denen sich die Kleine versteht.

  1. Die Kleine könnte bei mir leben und jedes zweite Wochenende zu Papa. Der Nachteil daran ist ganz klar, dass sie ihn dann recht wenig sieht und er seine Tochter ja genau so wenig.
  2. Ich nehme sie in der Woche und er am Wochenende. Wir hätten beide gleich viel von ihter Freizeit, aber für ihn besteht kaum noch die Changse am Wochenende mal ein Privatleben ohne Kind zu haben und ich habe kaum die Changse mal nen größeren Ausflug oder ähnliches mit ihr zu machen.
  3. Die Kleine könnte auch komplett bei ihm leben und ich nehme sie jedes oder jedes zweite Wochenende, die gleiche Problematik wie in Punkt 2 + der Tatsache, dass sie ihre Nachmittage dann immer bei einer Tagesmutter oder Oma oder Opa verbringen muss, weil er ja bis abends arbeitet.
  4. Wir wechseln Wochenweise. Dabei ist nur wieder die Problematik, dass seine Nachmittäglichen Arbeitszeiten wieder von den Großeltern abgedekt werden müssen und da haben wir (da wir beide auch geschiedene eltern haben) gleich 4 paar von aber keine davon könnte 5 Nachmittage die Woche abdeken, d.h. da würde sie auch etwas wechseln.
  5. Sie geht morgens in die Kita, kommt dann übern Nachmittag zu mir und geht dann abends und zum schlafen zum Papa und die Wochenenden werden gewechselt. Der Nachteil dabei ist ganz klar, dass die Kleine auch wieder ne menge hin und her hat, weil sie täglich zwischen Mama und Papa pendelt.

Jetzt bitte ich sie um eine Meinung dazu, was wohl am wenigsten Schlimm für meine Tochter ist. Ich würde mich auch sehr über pädagogisch fundierte Meinungen dazu freuen. Oder über andere Ideen zur Lösung der Problematik.

Danke im Vorhinein!

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Antwort
von Mieze1231, 33

Ich finde toll, dass ihr euch da so Gedanke macht und es Versuch gerecht zu teilen!! Auch hast du das sehr gerecht geschildert :-)

Ich würde euch noch eine andere Variante vorschlagen:

Die Kleine wohnt bei dir und ist jedes zweite Wochenende beim Papa + 1-2 Tage jede Woche.
Ich denke, dass bei dir der Wohnaufenthalt wegen der regelmäßigen Betreuung am Nachmittag besser umzusetzen wäre. Dennoch arbeitet der Vater ja vielleicht an einem Tag nicht immer so lange. Und er würde sie dann zum Beispiel jede Woche, jeden Mittwoch bekommen, wo sie auch bei ihm schläft und er bringt sie dann am nächsten Tag in die Kita.
Und die Wochenende wechselt ihr ab. So hätte jeder mal was von dem Kind und jeder auch mal frei.

Auf jeden Fall würde ich euch etwas mit "Struktur" empfehlen. Für Kinder ist ein gewisser Alltag, wo sie wissen, was sie erwartet wichtig.

Antwort
von evilz41, 19

Hallo,

Ich würde mich der Antwort von Mieze großteils anschließen. Ein Kind, vor allem einem Scheidungskind muss oft zwischen Mama und Papa entscheiden - Was es nicht kann. Es fällt dem Kind dadurch unglaublich schwer, "zwischen den Stühlen" zu Leben. Oft geben sich Scheidungskinder sogar die Schuld an der Scheidung der Eltern. Daher ist es sehr wichtig, dass ihr die Kleine in eure Überlegungen mit einbezieht. Fragt sie doch mal, was sie gut fände! :)

Grundsätzlich sehe ich die Lösung 3 als nicht gut an, da sie dort durch so viele Hände geht, dass eine gelingende erzieherische Beziehung gefährdet wird. Denn je mehr Leute an ihr erzieherisch tätig sind oder werden, desto unterschiedlicher sind die Erziehungsauffassungen und die Kleine muss quasi wie die Fahne im Wind zwischen den einzelnen Parteien ihr Verhalten ändern, was für sie in ihrer derzeitigen Entwicklungsphase nicht gut ist.

Eine Universallösung gibt es leider nicht. Struktur ist sehr wichtig, also ein regelmäßiges Konstrukt wäre gut. Ich könnte mir dabei durchaus das Modell von Mieze vorstellen, oder aber, Lösung 1 bzw 2. ; in Absprache könnte man ja ein 3/4 Wochenenden Modell fahren.

Aber vielleicht hat euer Kind noch eine zündende Idee?

Freundliche Grüße

Antwort
von haufenzeugs, 13

die lösung 4 wäre die verträglichste für alle für euch. das wäre ein klassisches wechselmodell. dem kind ist dabei allerdings viel abverlangt, da es kein zu hause mehr hat.

die lösung 5 ist völliger käse, da es keinen sinn macht.

die normale lösung wäre,kind geht zu mama oder papa und eine umfangreiche umgangslösung wird gefunden: jedes zweite we, hälftige ferien und feiertage, drei wochen sommerurlaub, 2-3 nachmittage die woche mit einer übernachtung wäre auch mgl.

wenn ihr euch vor einem jahr schon getrennt habt, dann muss es ja schon eine lösung geben und ihr lebt schon irgendeine form des umgangs. einigt euch gemeinsam und wenn ihr keine vollständige lösung findet, ist lösung vier die richtigere variante.

Antwort
von isomerisation, 13

Ich präferiere die Lösung 5 in leicht abgewandelter Form. Eine Großelternbetreuung würde ich möglichst ausschließen, da sie zu viele Wechsel beinhaltet. Deshalb holst Du das Kind jeden Nachmittag ab und gibst ihm damit eine feste Struktur. Der Vater sollte- entgegen Vorschlag 5 - das Kind nicht jeden Abend abholen, damit es auch mal einen ruhigeren Tag hat. Vielleicht hat der Vater ja Freitags früher Schluss und könnte das Kind vom Kindergarten abholen, es jeden Samstag bei sich haben und den Sonntag wechselt Ihr? Ansonsten hat er das Kind leider etwas seltener als Du, das liegt dann aber an seinen Arbeitszeiten. Alle Deine Vorschläge setzen aber voraus, dass Ihr relativ nahe zusammen wohnt, ich hoffe, das ist so?

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