Frage von lachs4709, 91

Auf meinem Personalstammbogen stehen folgende Fragen. Was muss ich da angeben und was nicht?

Auf meinem Personalstammbogen stehen folgende Fragen. Was muss ich da angeben und was nicht? Waren sie in den letzten 12 Monaten in ärztlicher Behandlung? - Warum? Sind sie schwerbehindert oder haben sie einen Antrag auf Anerkennung gestellt? Beziehen Sie Rente? Wenn ja, welche? Haben Sie eine Kur oder Heilmaßnahme beantragt? Sind sie vorbestraft oder schwebt gegen Sie ein Strafverfahren? Rentenversicherungsnummer (unbedingt angeben!!)

Zum Schluss steht: Unrichtige oder unvollständige Angaben berechtigen das Unternehmen zur fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Ist das überhaupt rechtens? Und welche der obigen Fragen müssen, bzw. müssen nicht angegeben werden?

Antwort
von uni1234, 41

Das kommt drauf an. Als was arbeitest Du denn? Siehst Du persönlich einen Bezug der Fragen zu der Arbeit?

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber nämlich nicht alles erfragen. In vielen Dingen geht Dein Persönlichkeitsrecht vor. Dies kann z.B. Fragen zur Gesundheit oder zu Vorstrafen betreffen.

Sofern eine Frage unzulässig ist, kannst Du wegen einer Falachbeantwortung der Frage auch nicht entlassen werden.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 34

Vielleicht hilft dir folgender Link weiter,oder lass dich bei der zuständigen Gewerkschaft beraten:

http://arbeits-abc.de/unzulaessige-fragen-im-bewerbungsgespraech/

Kommentar von Nightstick ,

Wegen solcher Normalitäten muss man nicht zur Gewerkschaft rennen !!!

Antwort
von Sanja2, 41

ärztliche Behandlung muss nur angegeben werden, wenn es sich um etwas handelt das für die Ausübung des Berufs relevant sein könnte. Schwerbehinderung muss angegeben werden wenn du als Schwerbehinderter geführt werden willst bzw. wenn die Behinderung einen Einfluss auf die Arbeit haben könnte. Rente musst du angeben, da der AG dein Gehalt dann anders abrechnen muss. Kur und Heilmaßnahme musst du angeben, da du im Falle der Bewilligung für einen längeren Zeitraum nicht arbeiten kannst. Vorbestrafung oder schwebendes Strafverfahren musst du angeben wenn es um irgendwas geht was die Einstellung nicht erlauben würde (z.B. sexuelle Übergriffe in der Arbeit mit Kindern). Rentenversicherungsnummer musst du angeben, sonst kann der Arbeitgeber nicht korrekt für dich einzahlen.

Kommentar von lachs4709 ,

Berufsunfähigkeitsrente muss ich angeben? Weil der AG mein Gehalt dann anders abrechnen muss. Warum denn das? Bekomme ich dann weniger Gehalt oder was?

Warum muss man Rentenversicherungsnummer gleich bei der Bewerbung auf dem Personalstammbogen angeben?

Kur- und Hilmassnahmen kann man ja auch bei der Einstellung beantragen. Ergebnis ist dasselbe.

Antwort
von kleinerhelfer97, 45

Alles. Das sind keinen Religions- oder politische Fragen. Zur medizinischen Frage musst du nichts sagen, es sei denn es könnte die Arbeit gefährden. Dass durch Falschangaben das Arbeitsverhältnis aufgelöst werden kann ist selbstverständlich.

Kommentar von lachs4709 ,

"Dass durch Falschangaben das Arbeitsverhältnis aufgelöst werden kann ist selbstverständlich."

Ich habe immer gedacht, dass man auf unzulässige Fragen falsch antworten darf. Weshalb soll dann das Arbeitsverhältnis aufgelöst werden können? Sonst wäre diese rechtliche Grundlage ja unbrauchbar.

Kommentar von Nightstick ,

@kleinerhelfer97

Auch nach der Religionszugehörigkeit darf gefragt werden (Abführung der Kirchensteuer)!

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@lachs4709

Du hast es leider noch nicht verstanden. Immer dann, wenn kein Bezug zur Arbeit herzustellen ist, kann eine Frage unzuläsig sein.

Beispiel: Einen Reifenmonteur dürfte man nicht fragen, ob er Schulden hat. Hätte er welche, und würde falsch antworten, dürfte man ihn deswegen nicht kündigen.

Einen Bankkassierer dürfte man fragen, ob er Schulden hat. Hätte er welche, und würde falsch antworten, dürfte man ihn deswegen kündigen.

Nun alles klar?

Antwort
von Heidrun1962a, 20

Was ist das denn für eine Firma/Job? So etwas habe ich ja noch nie gehört. Die Frage nach Schwerbehinderung schon, den Rest nicht. 

Da kann es sich nicht um ein normales Arbeitsverhältnis handeln. 

Kommentar von Nightstick ,

Wenn Du nicht aus dem Personalwesen kommst, hast Du so Vieles noch nicht gehört :-))

Schaue Dir bitte noch einmal die Frage, die Antwort von @Sanja2, und meinen Kommentar zur Antwort von @kleinerhelfer 97 noch einmal genau an!

==> Wenn Du dann noch konkrete Fragen hast, stelle sie bitte!

Anm.: Es wird sich um ein ganz normales Arbeitsverhältnis handeln.

Kommentar von Heidrun1962a ,

Doch, ich bin im Personalwesen. Schwerbehinderung und Religion werden auch abgefragt.

Für die Vorstrafen wird ein Auszug vom Bewerber verlangt.

Kommentar von Nightstick ,

Entschuldigung, aber bei Deinen merkwürdigen Ausführungen kannst Du noch nicht lange im Personalwesen sein.

1. Klar dürfen Schwerbehinderung und Religion abgefragt werden - in diesem Thread wurde nichts Gegenteiliges behauptet.

2. Bei der Abfrage von Vorstrafen bedarf es (wie auch an einem anderen Beispiel schon erläutert) des konkreten Bezuges zur Tätigkeit - auch das wurde bereits erwähnt.

Also, was jetzt? 

Kommentar von Heidrun1962a ,

auch ich habe geschrieben, dass Schwerbehinderung und Religion abgefragt werden und auch die Vorstrafen werden in Form eines Führungszeugninis abgefragt. Hier gehen keine eigenen Angaben. 

Kommentar von Nightstick ,

Hääääh? Ich glaube, Du willst mich nicht verstehen - oder drücke ich mich unklar aus?

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