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Auf schlechte Arbeitsbedingungen aufmerksam machen

Frage von dasLabs dasLabs

Hallo zusammen,

ich kenn jetzt drei(!) Freunde in völlig verschiedenen Branchen die, in Deutschland und der Schweiz, unter inakzeptablen Bedigungen als Arbeitskraft ausgenutzt werden, mit völlig inakzeptablen Verträgen. Sie arbeiten sich auf, magern ab, haben Albträume und können vom Gehalt nichtmal ihre Miete und Versicherungen zahlen. Obwohl sie alle einen akademischen Abschluss haben.

Zwei der Firmen tragen Auszeichnungen als besonders gute Arbeitgeber und sind per Google-Suche nur gelobt als Firmen zu finden, bei denen jeder arbeiten will und die so viel für die Wirtschaft und die Umwelt tun. Innen sieht es aber gaaanz anders aus, riesen Fluktuation, damit es nicht so sehr auffällt wird innerhalb des Konzerns umgeschichtet, keiner traut sich aufmucken, jeder der raus ist lästert unter den Kollegen wie schlimm es dort war.

Scheinbar kommt davon aber nichts in der Öffentlichkeit an und trifft auch den Arbeitgeber nicht merklich. Niemand traut sich auf dem heutigen Arbeitsmarkt über einen Ex-Arbeitgeber schlecht zu reden, weil es heißt man gelte als unloyal und dann stellt einen niemand mehr ein.

Wohin wendet man sich? Gewerkschaften, Bildzeitung, welches Amt oder offizielle Einrichtung wäre zuständig und welche Strategie bietet am meisten Aussichten? Es bräuchte eine Stelle die Mut macht und Kraft gibt, die gut organisiert ist und etwas in die Hand nehmen kann, denn diejenigen die sich zu beschweren haben sind nervlich am Ende und müssen neben all den Überstunden und Schlafmangel noch Bewerbungen schreiben, dürfen sich dabei angeblich nach außen nichts anmerken lassen. Was kann ich ihnen an die Hand geben?

Danke für eure Tipps!

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Antworten (3)

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    Antwort von dasLabs dasLabs

    Naja aber es kann doch nicht sein dass die Unternehmen nach außen mit weißer Weste und Auszeichnungen dastehen! So fallen ja immer noch mehr Leute drauf rein, lehnen vielleicht gute Angebote ab um lieber dem zuzusagen, der wegen der tollen Arbeitsbedingungen und zufriedener Arbeitnehmer ausgezeichnet ist! Und bis sie draufkommen, was abgeht, sind die Türen zu anderen Unternehmen schon zu, und wer schnell wechseln will, wird postwendend als "Jobhopper" abgelehnt, erläutern wie schlecht die Bedingungen dort waren "darf" man nicht sagen weil es noch schlechter ausgelegt wird. Sowas geht doch nicht an!

    Kann doch nicht sein dass man in unserer Gesellschaft, mit all ihren Möglichkeiten, Medien, freier Meinungsäußerung, Rechtssprechung, nichts gegen diesen falschen Ruf der Ausbeuter-Unternehmen machen kann! Bei Lidl hat's auch lang genug gedauert aber irgendwann kam einer und hat manche Geschichten mal auffliegen lassen, die sich die Mitarbeiter nicht öffentlich sagen trauten. Wie geht der Weg dorthin...

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    Antwort von Kleobulos Kleobulos

    Da wirst Du nicht viel helfen können. Die Arbeitsbedingungen in den großen Firmen sind teilweise wirklich kaum akzeptabel. Man kann mit Handelskammer, Gewerkschaften und Anwälten reden. Aber ändern wirst Du nicht viel. Lies mal die Bücher von Günter Walraff. Das gibt Infos und Anregungen. Das ist einer der sich wirklich einsetzt und etwas erreicht hat, aber auch nur eben etwas.

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    Antwort von Minerva1234 Minerva1234

    Viel kann man nicht machen, ich an ihrer Stelle würde "Arbeit nach Vorschrift" machen, d.h. nicht unendlich viele Überstunden (da gibt es gesetzliche Regelungen) und dann sehen, dass ich dort wegkomme so schnell wie möglich. Wenn die Bedingungen auf die Gesundheit gehen, dann würde ich mich krank schreiben lassen. Natürlich kann man Betriebsrat etc. einschalten, einfach den Mund aufmachen, bei einem solchen Unternehmen hat man eh keine lange Zukunft. Ich war auch mal in einem solchen Ausbeuterunternehmen und habe so schnell wie möglich zugesehen, dass ich eine andere Stelle bekomme. Niemand muss sich versklaven lassen, es gibt Gesetze. Wenn das Gehalt nicht zum leben reicht hat man doch auch Anspruch auf ALG2, ich meine eh man jetzt trotz Arbeit verhungert und Miete nicht zahlen kann. Leider schreibst du nichts genaues zu den Arbeitsbedingungen, so dass man hier nicht weiter drauf eingehen kann.

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