Frage von NeedaMedic, 25

Auf welche Weise hindert ein DRI den Dopamintransporter daran, seine Arbeit zu machen?

Die Aufgabe eines Dopamin- Wiederaufnahmehemmers (DRI) ist, zu verhindern, dass freigesetztes Dopamin aus dem synaptischen Spalt entfernt und in den Intrazellularraum transportiert wird. Denn das beendet die Wirkung des Dopamins. Dazu "hemmt" der DRI das Protein, dass für den Transport zuständig ist.

So viel hab ich verstanden, aber was muss unter "Hemmung" verstanden werden?

Wenn eine Substanz (der DRI) das Dopamintransporterprotein (DAT) "hemmt", heißt das,

  • dieses wird vernichtet und muss dann neu synthetisiert werden oder

  • wird es lediglich Deaktiviert während die Substanz (der DRI) wirkt oder

  • wird nur dessen Effizienz herabgesetzt?

Und das, ganz oder Teilweise?

Wirkt der DRI auf jegliches vorhandenes DAT? - Alle Taxis im Bereich werden vom DRI auf irgendeine Weise: entfernt, verlangsamt oder lahmgelegt. --> Es sammelt sich immer mehr wartendes Dopamin am Taxistand.

Wirkt der DRI auf Teile des vorhandenen DAT? - Ein Teil der Taxis im Bereich wird vom DRI auf irgendeine Weise: entfernt, verlangsamt oder lahmgelegt. --> Es sammelt sich immer mehr wartendes Dopamin am Taxistand.


Ist überhaupt bekannt, wie Substanzen mit DRI- Funktion den Dopamintransporter in der Erfüllung seiner Aufgabe behindern?

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Gesundheit, Medikamente, Medizin, 19

Dopamin-Wiederaufnahmehemmer wie Kokain binden innerhalb des Dopamin-Transporters und blockieren diesen, ähnlich wie wenn ein Kanal verstopft wird. Der Transporter wird praktisch zeitweise deaktiviert. Die Effizienz lass ich mal außen vor, in Summe zählt (zunächst) nur, dass der Dopamine-Transport verringert wird. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2692229/)

Aber: es gibt auch andere Mechanismen der Hemmung. (siehe Enzymhemmung Wikipedia)

Wirkt der DRI auf jegliches vorhandenes DAT?

Man geht grundsätzlich davon aus, dass es genau das tut - vorausgesetzt die Transporter sind gleich. In der Realität kann es jedoch sein, dass sich bsp. Substanzen im Körper oder im ZNS unterschiedlich verteilen und dadurch einige Areale stärker betroffen sind als andere.

Ist überhaupt bekannt, wie Substanzen mit DRI- Funktion den Dopamintransporter in der Erfüllung seiner Aufgabe behindern?

Grundsätzlich ist das für die meisten Stoffe bekannt, ja. Aber darauf würde ich mich auch nicht zu 100% festlegen.

Gruß Chillersun

Antwort
von samm1917, 25

es kommt darauf kann ob du selektive wiederaufnahme-hemmer oder einfache wiederaufnahme-hemmer meinst. der unterschied ist, dass bei selektiven wiederaufnahme-hemmer spezifisch die dopamiwiedernaufnahme gehemmt wird (wie z.b. bupropion), was zu weniger nebenwirkungen führt als wenn nicht spezifisch die wiederaufnahme gehemmt wird (wie bei einigen trizyklischen antidepressiva), da dabei auch noch andere botenstoffe betroffen sind, was zu mehr nebenwirkungen führt.

eine hemmung funktioniert so: dass die nevenzellen miteinander kommunizieren können brauchen sie elektrische impulse und botenstoffe. in der gehrinzelle funktioniert die signalübertragung elektrisch. dass jedoch die information an die nächste zelle weitergegeben kann, muss sie mittels botenstoffe (also chemisch und nicht elektrisch) den synapsischen spalt (also den zwischenraum zwischen den gehrinzellen) überwinden. wenn diese botenstoffe nicht ausreichend vorhanden sind kann dies zu depressionen, angststörungen, konzentrationsstörungen und anderen beschwerden führen. dabei wird dass dopamin ausgeschüttet, dockt an die nächste gehrinzelle an und kehrt anschliessend in seine ausgangsposition in der ursprünglichen gehrinzelle zurück um die nächste info übertragen zu können. die wiederaufnahme an der ursprünglichen gehrinzelle wird teilweise blockiert, dass die hormone länger im synapsischen spalt vorhanden sind. das mit den proteinen sind vor allem MAO-Hemmer, also wieder eine andere medikamentenklasse. jedoch haben die DRI bzw. SDRI auch beschränkt mit den proteinen zu tun. das ganze findest du auch unter

dort wird beschrieben wie SSRI, also selektive serotonin wiederaufnahme-hemmer funktionieren. bei den dopaminaufnahme-hemmern ist es im prinzip das selbe, einfach mit dopamin anstelle von serotonin.

hoffe konnte weiterhelfen...

Kommentar von NeedaMedic ,

Diese Transporter sind also keine beweglichen Moleküle, sondern stationäre "Saugvorrichtungen", die einfach verstopft werden?

Kann sich ein Dopamin- Molekül selbstständig bewegen?

Kommentar von Christianwarweg ,

Richtig, Transporter sitzen in der Zellmembran und schaffen Moleküle von einer Seite auf die andere.

Ein Dopaminmolekül kann sich nicht selbständig bewegen - oder auch doch; es ist aber eine zufällige Bewegung (Diffusion).

Kommentar von Christianwarweg ,

Selektive Was-auch-immer-Wiederaufnahmehemmer sind (meist) nicht spezifisch. Sie hemmen nur die Aufnahme eines Moleküls, hier Dopamin, wesentlich besser.

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