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Auf welche Dinge muss ich achten, wenn ich mit einer Person mit Sehbehinderung klettern gehe?

gefragt von baloona45 am 19.11.2008 um 10:27 Uhr

Eine Freundin möchte unbedingt mal mit zum klettern. An sich kein Problem, allerdings hat sie, wenn ich mich richtig erinnere, nur 5% Sehkraft. Sie kann also höchstens den nächsten Griff an der Kletterwand in Umrissen schwach erkennen. Muss ich dabei irgendetwas beachten, z.B. beim sichern oder bei den Anweisungen. Oder ist es letztendlich das gleiche wie mit einer sehenden Person?


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anonym
beantwortet von telefonator am 19. November 2008 10:37
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Hallo baloona45. Mein Onkel hat ebenfalls eine Sehbehinderung und geht regelmäßig klettern. Da ja unten eine Person steht, die sichert, ist eigentlich kein Risiko vorhanden. Wichtig ist, dass du die Person immer fixierst und genau schaust, wie sie vorgehst. Dann kannst du evtl. schon erkennen, wann sie nicht mehr weiter kann. Das sind aber die grundlegenden Sachen, die man ohnehin als sichernde Peron beim klettern beachten sollte. Ansonsten kannst du ihr natürlich bei der Routensuche helfen und ihr zurufen, wo der nächste gute Griff liegt. Viel Spaß!


anonym
beantwortet von Luckygirl1985 am 19. November 2008 10:47
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Hallo,

habe mir einige Kommentare durchgelesen und ich bin entsetzt! Da schreiben echt Leute, die überhaupt keine Ahnung haben! Statt denen das zu überlassen, die selbst betroffen sind, oder sich damit auskennen, lese ich Kommentare wie: "sie ist doch fast Blind,wenn du solche Ideen hast bist du es auch,sorry.."

Also: Blinde können auch klettern! Wenn sie nicht von selbst durch Fühlen den nächsten Griff findet, wird sie dich danach fragen. Dabei ist es hilfreich, wenn du ihr z. B. sagst: rechte Hand, 2 Uhr, ca. 20 cm. So weiß sie, dass über der rechten Hand, rechts oben (bei 2 Uhr auf der Analoguhr) in ca. 20 cm Höhe der nächste Griff ist.

Wünsche euch gutes Gelingen und denen hier, die so blöde Kommentare geben, mal ein bisschen mehr Hirn, um besser nachdenken zu können!


flamingstar
beantwortet von flamingstar am 19. November 2008 10:28
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Du wirst viel mehr Anweisungen geben müssen. Und vor allem besonders gut sichern.


schildi
beantwortet von schildi am 19. November 2008 10:28
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ich würde es lieber lassen

Kommentar von Simple_avatar8smallflamingstar am 19. November 2008 10:30

warum? Auch Blinde können das, wenn der Führer sich Mühe gibt.

Kommentar von 4360f49511b260ead77411a815a303d5smallschildi am 19. November 2008 10:52

da sollte man aber vielleicht einen Bergführer nehmen der sich damit auskennt


djfreiflug
beantwortet von djfreiflug am 19. November 2008 10:28
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Immer gut festhalten, aber mal im Ernst, frag sie halt selber.


wernilein
beantwortet von wernilein am 19. November 2008 10:29
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sie ist doch fast Blind,wenn du solche Ideen hast bist du es auch,sorry..

Kommentar von Slizia am 19. November 2008 10:33

Irgendwie finde ich es witzig, was nichtbehinderte Menschen immer glauben, was Behinderte alles nicht können. Aber zumindest kann man solche Menschen noch verblüffen - das ist das Gute daran.

Kommentar von telefonator am 19. November 2008 10:34

Warum denn das? Kennst du blinde Personen in deinem Umfeld? Hört sich jedenfalls nicht so an!

Kommentar von Slizia am 19. November 2008 10:36

Ich habe viele Jahre mit Blinden gearbeitet und habe auch heute noch zu einigen Kontakt - ja. Und das, worunter sie am meisten leiden, ist die Tatsache, dass ihr Umfeld glaubt, besser zu wissen, was sie nicht können, als sie selbst. :)

Kommentar von telefonator am 19. November 2008 10:38

Hallo Slizia, der Kommentar war noch an wernilien gerichtet. Ich stimme dir voll zu!


bloodymary2410
beantwortet von bloodymary2410 am 19. November 2008 10:29
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Du musst klare Anweisungen geben, besser sichern und vor allem Zeit lassen. Am besten an einer leichten Wand nur die ersten Schritte versuchen, dann wirst du sehen wie sicher sie ist und ob es klappt oder nicht. Es reicht ja auch Anfangs vielleicht nur bis knapp über den Boden zu kommen um auszuprobieren wie es läuft, oder? Weiter gehen kann sie ja dann immernoch. Vielleicht gibt es dort versiertes Personal das du um Hilfe bitten kannst...


anonym
beantwortet von Memmenie am 19. November 2008 10:29
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oder noch ne freundin mitnehmen die dich /euch unterstützt.


anonym
beantwortet von Slizia am 19. November 2008 10:31
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Die Frage ist, wieviel Erfahrung sie hat. In meiner Bekanntschaft gibt es ein Ehepaar, die gehören zu einer Bergsteigergruppe, in der fast alle blind oder sehbehindert sind und sie krabbeln mit Begeisterung jeden erreichbaren Berg rauf und runter. Behandle sie, wie du einen Seilschaftspartner mit gleichem Erfahrungsstand behandeln würdest und bitte sie, zu sagen, wenn du etwas Bestimmtes anklündigen oder anders machen sollst. Ihr werdet ja wohl nicht gleich mit dem Mount Everest anfangen :).


MissesJones
beantwortet von MissesJones am 19. November 2008 10:32
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Puuh, find ich ziemlich riskant. Sicherlich eine tolle Erfahrung für Deine Bekannte, aber denkt an die Gefahren. Vielleicht findest Du Tipps, Verhaltensweisen im Netz dazu.


Rocca
beantwortet von Rocca am 19. November 2008 10:36
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Ich habe auch schon mal einen Spaziergang mit einer blinden Person gemacht. Ich musste halt dabei jede neue Bewegung im voraus sagen, wir gehen jetzt nach rechts, es kommen fuenf Stufen, du kannst dich links halten u.s.w. Du musst halt weitsichtig denken. Klettern ist da schon etwas anderes als gehen. Hast du schon mal mit geschlossenen Augen geklettert? Ich wuerde als erstes mal einen "schwierigen Spaziergang" unternehmen und dann mich entscheiden.


Lampi
beantwortet von Lampi am 20. November 2008 11:13
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Geht schon.

Google mal nach Andy Holzer

An anderer Stelle: (Bitte selbst suchen, die Angabe einer URL gilt hier als Spam)

"Am 28. Juli 2006 gelang Andy Holzer mit Erik Weihenmayer die wahrscheinlich erste Begehung einer extremen Klettertour (Roter Turm, oberer V Schwierigkeitsgrad) im alpinen Gelände durch eine doppelblinde Seilschaft. Ohne Hilfe eines Sehenden gelang der Aufstieg ."

Die Aktion wurde verfilmt. War schon recht beeindruckend. Der Andi kannte die Tour und konnte dem die Schlüssellänge führenden Erik die Tritte und Griffe ansagen. Wer mal den Holzer bei einem seiner Vorträge erleben kann, sollte die Gelegenheit nutzen.

Das Klettern selbst ist das kleinste Problem. Unsereins tastet sich ja auch mehr hoch, weil man auf die Griffe selten von oben schauen kann. Und wenn man zusieht, wie manche Leute nach einer dreistelligen Anzahl von Versuchen ihr Projekt ziehen, dann sieht man, dass die unter Umständen weder auf Griffe noch Tritte schauen.

Wer sich mal den Spaß macht, mit verbundenen Augen zu klettern, wird noch was feststellen: Seilhilfe ist sehr unangenehm. Ist vermutlich nur subjektiv, aber ich bin nicht der Einzige dem es so geht. Also bitte nur dann zumachen, wenn das ausdrücklich gewüscht ist.

Mehr Vorsicht ist am Weg zum Klettergarten zu beachten. Herausstehende Steine, querliegende Äste, Felsbrocken, die sich bei geringster Belastung in Bewegung setzen etc. sind auch mit einem Blindenstock nicht immer zu ertasten. Zumindest in meinem Heimatgebiet (Schwäbische Alb) nur mit Wanderstöcken und immer drei Punkte am Boden. (Kann man beim Andi auch so sehen)

Viel Spaß noch.

-->flamingstar: Ich bin nicht blind und nehme Deinen Kommentar zum Anlass, mit Dir nicht klettern zu gehen.

-->MissesJones, wernilein, schildi, djfreiflug Vorsicht, Blinde merken sich alles und vergessen nix


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