Frage von bagdader, 33

Auf welchen Bayern sind eigentlich die Bayern am meisten stolz?

Wer steht am meisten für bayerische Identität, für bayerisches Lebensgefühl, für bayerische Kultur?

Bei welchem einheimischen Promi tut man sich als Bayer nicht schwer ihn zu mögen und zu ihm zu stehen, durch dick und durch dünn, komme da, was wolle?

Gibt es ein hieb- und stichfestes bayerisches Idol, eine echte Identifikationsfigur, einen positiv konnotierten Helden, den man als Bayer ohne Zögern und ohne Bedenken nennen kann?

Bitte nur ernst gemeinte Antworten. Danke.

Antwort
von earnest, 7

Wäre ich Bayer, wäre ich vermutlich auf DICH stolz.

So wie du dich hier in die Lebensläufe hineinkniest. Und so wie du im Besitz der Wahrheit bist.

Das gilt natürlich nur, wenn du nicht ein verkappter Saupreiß bist.

Antwort
von priesterlein, 21

Marianne Sägebrecht und Ottfried Fischer haben bei den mir bekannten Bayern einen recht guten Ruf, aber ab einem gewissen Alter geht man mit niemandem mehr "komme was wolle" durch alles.

Antwort
von CrunchyCracker, 20

Schwer, für alle Bayern zu sprechen. Ich bin Bayer und hab kein wirkliches Idol, zumindest kein bayerisches. Viele Bayern betrachten wahrscheinlich Franz Josef Strauß als Idol. Kulturell möglicherweise Fredl Fesl oder Gerhard Polt. So umstritten er ist, aber für mich ist Hans Söllner mit seiner Lebensphilosophie schon ein kleines Idol. Er ist für mich das bayerische Gegenbild unser verschlafenen Gesellschaft, die jeden Tag nach demselben Muster funktioniert. 

Kommentar von bagdader ,

Wikipedia:

Hans Söllner versteht sich als Rebell und kritischer Zeitgenosse, der
sich gegen jede Form des Machtmissbrauchs gegen Menschen und Tiere
öffentlich ausspricht.[7][8]

Bereits Anfang der 1980er Jahre kam er mit der Polizei in Konflikt,
als er sich mit einigen weiteren Personen solidarisierte und ein
Wohnhaus in München illegal besetzte. Später wurde er verurteilt, weil
er bei Auftritten auf der Bühne öffentlich Politiker kritisierte und
beleidigte.[9][10][2]

2000 klagte Hans Söllner auf sein Recht, als Rastafari Marihuana zur grundgesetzlich geschützten Religionsausübung rauchen zu dürfen. Das Bundesverwaltungsgericht wies diese Klage allerdings ab.[4]

Gegen polizeiliche Maßnahmen gegen ihn setzt er sich zur Wehr ebenso wie gegen Behördenwillkür.[11][12]

Für Aufsehen sorgte im Jahr 2006 eine polizeiliche Durchsuchung bei Söllner und seinem Musikverleger, dem Trikont
Musik-Verlag, bei der ein von Söllner vertriebenes T-Shirt
beschlagnahmt wurde. Dieses zeigte Präsident Bush und Premierminister
Blair neben einem Porträt von Adolf Hitler,
daruntergelegt war der Refrain eines beliebten Liedes von Söllner
„Hitler, Bush, Blair – International“ (Der volle Wortlaut des Refrains
lautete: ...)[13] Dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft, Hans Söllner habe ein „Kennzeichen einer verfassungsfeindlichen Organisation“ (NSDAP) in Form des Hitlerbildes verbreitet, gab auch das Amtsgericht Traunstein am 24. Mai 2006 statt.

Antwort
von Rosswurscht, 14

Karl Valentin

Kommentar von bagdader ,

Warum der denn?

Kommentar von Rosswurscht ,

Einfach genial :)

Kommentar von bagdader ,

Der bayerische humoristische Dichter Eugen Roth fällt ein vernichtendes Urteil über KV; KV hat die Ersparnisse seiner Partnerin LK durchgebracht und damit diese in eine psychische Erkrankung getrieben; KV hat Juden denunziert, darunter die erste Frau von Heinz Rühmann; KV hat anbiedernde Briefe an Hitler verfasst; er eröffnete 1934 ein Gruselkabinett in München, während alle wussten, dass vor den Toren der Stadt (im KZ Dachau) schlimmste Gräuel verübt wurden...

Sein Image als unbeschwerter, unpolitischer, gar genialer, Komiker hat tiefe Risse und Kratzer abbekommen.

Kommentar von Rosswurscht ,

"Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war."

Karl Valentin :)

Kommentar von bagdader ,

...Daraus geht hervor, dass der Komiker in den zwölf Jahren
Hitler-Herrschaft zwar tatsächlich eher Abstand hielt, dass er
allerdings wiederholt versucht hat, NS-Behörden zu seinem Nutzen und zum
Schaden anderer zu instrumentalisieren. Am 23. Oktober 1933 war
Valentin pflichtgemäß Mitglied der Reichskulturkammer - Fachschaft Film -
geworden, Briefe an die Behörde unterschrieb er wie üblich mit "Heil
Hitler!" Ende 1934 gab ein NS-Beamter zu Protokoll, Valentin habe sich
bei ihm über den Filmemacher Walter Jerven beschwert; es ging dabei um
Finanzielles. Bei seiner Beschwerde habe Valentin allerdings auch
durchblicken lassen, dass der richtige Name Jervens "Samuel
Wucherpfennig" laute. Dieser Hinweis alarmierte den Beamten. Er bat
daraufhin den Präsidenten der Reichsfilmkammer "festzustellen, ob die
Behauptung von Karl Valentin zutreffend ist". Tatsächlich musste Walter
Jerven alias Wucherpfennig sofort seinen Ariernachweis erbringen - was
ihm innerhalb von vier Tagen auch gelang. Am 28. Dezember 1934 heißt es
in einem Aktenvermerk über die "Beschwerde des Karl Valentin, München",
Walter Jerven heiße nicht Samuel, sondern Wilhelm Wucherpfennig und habe
seine arische Abstammung nachgewiesen - Valentins Denunziationsversuch
war somit ins Leere gelaufen. Im Jahr 1936 nutzte Valentin die Behörden
nochmals. Diesmal lag er im Clinch mit dem - nichtjüdischen - Regisseur
Erich Engels, an den er sich vertraglich gebunden hatte. In einem
larmoyanten Schreiben bat er den für ihn zuständigen Vertreter bei der
Reichsfachschaft Film, ihm zu helfen, aus den Verträgen herauszukommen
("Ihrer gefl. Rückäußerung entgegensehend, verbleibe ich mit Heil
Hitler! Karl Valentin"). Als er damit keinen Erfolg hatte, wandte er
sich, laut Aktenvermerk, gleich an den "Stellvertreter des Führers",
also an Rudolf Heß. Das half sofort. Valentin musste zwar weiter mit
Engels filmen, aber aus der Behörde hieß es, dass auf Valentins
"besonders sensible Natur" Rücksicht zu nehmen sei, damit es nicht
wieder zu "nervösen Störungen" komme. Karl Valentin, der Unpolitische?
Ganz so, wie die Biografen es wollen, war es offenbar nicht. Valentin
konnte sehr durchtrieben sein. Auf der Bühne, im Leben und auch als
kulturpolitischer Akteur.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-51804509.html

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